Peking – der Kaiserpalast und das Vogelnest

Ein Stopp von 72 Stunden in der chinesischen Hauptstadt ist visumfrei. Eine gute Gelegenheit zu einer Erkundung.

1. Tag: Ich habe mir ein Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofs ausgewählt. Vom Flughafen gibt es eine direkte Busverbindung (Linie 3).

Das Hotel „Howard Johnson Paragon“ liegt etwas versteckt in einem Innenhof eines Bürogebäudes. Die Zimmer sind gute Mittelklasse, am Service gibt es nichts auszusetzen.

Durch die Verbotene Stadt zum Neun-Drachen-Schrein

2. Tag: Ich nehme die U-Bahn-Linie 1 vom Hauptbahnhof zum „Platz des Himmlischen Friedens“. An den Eingängen, ja sogar bei passieren einer Fußgängerunterführung, werden Handtaschen und Rucksäcke kontrolliert und durchleuchtet. Als ich aus dem Untergrund aufsteige, stehe ich vor dem vierstöckigen „Jiantou Tor“ auf der Südseite.

Gegenüber, am „Mao Mausoleum“ mit der einbalsamierten Leiche des großen Parteiführers Mao Zedong, stehen die Menschen Schlange. Mao war Mitbegründer der Roten Armee und der Kommunistischen Partei Chinas und deren Parteivorsitzender von 1943 bis 1976. An der Ostseite des Tiananmen-Platzes befindet sich das Nationalmuseum, auf der Westseite die

„Große Halle des Volkes“ mit einem Säulenvorbau im neoklassizistischen Stil. Sie ist der Tagungsort des „Nationalen Volkskongresses“ und Empfangsort für Staatsgäste. Im Zentrum des rund 40 Hektar großen Platzes steht ein Turm, das „Denkmal für die Helden des Volkes“.

Ich überquere den Platz und laufe zum „Tor des Himmlischen Friedens“ mit einem Mao-Porträt über dem Eingang.

Nach der Verlegung der Hauptstadt von Nanking nach Peking gab der 3. Ming-Kaiser Yongle im Jahr 1406 den Auftrag zum Bau des Kaiserpalastes. 24 Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien residierten hier.

Die Architektur besteht hauptsächlich aus Hallen mit Dächern in kaiserlichem goldgelb und Wänden in glücksbringendem rot gestrichen. Das rechteckige Gelände wird von einer sieben Meter hohe Mauer und einem 50 Meter breiten Wassergraben umgeben.

In dem Areal wohnten hunderte Mitglieder der kaiserlichen Familie und tausende Dienst-Eunuchen und Zofen. Hinter dem „Duanmen Tor“ wird der Vorplatz vom „Tempel der Kaiserlichen Ahnenverehrung“ im Osten und dem Erntealtar im Westen begrenzt.

Hinter dem Mittagstor beginnt die verbotene Stadt. Ich schreite direkt auf die „Halle der Höchsten Harmonie“ mit dem „Drachenthron“ zu. Es folgt die „Halle der Wahrung der Harmonie“ flankiert von massiven Bronzegefäßen als beheizbare Löschwasserbehälter.

Der Privatbereich der Kaiser beginnt mit dem „Palast der Himmlischen Klarheit“. Hinter dem „Palast der Irdischen Ruhe“ komme ich in den Kaiserlicher Garten. Er besteht aus einer künstlichen Gartenlandschaft mit bizarren Felsformationen und exotischen Pflanzen.

Vor dem Nordtor, dem „Tor des Göttlichen Kriegers“, lädt das Palastmuseum zu einer Besichtigung ein. Gegenüber dem Nordtor, auf dem Kamm des Aussichtsberges Jingshan, ragen fünf hübsche Pavillons hervor. Der künstliche Berg besteht aus dem Aushub des Palastgrabens.

An der „Regenbogenbrücke“ befindet sich der Eingang zur Park- und Seenlandschaft nördlich des Kaiserpalasts, „Nord oder Beihai Park“ genannt. Die Jadeinsel im Nordsee wurde schon im 12. Jahrhundert von der Jin-Dynastie angelegt, vom Mongolenkaiser Kublai Khan erweitert und mit seltenen Bäumen bepflanzt.

Die weiße „Flaschenpagode“ im indischen Stil wurde von einem nepalesischen Architekten 1651 anläßlich des ersten Besuchs eines Dalai Lama in Peking auf dem höchsten Punkt der Insel errichtet. Bei den Bewohnern der Hauptstadt ist es beliebt ein Elektroboot zu mieten und auf dem Nordsee spazieren zu fahren.

Der Bootsverleih befindet sich vor der „Wellenhalle“. Hier geht auch die Personenfähre ab, die mich zum Nordwestufer des Sees bringt. Hier ist die „Halle des Seidenraupenaltars“, der „Fünf-Drachen-Pavillon“, die „Zehn-Buddha-Pagode“ und der „Neun-Drachen-Schrein“ zu sehen.

Anschließend schlendere ich durch eines der kleinen Viertel mit engen Altstadtgassen, „Hutong“ genannt. Dort mache ich in einer Teestube Pause.

Zum Olympiagelände mit dem Vogelnest

Vom  8. bis 24. August 2008 fanden in Peking die Olympischen Sommerspiele statt. Vor allem das Nationalstadion, liebevoll „Vogelnest“ genannt, interessiert mich.

3. Tag: Dem Taxifahrer muss ich erst das Bild in meinem Reiseführer zeigen, bis er versteht, wohin ich möchte. Leider will er mich an einem anderen Stadion schon loswerden, das südlich der 4. Ringstraße liegt. Daraufhin studiere ich meinen Stadtplan und versuche mit dessen Hilfe möglichst nah an das Nationalstadion zu kommen. Das gelingt mir sehr gut, ich steige an der von mir festgelegten Stelle aus und muss nur noch die Ausfallstraße auf einer Fußgängerbrücke überqueren und 500 Meter durch einen Park laufen.

Die Architektur beeindruckt mich. Das Projekt haben die schweizer Architekten Herzog & de Meuron geleitet, die auch die Allianz-Arena in meiner Heimatstadt geplant hatten. Ich besichtige auch den Innenraum. Neben der wenig spektakulären Olympiahalle mit dem großen, geschwungenes Dach gibt es

eine hübsche Figurengruppe aus weiß lackiertem Drahtgeflecht, die „Trägerinnen der Olympischen Fackel“. Daneben trainiert die Jugend auf einer abgegrenzten Fläche das Inline Skaten. Für die Rückfahrt zum Hotels benutze ich die U-Bahn-Linie 8.

Verzögerte Rückreise

4. Tag: Nach dem Frühstück zieht eine Schlechtwetterfront mit starkem Regen auf. Deshalb lasse ich mich mit dem Taxi zum Stadtbahnhof des Airport Express am „Dongzhimen“ fahren. Als ich im Zug sitze, geht ein Gewitter über der Stadt nieder und ich bin froh trocken zu sitzen. Nicht bedacht habe ich aber die anderen Nebenwirkungen. Als ich einchecken will, teilt mir die Dame am Schalter mit, dass die Lufthansa-Maschine aus München nicht eingetroffen ist. Wie meine Recherche ergibt, war während des Gewitters der Flughafen gesperrt und das Flugzeug nach Shenyang umgeleitet worden.

Es dauert mehrere Stunden bis sich der Flugbetrieb wieder normalisiert und das Flugzeug Peking ansteuern kann. Letztlich lande ich aber doch noch spät abends wohlbehalten in München.

Service Peking:
Linienflug mit Lufthansa oder Air China ab 619 € inkl. Gepäck
Visum 60 € – visumfrei bis 72 Stunden bei Weiterflug in ein Drittland (z.B. Australien)
Hotel Howard Johnson Paragon DZ ab 78 €
Airport Express 3,50 €
Kaiserpalast Eintritt 8 €
Olympiastadion Eintritt 6,50 €
U-Bahn/Subway Hauptbahnhof – Olympiastadion 0,50 €

Diese Reise fand im Juni 2010 statt. Ich reiste allein. Tarifstand: September 2018.

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Weitere Berichte aus Ostasien auf meiner Website:

 

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