Stockholm – Frühlingstage am Wasser

An den ersten warmen Sonnentage zieht es die Stockholmer aus den Häusern auf die Altstadtplätze, an die vielen Wasserflächen, in die Parks und hinaus in die Schären. Folgen Sie mir zu den schönsten und interessantesten Flecken von Schwedens Hauptstadt.

Anreise

1. Tag: Zu meiner Silberhochzeit möchte ich zu einer besonderen Städtereise aufbrechen. Meine Frau weiß noch nicht wohin die Reise geht, erst am Münchner Flughafen im Terminal 2 erfährt Sie das Ziel: Stockholm.

Am Gate G38 steht LH 3014 zum Abflug bereit. Wir starten pünktlich um 09:15 Uhr und landen in Schwedens Hauptstadt um 11:20 Uhr.

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Der Arlanda Express bringt uns in 20 Minuten Fahrzeit zur Central Station im Herzen der Stadt. Wir gehen 600 Meter zu Fuß auf der „Vasagatan“ in südlicher Richtung und stehen im Foyer unseres Hotels. Das Sheraton Stockholm liegt direkt am Ufern des Norrströms.

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Reichstag, Schloss und Altstadt

Nach einer kurzen Pause starten wir zu einer ersten Besichtigungstour. Auf der anderen Seite des Wassers ragt auf der gleichnamigen Insel der 90 Meter hohe Turm

der gotische Riddarholms-Kirche in den strahlend blauen Himmel. In diesem ehemaligen Gotteshaus befindet sich die Grablege des Schwedischen Königshauses.

Wir überqueren den Platz „Tegelbacken“ vor dem Sheraton Hotel und gehen am beeindruckenden „Centralpalatset“ aus dem späten 19. Jahrhundert vorbei. Die Vasabrücke, die direkt in die Altstadt führt, lassen wir rechts liegen und folgen der „Strömgatan“.

Über die Reichsbrücke erreichen wir das Reichstagsgebäude, das auf einer kleinen Insel liegt. Für das große Bauwerk im neubarockem Stil musste der Grund mit 9.000 Holzpfählen verstärkt werden.

Die „Stallbron“ führt uns hinüber zur Altstadtinsel „Gamla Stan“. Auf dem Paradeplatz findet täglich die Wachablösung statt. Das Königlichen Schloss entstand im 18. Jahrhundert an der Stelle der alten Burg und des Wehrturms „Tre Kronor“ im italienischen Renaissance- und Barockstil.

Die große Residenz verfügt über 608 Zimmer. Die Privaträume mit dem Balkon, auf dem sich die königliche Familie bei offiziellen Anlässen zeigt, liegen auf der Reichstagsseite am „Slottskajen“. Die Schaufassade mit der Doppeltreppe ist nach Osten zum Wasser ausgerichtet. Die Schlosskirche wurde 1306 geweiht und ist das älteste Gebäude der Stadt. Hier finden Hochzeiten und Taufen im Schwedischen Königshaus statt.

Dahinter liegt der gemütliche Marktplatz „Stortorget“ mit seinen alten Gilde- und Kaufmannshäuser. Die vielen Lokale haben Tische und Stühle ins Freie gestellt und laden zum Verweilen ein.

Durch enge Gassen erreichen wir die „Deutsche Kirche“ St. Gertrud. Das Gotteshaus entstand 1638 – 1642 aus einem Versammlungssaal deutscher Kaufleute aus dem 14. Jahrhundert. Lange Zeit diente der 96 Meter hohe Kirchturm als Orientierungshilfe für die Seefahrt.

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Auf dem Unteren Marktplatz „Järntorget“ genießen viele Stockholmer die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres in den Cafés auf dem Platz. Auch um die Ecke an den „Slussen“ sitzen viele junge Leute auf den Kaimauern und blicken aufs Wasser. Hier starten die Fährlinien zur Insel Djurgården und in die Vororte.

Rund um Oper und Konzerthaus

Wir kehren zurück zur „Strömgatan“ und stehen vor dem Opernhaus. Hier wurde im Vorgängerbau am 16. März 1792 König Gustav III. bei einem Maskenball ermordet. Dieses Geschehen wurde von Giuseppe Verdi fast 70 Jahre später in seiner Oper „Ein Maskenball“ aufgegriffen.

Es wird Zeit für eine Kaffeepause. Es bietet sich der langgezogene ehemalige Königliche Obst- und Gemüsegarten an, eine heute mit Blumenrabatten, Wasserfontänen, Freiluftrestaurants- und cafés ausgestattete hübsche Parkanlage an der Jakobskirche.

Auf dem Rückweg zum Hotel biegen wir noch in die beliebte Einkaufsstraße „Drottninggatan“ ein, die an der Reichsbrücke beginnt und bis zum alten Heumarkt eine Fußgängerzone ist. Auf dem „Hötorget“ gibt es heute zahlreiche Verkaufsstände für Obst und Gemüse.

Hier befindet sich auch das große Einkaufszentrum „PUB“ und an der Ostseite des Marktes das „Konserhuset“ mit seiner klassizistischen Fassade mit der charakteristische blauen Farbe der 1920er Jahre und den grauen Säulen. Hier werden jährlich die Nobelpreise verliehen, nur den Friedensnobelpreis gibt es in Oslo.

Das Rathaus mit dem „Goldenen Saal“

2. Tag: Am Gewässer des Mälarsee, gegenüber unseres Hotels gelegen, ist das „Stadshuset“, das Stockholmer Rathaus, das markanteste Gebäude. Es wurde zwischen 1911 und 1923 erbaut, der 106 Meter hohen Backsteinturm wird mit einem Kupferdach mit den vergoldeten Drei Kronen abgeschlossen.

Im Inneren bewundern wir die zentrale „Blaue Halle“. Hier findet jährlich am 10. Dezember das Bankett für die Nobelpreisträger im feierlichen Rahmen statt. Der „Goldenen Saal“ ist der schönste der Repräsentationsräume. Seine Wände sind mit mehr als 18 Millionen vergoldeten Mosaiksteinen verziert.

Auch den Ratssaal können wir besichtigen. Wir gehen über die Rathausbrücke zurück zu unserem Ausgangspunkt am „Tegelbacken“ und laufen über die Vasabrücke und durch die Altstadt nach „Slussen“.

Zur Insel Djurgården

Dort steigen wir auf die Fähre zur Insel Djurgården. Das Schiff fährt durch das weite Hafenbecken am „Strömmen“. Auf der rechten Seite liegen am Ufer der großen Insel Södermalm einige Kreuzfahrtschiffe und die Fähren der Viking-Line.

Wir umkurven mit dem Schiff das „Kastellet“ auf der kleinen Insel Kastellholmen mitten im „Strömmen“ um am Vergnügungspark „Gröna Lunds Tivoli“ auf der grünen Insel Djurgården anzulegen.

Etwas oberhalb am „Hazeliusbacken“ beginnt die „Bergbanan“, eine kurze Standseilbahn hinauf zum oberen Eingang des ältesten Freilichtmuseums der Welt: „Skansen“.

150 historische Bauwerke aus ganz Schweden wurden hierher versetzt, Bauernhöfe, Ställe auf einer Sommerweide, Vorratsspeicher, Sami-Zelte, Handwerksbetriebe,

Windmühlen, Bürgerhäuser, ein Herrenhaus, Kirchen und Schulen aus verschiedenen Epochen, manche Gebäude im Blockhausstil oder typische Holzgebäude mit Falun-roter Farbe gestrichen.

Eine Glasmanufaktur, die Schreinerei und die Metallwerkstatt arbeiten mit den Methoden vergangener Tage. Dazu gibt es Tiergehege, dem natürlichen Umfeld der Bewohner nachempfunden.

Auf dem bewaldeten Inselrücken leben Elche, Rentiere, Braunbären, Wisente, Wildschweine, Seelöwen und Otter. Es gibt auch einen Aussichtsturm mit einem herrlichen Blick über Stockholm, aber auch schon während des Rundgangs in „Skansen“ haben wir schöne Ausblicke auf die Stadt.

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Eine Bootstour zum Vasa-Museum

3. Tag: Nach dem Frühstück in unserem Hotel starten wir heute zu einer Bootsfahrt. Sie beginnt vor dem „Grand Hôtel“ von 1874 an den „Strömkajen“ und geht zunächst am Königlichen Schloss vorbei, unter der Brücke, die auf die Insel Skeppsholmen führt hindurch zu den „Nybrokajen“.

Hier liegen viele traditionelle Schärendampfer am Kai. Nach diesem Stopp geht es an der Prachtpromenade „Strandvägen“ (Titelfoto) entlang. Es gibt viel zu sehen: Hinter den luxuriösen Yachten ragen mit Türmchen, Erkern und Zinnen versehene Stadthäuser, Hotels – wie das Diplomat – und herrschaftliche Villen auf.

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Am Vasa-Museum auf der Insel Djurgården unterbrechen wir die Tour. Die Vasa sank im Jahr 1628 auf ihrer Jungfernfahrt. Das neue Flaggschiff der Schwedischen Marine wurde auf Geheiß von König Gustav II. Adolf kurzfristig mit wesentlich mehr Kanonen bestückt als ursprünglich vorgesehen. Dadurch wurde das Segelschiff kopflastig und kenterte vor seinen Augen.

333 Jahre lag die Vasa im Schlamm des Hafenbeckens bevor sie von Anders Franzén wiederentdeckt und mit Hilfe von 400 Fachleuten geborgen und restauriert wurde. Es ist das einzig erhalten gebliebene Schiff aus dem 17. Jahrhundert und besteht zu 95 % aus Originalteilen komplett mit Masten, Seilen und Takelage,

hunderte Skulpturen und Verzierungen. Um das Schiff wurde das Vasa-Museum gebaut – einzigartig!

Schloss Drottningholm

Danach fahren mit der U-Bahn von „T-Centralen“ nach Brommaplan und von dort mit dem Stadtbus zur Sommerresidenz der schwedischen Könige und dem derzeitigem Wohnsitz der Königsfamilie: Schloss Drottningholm.

Der Bau des Barockschlosses begann 1662 auf einer Insel im Mälarsee. Neben dem Schloss befindet sich das Schlosstheater mit einer im Original erhalten gebliebenen Bühnentechnik und im ausgedehnten Park der hübsche Chinesische Pavillon „Kina Slott“. Diese drei Gebäude gehören zum UNESCO Weltkulturerbe.

Am Abend  Essen wir im „Restaurang Mongolian BarbeQue“ in der Nähe des Hotels in der „Vasagatan“ zu Abend.

Ein Ausflug mit der Lokalbahn in die Schären

4. Tag: Heute geht es vor dem Heimflug noch in die Schären. Dazu laufen wir über die Altstadtinsel zum Bahnhof Slussen. Dort befindet sich die Station der Lokalbahn „Saltsjöbanan“.

Endstation der Linie ist seit 1893 nach 19 Kilometern Fahrt das traditionelle „Grand Hotel Saltsjöbaden“ mitten in der Schärenwelt. Ich habe das Hotel auf einer Informationsreise nach Lappland bei einer ersten Zwischenübernachtung kennen und schätzen gelernt.

Wer umgeben von herrlicher Natur Urlaub machen und trotzdem schnell und bequem in Stockholm sein möchte, ist hier sehr gut aufgehoben.

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Wir treten die Rückreise an. Nachdem wir unser Gepäck im Hotel abgeholt haben, fahren wir mit dem Arlanda-Express zum Flughafen.

Diese Reise fand im April 2009 statt. Ich reiste mit meiner Frau. Tarifstand Juni 2019.

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Meine Bewertungen:

 

Service Stockholm:
Linienflug mit Lufthansa ab/bis München ab 175 € inkl. 1 Stück Gepäck
Arlanda Express mit dem Frühbuchertarif 18,30 € pro Strecke
Sheraton Hotel DZ ab 175 € inkl. Frühstück
Grand Hotel Saltsjöbaden DZ ab 156 € inkl. Frühstück
ÖPNV inkl. Saltsjöbanan 4,20 € Einzelfahrt (3 € mit aufladbarer SL-Card)
Eintritt Stadshuset mit Führung ab 8,50 €
Eintritt Skansen 18,30 €
Eintritt Drottningholm Erw. ab 13,20 €
Eintritt Vasa-Museum Erw. 14,20 €
Stockholm Pass ab 63 €

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