Berlin ist grün

Mit der Fähre über den Wannsee fahren, zu Fuß unter der Spree durchgehen, von einer Brücke auf die Kanäle von Neu-Venedig schauen, relaxen im ehemaligen Steinbruch und Bio-Gemüse direkt im urbanen Garten kaufen – all das ist möglich im grünen Berlin.

In der Stadt
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Der Tiergarten

ist der größte Park im Zentrum Berlins, er ist mit 210 Hektar Fläche sogar größer als der Hyde Park in London. Früher als Jagdrevier für die brandenburgischen Kurfürsten angelegt, wurde der Tiergarten Ende des 17. Jahrhunderts von Kurfürst Friedrich III. als Lustpark für die Bevölkerung umgewidmet. Gartenbaudirektor Peter Joseph Lenné baute den Tiergarten von 1833 bis 1838 in einen englischen Landschaftsgarten um. Im Zentrum steht die Siegessäule am Großen Stern. Wichtige Gebäude am Ostrand sind das Kanzleramt, der Reichstag, das Brandenburger Tor und das Sony Center auf dem Potsdamer Platz. Im Westen schließt der Zoologische Garten den Park ab und im Norden der Sitz des Bundespräsidenten, Schloss Bellevue.

Nördlich des Bahnhof Zoo empfehle ich in der warmen Jahreszeit den ruhig gelegenen Biergarten Schleusenkrug direkt am Landwehrkanal. Nur Fleisch- und Wurstwaren aus artgerechter Haltung gibt es hier auf dem Grill, leckere Flammkuchen und viele andere Spezialitäten.

Zwei grüne Oasen in Neukölln

Der Körnerpark wurde als neobarocke Gartenanlage 1912 bis 1916 in einer ehemaligen Kiesgrube angelegt. Das Grundstück gehörte Franz Körner, der es der Gemeinde vermachte und den Ausbau der schlossartigen Anlage mit Wasserspielen, Blumenanlage und Orangerie bezahlte.

Auf dem Gelände wurde während der Bauarbeiten das Reitergrab eines Hunnen aus der Zeit der Völkerwanderung gefunden, zudem sein Ledergürtel, ein Tongefäß und das Langschwert.

Der Comenius Garten liegt in der kleinen Siedlung Böhmisch-Rixdorf mitten im Bezirk Neukölln, wo sich 1737 protestantische Flüchtlinge aus Böhmen ansiedelten. Im Jahr 1971 wurde hier eine Fläche frei, auf der in den folgenden Jahrzehnten dieser Garten entstand. Er ist mit 30 Rosenarten, Beeren, Obstbäumen, Wild- und Heilkräutern und verschiedenem Gemüse bepflanzt. Durch ihn führt der „Lebensweg“, frei nach Johann Amos Comenius, dem evangelische Philosophen, Theologen und Pädagogen, der damals schon Bildung für alle und ohne jeden Zwang forderte und förderte. Sein Denkmal steht mitten im Park und wurde 1992 als Dank für die Aufnahme seiner Landsleute in Berlin von Alexander Dubček enthüllt. 

Die Prinzessinnengärten in Kreuzberg.

In diesem urbanen Garten werden ausschließlich Nutzpflanzen angebaut, lokal und ökologisch. Der Garten als Ganzes ist mobil. Bar, Küche, Werkstatt und Lagerräume befinden sich in ausgedienten und umgebauten Überseecontainern, angepflanzt wird in Hochbeeten aus Stapelbehältern und in Reissäcken in Bio-Erde. Vier Bienenvölker leben auf dem Areal. Die Brachfläche am Moritzplatz wurde 2009 erstmals von der Stadt gemietet und der Mietvertrag seither Jahr für Jahr verlängert. Die erforderlichen Einnahmen kommen durch das Café, den Verkauf, Bildungsprojekte und Beet- und Gartenpatenschaften zustande. In den Prinzessinnengärten besitzt niemand ein eigenes Beet. Viele Anwohner engagieren sich hier freiwillig, um einen solchen Ort möglich zu machen.

Die Prinzessinnengärten starteten dieses Jahr (2019) an einem neuen Standort, dem ehemaligen St. Jacobi Friedhof an der Hermannstraße in Neukölln. Um den Erhalt der Prinzessinnengärten in Kreuzberg am alten Platz und einen Pachtvertrag für 99 Jahre wird noch gerungen.

Im Osten

Die Parkeisenbahn in der Wuhlheide

Die Pioniereisenbahn wurde 1956 von der damaligen DDR gebaut. Sie wird heute immer noch vorwiegend von Kindern und Jugendlichen betrieben. Am Fahrkartenschalter im Hauptbahnhof kaufe ich mir eine Fahrkarte für die große Rundfahrt zu 2,50 Euro.

Die Streckenlänge der 600 mm Schmalspurbahn beträgt 7,5 Kilometer. Nach der Wende wurde ein Anschluss mit dem S-Bahnhof Wuhlheide hergestellt. Auf dem Gelände befindet sich eine Parkbühne, ein See, ein Hallenbad, ein Puppentheater, Das Astrid-Lindgren-Kindertheater und eine Jugendverkehrsschule.

Zwei Ausflüge am Langen See

Ausgangspunkt ist die S-Bahn-Station Grünau (S 8, S 46 und S 85). Hier steigt ich heute Morgen in die Straßenbahn um und fahre mit der Linie 68 durch das Waldgebiet der Grünau bis zur Haltestelle „Zum Seeblick“.

Ein kurzer Fußweg führt zum Anleger der Städtischen Fähre F 21. Das mit einem Elektromotor angetriebene Schiff „FährBär“fährt an den in der Marina vertäuten Segelschiffen vorbei, überquert den Langen See und fährt in die „Große Krampe“ ein.

Hier liegen neben den Anleger Krampenburg einige Hausboote. Rechts befindet sich der traditionsreiche Zeltplatz „Kuhle Wampe“. Ich laufe ein wenig herum und nehme dann die Fähre zurück.

Endstation der Tram 68 ist Alt-Schmöckwitz, ein ehemaliges slawisches Fischerdorf. Ich spaziere über die Brücke, die die Dahme überspannt. Ein dreiteiliger Schubverband kratzt gerade die Kurve zum Langen See.

Wer möchte, kann auf der Rückfahrt statt direkt nach Köpenick durchzufahren an der Wassersportallee auf die Fähre F 12 umsteigen und auf der anderen Seite der Dahme an der Müggelbergallee in die Tram 62 einsteigen, die einen ebenfalls nach Köpenick (Foto) bringt. Hier mache ich Mittagspause.

Neu Venedig

Danach steige ich in die S-Bahn S 3 ein und  fahre bis Wilhelmshagen. Während ich auf den Bus warte, fällt mir eine schöne Skulptur unter Bäumen auf. Es handelt sich um die „Jungen Pferde“ von Heinrich Drake. Der Bus 161 bringt mich zum Lagunenweg.

Dort tauche ich in die schöne Kanallandschaft von Neu-Venedig ein. Die Anwohner können von ihren schönen Gärten aus direkt in ihr Boot steigen und unter der Rialtobrücke – die gibt es hier wirklich – in die Spree fahren.

Der Spreetunnel in Friedrichshagen

Der Bus 161 bringt mich zur Waldschenke Rahnsdorf, wo Anschluss an die Straßenbahn 61 besteht. Es geht am Müggelsee entlang nach Friedrichshagen. An der Haltestelle „Müggelseedamm/Bölsche Straße“ steige ich aus und laufe am großen Backsteingebäude des Berliner Bürgerbräu vorbei. Nach 100 Meter hinter der Weißen Villa zweigt ein Fußweg zur Spree ab.

Hier wurde 1926 ein Tunnel als Senkkasten aus Stahlbeton ins Wasser gelassen. Er stellte früher die Verbindung von Friedrichshagen zu dem beliebten Ausflugslokal Müggelschlösschen und zum Müggelturm her, da die alte Dampffähre den Ausflugsverkehr an den Wochenenden nicht mehr bewältigen konnte und zudem der rege Fährbetrieb den Schiffsverkehr auf der Spree behinderte. Heute bildet der Tunnel die Fußgängerverbindung zwischen dem Allende-Viertel und Friedrichshagen. und ist Bestandteil des Fernradwegs E 11.

Gleich neben dem Spreetunnel gibt es ein nettes Café, das „Café Ehrlich“, mit einen schönen Blick von der Terrasse auf die Spree und den Müggelsee.

im Westen

Mit der Fähre über den Wannsee

Zum Bahnhof Wannsee fahre ich heute mit dem Regionalexpress direkt vom Ostbahnhof, das geht schneller als mit der S-Bahn. Am Ausgang überquere ich die Straße und habe schon den See und die vielen Rundfahrtenboote im Blick.

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Ich nutze aber die Möglichkeit mit meiner BVG- Netzkarte auf dem großen Fährschiff „Wannsee“ der Linie F 10 in zwanzig Minuten ans andere Ufer zu fahren.

Vor dem Haus der „Wannseekonferenz“ kreuzen Segelboote, rechts taucht das Strandbad Wannsee auf und schließlich geht es über die Havel und um die kleine Insel Imchen herum zur Anlegestelle Alt-Kladow.

Ich setzte mich in Emma und Paul’s Biergarten und genieße den Blick auf das rege Treiben auf der Uferpromenade, am Steg, In der Marina und auf dem See – herrlich!

Diese Reise fand im September 2018 statt. Ich reiste allein.

Service Berlin:
Bahnfahrt ICE Sparpreis ab München Hbf 1.Klasse einfach ab 34,90 €
Intercity Hotel Ostbahnhof EZ ab 69 €, DZ ab 79 € inkl. ÖPNV mit den Fähren
Intercity Hotel Hauptbahnhof EZ ab 89 €, DZ ab 98 € inkl. ÖPNV mit den Fähren
ArtOtel Berlin Mitte DZ ab 79 €
Park Inn by Radisson City West (Wilmersdorf) DZ ab 99 €
Novotel Suites Berlin City Potsdamer Platz DZ ab 88 €.
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