Das goldene Dreieck – Delhi, Agra und Jaipur

Diese klassische Rundreise durch Nordindien beginnt in der Hauptstadt Delhi, geht weiter zum schönsten Bauwerk der Welt, dem Taj Mahal in Agra, es folgt die Besichtigung des Palasts der Winde in Jaipur in Rajasthan und endet mit einem Aufstieg zum Fort Amber.

Anreise

1.  Tag: Ich starte um 20:10 Uhr mit dem Direktflug der Lufthansa in einem Airbus A340-300 nach Delhi.

Service Anreise:
Linienflug mit Lufthansa München – Delhi – München ab 585 € inkl. Gepäck
Airport Hotel Lohias in Delhi ab 35 € mit Frühstück
Visum 80 €

2. Tag: Um 07:10 Uhr Ortszeit lande ich in Indiens Hauptstadt. Mit einem kleinen schwarzen Taxi vom Typ „Hindustan Ambassador“ (in England: Morris Oxford) mit gelbem Dach und grünen Seitenstreifen fahre ich in die Stadt zum Hotel „The Corus“ am Connaught Place, dem ökonomischen und touristischem Zentrum der Stadt im Norden New-Delhis.

New Delhi wurde von der britischen Kolonialmacht auf dem Reisbrett entworfen. Von kreisrunden Connaught Place mit seiner einheitlichen, weißen Kolonialarchitektur führen acht Straßen in die verschiedenen Richtungen. Die neuen U-Bahn-Linien 2 und 3 kreuzen sich unter der Erde.

Old Delhi – Vom Roten Fort zur Jama Masjid Moschee und durch die Chawri Bazaar Road

Nach einer kurzen Pause im angenehm schattigen Hof des Hotels, fahre ich mit der U-Bahnlinie 2 zur Station „Chandri Chowk“ in Old Delhi. 

Das Rote Fort hat seinen Namen von dem roten Sandstein, aus dem es während der Mogulherrschaft im Jahr 1648 erbaut wurde. Es ist sehr groß mit seinen Abmessungen von 1.200 Meter Länge und 360 Meter Breite. Ich schreite durch das Lahore Tor in die Säulenhalle.

Gegenüber stehen sechs weiße Gebäude, die von den Haremsdamen genutzt wurden. Der „Mumtaz Mahal“ beeindruckt mit einer Säulenhalle aus weißem Marmor und filigranem Gitterwerk. Die gesamte Anlage gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Zehn Minuten zu Fuß und ich stehe vor dem großen Eingangstor der „Jama Masjid Moschee“. Sie wurde im Jahr 1650 ebenfalls aus rotem Sandstein erbaut. Ich deponiere meine Schuhe und betrete den weiten Platz mit den Ausmaßen 90 x 90 Meter. Der Kuppelbau mit den vierzig Meter hohen Minaretten ist die größte Moschee Indiens.

Auf der engen Chawri Bazaar Road laufe ich durch das Gewühl von Tuk Tuks, alten Motorrollern, Fahrrädern und Lastenträger, die Waren auf dem Kopf balancieren zur U-Bahn Station „Chawri Bazaar“. 

Am Abend genieße ich in einem Restaurant in der Nähe meines Hotels eine würzige Linsensuppe und ein gutes Lammgericht aus dem Lehmofen.

New Delhi – Von den Welterbestätten Kutub Minar und Hamayun Mausoleum zum Lotustempel und ins Regierungsviertel

3. Tag: Heute vertraue ich mich einem Sikh mit einem großen gelbem Turban und seinem weißen Toyota für eine Stadtrundfahrt an. Es geht zunächst in den Süden der Stadt zur

„Kutub Minar“, einer 72 Meter hohe, sich verjüngende Siegessäule aus rotem Sandstein, erbaut 1202 – 1368. Sie gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Moschee zu Füßen der „Kutub Minar“ mit ihren fein gearbeiteten Reliefs wurde schon 1193 gebaut. Noch viel älter ist die sieben Meter hohe Eisensäule aus der Provinz Bihar aus dem 3. Jahrhundert, die die Zeitenläufe ohne Rostflecken überstanden hat und der deshalb magische Kräfte zugesprochen werden.

Mein Fahrer bringt mich zum Lotustempel der Bahá`í. Diese Religion stammt ursprünglich aus Persien. In Haifa steht heute das Weltzentrum und hier befinden sich die „Hängenden Gärten der Bahá`í“ mit dem Schrein des Religionsstifters Baha’u’llah (1817–1892). Es gibt acht kontinentale und einen nationalen Stützpunkt.

Das neunseitige „Haus der Andacht“ in Delhi ist von neun Teichen zur Kühlung des Gebäudes umgeben. Die Zahl neun als höchste einstellige Zahl versinnbildlicht das Umfassende, das Ganze und die Einheit. Alle Völker, Angehörige aller Rassen und Religionen sind eingeladen hier zu Gott zu beten.

Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt. Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger
(nach Bahá´u´lláh)

Der nächste Programmpunkt ist das „Humayun Mausoleum“ mit seiner 43 Meter hohen Marmorkuppel. 1565 wurde das Grabmal von seiner Witwe in Auftrag gegeben und gilt als das schönste Bauwerk der frühen Mogul-Epoche. Auch wurde ein Mausoleum erstmals von einer Gartenanlage umgeben. 

Nun geht es durch das Regierungsviertel, das die Briten ab 1920 bauen ließen. An der Prachtstraße Rajpath reihen sich die Gebäude der Ministerien aneinander.

Am östlichen Ende steht das „India Gate“, ein 42 Meter hoher Triumphbogen und am westlichen Ende der Präsidentenpalast.

Service Delhi:
Hotel Corus ab 51 € inkl. Frühstück
Eintritt pro Sehenswürdigkeiten 6,50 €
Jama Masjid Moschee und Lotustempel frei
Das schönste Bauwerk der Welt – das Taj Mahal in Agra

4. Tag: Ich fahre mit der U-Bahn nach dem Frühstück zur New Delhi Railway Station. Ich habe im Internet eine Fahrkarte im „Jhelum Express“ erworben. Der Expresszug fährt von Jammu City über Delhi und Agra nach Pune. Die gesamte Streckenlänge beträgt 2.145 Kilometer. Ich fahre nur knapp 200 Kilometer durch die flache Landschaft von Uttar Pradesh bis Agra mit.

Hier wohne ich im Trident Hotel, einem sehr gepflegten Haus mit Garten und Pool.

Der Nachmittag und frühe Abend gehört dem „Taj Mahal“. Es scheint die Sonne, die Luft ist klar zum Ende der Regenzeit und die Gärten und Flussauen sind grün – beste Voraussetzungen für eine Besichtigung. Die Schönheit des Bauwerks macht mich ähnlich sprachlos, wie den berühmteren Schriftsteller Rudyard Kipling. 

Das Taj Mahal steht am Ufer des Yamuna River, eingebettet in eine schöne Gartenanlage mit flachen Wasserbecken in denen sich das weiße Mausoleum spiegelt. Der Großmogul Shah Jahan ließ den Bau zum Gedenken an seine im Jahr 1631 verstorbene Frau und große Liebe Arjumand Banu Begum errichten. Das „Taj Mahal“ wurde 1648 fertiggestellt und zählt zum UNESCO Weltkulturerbe.

Später fahre ich am Fluss entlang zum Roten Fort, das ebenfalls unter dem Schutz des UNESCO Weltkulturerbe steht. Für eine ausführliche Besichtigung ist es zu spät. Ich habe Hunger und besuche ein Restaurant. Anschließend werfe ich einen Blick in die gegenüberliegende Werkstatt, in der Tische mit wunderbaren Intarsien- und Mosaikarbeiten gefertigt werden.

Service Agra:
Bahnfahrt Delhi – Agra einfach ab 4 €
Hotel Trident EZ ab 65 € mit Frühstück
Taj Mahal Eintritt 12,50 €

5. Tag: Nach dem Frühstück fahre ich mit dem Taxi zurück zum Bahnhof. Ich habe einen Platz im „Kerala Express“ gebucht. Er kommt aus dem 2.850 Kilometer entfernten Trivandrum und ist bereits 47 Stunden unterwegs, als ich für die letzten knapp 200 Kilometer zusteige. Im Zug lerne ich Herrn M. Madasamy kennen, einem Regierungsangestellten im Innenministerium, der auch auf dem Touristiksektor aktiv ist. Wir verstehen uns prima und nehmen nach Ankunft im Bahnhof von Neu-Delhi gemeinsam ein Tuk Tuk. Ich will mein im „Hotel Corus“ zurückgelassenes Gepäck abholen und eine Kleinigkeit essen. M. Madasamy verspricht mich mit seinem Wagen in zwei Stunden abzuholen und zum Flughafen zu fahren. Er erscheint pünktlich und wir machen uns auf den Weg. In den nächsten Tagen sollen die Commonwealth-Spiele in der Stadt beginnen und die Polizei übt schon mal das Sperren von Fahrbahnen für Sportler und Funktionäre. Das erzürnt die im Stau stehenden Autofahrer und das Fernsehen „TV 24“ schickt Reporter auf die Straße, um die Autofahrer zu interviewen, was sie denn davon halten. M. Madasamy wird auch befragt und zieht vom Leder, dass nun wegen dieser Maßnahmen sein Freund aus Deutschland den Flug versäume. So schlimm war der Stau dann doch nicht, aber – voila – ich bin in der Abend-Nachrichtensendung!

Mein Flug mit Kingfisher Airlines geht um 18:30 Uhr und landet um 19:25 Uhr in Jaipur, der Hauptstadt von Rajasthan. Ich lasse mich mit dem Taxi zum Hotel Golden Tulip bringen, in dem ich für drei Nächte gebucht habe. Das Hotel verfügt über eine Dachterrasse mit Pool und Aussicht auf die Stadt. In der Nähe befindet sich ein kleiner Markt und ein Hindu-Tempel.

Jaipur – der Palast der Winde in der Rosa Stadt

6. Tag: Nach dem Frühstück nehme ich ein Fahrradtaxi, eine Rikscha, und lasse mich durch das große Stadttor in die Altstadt, in die „Pink City“ fahren. Prinz Albert (der spätere König Edward VII.) kam 1876 auf Staatsbesuch nach Jaipur. Zur Begrüßung wurden alle Häuser der Altstadt rosa angestrichen in der traditionelle Farbe der Gastfreundschaft. So blieb es bis heute, die „Pink City“ steht unter Denkmalschutz.

Mein erstes Ziel ist der „Palast der Winde“. Es ist kein richtiger Palast, eigentlich nur eine riesige, fünfstöckige Fassade mit dahinter liegenden Treppenaufgängen. 953 Fenster und Nischen sollten es den Haremsdamen ermöglichen, die pompösen Festumzüge auf der Straße unbeobachtet zu verfolgen.

Hinter dem prächtigen Gebäude erstreckt sich das astronomisches Observatorium „Jantar Mantar“ auf einem Freigelände. Der begeisterte Astrologe und Stadtgründer Jai Singh II. errichtete hier zwischen 1728 und 1734 insgesamt 18 Instrumente aus Marmor und Sandstein, darunter eine 27 Meter hohe Sonnenuhr. Vor kurzem wurde „Jantar Matar“ zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

Durch ein wunderschönes Tor gelange ich auf das Gelände des Stadtpalastes. Der neue Palast wurde notwendig, als der Maharadscha Jai Singh II. seine Residenz vom „Fort Amber“ in das 1727 neu gegründete Jaipur verlegte. Anschließend lasse ich mich zur Hauptpost fahren. Überall auf den Straßen laufen und stehen unbehelligt die heiligen Kühe mitten im Verkehr.

Auf der Post erlebe ich, wie undiszipliniert sich Inder am Schalter verhalten, es wird gestossen und gedrängt, ich lasse mich aber nicht unterkriegen und setze in meiner Not gezielt meine Ellbogen ein. Das koloniale Vorbild hat in diesem Fall hier wohl keine Spuren hinterlassen.

Amber – 600 Jahre Residenz der Kachwahas

7. Tag: Heute fahre ich mit einem Tuk Tuk die zehn Kilometer hinaus nach Amber. Doppelte Befestigungsmauern laufen über die umliegenden Bergkämme. Majestätisch ragt das gewaltige Fort oberhalb eines Stausees auf.

Ich laufe zu Fuß hinauf und überlasse den Elefantenritt vier zierlichen Chinesinnen. Hinter dem Burgtor trete ich in einen weitläufigen Innenhof. Von den Säulenhallen hat man einen wunderbaren Blick auf den Ort Amber im Talgrund.

Die Fassade des Palastes zum Innenhof ist gefliest und mit Einlegearbeiten und Mosaiken aufs schönste verziert. Im Inneren beeindrucken die Silberne und Goldene Halle. Das Fort gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Auf der Rückfahrt lasse ich am See halten, auf einer Insel liegt der Palast „Jal Mahal“.

8. Tag: Morgens fahre ich mit dem Taxi zum Flughafen. Mein Weiterflug soll um 08:10 Uhr starten. Ich steige über die hintere Treppe in die Turbopropmaschine von Kingfischer Airlines. Die reizende Stewardess empfängt mich mit den Worten: „Good morning Sir, oh – what beautiful blue eyes you have!“ Der Tag ist gerettet!

Es geht mit einer Zwischenlandung in Delhi weiter nach Chandigarh. Ich möchte mit der Kalka – Shimla – Bahn hinauf ins Vorgebirge des Himalayas fahren.

Service Jaipur:
Flug Delhi – Jaipur – Chandigarh  – Delhi mit Jet Airways ab 151 €
Hotel Lemon Tree Premier (früher Golden Tulip) EZ ab 68 € mit Frühstück
Palast der Winde Eintritt 2,50 €
Jantar Mantar Eintritt 2,50 €
Fort Amber Eintritt 7 €
Composite Ticket für 8 Sehenswürdigkeiten 13,50 €

 

Indien war ganz anders als erwartet: Ich traf auf ein grünes und sauberes Neu-Delhi, sah keine Toten im Straßengraben, es gab nur wenige Bettler, die Hotels waren ordentlich, die Züge und Flüge pünktlich und das Essen bekömmlich. Tipp: In einfachen Lokalen am besten vegetarisch essen.

Diese Reise fand im September / Oktober 2010 statt. Ich reiste allein. Tarifstand: September 2018. 

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