Über den Arlberg nach St. Anton

Es geht in die Berge durch den Bregenzer Wald zum Arlberg und ins Tiroler Lechtal, einem der letzten naturbelassenen Alpenflusstäler.

Im Anschluß an meine Reise mit dem Elektroroller ins Allgäu war eine Weiterfahrt nach St. Anton am Arlberg geplant. Die Wetterprognosen haben mich kurzfristig zu einem Fahrzeugwechsel veranlasst.

Durch den Bregenzer Wald

1. Tag: Ich starte mit meinem betagten Auto am Hotel Sonnenbichl und fahre durch die „Hörnerdörfer“ Fischen und Obermaiselstein die höchstgelegene Pass-Straße Deutschlands hinauf zum Riedbergpass. Am Straßenrand grasen Kühe auf den Almwiesen, im Süden ragen die Berge der Nagelfluhkette empor. 

Unterhalb in Balderschwang erreicht man den Bregenzer Wald und kurz danach passiert man die Grenze zu Österreich. Die Orte in Vorarlberg haben nicht die bauliche Geschlossenheit wie im Allgäu, es gibt viel Mischbebauung und auch kleine Industriebetriebe vor allem entlang der Bregenzer Ache und der Bundesstraße 200. In Au gibt es schöne Bregenzerwälderhäuser mit dem typischen Satteldach, Sprossenfenster und einer Schindelverkleidung an der Außenfassade. Hier zweige ich ins grüne Argental ab.

Nach Damüls in 1423 m Höhe muss man mehr als 600 Höhenmeter überwinden. Ich habe eine Übernachtung im Berghotel Madlener gebucht. Kaum habe ich mein modernes Zimmer bezogen, öffnet Petrus seine Schleusen. Im Hochsommer muss man im Gebirge mit Gewitter und Regengüssen am Nachmittag rechnen.

Werbung:

Auf dem Balkon steht ein bequemer Liegestuhl bereit. Da ich Halbpension gebucht habe, muss ich auch nicht mehr aus dem Haus.

2. Tag: Damüls ist ein Walserdorf mit einer malerischen kleinen Kirche. Hier zweigen die Pass-Straßen über das Furkajoch (1761 m) ins Rheintal und über das Faschinajoch (1486 m) ins Große Walsertal ab. Der Name kommt von den Walsern, die im 12. Jahrhundert aus dem Wallis hierher zogen. Die Gegend ist ein grandioses Wander- und Skigebiet. Über grüne Matten kann man bis zur markanten Damülser Mittagsspitze hinaufwandern. Im Winter gibt es reichlich Schnee.

Service Damüls:
Berghotel Madlener EZ mit Halbpension ab 59

Ich fahre wieder hinunter ins Tal der Bregenzer Ache. Am Talschluss bei Schröcken beginnt die Auffahrt zum Hochtannbergpass auf 1676 m Höhe. Nördlich des Passes ragt der Große Widderstein 2533 m empor. Der Berg gehört zu den Allgäuer Alpen.

In den Lechtaler Alpen

In Warth erreiche ich das Tiroler Lechtal und biege südlich ab dem Flusslauf aufwärts folgend. Von der hübschen Ortschaft Lech geht es hinauf nach Zürs, einem noblen Wintersportort, der im Sommer aber ausgestorben wirkt. 

Dahinter passiert man den unspektakulären Flexenpass in 1773 m Höhe und erreicht den Arlberg (1793 m). Auf der Passhöhe entstand schon im 14. Jahrhundert das Hospiz der Bruderschaft St. Christoph. Über viele hundert Jahre zogen jährlich die „Schwabenkinder“ im Alter von 7 bis 17 Jahren aus dem armen Nord- und Südtirol Richtung Oberschwaben, um gegen Kost und Logis zu arbeiten. 1901 wurde der Skiclub Arlberg im Hospiz gegründet.

In St. Anton (1284 m) habe ich für drei Nächte im Hotel Kertess ein Zimmer mit Halbpension gebucht. Das Hotel verfügt über ein frisch renoviertes großes Hallenbad und hat eine hervorragende Küche. 

Werbung:

St. Anton bietet über 96 Kilometer markierte Wanderwege und schöne Mountainbike-Routen. 1937 wurde die erste Seilbahn auf den Galzig eingeweiht, 2001 fanden hier die Alpine Ski-Weltmeisterschaft statt. Im Skigebiet gibt es 350 km präparierte Pisten und 200 km Tiefschneerouten. Das Hotel des Skiweltmeisters Karl Schranz liegt etwas oberhalb des Hotel Kertess ebenfalls an der Alten Arlbergstraße.

3. Tag: Bei drei Nächten Aufenthalt erhält der Gast die Sommerkarte. Mit ihr kann man die Orts- und Wanderbusse kostenlos nutzen, Mountainbikes mieten und an einem Tag mit allen Bergbahnen gratis fahren.

Trotz Bewölkung nutze ich das Bergbahnangebot heute, da für die nächsten Tage Regenwetter angesagt ist. Vom Ortszentrum fahre ich mit der Seilbahn auf den Galzig und von dort mit nochmaligem Umsteigen auf die Valluga in 2809 m Höhe. Ab und zu geben die Wolken den Blick auf die nächsten Berge frei.

Auf dem Rückweg steige ich am Galzig aus. Hier ist der Blick frei auf das Stanzertal im Osten und die Berge der Verwallgruppe im Süden. Durch Latschenkieferfelder an blühenden Glockenblumen vorbei wandere ich hinunter zum Arlberg nach St. Christoph. Von dort nutze ich mit der Gästekarte das Postbusangebot.

4. Tag: Nach dem Frühstück laufe ich bei leichtem Regen entlang der Alten Arlbergstraße hinunter in den Ortskern. Oberhalb der Galzigbahn befindet sich das Skimuseum in der 1912 aus Holz erbauten Villa Trier in einen kleinen alpinen Park. Am Busbahnhof steige ich in den Orts- und Wanderbus der Linie 6 und fahre hinauf ins Verwalltal, das für andere Kraftfahrzeuge gesperrt ist. Bei meinem Spaziergang rund um den türkisblauen Stausee kommt dann sogar für einige Zeit die Sonne hervor.

Mittags bin ich wieder im Hotel und nehme mir etwas aus dem bereitstehenden Suppentopf, nutze am Nachmittag das schöne Hallenbad und bestelle zum angebotenen Blechkuchen einen Cappuccino.

Service St. Anton:
Hotel Kertess EZ Halbpension plus ab 58 € 
Sommerkarte: 1 Tag Bergbahnen, 1 Tag Schwimmbad, 1 geführte Wanderung, 1 x E-Bike Tour, Skimuseum, Ortsbus und Wanderbus gratis 

Werbung:

ab 39,90 € – mit dem Sparpreis Europa nach Österreich.
Auf kurzen Strecken (z.B. München – St. Anton) schon ab 19,90 €!

5. Tag: Heute geht es zurück über den Arlberg durch dicke Wolken und Nebelschwaden bei 7°.

Das Tiroler Lechtal

Ab Warth wird das Wetter etwas besser. Das Tiroler Lechtal ist einer der letzten naturbelassenen Alpenflusstäler und als Naturpark ausgewiesen. Ich fahre durch eines der Seitentäler hinauf ins idyllische Gramais in 1321 m Höhe. Felswände bilden den Talschluss.

Das nächste Seitental empfängt mich im strömenden Regen. Das Namloser Tal hat über den Kelmersattel einen Zugang nach Berwang und Bichlbach im Außerfern.

In Stanzach im Lechtal habe ich im Gästehaus Waldhof ein Zimmer bestellt. Mich erwartet eine moderne Unterkunft, perfekt auf Wanderer, Radler und Motorradfahrer eingestellt mit einem wunderbaren Gastgeber. 

Werbung:

 .

Die angekündigte Wetterbesserung von Westen veranlasst mich einen erneuten Fahrzeugwechsel vorzunehmen. Weiter geht es mit dem Beitrag: Mit dem E-Roller ins Allgäu. 

Service Stanzach:
Gästehaus Waldhof EZ mit Frühstück ab 61 €

Diese Reise fand im Juli 2017 statt. Ich reiste alleine.

Meine Bewertungen:

Damüls:

St. Anton:

Stanzach:

Alle Beiträge – Inhaltsverzeichnis

Weitere Berichte aus Österreich auf meiner Website:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.