Valencia – Borgia, Calatrava und Paella

Von Barcelona nach Valencia – Modernisme von Antoni Gaudí, moderne Architektur von Santiago Calatrava, Stadtstrände und zwei mittelalterliche Stadtkerne.

Anreise

1. Tag: Wir kommen mit dem Talgo aus Barcelona am frühen Nachmittag in Valencia an. Hinter uns liegt eine knapp vierstündige Fahrt entlang der Küste und an zahlreichen Orangenplantagen vorbei.

Der Zug endet am Nordbahnhof, der paradoxerweise südlich der Altstadt liegt. Das Jugendstilgebäude aus dem Jahr 1917 steht unter Denkmalschutz. Wir blicken auf die große Stierkampfarena schräg gegenüber des Bahnhofs.

Wir steigen in die Metro und fahren mit der Linie 5 zur Station „Ayora“. Unser Hotel Solvasa liegt in der Nähe an der Avenida del Puerto.

An- und Abreise:
Flug München – Barcelona / Valencia – München mit Lufthansa ab 181 € inkl. Gepäck
Bahnfahrt Barcelona – Valencia im Talgo: Turista 40,70 € – Turista plus 52,80 €Li
Rund um die Kathedrale

Nach einer kurzen Rast im Hotel fahren wir mit dem Stadtbus zur zentralen „Plaza de la Reina“. Hier steht das Wahrzeichen der Stadt, der achteckige, freistehende Kirchturm „Miguelete“. Wir besichtigen die Kathedrale mit romanischen, gotischen und barocken Bauphasen.

In der Kapelle rechts vom Haupteingang wird der Heilige Gral aufbewahrt. Der Kelch aus dem frühen 1. Jahrhundert besteht aus fein poliertem Achat. Daneben bekommen wir in der Kapelle des „Francisco de Borja“ den ersten Borgia präsentiert. Der große Meister Francisco de Goya hat ihn auf zwei Gemälden verewigt. 

Durch die 40 Meter hohe Kuppel kommt viel Licht in die Kirche. Die zwölf Ölgemälde des Hauptaltars wurden von Schülern Leonardo da Vincis angefertigt. Auf der Rückseite wird der mumifizierte Arm des Heiligen Vinzenz in einem Schrein aufbewahrt.

Zum Palast der Borgias

Durch das Aposteltor der Kathedrale betreten wir den „Plaza de la Virgen“. In der Basilika der „Jungfrau der Schutzlosen“ mit ihrer eleganten, flachen Kuppel wird die Stadtheilige Valencias verehrt. 

In der „Calle Navellos“ befindet sich das Regionalparlament Valencias im ehemaligen Stadtpalast der Borgias. Das Adelsgeschlecht stellte zwei Päpste. Alfonso de Borgia regierte im Vatikan als Papst Kallistus III. von 1455 bis 1458 und Rodrigo de Borgia als Papst Alexander VI. von 1492 bis 1503 .

Die „Jardines del Turia“

Das größte Stadttor Valencias, die „Torres de Serranos“, wurde 1397 eingeweiht und diente vor allem militärischen Zwecken.

Es steht am trockengelegten Flussbett des Turia, das im weiten Bogen im Westen und Norden um die Altstadt führt und nach fünf Kilometern ans Mittelmeer stößt. Auf halbem Weg dorthin wurde die „Ciudad des las Artes“ ins Flussbett gebaut.

Paella Valenciana

Wir gehen zurück in die Altstadt. Am „Palau de la Generalitat“ vorbei, der Regionalregierung in einem Stadtpalast von 1421, kommen wir zum „Plaza Dr. Collado“ mit einigen Freiluftrestaurants. Hier bestellen wir uns zum Abendessen eine original „Paella Valenciana“. Die Reispfanne wird mit Safran leuchtend gelb gefärbt, Gemüse und Kaninchen, ersatzweise auch Hühnchen, zugegeben.

Der Rathausplatz

2. Tag: Nach einem guten Frühstück im ruhigen, schönen Innenhof unseres Hotels nehmen wir den Stadtbus zum Rathausplatz. Am weitläufigen Platz mit den schönen Springbrunnen steht das Rathaus im Neobarock. Es wurde erst 1934 vollendet. Zwölf Jahre früher war das Hauptpostamt fertig. Der Aufbau aus Metall ist die originalgetreue Nachbildung des Fernmeldeturms aus den 20er Jahren.

Der Zentralmarkt

Wunderschön ist die Gusseisenkonstruktion im Jugendstil, 1928 auf dem alten Marktplatz errichtet. Stahl, Keramik und Kristall und eine 30 Meter hohe Kuppel, die viel Licht in die große Markthalle leitet, prägen die Optik.

400 Stände und Läden erfreuen uns mit einem bunten Angebot lokaler Lebensmittel.

Die Seidenbörse

1482 geplant und nach fünf Jahrzehnten vollendet, steht das gotische Gebäude auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Die große Säulenhalle im Inneren sieht aus wie ein großer, in Stein gemeißelter Palmenhain. 16 massive Säulen mit Palmenrelief ragen 16 Meter empor. Hier trafen sich die Händler de Stadt zum Seidenhandel und zu Geldgeschäften. Heute treffen sich hier am Sonntag noch die Briefmarken- und Münzsammler.

Die „Ciudad de las Artes y las Ciencias“

Wir nehmen den Stadtbus vom Rathaus zur „Stadt der Künste und der Wissenschaften“. Von 1990 bis 2009 wurden sieben moderne Bauwerke im trockenen Flussbett des Turia errichtet. Die Regional- und Ratsversammlung von Valencia konnte für ihre Pläne den in der Stadt geborenen weltbekannten Stararchitekten Santiago Calatrava gewinnen.

Wir starten unseren Spaziergang am Opernhaus „Palau de les Arts Reina Sofia“ mit einem 70 Meter hohen Dach und vier Bühnen für insgesamt 3.600 Zuschauer. Der strahlend weiße Bau ist von türkisfarbenen Wasserflächen umgeben. Der nächste Bau ist das Imax-Kino „Hemisférico“ mit einer 900 qm großen Leinwand.

An der rechten Seite der Becken zieht sich eine 320 Meter lange und 60 Meter breite Palmenallee entlang, die von 55 Stahlbögen mit bis zu 19 Meter Höhe überdacht wird. 177 Palmen und 62 Bitterorangen-Bäume wurden angepflanzt.

Das Wissenschaftsmuseum „Museo de las Ciencas Principe Felipe“ richtet sich besonders an Kinder. Physik und Chemie werden informativ und spielerisch aufgearbeitet. In der Agora, einer hohe Mehrzweckhalle deren Dach sich öffnen lässt, findet gerade

die „Modewoche Valencia“ statt. Auch das ATP-Tennisturnier von Valencia hat hier seine Heimstätte. Ein typisches Bauwerk von Calatrava ist auch die Seilhängebrücke vor dem Gebäude mit ihrem 125 Meter hohen, geschwungenen Stützpfeiler und den 29 Stahltrossen. Sie ist selbst aus 40 Kilometer Entfernung noch zu sehen.

Das „Oceanográfico“ ist der größte Unterwasserzoo Europa. Wir verbringen viele Stunden hier. 45.000 Tiere leben in 42 Millionen Liter Meerwasser. Es gibt von tropischen Becken mit Korallen über einen Bereich mit der Fauna des Roten Meeres,

Antarktis und Arktis bis zu einer Voliere mit Vögeln der meeresnahen Feuchtgebiete sehr viele interessante Bereiche für uns zu erkunden. Im „Restaurante Océanos“ machen wir zwischendrin eine erholsame Mittagspause.

Am Meer – Americas Cup und Stadtstrand Malvarrosa

In wenigen Minuten sind wir mit dem Bus zurück im Hotel. Am späten Nachmittag fahren wir mit der Metro zur Station Neptú. Vom Ausgang der U-Bahn rechts sehen wir den Americas Cup Park. Der Segelwettbewerb wurde 2007 und 2010 vor Valencia ausgetragen. Am Kai baute der britische Architekt David Chipperfield das weiße, vierstöckige Wahrzeichen „Segel und Wind“, das preisgekrönte Zentrum des Americas Cup. Am Hafen findet auch seit 2008 der „Große Preis von Europa“ der Formel 1 Automobilweltmeisterschaften statt.

Wir halten uns links und kommen zum wunderbaren Sandstrand von Malvarrosa, gut ausgestattet mit Umkleidekabinen und Toiletten. Am Paseo Marittimo reihen sich die Terrassenlokale aneinander. Dahinter liegt das ehemalige Fischerdorf El Cabanal, inzwischen längst eingemeindet. Wir kehren ein in einer der typischen Tabernas ein und genießen unser Abendessen.

Eixample – Mercado de Colón

3. Tag: Wie in Barcelona, war auch in Valencia eine Stadterweiterung nötig geworden. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts entstanden zwei neue Viertel im Schachbrettmuster: Eixample und Gran Via. Die Straßen links und rechts der „Gran Via Marqué de Turia“ mit ihren Cafés, Gourmetlokalen und Boutiquen zählen zu den besten Adressen der Stadt. Wir stürzen uns in Kaufhäuser und Läden – fürs Shopping ist die Modestadt Valencia ideal. 

Der „Mercado de Colón“ von Architekt Francisco Mora Berenguer, der Kontakt zu Antoni Gaudí hatte, ist ein Juwel. Die Stirnseiten sind aus rotem Backstein gemauert. Dazwischen besteht die Markthalle aus Stahl und Glas. Im Erdgeschoß sind heute Cafés untergebracht, im Untergeschoß gibt es Marktstände. Wir machen Mittagspause in einem der netten Cafés und belegen gleich vier Stühle, zwei für uns und zwei für unsere Einkaufstüten und -taschen.

Anschließend holen wir unser Gepäck im Hotel ab und fahren mit der Metro zum Flughafen. Lufthansa bringt uns zuverlässig zurück nach München.

Fazit: Eine wunderbare Stadt mit einer großen Altstadt, einige Perlen des Modernisme, einer fantastischen, modernen Architektur von Santiago Calatrava und einen schönen Stadtstrand. Das kulinarische Angebot reicht weit über die berühmte Paella Valenciana hinaus und die Einkaufsmöglichkeiten in dieser Modestadt sind vielfältig.

Service Valencia:
Hotel Checkin Valencia (ehemals Hotel Solvasa) DZ ab 87 € inkl. Frühstück
Kathedrale Eintritt 3,50 €
Seidenbörse Eintritt 2 €
Oceanográfico Eintritt 29,70 €
Metro 1,50 € (zum Flughafen 3,90 €) zzgl. 1 € für die aufladbare Karte
Stadtbus 1,50 € – Zehnerkarte 8 €

Diese Reise fand im September 2012 statt. Ich reiste mit meiner Frau. Tarifstand: Mai 2018.

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