Honshu – die weiße Samurai-Burg von Himeji

Heute stehen drei besondere Ziele auf der Hauptinsel Honshu auf unserem Reiseplan: Die schönste Burg Japans, die Hafenstadt Kobe und ein klassisches Thermalbad in den Bergen (2. Teil der Japanreise).

Burg von Himeji auf Honshu

4. Tag: Morgens fahren mein Sohn (16 Jahre alt) und ich von unserem Hotel Westin Osaka mit dem kostenlosen Shuttle Bus zum nahen Bahnhof Umeda. Wir frühstücken zunächst im Bistro „die Güte“ und laufen dann zu den Gleisen der Hanshin Electric Railways. Da wir gestern schon vor unserem Ausflug in die alte Kaiserstadt Nara einen drei Tage gültigen „Kansai Through Pass“ erworben haben, benötigen wir heute keine Fahrkarten. Der Zug bringt uns zur westlichen Endstation der Linie nach San-Yo-Himeji. Entfernung 90 km  – Plan.

Von hier aus sind es 1.000 Meter zu Fuß auf der Otomae Street in nördlicher Richtung zum Schloss Himeiji. Unterwegs kaufen wir uns eine Bentobox, das japanische Lunchpaket. Neben dem obligatorischen Reis gehört roher Fisch oder gebratene Fleischbällchen in die Bentobox, dazu grünes Gemüse, wie Spinat oder Brokkoli, Cherry-Tomaten und Takuwan, ein eingelegter Rettich. Statt Reis kann auch Yakisoba, gebratene Nudeln, Hauptbestandteil dieses Imbiss sein.

Burg von Himeji auf Honshu - Burggraben

Die weiße Samurai-Burg von Himeji.

Wir überqueren den Burggraben und laufen durch das Otemon-Tor in den Schlosspark. Vor uns liegt nun die strahlend weiße Burg von Himeji in ihrer ganzen Pracht. Die ersten Gebäude der Burg wurden im Jahr 1346 errichtet, der große Ausbau fand aber 1580 unter dem Reichs-Einiger Toyotomi Hideyoshi statt.

Schloss von Himeji auf Honshu

Er hat drei Jahre später auch die Burg von Osaka in einem ähnlichen Stil errichtet. Diese ist jedoch heute ein Neu- und Nachbau aus Beton aus dem Jahr 1930, während die Burg von Himeji im Original erhalten geblieben ist und daher völlig zu Recht zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Burg von Himeji auf Honshu

Weitere wichtige Ausbauten erfolgten bis 1618, seitdem blieb die Burganlage mit über 70 Gebäuden unverändert. Für die Burg wurden 387 Tonnen Holz verbaut und 75.000 Ziegel decken die Dächer.

Burg von Himeji auf Honshu
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Die langen, engen Wehrgänge, die starken, 15 Meter hohen Mauern und der 30 Meter hoch über dem Burghügel aufragende, fünfstöckige Tenshu, der Haupt- und Wehrturm, hielten sämtlichen Angriffen stand. Die Burg von Himeji hat wegen ihrer Schönheit auch den Beinamen „Burg des weißen Reihers“.
Die ehemals mehr als 2.000 Burganlagen auf der Hauptinsel Honshu dienten den besonders einflussreichen Samurai nicht nur als Wohnsitz, sondern auch als Statussymbol. Leider sind durch die Holzbauweise fast alle dieser Burgen abgebrannt.
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Burg des weißen Reihers in Himeji / Honshu
Der Kimono – ein Festtagsgewand.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof San-Yo-Himeiji kommen wir an einem Geschäft für Kimonos vorbei und bestaunen die farbenprächtigen Stücke aus reiner Seide im Schaufenster. Der Kimono kam im 8. Jahrhundert nach Honshu, als Nara die erste Hauptstadt Japans wurde.

Kimono

Es stammte ursprünglich vom chinesischen Kaiserhof der Tang-Zeit. In der heutigen Form mit dem breiten Schmuckgürtel, Obi genannt, wird er von den japanischen Frauen nur noch bei besonderen Gelegenheiten getragen.

Entlang der Inlandsee mit der Sanyo Electric Railway.

Wir fahren jetzt mit der Sanyo-Electric Railway zurück in Richtung Osten. Wir sitzen auf der rechten Seite und haben nun einen schönen Blick auf die Seto-Inlandsee. Das Binnenmeer wird begrenzt von den großen Inseln Honshu, Kyūshū und Shikoku, hat eine Fläche von 20.000 km² und ist damit fast so groß wie Hessen.

Akashi-Kaikyō-Brücke/ Honshu - Awaji-Shima

Bald taucht die beeindruckende Akashi-Kaikyō-Brücke auf, die seit 1998 die Hauptinsel Honshu mit der Insel Awaji-Shima in der Inlandsee verbindet. Sie hat 6 Fahrspuren und ist mit 3.911 Metern Länge die längste Hängebrücke der Welt.

Kobe Electric Railways nach Arima Onsen auf Honshu

In Kobe-Sannomiya steigen wir in die U-Bahn nach Tanigami um. Die Fahrt unter dem knapp 1.000 Meter hohen Mount-Rokko-Küstengebirge hindurch dauert nur 10 Minuten. In Tanigami erreichen wir die Kobe Electric Railway, die uns ins Bergdorf Arima-Onsen am Fuß des Mt. Rokko bringt.

Arima Onsen - Honshu

Arima Onsen – ein Bad in den Silbernen Heilquellen.

Der Ort auf Honshu mit seinen vielen heißen Quellen, japanisch „Onsen“ genannt, entstand zur selben Zeit wie die alte Kaiserstadt Nara vor etwa 1.300 Jahren. Seitdem wurde Arima Onsen von der kaiserlichen Familie, von Adligen am Hof und von den Samurai hoch geschätzt und gerne, auch für längere Zeit besucht.

Zwei Heilquellen mit verschiedenen Indikationen sind hier besonders bekannt, die Kinsen, das „Goldene Wasser“ und die Ginsen, das „Silberne Wasser“. Neben den traditionellen Gasthäusern (Ryokan) mit Badehäusern entstanden nach der Eröffnung des Hafens von Kobe vor gut 150 Jahren auch Kurhotels im westlichen Stil.

Arima Onsen - Honshu
Traditioneller Ryokan mit Badehaus

Wir erkundigen uns nach der Ankunft in der Kurverwaltung nach Bademöglichkeiten und erfahren, dass heute von den beiden öffentlichen Bädern die silberne Quelle „Gin no Yu“ geöffnet hat. Wir gehen dorthin und genießen ein kurzes Bad, das den Kreislauf anregen, das Immunsystem stärken und die Muskeln entspannen soll. Mein Sohn geht anschließend noch in die Sauna.

Der Hafen von Kobe auf Honshu

Kobe – das Rind, ein bedeutender Hafen und ein Besuch in Chinatown.

Später fahren wir zurück nach Kobe-Sannomiya. Kobe ist bei uns vor allem für das Kobe-Rind bekannt, das Fleisch mit einer perfekten Marmorierung und hoher Qualität liefert und zu den teuersten Fleischsorten der Welt gehört.

Hafenbrücke von Kobe - Honshu

Das Fleisch und viele andere Güter werden über den großen Hafen exportiert. Wir fahren eine Runde mit dem Port-Liner, einer Monorail-Strecke mit neun Stationen und einer Länge von gut 6 Kilometern. Die Bahn war nach der Fertigstellung im Jahr 1981 das erste führerlose städtische Verkehrssystem der Welt. Der Port-Liner startet und endet an der Station Kobe-Sannomiya und erreicht über eine rote Stahlbrücke die künstlich aufgeschüttete Hafeninsel, wo die Bahn eine Schleife fährt.

Kobe auf Honshu
Chinatown Nankin-Machi – Xian Gate

Zurück in Kobe-Sannomiya fahren wir mit der U-Bahn eine Station Richtung Westen nach Motomachi. Südlich der Station befindet sich „Nankin-Machi“, die Chinatown von Kobe. Nach Öffnung Japans zur Außenwelt und dem Bau des Hafens wanderten viele chinesische Hafenarbeiter, Händler und Handwerker ein, die sich westlich des Hafens von Kobe ansiedelten. Heute ist Chinatown eine Besucherattraktion mit zahlreichen Restaurants, Imbissständen und Läden. Hier können wir unseren Hunger stillen, bevor wir mit der Hankyu Railway direkt von Motomachi zurück nach Osaka-Umeda fahren.

5. Tag: Heute reisen wir weiter in die bedeutende Kaiserstadt Kyoto.

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