Sansibar – Mein Sehnsuchtsziel im Indischen Ozean

Eine einzigartige Stadt, Stone Town, schon lange UNESCO Weltkulturerbe, Gewürzplantagen und eine wunderbare tropische Küste – das ist Sansibar.

Der Wunsch nach Sansibar zu reisen entstand schon vor gut 35 Jahren im heimatlichen Hirschgarten. Nach einem der wöchentlichen Spiele der Neuhausener Freizeitkicker kam ich mit meinem Mitspieler Günther Baumann, damals freier Journalist bei der Süddeutschen Zeitung, bei einer Maß Bier ins Gespräch. Er berichtete über sein Reise nach Sansibar und über das geheimnisvolle Stone Town. Jetzt endlich ist es soweit: Ich lerne die Perle im Indischen Ozean kennen.

Anreise

Als meine Basisstation dient bei dieser Reise die „Severin Sea Lodge“ in Mombasa. Nach ein paar Tagen am Bamburi-Beach fliege ich mit einer Turboprop-Maschine der Precision Air auf die Insel. Leider wurde der gebuchte Direktflug kurz vor meiner Abreise eingestellt und ich musste mein Ticket über Dar-es-Salam umschreiben. Das ergibt die Möglichkeit zu einem kurzen Abstecher in die Hauptstadt Tansanias.

Dar-es-Salaam – die Hauptstadt Tansanias

1. Tag: Zugegeben, die Idee mit dem Stadtbus vom Flughafen in die Stadt zu fahren, ist nicht mein bester Einfall. Ich bin noch nie in einem so vollen Bus gesteckt und das bei tropischen Temperaturen. Als an einigen Haltestellen in der Stadt der Anlasser des Fahrzeugs versagt und die Fahrgäste anschieben helfen, steige ich aus und gehe zu Fuß weiter. Nur bei der Münchner U-Bahn herrschen manchmal genauso schlimme Zustände.

In den Straßen rund um das „Askari Monument“  gibt es einige Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit wie das beigefarbene Ascari-Building mit dem „Dar-es-Salaam Bookshop“ und das mintgrüne Gebäude, in dem heute die“ Tanzania Postal Bank“ residiert. Nach einem kleinen Bummel  habe ich genug und nehme ein Taxi zurück zum Flughafen. Am frühen Nachmittag ist auch noch dicker Verkehr und so kann ich den Ausflug in die Stadt nicht weiterempfehlen, zumal es nicht allzuviel zu sehen gibt.

Ankunft in Sansibar

Der Weiterflug dauert dann nur 25 Minuten und ich lande auf dem Flughafen von Sansibar. Auf dem Vorfeld stehen viele Cessnas und Pipers, die Safarigäste von den Lodges zu Ihrem Anschlussaufenthalt auf die Insel geflogen haben.

Im Abfertigungsgebäude gibt es kein Gepäckband, die Koffer werden auf einem einfachen Rollwagen in den Raum geschoben und auf einem mit Stahlblech verkleideten Holzsockel abgelegt. Das Gebäude gleicht einer Ruine, Fenster und Türen gibt es nicht. Der im Guest House vorbestellte Transfer bringt mich vom Flughafen an der Westküste quer über die Insel zur Ostküste. Ich habe im „Pakachi Beach Resort“ ein Beach Banda vorgebucht.

Die Ostküste zwischen Paje und Jambiani

Ich werde von den Managern Jürgen Röhm und Salomon herzlich empfangen. Im Haupthaus sind die Wände gemauert und blau angestrichen, die Dachkonstruktion besteht aus leichtem Holz und Schilf, ebenso die Zäune, Tische und Stühle. Das Restaurant ist nach Norden hin offen. Hinter den Büschen und Sträuchern schimmert türkisfarben das Meer.

Mein Beach Banda, ein Bungalow auf Stelzen direkt am hellen Sandstrand ist ein Traum. Über eine Holztreppe gelangt man auf die große, teilweise überdachte Terrasse. Der Innenraum ist zum Meer hin verglast, so dass man von Bett aus aufs Meer blickt. An der rückwärtigen Seite gibt es einen abgetrennten Raum mit einer einfachen Dusche, Waschbecken und Toilette. Das Wasser hat einen etwas höheren Salzanteil.

Zwischen meinem Bungalow und dem Haupthaus gibt es einen kleinen Pool, den ich nutzen kann, wenn Ebbe ist.

2. Tag: Das Wetter ist herrlich, die Sonne scheint und es weht eine leichte Brise. Nach dem Frühstück im Restaurant mit Spiegeleiern, Toast, Butter und Marmelade unternehme ich eine Strandwanderung in nördliche Richtung. Erst nach einer halben Stunde Fußmarsch komme ich am nächsten Resort vorbei, den „Mbuyuni Beach Villas“. 

Nach gut einer Stunde erreiche ich Paje. Dort sind gerade Kite-Surfing-Wochen. Dutzende Kite-Surfer sind auf dem Wasser. Es gibt einen breiten Sandstrand, Wind, ein paar Gästehäuser, Restaurants und an der Hauptstraße einen Gemischtwarenladen namens „SupaDuka“ mit Post Office.

Ich mache Pause im Restaurant der Paradise Beach Bungalows mit japanischer Küche: Sashimi, Tempura, Nabe, Sunomono, Tatsuta-Age und Nizakana werden angeboten.

Am Abend liefern Fischer einen großen, frisch gefangenen Barracuda im Resort ab, der in den nächsten Tagen ein köstliches Abendessen verspricht.

3. Tag: Heute geht der Strandspaziergang Richtung Süden. Gleich in der Nachbarschaft komme ich am „Spice Island Resort“ vorbei. Es hat eher eine Standardausstattung, aber einen großen runden Pool und einen langen Steg ins Meer hinaus. An der Bar an seinem Ende stehen Rattan-Sofas mit gemütlichen Polstern und Kissen – ein toller Platz zum chillen.

An der Brüstung hängt das bekannte Logo der Sansibar auf Sylt auf schwarzen Stoff gedruckt. Ein paar Jugendliche tanzen zur Barmusik. Nach einer knappen Stunde erreiche ich Jambiani, ein Dorf mit schilfgedeckten Holzhütten und Häusern unter Palmen. Hier leben hauptsächlich Einheimische. Die Dorfstraße ist unbefestigt, es gibt einen kleinen Laden und einige kleine Handwerksbetriebe.

Der Südosten – Makunduchi und Ras Shungi

4. Tag: Ali, der Rezeptionist bietet mir an seinen Vespa Roller Star deLuxe zu mieten. So nutze ich heute die Gelegenheit den äußersten Südwesten der Insel zu erkunden. An Jambiani vorbei erreiche ich nach 18 Kilometern Makunduchi, den zweitgrößten Ort der Insel. Im Rahmen der Völkerfreundschaft zwischen der DDR und der Sozialistischen Republik Tansania entstanden hier in der Neustadt Plattenbauten nach DDR-Standard. Das tropische Klima hat mittlerweile seine Spuren hinterlassen.

Ich fahre links hinunter zum Strand. Es ist gerade Ebbe und es liegen zwei Fischerboote auf dem Sand. Zahlreiche Frauen ernten mühsam Seetang, den Sie an Kosmetik- und Arzneimittelhersteller verkaufen können.

Das All-Inclusive-Resort der italienischen Alba-Tours hat sich das schön gelegene, exponierte „Ras Shungi“ gesichert. Ich stelle mich in der Verwaltung vor und besichtige die Anlage.

Dann mache im Aussichtrestaurant direkt am Kap Mittagspause. Am frühen Nachmittag bin ich zurück auf meiner Terrasse. Am Abend gibt es erneut den leckeren Barracuda vom Grill.

Die Ostküste bei Pongwe

5. Tag: Ich starte zu einem neuen Ausflug mit der alten Vespa. Am Ortsausgang von Paje lauert die Polizei: Führerscheinkontrolle. Sichtlich enttäuscht nehmen die Beamten meinen Internationalen Führerschein zur Kenntnis. Um nach Pongwe zu gelangen, muss ich um die Chwaka-Bucht und den Schutzbereich des Jozani-Forest herumfahren.

Der „Jozani Forest Nationalpark“ ist der einzige erhaltene Urwald der Insel. Zusammen mit dem Mangrovenschutzgebiet der Chwaka-Bucht ist er 50 qkm groß. In ihm leben Sansibar-Leoparden, Sansibar-Ducker und Suni-Antilopen und der Rote Colobus-Affe.

Nach Pongwe sind es 55 Kilometer. Am Strand hängt Seetang an Leinen zum trocknen. Vor der Küste liegt eine Insel mit drei Resorts. Ich fahre zurück bis zum Paradise Beach Resort in Murumbi-Uroa. Es ist eine sehr schöne Anlage am Meer.

Die Gebäude sind mit Schilf gedeckt und es gibt einen Pool mit einer Tikibar. Hier mache ich Mittagspause.

Der Südwesten bei Kizimkazi

6. Tag: Ich starte über Paje Richtung Westen. Die Polizei kennt mich schon und winkt mich durch.

Einen ersten Stopp lege ich im Karamba Resort mit einem offenen Restaurant unter einem runden Schilfdach ein. Man hat hier einen schönen Meerblick. Vom „Pakachi Beach Resort“ nach Kizimkazi sind es 32 Kilometer. Hier liegen sehr viele Boote in der wegen der Ebbe wasserfreien Bucht.

Es ist das Dorf der Fischer und der Bootsbauer. Kleine Werften bessern Boote aus und reinigen die Rümpfe. Vier Männer sitzen in der Dorfmitte unter einem riesigen Baum.

Auf dem Schulhof haben die Kinder Pause. Sie tragen Schuluniform, die Mädchen zusätzlich einen weißen Hijab. Am Ortsrand steht die Shirazi-Moschee aus dem frühen 11. Jahrhundert. Sie ist die älteste Moschee auf Sansibar. Vor dem Gebäude befindet sich neben den Gräbern der Sherifen ein alter Brunnen.

 

In die Dörfer fahren von Stone Town aus „Dala-Dalas“, kleinere Lastwagen mit auf der überdachten Pritsche befestigten Sitzbänken – größeres Gepäck kommt aufs Dach.

Den Abend verbringe ich im Nachbarresort Spice Island. Es gibt ein großes Buffet am Pool und Live-Musik mit der „Coconut Band“ und Sängerin „Mama Africa“

Die Halbinsel Michamvi

7. Tag: Heute fahre ich nordwärts an der Küste entlang nach Ras Michamvi. Die Entfernung beträgt 20 Kilometer.

Das „Ras Michamvi Beach Resort“ ist ein wunderbarer Platz an der Nordspitze der Halbinsel. Der Manager Said Issa empfängt mich herzlich und führt mich durch die schöne Anlage. Anschließend trinken wir einen Cocktail in einer Laube oberhalb des Swimmingpools.

Anschließend hat auch meine Vespa Durst. An einer Dorftankstelle wird mein Roller mit Hilfe eines Trichters mit Benzin aus dem Plastikkanister und Motoröl aus der Plastikflasche befüllt. Drei Kinder schauen neugierig dem Tankwart auf die Finger.

Auf dem Rückweg mache ich in Upendo station. Vor der Küste, auf einer Felsinsel liegt das Restaurant „The Rock“ mit einen traumhaften Terrasse. Holzbänke mit bequemen weißen Polstern und der Blick auf das türkisfarbene Meer laden zum Verweilen ein.

8. Tag: Ruhetag – ich genieße meine Terrasse und das Resort.

Stone Town – UNESCO Weltkulturerbe

9.Tag: Ich fahre mit einem Sammeltransfer an die Westküste in die 50 Kilometer entfernte Hauptstadt Stone Town. Der Transferbus setzt mich am „Haus der Wunder“ ab. Gleich dahinter in der engen Harumzi Street liegt meine Unterkunft, das Clove Hotel in einem alten Stadthaus.

Das schönste ist die große Dachterrasse mit einem fantastischen Blick auf die Dächer der Stadt und aufs Meer. Morgens wird hier auch das Frühstück serviert. Die eigenen Getränke für den „Sundowner“ kann man in einem Kühlschrank deponieren.

Neben dem Stadttor liegt das „Archipelago Restaurant“ mit einer schönen Dachterrasse. Hier esse ich zu mittag.

Die Märkte von Stone Town

Ein erster Bummel führt mich zum Mlandege Bazar für Kleidung und Haushaltswaren und auf den Darajani Markt mit den Gebäuden aus dem Jahr 1904. Hier werden allerlei exotische Meeresfrüchte, blaue Fische, Seeigel und natürlich Eier, Obst und Gemüse angeboten.

Daneben befindet sich der „Busbahnhof“. Von hier fahren die „Dala-Dalas“ in alle Teile der Insel ab.

Nach einer Pause auf der Dachterrasse meines Hotels gehe ich zum Kaffeetrinken auf die Strandterrasse des Tembo Hotels im Haus des ehemaligen amerkianischen Konsulat.

Hier beobachte ich ein eigenartiges Schauspiel. Am Strand liegt das Fährschiff Mubarak. Fahrzeuge werden aus- und eingeladen. Viele Fahrzeuge bleiben im tiefen Sand stecken und müssen angeschoben werden. Warum fährt das Schiff zum ein- und ausladen nicht in den Hafen?

Das „Haus der Wunder“

Danach gehe ich zum „Haus der Wunder“. 1883 wurde der Palast im Auftrag des Sultans in einer Stilmischung aus viktorianischen und arabischen Elementen erbaut. Der Palast hieß von Anfang an „Haus der Wunder“, da er als erstes Haus in Ostafrika über elektrisches Licht, fließendes Wasser, Toiletten mit mechanischer Wasserspülung und einen elekrischen Fahrstuhl verfügte. 1897 wurde der Palast mit dem Uhrturm ergänzt. Stone Town war nicht nur zu dieser Zeit das wichtigste und modernste Handelszentrum in Ostafrika. David Livingstone bereitete sich hier auf seine letzte Expedition vor.

Ungefähr 3 000 vor Christus begann der Seehandel, schriftliche Dokumente stammen aus alexandrinischen Quellen, der Seehandel nach Indien und Persien war vom Monsunwind abhängig. Sindbad der Seefahrer soll die Insel oft angelaufen haben. Millionen von Sklaven wurden von hier nach Arabien verschifft. An der Küste Afrikas wurde der Islam verbreitet. 1498 segelte Vasco da Gama an Sansibar vorbei, 1505 griffen dann die Portugiesen Sansibar an und errichteten in der Folge einen Handelsposten. 1698 endete die portugiesische Vormacht nach einer Niederlage gegen den Sultan von Oman. Die Omanis und indische Händler brachten schließlich die Küsten Ostafrikas unter ihre Kontrolle. 1840 verlegte der Sultan von Oman sogar seine Residenz von Maskat nach Sansibar.

1884 wurde auf dem Berliner Kongress das Festland mit Tanganjika, Burundi und Ruanda zu Deutsch-Ostafrika. Inzwischen hatte Großbritannien auf Sansibar an Einfluss gewonnen, 1890 wurde es britisches Protektorat. In den 1950er Jahren löste sich die Insel nach und nach von Großbritannien, 1957 gab es erste freie Wahlen, 1963 wurde Sansibar als Sultanat unabhängig. Nach einer blutigen Revolution wurde die arabische Oberschicht entmachtet und eine Volksrepublik ausgerufen und wenig später mit Tanganjika vereinigt. Das Land heißt seitdem Tansania.

Der Nachtmarkt in den „Forodhani Gardens“.

Vor dem „Haus der Wunder“ wird auf dem Platz am Meer der große Nachtmarkt vorbereitet. Dutzende Verkaufsstände bieten gegrillte Garnelen-, Tintenfisch-, Fisch- und Fleischspiesse an.

Es gibt Hummer und Taschenkrebse, Sansibar-Pizza und Kebab. Zuckerrohrsaft wird frisch gepresst. Frisch gebackenes Chapatti-Brot, Pilau, ein Gewürzreis, und gegrillte Maiskolben werden als Beilagen angeboten. Zuckerrohrsaft wird frisch gepresst. Zum Dessert empfehlen sich Früchte oder eine Nutella-Pizza. Man setzt sich mit den erstandenen Köstlichkeiten auf die Ufermauer und genießt das bunte Treiben.

Ausflug in die Gewürzgärten

10. Tag: Heute nehme ich an einem organisierten Ausflug teil. Zuerst werden die „Persischen Bäder“ von Kidichi angefahren. Die Anlage wurde 1864 vom damals amtierenden Sultan erbaut. Er hatte eine Enkelin des Schahs von Persien geheiratet und ihr zu Ehren den persischen Baustil für seinen neuen Landsitz gewählt.

Anschließend startet eine ausführliche Führung durch eine Gewürzplantage in der Nähe. Starfruit (Karambole), Ananas, Banane, Jackfruit, Sansibar-Apfel, Avocados, Kokos, Kakao, Kaffee der Sorte Arabica, Lipstick Tree, Muskatnuss, Zimt, Nelken, Pfeffer, Kardamon, Zitronengras, Ingwer und Gelbwurz (Kukurma) werden hier kultiviert.

Wir werden zu den einzelnen Pflanzen geführt, sehen die Früchte und erhalten weitere interessante Informationen. Danach gibt es auf einem mit Matten ausgelegten, überdachten Platz eine Verkostung verschiedener Speisen, Gewürze, Gemüse und Obst mit gebratenem Reis. Dazu wird Tee ausgeschenkt.

Das Haus des Sklavenhändlers Tipu Tip

Nach einer Pause im Hotel schlendere ich durch die engen Gassen der Altstadt, komme am farbenfrohen Hindutempel und an der Moschee vorbei, gelange zur Anglikanischen Kirche auf dem ehemaligen Sklavenmarkt und besuche die Katholische Kathedrale. Stone Town ist einer der wenigen Plätze auf Eden, wo die verschiedenen Religionen noch miteinander auskommen und in direkter Nachbarschaft leben können.

Wunderbar sind die kunstvoll geschnitzten Haustüren in der Altstadt. Ich komme am Haus des Tipu Tip vorbei, einen berüchtigten Sklavenhändler. Sein Nachfahre kommt gerade aus der Tür, stets bereit gegen ein kleines Entgelt eine Führung durch sein Haus anzubieten.

„Sundowner“ im Africa House

Für den Sundowner gehe ich heute ins Africa House, dem ehemaligen Britischen Club. Es gibt Teakholz-Polsterstühle, schwere Teppiche und Baldachine im Salon

und auf der großen Terrasse im ersten Stock einen der schönsten Plätze, entspannt den Sonnenuntergang im Indischen Ozean zu beobachten. Vor der Küste kreuzen Daus, die traditionellen Lastschiffe der Suaheli Küste.

Am Abend besuche ich den Culture Musical Club um Taarab zu hören. Taarab setzt sich aus Elementen der arabischen, indischen und afrikanischen Musik zusammen.

Das Haus der Prinzessin Selma

11. Tag: Heute geht es zum arabischen Fort aus dem 17. Jahrhundert. Es steht direkt neben dem „Haus der Wunder“. Im offenen Innenhof des Forts wird jährlich das größte Musik- und Filmfestival Ostafrikas ZIFF ausgetragen. Daneben steht das Stadthaus der Selma, Prinzessin von Sansibar und Oman. Sie verliebte sich im Jahr 1866  in einen deutschen Kaufmann, der im Haus gegenüber wohnte.

Sie floh in einer Nacht- und Nebelaktion über Aden nach Hamburg und heiratete ihren Geliebten. 1870 wurde dieser von eine Pferdebahn überrollt und getötet. Selma stand nun mit ihren drei Kindern in der Fremde und sollte bis zu ihrem Tod in Hamburg im Jahr 1924 nicht mehr auf ihre Heimatinsel Sansibar zurückkehren dürfen.

Das Geburtshaus von Freddie Mercury

In der Nähe steht auch das Geburtshaus von Freddie Mercury, dem wunderbaren Sänger der Rockgruppe Queen. Er wurde am 5. September 1946 als Sohn des britischen Botschaftsangestellten Bomi Bulsara und seiner Frau Jer geboren. Die Familie war parsischer Abstammung aus Indien. Als auf Sansibar 1964 schwere politische Unruhen aufkamen mit 14.635 Todesopfern, die meisten Araber und Inder, emigrierte die Familie nach England.

Das Kulturzentrum „Old Dispensary“

Nördlich der Altstadt steht die „Old Dispensary“, ein ehemaliges  Krankenhaus. Heute ist hier ein Kulturzentrum. Das Holzgebäude wurde wunderbar renoviert, die Holzveranda zum Meer mit bunten Glasfenstern ist ein Juwel.

Von hier blickt man auf den Hafen, wo Stückgut und Container gelöscht werden und eines der Schnellboote nach Dar-es-Salaam gerade den Hafen verlässt. Am Ufer in der Nähe gibt es eine nette Kneipe namens „Mercury“ mit zahlreichen Devotionalien des Musikers.

Ein Bummel in der Altstadt

Am Darajanimarkt kaufe ich ein Bündel Vanille von wunderbarer Qualität zu einem extrem günstigen Preis. Ich bummle weiter durch die engen Gassen. Bald kommen mir Kinder entgegen, die einen alten Reifen rollen,

 

an einem Altstadtplatz sitzen Dominospieler um einen Spieltisch, ein Wettbüro hat auf eine Schultafel die Ergebnisse der „Premier League“ mit weißer Kreide geschrieben.

Ein paar Schritte weiter und ich bin in einer anderen Welt. Das „Serena Inn“ ist das beste Hotel der Stadt. Auf der Terrasse vor dem Haus kann man den Sonnenuntergang in einer Hollywood-Schaukel genießen.

Am Abend gehe ich mit Gabriella, einer britischen Mitbewohnerin meines Hotes in das  Monsoon Restaurant. Die Swahili Kueche des Hauses bietet heute Krustentiere mit Salaten, Oktopus-Kokosnuss-Curry (Pweza na nazi) und Spinat mit Kokosnusssauce (Mchicha na nazi). Drei Musiker spielen Taarab Musik.

Abreise

12. Tag. Heute heißt es Abschied nehmen von Sansibar. Ich fahre zum Flughafen. Die hangeschriebene Abflugtafel muß ich unbedingt fotografieren. Es geht wieder mit den kleinen Turboprop Maschinen der „Precision Air“ über Dar-es-Salaam nach Mombasa. Vor mir liegen noch ein paar geruhsame Tage am Bamburi Beach in der „Severin Sea Lodge“ vor meinem Heimflug.

Bei aller Liebe zu dieser Insel, wo Licht ist, ist auch Schatten. So berichten mir die Guest House Besitzer von willkürlichen und hohen Gebühren für das Aufstellen von Hinweisschildern an der Straße oder für die Erteilung einer Lizenz für den Alkoholausschank. Fischer berichten von stark sinkenden Erträgen, da der autonome Präsident von Sansibar Fischereirechte an China verkauft hat und das Meer vor der Insel von deren großen Trawlern leergefischt wird.

Diese Reise fand im Februar 2012 statt. Ich reiste allein. Tarifstand Juni 2018.

Service Sansibar:
Direktflug Frankfurt – Sansibar – Frankfurt mit Condor ab 967 € inkl. Gepäck
Linienflug München – Istanbul – Sansibar – Istanbul – München mit Turkish Airlines ab 560 € inkl. Gepäck
Linienflug Mombasa – Sansibar – Mombasa mit Five-Fourty-Aviation ab 204 € inkl. Gepäck
Visum bei der Einreise 50 $ (bar – es werden nur 50 und 100 $ Noten akzeptiert)
Impfung: Bei Einreise von Mombasa/Kenia Gelbfieberimpfung erforderlich. 
Pakachi Beach Resort – Beach Banda in der Hochsaison 104 €
Clove Hotel Stone Town DZ zur Alleinbenutzung mit Frühstück in der Hochsaison ab 36 €

Meine Bewertung auf Tripsadvisor:

Alle Beiträge – Inhaltsverzeichnis

Ein Gedanke zu „Sansibar – Mein Sehnsuchtsziel im Indischen Ozean

  • Juli 10, 2018 um 5:05 pm
    Permalink

    Auch Sansibar steht schon eine ganze Weile auf meiner Wunschliste, allerdings strecken uns bislang die vielen Resorts ab. Allerdings sehen deine Bidler nun garnicht so sehr nach All Inklusive – Resort Urlaub aus… vielleicht sollten wir doch nochmal drüber nachdenken?!

    Hast du eine Empfehlung was Unterkünfte angeht? Einfach, sauber und nahe am Kitespot? Das einzige was wir nicht möchten sind Hotels mit schicki micki und in denen abends lange Hosen gefördert werden etc.

    Viele Grüße
    Isa von  lustloszugehen

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.