Wien – mit der Tram vom Hauptbahnhof zur Ringstraße
Die Tramlinie D bringt uns vom Hauptbahnhof zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten von Wien. Wir besuchen die Sommerresidenz von Prinz Eugen, das Belvedere mit dem schönen Barockgarten und der weltberühmten Gemäldesammlung mit den Werken von Gustav Klimt. Rund um die barocke Karlskirche befinden sich die Oper, die Technische Universität, das Sezessionsgebäude und der Naschmarkt. Im Verlauf der Ringstraße folgen noch das österreichische Parlament, das Rathaus der Stadt Wien, die Votivkirche und die Börse.
Wir waren für ein paar Tage in Brünn. Die zweitgrößte Stadt der Tschechischen Republik hat uns mit ihrer großartigen Architektur und ihrer Lebendigkeit begeistert und war für uns ein lohnendes Städteziel.

Der neue Hauptbahnhof Wien.
Wir unterbrechen unsere Rückreise am Hauptbahnhof von Wien und beziehen im Leonardo Hotel unser großes Zimmer im 11. Stock mit Blick auf den modernen, erst im Jahr 2014 eröffneten Bahnhof. Er ersetzte weitgehend die vier Kopfbahnhöfe aus der k. u. k.-Zeit. In seiner Umgebung entstanden zahlreiche, moderne Hotel-, Wohn und Verwaltungsgebäude.

Nach einer erholsamen Nacht und einem kräftigen Frühstück, das im Übernachtungspreis enthalten war, sind wir bereit für weitere Besichtigungen. Dazu bietet sich die Tram D an, die gleich rechts in der Bahnunterführung hält. Es sind nur zwei Stationen bis zum

Schloss Belvedere,
dem Sommersitz von Prinz Eugen von Savoyen. Es besteht aus dem Unteren und dem Oberen Belvedere und wurde von 1712 bis 1723 vom Baumeister Johann Lucas von Hildebrandt im Barockstil erbaut. Dazwischen liegt der zur Innenstadt hin leicht abfallende Garten mit dem Kaskaden- und dem Muschelbrunnen.

Da ich für morgen Vormittag Eintrittskarten zur Dauerausstellung im Oberen Belvedere habe, fahren wir heute vier Stationen weiter zur Haltestelle „Oper/Karlsplatz“.

Die Karlskirche auf dem Karlsplatz.
Auf dem recht weitläufigen Platz zieht die barocke Karlskirche im Süden alle Blicke auf sich. Sie wurde erbaut von Bernhard Fischer von Erlach und von seinem Sohn Emanuel 1739 fertiggestellt. Den Auftrag erteilte Kaiser Karl VI. Dieser löste mit dem Bau ein Pestgelübde aus dem Jahr 1713 ein und widmete die Kirche seinem Namenspatron, dem Heiligen Karl Borromäus.

Nordöstlich des Platzes befindet sich der Bösendorfer Salon im Wiener Musikverein, der ältester Klaviersalon und traditionsreiche Künstlertreffpunkt im Herzen Wiens. Hier sind u.a. die in Österreich in knapp 200-jähriger Tradition gebauten Konzertflügel von Bösendorfer ausgestellt.

Die TU Wien.
Nach einer kurzen Rast auf den sonnigen Bänken rund um den großen Brunnen schlendern wir in westlicher Richtung zu den Gebäuden der Technischen Universität Wien, Lehrstätte für 42.000 Studenten. Das Institutsgebäude „Freihaus“ entstand in den 1980er-Jahren unter den Architekten Alexander Marchart und Roland Moebius, die auch an der Planung der 1987 fertiggestellten Hauptbibliothek beteiligt waren.

Das Secessions-Gebäude.
Kurz darauf stehen wir vor dem Secessions-Gebäude, als Ausstellungsgebäude für Zeitgenössische Kunst in den Jahren 1897 – 98 von Joseph Maria Olbrich im Jugendstil erbaut. Zahlreiche Werke dieses großen Architekten habe ich schon auf der Mathildenhöhe in Darmstadt kennengelernt. Er wurde 1900 Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein nach Darmstadt geholt. Der Gründer der Wiener Secession war Gustav Klimt und eines seiner bekanntesten Werke, der Beethovenfries ist hier im Untergechoß zu sehen.

Der Naschmarkt von Wien.
Wenige Schritte südlich erreichen wir den Zugang zu Wiens größtem Markt. Nachdem die Wien Ende des 19. Jahrhunderts in ein tiefergelegtes, betoniertes Flussbett gefasst und auf mehr als zwei Kilometer überbaut wurde, zog der Markt nach und nach in den Bereich zwischen rechter und linker Wienzeile um. Der Naschmarkt erstreckt sich heute auf einer Länge von 650 Metern zwischen dem Secessions-Gebäude und der Kettenbrückengasse.

Wir kommen an einigen Bistros und anderen gastronomischen Betrieben, wie dem „Julius am Naschmarkt“ vorbei, begutachten die Auslagen von „Küchenkräuter Kuczera“ mit einem breit gefächerten Angebot an Obst, Salaten und Gemüsen,

probieren Oliven am Stand „Genussmomente“ und erwerben im Manner-Shop Schnitten und Waffeln aus der seit 1890 in Wien angesiedelten Süßwarenfabrik.
Wir gehen nun zurück zur

Wiener Staatsoper.
Sie wurde 1708 gegründet und gilt eines der größten Opernhäuser im deutschsprachigen Raum. Mit dem Bau der Ringstraße unter Kaiser Franz Joseph I. entstand von 1861 bis 1869 das weltbekannte Neorenaissance-Gebäude, das mehr als 2.000 Zuschauern Platz bietet.
Jetzt geht weiter auf der Ringstraße mit den „D-Wagen“, wie man in Wien sagt. An der 3. Haltestelle steigen wir erneut aus. Hier steht

das österreichische Parlament.
Es wurde als k. u. k.-Reichstagsgebäude zwischen 1874 und 1883 vom Architekten Theophil von Hansen erbaut. Der von ihm entworfene Pallas-Athene-Brunnen wurde erst von 1898 bis 1902 erbaut, obwohl die Pläne schon seit 1870 bestanden. Gleich dahinter steht

das Rathaus von Wien
mit seinem 98 Meter hohen Turm. Die Ausführung des Gebäudes ist vom Brüsseler Rathaus auf dem Groote Markt inspiriert worden.
Ein weiterer Stopp an der Haltestelle Schottentor lohnt sich, um einen Blick auf ein besonderes Gotteshaus zu werfen.

Die Votivkirche
wurde nach dem missglückten Attentat von 1853 auf Kaiser Franz Joseph I. errichtet. 300.000 Bürger aus allen Landesteilen und aller Nationen der Donaumonarchie spendeten Geld für diesen Bau.

An der Haltestelle Börse ist unsere Fahrt mit dem Wagen D heute beendet. Die Endstation der Tramlinie befindet sich im Norden von Wien am Beethovengang in Nußdorf zu Fuß des Kahlen- und des Leopoldsbergs. Zahlreiche gemütliche Heurigenlokale locken hier mit einer Jause und einem Schoppen Wein.
Auf der Rückfahrt von einem Urlaub in der Hohen Tatra hatten wir in einem anderen bekannten Weinort Station gemacht, in Gumpoldskirchen am Fuß des Wienerwaldes. Die Fahrzeit von Wien Hbf nach Gumpoldskirchen beträgt mit der S-Bahn (Linie 3) auch nur 35 Minuten. Lesen Sie dazu meinen Beitrag: https://toeightycountries.com/gumpoldskirchen-beim-heurigen-suedlich-von-wien

Wir stehen jetzt vor der dem Gebäude der Börse Wien, gegründet 1771 von Kaiserin Maria Theresia als einer der ersten Börsen der Welt. Anfangs wurden nur Wechsel, Anleihen und Devisen gehandelt, ab 1818 auch Aktien. Einer der ersten Aktionäre war im Jahr 1819 Ludwig van Beethoven. Das klassizistische Börsengebäude am Schottenring wurde 1871 eröffnet.


Wer möchte, kann jetzt durch den 1. Wiener Stadtbezirk gemütlich zum gotischen Stephansdom schlendern. Er ist 109 Meter lang und 72 Meter breit. Der Südturm ist mit 136 Meter Höhe weithin sichtbar.
Am Stock-im-Eisen-Platz Nr. 3 befindet sich das eindrucksvolle „Palais Equitable“, erbaut in den Jahren 1887 bis 1891 für eine amerikanische Versicherungsgesellschaft.

Das 1990 eröffnete Haas-Haus gegenüber, vom Architekten Hans Hollein als Kontrast zum Stephansdom geplant, setzt durch seinen verspiegelten Erker einen starken städtebaulichen Akzent. Im Dezember 2014 wurde das Gebäude für 107 Millionen Euro vom österreichische Cateringunternehmen Do & Co gekauft. Die Firma beliefert u.a. 60 internationale Fluggesellschaften und die Formel 1.

Vom Stephansplatz sind es mit der U-Bahnlinie 1 nur 3 Stationen zurück zum Hauptbahnhof (Südtiroler Platz/Westseite Hauptbahnhof) zu unserem Hotel.

Wiener Schnitzel und Backhendl.

Am frühen Abend setzen wir uns wieder in den „D-Wagen“ und fahren zur Haltestelle Gußhausstraße. Dort hat uns mein lieber Freund Ludwig das „Wiener Wia-z haus“ empfohlen. Uns empfangen holzgetäfelte Wände, gemütliche Tische und Stühle aus Naturholz, rot-weiß karierte Tischdecken und Emailleschilder aus den 60er Jahren. Nach einem erfrischenden Aperitif namens „FizzCollins“ wählen wir das Steirische Backhendl und das Gebackene Schnitzel, jeweils mit Erdäpfelsalat und Preiselbeeren – ein Gedicht! Dazu passt hervorragend ein Ottakringer.

Am nächsten Morgen bleibt uns nach dem Frühstück noch genügend Zeit bis zur Abfahrt unseres Railjets um 14:26 Uhr nach München.

Wir fahren die zwei Stationen zum Oberen Belvedere und besuchen heute die Dauerausstellung. Lesen sie dazu den Bericht: Gustav Klimt – Bilder einer Ausstellung.

Wieder zurück im Garten erleben wir ein Konzert der Original Hoch- und Deutschmeister am Kaskadenbrunnen mit Melodien von Johann Strauß Sohn und Robert Stolz. Dabei genießen wir den wunderbaren „Canaletto-Blick“ (Titelfoto) über den Garten auf das Untere Belvedere, die Stadt Wien und den Kahlen- und Leopoldsberg.
Service Wien:Hotel Andaz Vienna Am Belvedere ***** mit Hallenbad DZ bei DERTOUR ab 242 €.
Leonardo Hotel Wien Hauptbahnhof **** DZ bei DERTOUR ab 112 €.
Eintritt Oberes Belvedere: Online-Ticket 19,50 € (vor Ort 21 €).
Tageskarte Wien ÖPNV 8 €.Fahrkarte Railjet München – Wien Hbf SuperSparpreis 2. Klasse ab 19,99 €, 1. Klasse ab 31,99 €.
Tarifstand: Dezember 2025.
Bei Buchung über diese Links erhalte ich eine Provision (dabei ist auch der Zugang zu Ihrem persönlichen Account z.B. bei der Bahn problemlos möglich) – Vielen Dank!
Diese Reise fand im Sommer 2025 statt, ich reiste mit meiner Frau.
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