Malta und Gozo – Inseln mit reicher Geschichte

Die beiden Inseln im südlichen Mittelmeer bieten neben dem warmen Klima viel Kultur und eine 7.200 Jahre alte wechselvolle Geschichte. Bekannt sind auch die Sprachschulen für Englisch. Die Küste ist meist felsig, es gibt nur wenige Strände. Das Preis- / Leistungsverhältnis auf Malta ist sehr gut.

Anreise

1. Tag: Wir fliegen mit der Mittagsmaschine der Air Malta von München zum Flughafen Luqa International. Hier nehmen wir unseren Mietwagen von Europcar entgegen, einen Kleinwagen vom Typ Peugeot 107. Der Linksverkehr macht uns nicht zu schaffen, zu unserem Hotel an der Ostküste in St. Julians sind es nur zwölf Kilometer.

Service Anreise:
Flug München – Malta – München mit Air Malta ab 147 € inkl. 1 Gepäckstück
Mietwagen Europcar 1 Woche ab 182 € inkl. Vollkaskoversicherung ohne SB

Wir wohnen drei Nächte im „Marina Hotel at the Corinthian Beach Resort“ direkt an der kleinen St. George Bay.

300 Meter vom Hotel entfernt gibt es einen kleinen Sandstrand und dahinter liegt die lebhafte „Bay Street“ mit vielen Bars, Restaurants und Läden. Hier treffen sich auch die vielen Sprachschüler(innen) nach dem Unterricht.

Von der Terrasse unseres schönen und großen Zimmers im oberen Stock, haben wir einen herrlichen Blick über die Bucht. Die Swimmingpools und andere Einrichtungen können im benachbarten 5-Sterne-Haus mitbenutzt werden. Unser Wagen steht in der Tiefgarage, die Lage des Hotels ist für Inselausflüge ideal und wir fühlen uns insgesamt sehr wohl.

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Das Zentrum von Malta

2. Tag:  43 km: Ein guter Start in den Morgen. Der Speisesaal hat vorgelagert eine sonnige Terrasse.

Das Frühstücksbüffet ist sehr umfangreich, Eierspeisen werden nach Wunsch zubereitet. Einzig die Kaffee- und Teetassen sind ungewöhnlich klein, so dass man in Bewegung bleibt. Unser erster Ausflug führt uns ins Zentrum der Insel nach Mdina, der alten Hauptstadt.

Innerhalb der Stadtmauer drängen sich die Kathedrale und zahlreiche Paläste der Adelsfamilien Maltas. Man kann auf der Stadtmauer flanieren, durch enge, romantische Gassen streifen oder sich mit den typischen Kutschen chauffieren lassen.

Vor der Stadt am Griechischen Tor besichtigen wir die Villa „Domus Romana²“ aus der Römerzeit mit einem schönem Mosaikfußboden. Hier erwerben wir den „Heritage Malta Multisite Pass“, der in vielen Museen und Tempeln der Maltesischen Inseln gilt.

Den Wagen können wir gleich auf dem Parkplatz vor der Stadtmauer von Mdina stehen lassen. In der anderen Richtung läuft man 15 Minuten bis ins Ortszentrum von Rabat mit den sehenswerten, frühchristlichen „Katakomben des Heiligen Paulus und der Heiligen Agatha²“. 

Die Grotten bekamen in der Zeit der Christenverfolgung durch die römischen Kaiser als Verstecke und Versammlungsräume der Christen Bedeutung. Neben den aufwendig gestalteten Grabanlagen befinden sich eine im byzantinischen Stil ausgemalte Höhlenkirche und Tische für die Feier des „Toten- und Liebesmahls“ mit Brot, Fisch und Wein. Die berühmteste Schutzsuchende war die Heilige Agathe, die aber nach Rückkehr in ihre Heimat Catania dem Märtyrertod fand.

Die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. waren auch schon hier zu Besuch. Am Nachmittag fahren wir zu den Dingli Cliffs an der Westküste. Dieser landschaftlich langweilige und verbaute Küstenabschnitt hat uns nicht begeistert.

Der Süden Maltas

3. Tag: 47 km: Bei herrlichem Sommerwetter geht es heute in den Süden der Insel.

Zuerst besichtigen wir die Tempelanlage von Tarxien² aus der Jungsteinzeit. Sie wurde schon 3.250 – 3.100 vor Christus erbaut und zählt zum UNESCO Weltkulturerbe. Heute steht sie mitten in einem Wohngebiet und ist schwer zu finden.

Dann fahren wir zu den „Drei Städten“, malerisch in einer Bucht gegenüber der Hauptstadt La Valetta gelegen. In der mittleren der Städte – Vittoriosa – nehmen wir einen Drink an einer Bar am schönen Yachthafen. Danach bummeln wir am Wasser entlang zum Fort St. Angelo.

Der Inquisitorenpalast² liegt in der Ortsmitte. Das Museum veranschaulicht gut die mittelalterliche Gerichtsbarkeit. Die alten Mauern strahlen ein eigenes Flair aus. Interessant ist auch das „Maritime Museum²“, das eine große Anzahl von Exponaten zeigt, von den Booten der Phönizier angefangen, über die Römer bis zu Schiffen aus dem 20. Jahrhundert. Es geht weiter südwärts.

Marsaxlokk Bay ist der Fischerhafen auf Malta. Hier findet man die traditionellen Luzzos, farbenfrohe maltesische Boote. Täglich wird frischer Fisch angelandet, der unverzüglich in den zahlreichen Fischrestaurants in der Pfanne landet. Das ist eine gute Gelegenheit für eine Mittagspause.

Frisch gestärkt erforschten wir die Höhle „Ghar Dalam²“ mit den ältesten Siedlungsspuren Maltas aus der Zeit von 5.200 v. Chr. und paläontologische Funden aus der Zeit 126.000 bis 115.000 v. Chr., wie den „Hippopotamus pentlandi“. Das angegliederte Museum mit einer Ausstellung der umfangreichen Funde ist sehr interessant.

Die bedeutenden Tempel von „Hagar Qim²“ 3.600 – 2.500 v.Chr. und „Mnajdra²“ 3.800 v. Chr., beide UNESCO Weltkulturerbe, liegen nur 800 Meter auseinander im Süden der Insel. Am Eingang befindet sich ein großes, modernes Dokumentationszentrum mit einem Museum². Tipp: Sollte man nur eine der zahlreichen Tempelanlagen besuchen wollen, empfehle ich unbedingt „Hagar Qim²“.

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Service Malta
Marina Hotel at the Corinthian Beach Resort St. Julians DZ ab 194 € inkl. Frühstücksbuffet
Grand Hotel Excelsior DZ ab 182 €
² = Heritige Malta & Gozo Multisite Pass 50 €
Malta Experience Eintritt 16 €
Gozo und das älteste Bauwerk der Welt

4. Tag: 30 km: Wir wechseln die Insel. Dazu fahren wir an der Salina Bay, der St. Pauls-Bucht und der Mellieha Bay vorbei in den Nordwesten der Insel Malta. Am Hafen von Cirkewwa geht es auf die Fähre.

Das Schiff passiert die kleine Insel Comino und legt im Hafen von Mgarr an. Wir ziehen in das „Grand Hotel Gozo“ hoch am Hang oberhalb des Hafens von Mgarr ein. Unser großes und schönes Superiorzimmer im 7. Stock hat einen Balkon mit einer fantastischen Aussicht auf den Hafen, die Inseln Comino und Malta.

Im 4. Stock befindet sich ein länglicher Swimmingpool mit Liegen, Sonnenschirmen und Barservice. Es werden kostenlose Transfers zum Strand und nach Victoria angeboten. Dem Hotel angeschlossen ist eine deutschsprachige Tauchschule.

Wir genießen den Nachmittag auf dem Balkon und am Pool.

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5. Tag: Heute geht es zunächst an die Nordküste zur Ramla Bay an den besten Sandstrand von Gozo. Das Wasser ist kristallklar.

Nach einem erfrischenden Bad fahren wir auf einer schmalen und steilen Straße hinauf zur Calypso Cave oberhalb der Klippen, wo der Sage nach Odysseus von der Nixe Kalypso sieben Jahre festgehalten wurde. Von der Plattform vor der Höhle haben wir einen schönen Ausblick.

Danach besichtigen wir den 5.800 Jahre alten Tempel von Ggantija², ebenfalls UNESCO Weltkulturerbe. Die Kalksteinblöcke sind so groß, dass nachfolgende Einwohner der Insel glaubten, sie seien von Riesen errichtet worden. Er ist der größte der megalithischen Tempel des Archipels und das älteste Bauwerke der Welt.

Nach Besichtigung der typischen Windmühle „Ta`Kola²“ erreichen wir den Hauptort der Insel: Victoria.

Hoch über Victoria liegt die Zitadelle. Von den Zinnen hat man eine großartige Aussicht. In ihren Mauern gibt es die mächtige Kathedrale und das Kathedralenmuseum mit einem Silberschatz, der jeden Tag geputzt wird. Neben dem Besuch des Heimatmuseum ist eine Einkehr im rustikalen Restaurant „Ta´Rikardu“ sehr empfehlenswert. Im Ta´Rikardu bekommen wir eine maltesisch Brotzeit mit frisch gebackenem Weißbrot, Tomaten, Oliven, Kapern, Ziegen- und Schafskäse und Hauswein. Ein Genuß!

Der Nachmittag dient wieder der Entspannung auf dem Balkon und am Pool. Abends gibt es ein fantastisches maltesisches Buffet auf der Dachterrasse des Grand Hotels im 8. Stock mit Pasta, Kaninchen, Hühnchen und anderen Köstlichkeiten.

6. Tag: Heute steht der Westen der Insel im Blickfeld mit der Wallfahrtskirche „Ta‘ Pinu“. Unter den 365 Kirchen der Maltesischen Inseln ist „Ta´Pinu“ die bedeutenste Wallfahrtskirche. Das Gotteshaus wurde an der Stelle einer Marienerscheinung von 1920 bis 1932 erbaut und ebenfalls von den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. besucht.

Wahrzeichen von Gozo ist das „Azure Window. Von der „Inland Sea“ unternehmen wir einen Bootsausflug durch einen natürlichen Tunnel in das offene Meer zum „Fungus Rock“, dem „Azure Window“ und in die „Blaue Grotte“. Malerisch gelegen ist auch der Bade- und Fischerort Xlendi am Ende einer felsigen und engen Bucht. Hier bekomme ich auf der Terrasse des „Restaurant Zafiro“ ein köstliches Carpaccio von dreierlei Fisch und ein kühles Glas Gozo-Wein serviert.

Auf dem Weg zurück ins Hotel kommen wir noch an der Xewkija-Kirche mit ihrer riesigen Kuppel vorbei. Die Rotunde ist Johannes dem Täufer geweiht und ist Sitz der Ritter des Malteserordens. Ihre Kuppel, von Joseph D’Amato entworfen, hat den viertgrößten Durchmesser einer Kirchenkuppel in Europa.

Service Gozo
Fähre Malta – Gozo – Malta für 2 Personen und PKW 40,70 €
Grand Hotel Gozo Superior DZ mit Meerblick und Balkon ab 148 € mit Halbpension
La Valetta – Maltas Hauptstadt

7. Tag: Nach dem Frühstück geht es mit der Fähre zurück nach Malta und vom Fährhafen in die Hauptstadt Valletta. Wir wohnen im „Grand Hotel Excelsior“ unterhalb der Stadtmauer. Das Fünf Sterne-Hotel ist vom Service sehr enttäuschend.

Wir lassen den Wagen in der Tiefgarage und gehen zu Fuß hinauf durch das Stadttor zur „Republic Street“. In „Eddie‘ s Cafe Regina“ auf dem „Republic Square“ gibt es leckere Pasta.

Später spazieren wir entlang des „Fort St. Elmo“ zur „Malta Experience Audio Visual Show“. Hier wird die reiche Geschichte der Inseln in 45 Minuten anschaulich zusammengefasst.

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Auf den Terrassen der „Lower Barrakka Gardens“ auf der Bastion der Stadt schweift der Blick über den Hafen und hinüber zu den „Drei Städten“. Durch die „Merchant Street“ gelangen wir anschließend zum Archäologischen Museum². Die wertvollen Original-Figuren und Ornamentsteine aus den Tempeln der megalithischen Periode sind hier sehr ansprechend und gut beleuchtet präsentiert.

Da es nur Ventilatoren und keine Klimaanlage gibt, empfehle ich einen Besuch am Vormittag, wenn die Räume noch nicht so aufgeheizt sind.

8. Tag: Am Vormittag besichtigen wir noch den Großmeisterpalast im Zentrum. In den „State Rooms²“ gibt es auf der 30-minütigen Tour nur wenig zu sehen. „The Armoury²“ ist für Waffenfreunde sicher recht interessant.

Wir fahren zum Flughafen, geben den Mietwagen ab und fliegen mit Air Malta mit einer Zwischenlandung in Catania zurück nach München.

Diese Reise fand im September 2013 statt. Ich reiste mit meiner Frau. Tarifstand März 2018.

Hier ein Überblick über die reiche Geschichte der Maltesischen Inseln:
  • 7200 v. Chr. erste Besiedlung.
  • 4100 v. Chr. erste Megalith-Bauten.
  • 1000 v. Chr. Malta wird Stützpunkt der Phönizier und Karthager.
  • 218 v. Chr. Malta wird römische Provinz unter der Bezeichnung Melite.
  • 60 n. Chr. Apostel Paulus erleidet Schiffbruch – erste Christianisierung.
  • 5. Jhrdt. Eroberung durch Vandalen und Westgoten.
  • 533 Eroberung durch Byzantiner.
  • 870 Islamische Überfälle mit Auslöschung der Bevölkerung.
  • 1048 Neubesiedlung durch Araber aus Sizilien – die Sprache Malti entwickelt sich.
  • 1091 Eroberung durch den Normannen Roger I. und Gründung des maltesischen Adels.
  • Tributzahlungen des arabischen Statthalters.
  • 1194 Durch Heirat fällt Malta an die Staufer. Malta wird Regierungszentrum von Friedrich II.
  • Umsiedlung aufständiger Araber nach Kalabrien und Christianisierung der restlichen arabischen Bevölkerung
  • 1268 Eroberung durch Karl von Anjou (F).
  • 1282 Malta fällt an das Haus Aragon (E).
  • 1530 Karl V. (E ) gibt Malta als Lehen an den Johanniterorden, der von den Türken zum Abzug aus Rhodos gezwungen worden war.
  • 1561 Einführung der Inquisition.
  • 1565 sechsmonatige Belagerung durch die Osmanen und …
  • 1566 Gründung der Festung und Stadt Valletta.
  • 1798 Eroberung durch Napoleon I. (F).
  • 1800 Aufstand gegen Napoleon und Hilfe durch Lord Nelson (GB).
  • 1814 Malta wird Kronkolonie (GB).
  • 1869 Wachsende Bedeutung nach der Eröffnung des Suez-Kanals.
  • 1940-1943 Bombardierung durch die deutsche und italienische Luftwaffe und Blockade der Seewege.
  • 1964 Unabhängigkeit im Rahmen des Commonwealth.
  • 2004 Beitritt zur EU.
  • 2008 Einführung des €uro.

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