Toledo und Madrid – Mittelalter und Moderne

Diese 5-tägige Reise führt in die alte Hauptstadt Kastiliens und in die spanische Metropole Madrid. Der Gegensatz zwischen dem mittelalterlich anmutenden Toledo mit seinen engen Gassen und Madrid mit seinen breiten Aveniden und der eindrucksvollen Architektur aus der Belle Époque ist dabei besonders reizvoll.

Toledo – Kirchen und Klöster – ehemalige Moscheen und Synagogen – Marzipan und scharfe Klingen

Unsere Anreise führt von München mit dem Mittagsflug der IBERIA nach Madrid Barajas. Die spanische Hauptstadt empfängt uns mit Sonnenschein und 31°. Vom Flughafen fahren wir mit der Metro (zweimal Umsteigen) zum Bahnhof Atocha. Der gut klimatisierte Expresszug Avant fährt dann ohne Halt ins 72 Kilometer entfernte Toledo in nur 33 Minuten.

Mit dem Taxi queren wir die Schleife des hier noch schmalen Flusses Tajo und fahren hinauf in die mittelalterliche Altstadt. Die Gassen sind so eng und verwinkelt, dass der Chauffeur seinen linken Außenspiegel einklappen muss. Vorm Hotel Santa Isabel stoppt der Wagen. Wir beziehen unsere kleinen, aber sehr sauberen Zimmer in diesem alten Gemäuer. Neugierig steigen wir hinauf auf die Dachterrasse.

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Was für eine fantastische Aussicht über die Dächer hinüber zur Kathedrale und dem Alcazar!  Eine erste Erkundung führt uns zur gegenüber des Hotels liegenden Kirche des Konvents Santa Isabel, der 1477 gegründet wurde.

Kühle empfängt uns. In einem abgeteilten Raum betet still eine Nonne. Durch einen anderen Eingang des Gebäudes gelangt man zur Pforte, wo die Nonnen selbst hergestelltes Marzipan verkaufen. Eine Tür weiter steht man in der Stube zweier Kunsthandwerker, die Ziselierarbeiten durchführen. Der Werkstatt angeschlossen ist ein Laden, der auch die weltbekannten Klingen aus Toledo zum Kauf anbietet.

300 Meter nördlich steht man vor dem doppeltürmigen Renaissance-Rathaus, gegenüber die mächtige gotische Kathedrale. In der Touristen-Information sollte man den ausliegenden Plan der Altstadt mitnehmen um sich nicht im Gewirr der engen Gassen und Stiegen zu verlaufen.

Die Essenszeit beginnt hier erst um 21:30 Uhr, so dass genug Zeit bleibt in einer Bar mit Tischen im Freien einen Aperitif zu nehmen.  

2. Tag: Nach einem rustikalen Frühstück im Hotel mit „tostado con tomate y jamon“ und einem großen „cruasán“, Kaffee oder Tee und frisch gepresstem Orangensaft geht es gut gestärkt auf einen ausführlichen Rundgang durch die Stadt. Die Altstadt ist UNESCO Weltkulturerbe.

An der Kathedrale vorbei steigen wir über Treppen hinauf zur alten Festung, dem Alcazar. Der Bau geht in seiner heutigen Form auf Kaiser Karl V. zurück, der behaupten konnte: „In meinem Reich geht die Sonne nie unter“. Spanien regierte in Asien die Philippinen und in Süd- und Mittelamerika viele Länder. Heute ist im Alcazar ein Militärmuseum und eine historische Bibliothek untergebracht.

Am Plaza Zocodover etwas nördlich steht unterhalb eines Torbogens die Statue von Miguel de Cervantes. Der Dichter hat die umliegende Landschaft La Mancha in seinem Werk über Don Quijote weltbekannt gemacht. Das Museum im ehemaligen Hospital Santa Cruz mit seiner Keramik-Ausstellung im 1. Stock und den berühmeten Gemälen von El Greco in der Apsis der Kirche ist einen Besuch wert. El Greco kam aus Kreta und wirkte in Toledo bis zu seinem Tod im Jahre 1614.

Hinter dem gleichnamigen Stadttor besichtigten wir die ehemalige Moschee Cristo de la Luz, die nach der Eroberung Toledos durch Alfons VI. im Jahr 1085 in eine Kirche umgewandelt wurde.

Vor der Mittagspause passieren wir noch den Konvent der Karmelitinnen, das Kloster Santa Clara, den Konvent der Comendadoras de Santiago, das Kloster Santo Domingo el Real und den Konvent der Kapuziner. Schließlich nehmen wir oberhalb des Kreistags (Diputación Provincal) auf der Terrasse der Taberna Embrujo platz und genießen unser Mittagessen. 

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Hinter dem Königlichen Kolleg der Adligen Töchter führt die Calle Pintor Mathias Moreno zum Kloster San Juan de los Reyes. Es wurde von den Katholischen Königen Isabella I und Ferdinand II gegründet. Sie wollten ursprünglich hier ihre letzte Ruhe finden. Nach der Rückeroberung Granadas 1492 entschied man sich jedoch, sie dort in der Königlichen Kapelle beizusetzen.

Wir befinden uns jetzt im ehemaligen Judenviertel. Ein Besuch des Museums seraphischer Juden in der 1356 erbauten ehemaligen Synagoge El Tránsito mit seiner wunderschönen Mudéjar-Innendekoration erläutert die Geschichte dieser Religionsgemeinschaft in Spanien.

Ab 15 Uhr wird auch in den schattigen Gassen die Hitze zu groß und die Füsse tun weh: Eine Ruhepause im Hotelzimmer ist angebracht. Später kaufen wir im Markt östlich der Kathedrale etwas Iberico-Schinken, einen alten Manchego (Käse), Brot und Wein und verziehen uns auf die lauschige Dachterrasse unseres Hotels. Es gibt Tische und Stühle und zu später Stunde wird die Kathedrale und der Alcazar angeleuchtet.

3. Tag: Am Morgen bringt ein Gewitter Abkühlung. Nach dem Frühstück bringt uns das Taxi zum Bahnhof zurück. Der Bahnhof wurde 1919 im Mudéjar-Stil erbaut. Die Großen Fenster mit buntem Glas, erinnern eher an eine Kathedrale, die ehemaligen Fahrkartenschalter sind mit dunklem Holz verkleidet.

Service Toledo:
Bahn Madrid-Atocha – Toledo z.B. um  15:50 Uhr, 16:50 Uhr, 17:50 Uhr – 12,90 € inkl. Platzreservierung, Fahrzeit 33 Minuten, Rückfahrt z.B. 09:25 Uhr oder 10:25 Uhr
Taxi Bahnhof – Altstadt 9 € / Altstadt – Bahnhof inkl. Anfahrt 12 €
Hotel Santa Isabel DZ inkl. Frühstück ab 55 €
Kathedrale Eintritt 10 €
Museum Santa Cruz Eintritt 5 €
Ehem. Moschee Cristo de la Luz Eintritt 2,80 €
Ehem. Synagoge El Transito Eintritt 3 € inkl. Seraphischem Museum
Madrid –  Avenidas, Plazas y Parques

Schon vor 11 Uhr erreichen wir die Hauptstadt Spaniens. Die alte Haupthalle des Bahnhofs Atocha, im Jugendstil aus Gußeisen und Stahl 1888-1892 errichtet, wurde in ein tropisches Gewächshaus mit Palmen und Bananenstauden und einem Teich mit Sumpfschildkröten verwandelt. Die neuen Hochgeschwindigkeitszüge AVE halten jetzt im angebauten Kopfbahnhof. Wir geben unser Gepäck in ein Schließfach und spazieren durch den nahen Retiro Park. Der Park beherbergte das königliche Schloss Buen Retiro bevor er 1868 in Besitz der Stadt Madrid kam und zum Volkspark wurde. Besonders schön um diese Jahreszeit ist der herrliche Rosengarten im Südteil.

Nördlich im Park befindet sich der Kristallpalast, der Palacio de Velázquez, in dem Ausstellungen stattfinden, und der See mit der halbkreisförmigen Säulenhalle und dem Denkmal für Alfons XII. Es gibt einige Imbissbuden im Park und einen Bootsverleih.

An der Puerta Felipe IV verlassen wir den Park in Richtung Prado. Bald taucht das ehrwürdige Palace Hotel auf, das von WESTIN betrieben wird. Durch die Eingangshalle erreicht man das Restaurant La Rotonda mit der sehenswerten Jugendstil-Glaskuppel.

Am Cortes, dem spanischen Parlament vorbei, das im Jahr 1981 einen bewaffneten Putsch erlebte, treibt uns der Hunger ins Literatenviertel. Im Restaurant Lamucca in der Calle Prado 16 serviert man uns ein schmackhaftes Mittagsmenü zu 14 Euro. Den Plaza Santa Ana beherrscht das weiße Hotel Me Melia mit der Penthouse-Aussichtsterrasse. Hier sollen Stars und Sternchen und auch die Spieler von Real Madrid gelegentlich zu sehen sein. Gegenüber befindet sich das Theater Espanol und an den Seiten des Platzes reihen sich Tapa-Bars und Bierkneipen.

Wir holen unser Gepäck und fahren mit der Metro in den Stadtteil Prosperidad wo sich unsere Unterkunft, das  Sercotel Togumar befindet.

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Nach einer Pause fahren wir mit der Metro ins nahe Stadtviertel Castellana, dem Finanzzentrum des Landes. Hier befindet sich das Stadion Bernabéu und das größte Kaufhaus der Kette El Corte des Inglés. 

4. Tag: Heute haben wir uns die klassischer Besichtigungstour vorgenommen. Diese startet am zentralen Platz Puerta del Sol und führt durch die Calle Mayor. Die Konditorei La Mallorquina hat in der Auslage farbenfrohe Torten, Kuchen und Pasteten liegen. Der Plaza Mayor ist streng symmetrisch angelegt. Symmetrisch liegen auch die Erdbeeren und Kirschen in den Auslagen der Obsthändler im Mercato San Miguel.

Einen Café Cortado nehmen wir auf dem Weg zum Rathaus. Die große Kathedrale, die erst 1993 nach hundertjähriger Bauzeit geweiht wurde, ist unser nächster Besichtigungspunkt. Die Deckengemälde und Buntglasfenster sind überzeugende, moderne sakrale Kunstwerke.

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Gegenüber steht der Königliche Palast. 23 prunkvolle Räume können besichtigt werden. Von der Aussichtsterrasse neben der Königlichen Waffenkammer blicken wir auf die Gärten Campo del Moro und die Hügel des Casa del Campo. Wie grün Madrid doch ist!

Wir schlendern anschließend über den Plaza del Oriente und am Opernhaus vorbei zum Senat. In der Calle de Leganitos kehren wir im Restaurant O Muino ein. Wir bekommen einen schönen Tisch im Obergeschoß am Fenster mit Blick auf die Gasse. Das umfangreiche Mittagsmenü wird hier für 11 € angeboten.

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Auf der nahen Plaza Espana reitet Don Quijote auf seiner Rosinante neben Sancho Pansa auf seinem Esel Rucio – überlebensgroß in Bronze gegossen. Oberhalb, in den Ferraz-Gärten, steht das älteste Gebäude der Stadt: Der Templo de Debod aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Spanien hat für seine Unterstützung bei der Rettung von Abu Simbel während des Baus des Assuan-Staudamms diesen Tempel von Ägypten geschenkt bekommen. Die Götter Isis und Osiris sind auf den Reliefs im Vorhof dargestellt.

Nach einer Siesta im Hotel fahren wir in den Stadtteil Lista zum Abendessen. Hier gibt viele Cafés und Restaurants, manche sind auf Fischgerichte spezialisiert, manche auf junges Publikum, auf Vegetarier, auf Fleischliebhaber und auf Tapas-Freunde. Wir entscheiden uns für das stylische Restaurant Copenhagen mit raffinierten vegetarischen und veganen Gerichten. 

5. Tag: Wir frühstücken, wie bereits Tags zuvor, im Cafe Rodilla Lopez Hoyo. Das Frühstück ähnelte dem in Toledo in unserem Hotel Santa Isabel. In Madrid gibt es mehrere Filialen von RODILLA. So gestärkt nehmen wir die Metro bis zur Station Banco de Espana.

Wegweiser führen uns zum Ausgang am Paseo del Prado. Wir reihen uns in die Schlange der Kunstinteressierten ein. Die Wartezeit beträgt 20 Minuten. Später am Tag gibt es dann keine Wartezeiten mehr. Sehr beeindruckend sind die Werke der großen Meister Goya, Murillo, Velasquez und El Greco. Am Nachmittag sticht uns am Plaza de Colón mit der hohen Kolumbussäule ein weiteres Kunstwerk ins Auge: Die Figur „Mujer con Espero“ von dem Kolumbianischen Künstler Fernando Botero.

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Nach einer Stärkung in einem Straßencafé steht als letzter Programmpunkt Shopping auf unserer Liste. Dafür ist die beste Gegend die Calle Serrano nördlich der Calle de Goya mit Läden von Cortefiel, Zara, Nike, Stella McCartney, Pedro del Hierro, Emporio Armani, Women`Secret, Gucci, Louis Vuitton und zwei Kaufhäuser von El Corte des Inglés.

Am Nachmittag holen wir unser Gepäck im Hotel ab und fahren mit der Metro zum Airport. Der moderne Terminal 4 bietet einen großen Duty-Free-Bereich. So können wir uns noch mit spanischem Safran, Turron und Mandelgebäck eindecken. Dann nehmen wir den letzten Flug nach München. Die verschneiten Bergspitzen der Pyrenäen und der Hochalpen glänzen in der Abendsonne, eine wunderbare Reise geht zu Ende.

Service Madrid:
IBERIA ab München Hin- und Rückflug ab 119 € inkl. einem Koffer
Lufthansa ab München Hin- und Rückflug ab 109 € mit Handgepäck
Metro Touristenkarte 3 Tage inkl. Flughafen 18,40 €
Metro Einzelticket Flughafen – Stadt 5 €
Sercotel Togumar im Stadtteil Prosperidad DZ ohne Frühstück ab 56 €
Museo del Prado Eintritt 15 €
Königlicher Palast Eintritt 11 €

Retiro-Park mit Kristallpalast und Rosengarten, Templo de Debod: freier Eintritt

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Diese Reise wird uns als sehr abwechslungsreich in Erinnerung bleiben. In Toledo zuerst zu übernachten, erwies sich als ideal. Die günstigen Preise in Kastilien und das herrliche Wetter sind weitere Pluspunkte. Diese Reise fand im Mai 2017 statt. Ich reiste mit meiner Frau und einer guten Freundin.

Auf einer Motorradtour in den Hohen Atlas übernachteten wir im Jahr 1980 schon in Toledo.

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Ein Gedanke zu „Toledo und Madrid – Mittelalter und Moderne

  • August 19, 2017 um 9:33 am
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    Hallo lieber Michael,
    spannend, informativ und tolle Fotos. Ich werde nun öfter bei Dir schmöckern, und mich für Reisen inspirieren lassen. Vielen Dank!

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