Nostalgie – mit vier Maschinen in den Hohen Atlas

Im August 1980 fuhren wir mit vier Motorrädern von München nach Marokko, überquerten die Alpen und die Pyrenäen und kamen bis in den Hohen Atlas. Zurück benutzen wir die Fähre „Dana Corona“ von Malaga nach Genua.

Anreise – durch die Alpen

1. Tag / 402 km: Es ist ein schöner Sommermorgen. Meine Freunde Bertl und Walter treffen mit Ihren beiden Yamahas XS 400 und XS 360 mit Camping-Gepäck vor unserem Haus in München-Neuhausen ein. Mein Bruder Thomas mit seiner Honda CX 500 und ich mit meiner Suzuki X7 sind auch schon bereit. Wir starten ins Allgäu, erreichen bei Lindau den Bodensee und Österreich und fahren über Liechtenstein am Alpenrhein entlang in die Schweiz. Hinter Chur geht es hinauf nach Flims und Laax. Unten fließt der Vorderrhein durch die Rheinschlucht. 10.000 Millionen Kubikmeter Fels donnerten bei einem Felssturz vor 10.000 Jahren in die Tiefe.

Nur die roten Wagen der Rhätischen Bahn durchqueren die Schlucht. Hinter Disentis/Mustér mit seinem Benediktiner-Kloster aus dem 8. Jahrhundert beginnt der Aufstieg zum kurvenreichen Oberalppass auf 2.044 m Höhe. Nach Andermatt zweigt die Passstraße über den Gotthard links ab. Wir fahren geradeaus weiter zum Furkapass auf 2.429 m Höhe.

Gleich dahinter reicht an der Kehre beim Hotel Belvédère der Rhône-Gletscher bis an die Straße. Einige Male überqueren wir die Trasse der Furka-Oberalpbahn auf dem Weg hinunter nach Gletsch. Jetzt ist es Zeit, nach einem Campingplatz für die Übernachtung zu schauen. Wir landen im Camping Nufenen im idyllischen Obergoms, umgeben von der Walliser Bergwelt.

2. Tag / 265 km: Am nächsten Morgen trinken wir im Hotel Croix d`Or et Poste in Münster unseren Kaffee und folgen der jungen Rhône hinab bis Martigny. Hier geht es links den Col de la Forclaz (1.527 m) hinauf. Kurz darauf passieren wir die französische Grenze.

Sehr schön ist das Tal von Argentière hinunter nach Chamonix mit Blick auf die Schneefelder des höchsten Bergs der Alpen, dem majestätischen 4.810 m hohen Mont Blanc. Über Megève und Albertville erreichen wir Pontcharra. Auf dem Campingplatz schlagen wir unsere Zelte auf und gehen in der Nähe in eine Auberge, wo wir ein köstliches Abendessen zu uns nehmen. Zum Abschluß rollt der Käsewagen an unseren Tisch und Walter läßt sich von jeder Sorte ein kleines Stück abschneiden.

3. Tag / 491 km: Bertl hat es schon früh aus dem Zelt getrieben. War der Käse schuld? Wir fahren weiter über Grenoble und erreichen bei Valence wieder das Rhônetal. Über Avignon und Nimes geht es in der Küstenebene des Mittelmeers weiter in die Languedoc.

Anreise – über die Pyränäen und durch Spanien

4. Tag / 460 km: Nach einer weiteren Übernachtung führt  uns nächste Tag über die Pyrenäen. An einem Stausee machen wir Filmaufnahmen mit meiner Super-8-Kamera. Dazu fahre ich bei Walter als Sozius mit. In der Serra del Montsec besuchen wir ein malerisches Felsenkloster. Bei Lleida erreichen wir die Autobahn A 2, die von Barcelona nach Saragossa führt. Mitten in der flotten Fahrt verliert das Hinterrad meiner Suzuki Luft. Ich kann die Maschine Gott sei Dank zum stehen bringen. Langsam geht es zum nächsten Dorf, wo in einer Werkstatt der Schaden behoben wird. Die Leichtmetallräder werden allerdings arg mit einem Vorschlaghammer malträtiert. Man kennt hier keine modernen japanischen Motorräder, sie werden nicht nach Spanien importiert. In der Nähe von Saragossa verbringen wir die Nacht auf dem Campingplatz.

5. Tag / 385 km: Im Hochland von Kastilien wird es richtig heiß. Die Integralhelme werden gegen den Jethelme getauscht, die Lederkombi weicht Jeans und Jacke. Wir kämpfen uns durch die Hauptstadt Madrid und erreichen das mittelaterliche Toledo.

Am Ufer des Tajo schlagen wir unsere Zelte auf. Anschließend besichtigen wir die historische Altstadt mit dem Alcazar.

6. Tag / 343 km: Die Weiterfahrt führt uns durch die Landschaft La Mancha. Auf den sanften Höhenzügen stehen die Windmühlen wie in den Geschichten von Cervantes. Die Hauptstraße ist in sehr schlechtem Zustand. Wir müssen etlichen Schlaglöchern ausweichen.

Hinter dem größten Olivenanbaugebiet der Welt bei Jaén erreichen wir Cordoba.

7. Tag / 350 km: Die Kathedrale mit dem hohen Glockenturm und dem Innenraum mit 856 Säulen beeindruckt uns alle sehr. Im 8. Jahrhundert als maurische Moschee auf den Fundamenten römischer und christlicher Vorgängerbauten errichtet, ist das Gebäude seit der Reconquista im Jahr 1236 eine katholische Kirche und Kathedrale.

Vor der Kathedrale führt die Römische Brücke aus dem Jahr 45 vor Chr. über den Guadalquivir. Wir folgen dem Fluss hinunter nach Sevilla. In einem Vorort halten wir mittags an einer Cantina für Einheimische. Vor der Taverne ist ein Grill aufgebaut. Auf dem Rost liegen Krustentiere mit Knoblauch mariniert, ein Hochgenuss!

Am späten Nachmittag erreichen wir den Atlantischen Ozean bei Tarifa. Wir gesellen uns zu den Windsurfern, die oberhalb des Strandes in VW-Bussen und Zelten übernachten.

Ankunft in Marroko

8. Tag / 99 km: Es geht auf die Fähre nach Algeciras. Die Motorräder werden auf dem Fahrzeugdeck festgezurrt und wir gehen hinauf aufs Sonnendeck. Das Schiff zieht am Felsen von Gibraltar vorbei. Ein starker Westwind kommt auf, doch schon nach einer guten Stunde erreichen wir den afrikanischen Kontinent. Wir sind in der spanischen Exklave Ceuta mit ihrem alten portugiesischen Fort.

An der Grenze bleibt als Vorsichtsmaßnahme immer einer von uns bei den Fahrzeugen, während wir die Papiere am Schalter vorweisen. Wir hatten gehört, dass Haschisch in fremden Fahrzeugen versteckt wird und wenige Kilometer nach der Grenze bei einer Kontrolle „zufällig“ gefunden wird. Dann ist eine saftige Buße fällig, da nach marokkanischen Gesetzen der Transport von Haschisch verboten ist, nicht aber der Konsum. Promt fuhren wir in die Kontrolle an der ersten Weggabelung nach der Grenze, wurden aber dort durchgewunken, da wir nichts an Bord hatten. Der beschlagnamte Stoff in anderen Fahrzeugen findet unmittelbar den Weg zurück zur Grenze.

Entlang der Mittelmeerküste fahrend, sehen wir bald am Smir Plage einen Campingplatz. Er ist von einer mit Glasscherben bewehrten Mauer mit Stacheldraht umgeben. Egal, mir müssen ein wenig ausruhen nach der langen Anreise.

9. – 11. Tag: Die meisten Camper sind junge Leute aus ganz Europa, Musik von Nina Hagen und anderen New Wave Interpreten schallt aus den Zelten, man wartet auf den Liferanten, da der Transport ja verboten ist. Im Freiluftrestaurant gibt es gegartes Gemüse in der Tajine, dem aus Lehm gebrannten marokkanischen Schmorgefäß. Auch Huhn und Lamm werden angeboten.

Das Zuckerfest in Tetouan

12. Tag / 223 km: Wir wollen weiter. In Tetouan treffen wir während des Zuckerfestes, dem Fastenbrechen zum Ende des Ramadans ein. Ganz Tetuan ist auf den Beinen. Verkaufsstände sind aufgebaut. Die Großstadt liegt in einem Tal umgeben von Olivenhainen und Gärten.

Es gibt viele Moscheen und einen Kalifenpalast aus dem 17. Jahrhundert, das Tor Bab el Okla zum Souk und Karawansereien. Am Place Moulay El Mehdi hebe ich im Postamt Geld von meinem Postsparbuch ab und bekomme den Betrag in der Landeswährung Dirham ausbezahlt. Hinter Tetouan wird die Landschaft gebirgig.

Gastfreundschaft im Rifgebirge

Wir fahren in das Rifgebirge. Am Nachmittag machen wir in einem Dorf Rast. Ein Laden hat geöffnet und wir kaufen Cola. Zwei junge Männer sitzen auf den Stufen. Es sind Studenten auf Heimaturlaub in den Semesterferien. Sie laden uns zu einer Bergtour in ein. Wir sagen, dass wir noch bis Fes auf den Campingplatz wollen. Sie meinen, wir könnten doch auch bei ihnen im Haus übernachten. Nach kurzer Beratung nehmen wir die Einladung an und steigen auf einen nahe gelegenen Berg.

Die Gegend ist nahezu baumlos. Unterhalb des Gipfels liegt ein kleiner Weiler mit einem Brunnen. Vom Vorplatz haben wir einen herrlichen Ausblick auf die Kette des Rifgebirges, die Felder und Dörfer im Tal. Bald dämmert es und wir laufen ins Dorf zurück. Einer der  Studenten wohnt bei seiner Familie in einem flachen länglichen Haus. Wir nehmen in einem großen Raum auf Kissen platz. Jemand wird mit dem Esel zum Brunnen geschickt, um Wasser zu holen. Man schlachtet für uns einen Truthahn. Es gibt Tee mit Minze. Das Essen wird auf einer Bastmatte in der Mitte des Raumes serviert, wir Essen mit der rechten Hand und nehmen dabei auch Fladenbrot zu Hilfe. Die Frauen sitzen abseits. Nach dem Kaffee, fragen wir nach der Toilette und werden nach draußen ins Feld geschickt.

Das märchenhafte Fes

13. – 14. Tag / 90 km: Nach einem erquickendem Schlaf auf Matten im Wohnraum erwachen wir ausgeruht. Nach dem Frühstück mit Fladenbrot und Tee müssen wir uns von unseren herzlichen Gastgebern verabschieden. Mittags erreichen wir Fes. Der Campingplatz ist mit hohen Bäumen bestanden, schattig und sehr gepflegt.

Fes ist die älteste der vier Königsstädte Marokkos. Sie wurde 808 gegründet.

Vor dem Zugang zur Altstadt am Blauen Tor stehen viele selbsternannte Führer. Von meinen Ägyptenreisen weiß ich, dass es sinnvoll ist, einen Führer zu engagieren, da man sonst permanent angesprochen wird. Wir tauchen mit Führer in die Wunderwelt der Medina ein. Der Warentransport erfolgt hier mit Mauleseln und Handkarren.

An den Kreuzungspunkten und kleinen Plätzen gibt es Brunnen mit Trinkwasser. Wir besichtigen eine Koranschule, die Madrasa Bou Inaniya. Der Besuch der Moscheen ist in Marokko nur den Gläubigen gestattet, anders als in Ägypten, wo ich die großen Moscheen Ibn Tulun und Sultan Hassan besichtigen konnte.

Natürlich sehen wir auch einen Teppichladen von innen und werden dort mit Tee bewirtet. Mit sicherem Blick wird der „Geldigste“ von uns identifiziert. Wir sitzen auf unseren Schemeln und Walter muss viele der Teppiche barfuss ablaufen und die Qualität testen, auch werden Auftragsbücher hervorgekramt, die die Adressen dankbarer Auftraggeber aus ganz Europa enthalten. Walter war hier noch nicht ganz kaufbereit, aber im nächsten Laden kommt er mit eine güldenen Galabeja auf dem Arm aus dem Laden.

Spannend ist das Gerberviertel, wo auf dem flachen Dach der Häuser Lederwaren in Becken mit verschiedenen Naturfarben gefärbt werden. Ich erwerbe eine hübsche Kamelledertasche, die etwas streng riecht.

Die Heilige Stadt

15. Tag / 349 km: Morgens auf dem Campingplatz werden wir Zeuge einer drastischen Bestrafung. Ein Bursche ist wohl über den Zaun gestiegen und von den Wächtern gestellt worden. Er wird auf eine Bank gebunden und ausgepeitscht. Beim Aufbruch in Fes lernen wir zwei Luxemburger kennen, die mit Ihren beiden Motorrädern unterwegs sind. Sie sind etwas unsicher und möchten sich uns gerne anschließen. Nach einer Stunde Fahrt treffen wir in Moulay Idriss ein.

Die 783 von Idriss I. gegründete Stadt wurde nach seinem Tod zur heiligen Stadt erklärt. Im August finden hier Pilgerfahrten zum Grab des Heiligen statt. Andersgläubige dürfen nur tagsüber in die Stadt, der heilige Bezirk ist immer tabu.

Unsere Luxemburger Freunde haben sich gedacht, einer von uns wird schon bei den Motorrädern bleiben während der Stadtbesichtigung. Ich lasse mir aber nur den Personalausweis des jungen Parkwächters zu Sicherheit zeigen, habe aber keinerlei Bedenken. Die Kleinstadt liegt am Berghang und macht einen sehr ursprünglichen Eindruck mit seiner Markt- und Basarstraße, die sich den Hügel hinaufzieht. Das Minarett ist kunstvoll mit Kacheln verkleidet und die Moscheegebäude haben grüne Dächer. Über dem Ort ragt die Kasbah empor.

Wir passieren die nächste Königsstadt Meknes, halten uns hier aber nicht mehr auf. Wir queren den Mittleren Atlas. Die Fernstraßen in Marokko sind gut ausgebaut und viel besser als die Schlaglochpisten im Süden Spaniens. Unterwegs werfen uns einmal Kinder Steine nach, eine Ausnahme in diesem gastfreundlichen Land. 

Der heißeste Punkt

Über Azrou und Khenifra erreichen wir Kasba-Tadla. Es ist extrem heiß. Bertl geht es nicht so gut, er hat seine Unterarme eine handbreit der Sonne ausgesetzt und dadurch seine empfindliche Haut verbrannt.

In Beni-Mellal finden wir ein kleines Hotel, das auch Plätze für die Motorräder in einer abgeschlossenen Garage anbietet. Als erfrischend erweist sich der grüne Tee mit Minze, der heiß getrunken werden muss um den Körper abzukühlen. Der Wirt meint, in Marrakesch wäre es noch heißer.

Ankunft in Marrakesch

16. Tag / 191 km: Wir brechen nach dem Frühstück auf. Auf der Fahrt verirrt sich eine Wespe in meine Jacke und bevor ich anhalten kann, hat sie mich bereits mehrfach gestochen. Am frühen Nachmittag tauchen die Palmenhaine auf, mit denen sich die dritte Königsstadt ankündigt: Marrakesch. Entgegen der Ankündigungen in Beni-Mellal ist es hier um einiges kühler als dort. Unser Campingplatz liegt günstig am Rande der Altstadt.

Abends geht es zum zentralen Platz Djemaa El Fna. Am spannensten finden wir die Schlangenbeschwörer, die in kleinen Grüppchen unter großen Sonnenschirmen hocken. Wir bleiben stehen und bewundern die Kobras, die unter Flötengedudel aus ihrem Korb herausgelockt werden. Garküchen, Gauckler, Artisten und Taschenspieler – alles ist vertreten. Auf der Terrasse des Café Argana haben wir einen wunderbaren Überblick über das Geschehen.

17. Tag: Ruhetag in Marrakesch. Am späten Nachmittag besuchen wir den Souk. Die Tuchhändler spannen ihre Ware auf Leinen über die Gasse, im Gewürzsouk duftet es angenehm, es gibt unzählige Lederwaren, kupferne Töpfe und Kessel, Obst und Gemüse. Thomas tauscht seine nicht immer zuverlässige Armbanduhr gegen eine schöne Jacke.  

Ausflug zur Kasbah im Hohen Atlas

18. Tag / 308 km: Motorradfahrer die aus dem tiefen Süden kommen, berichten von Cholera und einer von Rebellen der Befreiungsbewegung für die Westsahara Polisario gesprengte Brücke auf der Strecke in den Antiatlas. So beschließen wir, es bei einem Ausflug in den Hohen Atlas zu belassen. Da der Tank eines normalen Motorrads nicht sehr groß ist, muß man immer nach Tankstellen Ausschau halten. Auf der Fahrt zum 1.470 m hohen Pass Tizi-n-Ait-Imguer sehen wir immer wieder gut frequentierte Tankstellen am Rand der Straße. Es folgt das rote Felstal Goumis und der mit Haarnadelkurven versehene Anstieg zum Tizi-n-Tichka Pass auf 2.260 m.

Bald hinter der Passhöhe zweigt die Straße nach Telouet ab. In diesem Hochtal in 1.800 m Höhe steht die Kasbah des Glaoui-Fürsten, eine der schönsten und bedeutendsten Lehmburgen des Atlas. Der Ort wirkt verlassen. Einige Storchennester gibt es auf den Hausdächern. Bald jedoch kommt ein alter Mann mit einer weißen Galabeja auf uns zu. Er hält einen großen Schlüssel in der Hand und öffnet die Pforte der Burg für uns.

Wunderschön sind die Mosaiken und Stuckarbeiten im Inneren und der Ausblick durch die kunstvoll gearbeiteten schmiedeeisernen Fenstergitter auf das Dorf und die Höhenzüge des Hohen Atlas. Der höchste Berg ist der Toubkal mit 4.165 m Höhe. Er ist allerdings von der Burg aus nicht zu sehen.

Auf dem Rückweg fahren wir die erste Tankstelle an und müssen erfahren, dass es dort seit vielen Wochen kein Benzin gibt. Die Leute, die wir auf dem Hinweg gesehen hatten, haben wohl Diesel getankt oder Vorräte gekauft. Wir versuchen, eines der wenigen Fahrzeuge anzuhalten, aber die Wohnmobile aus Frankreich fahren alle mit Diesel. So schicken wir Walter los, der noch etwas Benzin im Tank hat. In der Zwischenzeit ernten wir mit den Motorradhandschuhen bewehrt einige Kakteenfrüchte am Straßenrand. Leider gehen die Spitzen und lange Stacheln selbst durch die Lederhandschuhe. Nach einiger Zeit kommt Walter zurück mit einem Blechkanister mit Benzin. Er war weiter unten im Tal fündig geworden.

Badeaufenthalt am Atlantik

19. Tag – 21. Tag / 264 km: Unsere kleine Karawane von sechs Motorrädern fährt an Casablanca vorbei an den Atlantikstrand. Vor dem Eingang des Campingplatzes bei Mohammedia stehen zwei Motorräder mit dem Kennzeichen AÖ. „Ja wo kimmts ihr denn her?“ –  „z`Eding“ lautet die Antwort. „…und ihr seids z`Minka?“ – klein ist die Welt! Wir suchen uns einen schattigen Platz im Kiefernwald und genießen das Strandleben.  

Über Rabat zurück zur Fähre

22.Tag / 381km: Letzte Etappe in Marokko. Wir besichtigen die Hauptstadt und Königsstadt Rabat. Eine rote, hohe Mauer trennt die moderne Neustadt mit Ihren Avenuen von der Medina, der Altstadt. Vor dem Königspalast stehen berittene Wachen, dahinter ragt der Hassan-Turm auf. 

Über eine 150 Meter lange Brücke geht es über den Oued Regreg in die Nachbarstadt Salé, ein bedeutender Ort für das marokkanische Kunsthandwerk. Über Souk-el-Arba erreichen wir das Hafenstädtchen Larache. Hier gibt es ausgedehnte Plantagen mit Zitrusfrüchten und Granatäpfel. Langsam dämmert es und wir fahren durch die Dunkelheit zurück zur Grenze nach Ceuta.

An der Costa del Sol

23. – 26. Tag / 182 km: Hier müssen wir uns im Hafen die Zeit bis zur nächsten Nachtfähre über die Straße von Gibraltar um die Ohren schlagen. Am frühen Morgen sind wir wieder auf der Iberischen Halbinsel. An der Costa del Sol suchen wir uns einen schönen Campingplatz am Meer. Auf der schattigen Terrasse des zugehörigen Restaurants wird süffiger Sangria ausgeschenkt. Wir müssen ja nicht fahren. Einige hübsche Mädchen sind auch auf dem Gelände.

Unseren Luxemburger Freunden wird das Zelt mit einem Messer auf der Rückseite aufgeschlitzt um an Wertsachen zu kommen. Gott sei Dank vergeblich.

Auch haben sie Schwierigkeiten mit der Technik eines ihrer Motorräder. Es sind nirgends Ersatzteile zu bekommen! So schleppen wir die Maschine zum Bahnhof nach Malaga ab.

Mit dem Fährschiff Dana Corona zurück nach Genua

 

27. – 29. Tag / 166 km: Um die lange Rückfahrt abzukürzen, haben wie eine bequeme Vierbettkabine und vier Motorradstellplätze auf der dänischen Luxusfähre Dana Corona gebucht. Sie fährt von Malaga nach Genua mit einen Zwischenstopp auf Ibiza. Die erholsame Fahrt dauert 47 Stunden.

In Genua kommen wir am Nachmittag des 3. Tages an. Wir fahren noch bis Alessandria weiter, wo wir übernachten.

Die Heimfahrt über die Alpen

30. Tag / 551 km: Wir fahren an Mailand vorbei zum Comer See. Bei Chiavenna beginnt die lange Auffahrt durch das Schweizer Bergell zum Malojapass. Danach fahren wir am jungen Inn entlang ins Engadin. Rechts schimmern der Silser und der Silvaplaner See, wir passieren St. Moritz und Samedan, Zernez und Scuol. Bei Martina erreichen wir Österreich. Weiter geht es über Landeck und Imst. Hier biegen wir links ab und fahren über Nassereith und den Fernpass nach Ehrwald an der Zugspitze. Über Garmisch-Partenkirchen erreichen wir wohlbehalten unsere Heimtstadt München.

Mit den Motorrädern haben wir 5.500 Kilometer zurückgelegt und 1.500 Kilometer mit dem Schiff.

Unseren Gastgebern im Rifgebirge haben wir als kleines Dankeschön von zuhause zwei Taschenrechner geschickt, haben aber leider nie eine Bestätigung erhalten, dass sie angekommen sind.

Vielen Dank für die zur Verfügung gestellten Bilder an das Staatliche Marokkanische Fremdenverkehrsamt in Düsseldorf und an meinen Bruder Thomas.

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