Ecuador – die Straße der Vulkane

Alexander von Humboldt reiste 1802 von Quito zum 6268 m hohen Chimborazo und prägte den Begriff „Allee der Vulkane“. Mit einem kleinen Mietwagen folge ich auf seinen Spuren durch die Anden und fahre anschließend hinunter ins Amazonasbecken nach Shell.  

Quito – die höchstgelegene Hauptstadt der Welt

1. Tag: Nach einer langen Anreise mit Lufthansa und Copa mit zweimal Umsteigen in Frankfurt und Bogota komme ich nach Mitternacht in meinem Hotel Radisson Royal im Norden Quitos an.

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Quito erstreckt sich im Andenhochtal 40 Kilometer von Nord nach Süd, ist mit 2.850 m Höhe die höchstgelegene Hauptstadt der Welt und hat ca. 1,8 Mio Einwohner. Hausberg ist der 4.668m Hohe Vulkan Rucu Pichincha auf den auch eine Seilbahn führt.

2. Tag: Erst gegen 11 Uhr starte ich bei angenehmen 21° zur Besichtigung der Altstadt, die als erste überhaupt schon 1978 als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt wurde. Vom Hotel im Norden der Altstadt nutze ich die Schnellbuslinie Ecovia mit eigener Fahrspur und geschlossenen Haltestellen in der Mitte der Einfallstraße. 

Die vom meinem Reiseführer empfohlene Route führt mich zunächst zum Teatro National Sucre, erbaut 1879 – 1886 nach Plänen von Franz Schmidt. Es folgt die Kirche und der Konvent St. Augustin, 1538 -1583 erbaut und nach Erdbeben mehrmals wieder aufgebaut – der Chorraum ist original aus dem 16. Jahrhundert. Das Theatro Bolivar wurde 1933 erbaut. Gegenüber stärke ich mich in einem Café mit einem Kartoffeleintopf und einheimischem Bier. Vor der Dominikanerkirche findet ein Patronatsfest mit Blaskapelle, Böller- und Raketenabschüssen und einem Umzug über den Platz statt. Im Konvent und Museum nehme ich an einer Führung durch einen sehr netten jungen Mann teil, der die kleine Gruppe auch in die Sakristei,

in die Rosenkranzkapelle und auf das Dach der Kirche führt. Weiter bummle ich durch die Calle Rocafuerte und die Calle Cuenca zur Plaza de San Francisco. Die Franziskanerkirche wurde ab 1536 auf den Mauern eines Inkapalastes erbaut.

Vorbei an der bedeutenden Jesuitenkirche, für deren Altäre über zwei Tonnen Blattgold verwendet wurde, gelange ich schließlich zum Plaza de la Independencia mit dem Regierungspalast und der Kathedrale.

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Danach hole ich mir ein sehr kleines Leihauto bei Thrifty im Norden der Stadt ab. Es ist ein Chevrolet Spark. Ein Mietwagen der unteren Mittelklasse hätte fast den dreifachen Mietpreis gekostet. 

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Angekommen im Hotel gebe ich den Autoschlüssel dem Concierge zum Valet-Parking, das von Radisson sogar gebührenfrei angeboten wird. Abends gönne ich mir im nahen Ausgehviertel Mariscal ein butterzartes Steak.

Service Quito:
Hotel NH Collection Quito Royal (ehem. Radisson Royal) EZ ab 90 €
Swissotel EZ ab 147 €
Ecovia einfach 0,25 €
Mietwagen bei Europcar, untere Mittelklasse (Chevrolet Aveo) für 4 Tage ab 93 €
Flug Frankfurt – Quito und zurück mit Lufthansa und COPA zum Durchgangstarif ab 930 €
Flüge München – Bogota – München mit Lufthansa ab 795 €, Bogota – Panama – Quito – Panama – Cartagena mit COPA ab 302 €, Cartagena – Bogota mit LATAM Colombia ab 67 €

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Auf der Panamericana durch das Anden-Hochtal 

3. Tag: Beim Blick aus dem Zimmerfenster, grüßt schon der Vulkan Cotopaxi mit 5.897 m Höhe (Titelfoto). Ich fahre durch das zentrale Andenhochtal südwärts auf der „Allee der Vulkane“, so benannt von Alexander von Humboldt im Jahr 1802. Sie ist heute ein Teil der gut ausgebauten Panamericana.

Auf ehemaligen Inkapfaden zum Kratersee Quilotoa

Ein Abstecher, teils über abenteuerliche Schotterstraßen führte mich von San Luis über Sigchos bis auf einen 3.850m hoch gelegenen Kraterrand mit Blick auf die Laguna Quilotoa. Die Landschaft begeistert mich. Doch spätestens hier ist die Höhe für mich deutlich zu spüren und es ist mit ca. 14° etwas kühler als im Andenhochtal.

Kaum betrete ich ein einfaches Gasthaus im Dorf Quilotoa, sitze ich schon am Tisch mit einer Gruppe Deutscher, die auf organisierter Rundreise sind. Ein netter Erfahrungsaustausch folgt.

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Im weiteren Tagesverlauf muss ich mich mit nicht vorhandenen Wegweisern abfinden und bei Staßensperrungen die Umleitungen mit Spürsinn finden.

Banos de Agua Santa – heiße Wasserfälle im Pastaza-Tal

Trotzdem finde ich ins Andenhochtal zurück und auch die Abzweigung nach Banos de Agua Santa, das im engen, schluchtartigem Pastaza-Tal unterhalb des 5.016 m hohen aktiven Vulkans Tungurahua auf 1820 m Höhe liegt. Banos ist eine richtige Backpacker-Hochburg, was mir mit meinen spärlichen Spanischkenntnissen nur Recht ist.

Ein heißer Wasserfall wird in einem Thermalbad aufgefangen. Ich miete mich drei Nächte im netten Hostal Timara ein und auch mein „Auto“ hat einen abgeschlossenen Stellplatz neben dem Hostal. Hier habe ich einen sehr netten Kontakt zu einem Paar aus Oklahoma, Donna und Marc (54), die für mehrere Monate durch Südamerika reisen.

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Abends gehe ich ins Restaurant Casa Hood mit Weltküche und speise sehr gut. Es gibt heute Bami Rames mit Huhn und frischem Koriander, der in Indonesien so zu diesem Gericht nicht serviert wird. Das Bier kostet hier nur ein Drittel des Preises, den man in Mariscal zahlen muss.

Shell – im Amazonasbecken

4. Tag: Ein Tagesausflug führt mich das wasserreiche Pastaza-Tal hinab ins Amazonasbecken nach Shell in nur noch 1.037 m Höhe. Shell wurde 1937 als Landestreifen bei der Erdölgewinnung gegründet. Noch heute gibt es einen kleinen Flugplatz mit Flügen zu den einsamen Siedlungen im ecuadorianischen Teil des Amazonasbeckens.

Bei Puyo, der Hauptstadt der Provinz Pastaza, besichtige ich noch eine botanische Station im Regenwald auf 950 m Höhe. Hier ist das Klima feuchtwarm. Ein Lehrpfad führt durch den Urwald. In der Station werden präparierte Schlangen, Schmetterlinge, Spinnen und Insekten ausgestellt. Die Größe der aufgespießten Würmer, Raupen, Käfer und Spinnen ist atemberaubend. 

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Zurückgekehrt in Banos, gehe ich am Abend mit Donna und Marc gemeinsam zum Essen. Der Restaurant-Tip eines anderen Gringos, das „Lapsio Amore“ erweist sich allerdings als Flop. Donna bestellt einen Hummer, der nicht größer ist als ein Oberpfälzer Flusskrebs ist. Bei mir ist die Hühnersuppe Caldo de Gallina ganz gut, die Hauptspeise mit Fleischbällchen so la la. Auch das Risotto mit Garnelen, das Marc bestellt, ist kein Hit.

Auf der Passstraße unterhalb des Chimborazo

5. Tag: Eine zweite Tagestour führt mich heute auf eine Passhöhe an der Straße von Ambato nach Guaranda auf über 4.000 m Höhe an den höchsten Bergs Ecuadors. Der 6.310m hohe Chimborazo verhüllt sein Haupt, aber die Wolken geben einige Schneeflächen frei. Die Indios bauen an den Hängen Kartoffeln an und züchten Lamas und Alpakas. Sie leben in ärmlichen Verhältnissen in der rauen und kargen Bergwelt. In Pelileo, dem Zentrum der ecuadorianischen Jeansproduktion, erstehe ich zwei Hosen. Zahlreiche Outlets und Läden für Fabrikverkauf säumen hier die Durchgangsstraße. In Banos erstand ich außerdem noch einen echten Panamahut, der in Ecuador seit 1630 aus Toquillastroh gefertigt wird.

Als Imbiss am Nachmittag probiere ich Locro de Papas (Kartoffeleintopf mit Käse und Avocado) in einem Terrassenrestaurant. Am Abend gehe ich erneut ins Casa Hood und bekomme Hindu-Curry mit Huhn, wobei der Hindu eigentlich selten Huhn isst. 

Service Banos de Agua Santa:
Timara Hostel
EZ ab 13 €
Fabrikverkauf
in Pelileo hochwertige Jeans ca. 9 €
Panama-Hut
ab 28 €

Auf der Panamericana zum Indiomarkt in Saquisili

6. Tag: Heute geht es auf der Panamericana zurück nach Quito. Unterwegs mache ich noch einen Abstecher zum malerischen Markt von Saquisili.

Hier gibt es gegrillte Meerschweinchen, ich habe aber gerade keinen Hunger.

Zurück in Quito 

Für die 900-km-Tour betragen die Benzinkosten nur 16 €. Ich gebe den Mietwagen im Norden der Stadt zurück und lass mich mit dem Taxi zum Swissôtel bringen. Es ist direkt neben dem Radisson Royal gelegen, in dem ich bei meiner Ankunft in Ecuador übernachtet habe. Nach einem  Besuch des sehr gepflegten Spa-Bereichs im Swissôtel mit beheiztem Innen- und Aussenpool gehe ich zum Abendessen wieder nach Mariscal.

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7. Tag: Am Morgen grüßt erneut der vergletscherte Cotopaxi beim Blick aus dem Fenster. Das Frühstück im Hotel ist mir mit 25 $ viel zu teuer und ich gehe in ein Café um die Ecke, wo das  amerikanische Frühstück für 7 $ zu haben ist. Nach einer Runde im Swimmingpool fahre ich zum Flughafen um mit COPA nach Panama zu fliegen. Nach einer Übernachtung in einem Hotel am Ausgang des Panamakanals reise ich nach Kolumbien an die Karibikküste weiter.

Diese Reise fand im November 2014 statt. Ich bin allein gereist.

Meine Bewertungen:

 * = heute NH Collection Quito Royal  // Alle Tarife Stand 09/2017

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