Das Grödnertal und die Sella Ronda

Das atemberaubende Panorama der Dolomiten, eine hervorragende Küche und wunderbare, gepflegte Pisten mit einer großen Auswahl an abwechslungsreichen Varianten. All das bietet das Grödnertal.

Anreise

1. Tag: Wir fahren auf der Brenner-Autobahn bis Klausen. Hier zweigt die Straße ins Grödnertal ab. Von München ist es 250 Kilometer entfernt und die Fahrt dauert gut drei Stunden.

St. Ulrich

Wir haben für eine Woche eine Ferienwohnung in der „Residence Granriva“ gebucht. Die Wohnung hat 58 m² und verfügt über zwei Schlafzimmer, Bad, Wohnraum mit Küchenzeile und Balkon.

Das Haus der Familie Perathoner liegt am Nordhang oberhalb der Kirche und vom Balkon überblicken wir den Ort. Im Südosten spitzt der 3.181 Meter hohe Langkofel, das Wahrzeichen des Grödnertals hervor. Isolde Kostner, die bekannte Skisportlerin wohnt nur einige Häuser unterhalb der „Residence Granriva“. Sie hat drei Olympiamedaillen im Super-G und in der Abfahrt gewonnen und war zwei Mal Weltmeisterin in Super-G.

Der Hausberg Seceda

2. Tag: Es hat über Nacht 25 cm Neuschnee gegeben, Zeit die Ski anzuschnallen und den Hausberg, die Seceda zu erkunden. Die Talstation liegt wenige Gehminuten unterhalb unseres Hauses, von dort gibt es den knapp 300 Meter langen Fußgängertunnel „La Curta“ mit Rolltreppen und Laufbändern zur Ortsmitte. Wir nehmen die Kabinenbahn hinauf zur Seceda in 2.453 Meter Höhe. Dazu müssen wir an der Mittelstation Furnes umsteigen. Oben angekommen, genießen wir den tollen Ausblick auf die 3.025 Meter hohen Felszacken der Geisler-Gruppe und schwingen im Neuschnee die weiten Hänge zum 4er-Sessellift „Fermeda“ hinunter. Dann gibt es ein deftiges Mittagessen, einen hervorragenden Bauernschmaus.

Die World-Cup-Abfahrt Saslong und der Piz Sella

Nach der Mittagspause fahren wir hinunter nach Santa Christina und von dort die südlichen Talseite hinauf zum Ciampinoi mit der Kabinenbahn „Saslong“ und anschließend mit dem Sessellift „Sochers“. Jetzt steht die Abfahrt hinunter nach Wolkenstein an, das im Talschluss des Grödnertals in 1.563 Meter Höhe liegt. Von dort führt die Kabinenbahn „Ciampinoi“ wieder hinauf auf 2.254 Meter.

Die Hänge unterhalb des Sellajochs bieten weite, nicht zu steile Pisten. In Plan de Gralba nehmen wir die Kabinenbahn „Piz Sella“ hinauf auf 2.284 Meter Höhe. Es geht kurz hinunter zum Sessellift „Piza Pranseies“ und mit ihm auf die Ciampinoi. Von hier nehmen wir schließlich die bekannte World-Cup-Abfahrt „Saslong“ mit ihren berühmten Kamelbuckeln um ins Skistadion von Santa Christina zu gelangen. Der Skibus bringt uns zurück nach St. Ulrich und durch den Tunnel „La Curta“ kommen wir bequem zu Fuß von der Ortsmitte zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Sella Ronda im Uhrzeigersinn (Orange Route)

3. Tag: Heute gehen wir die Sella Ronda an. Sie hat uns schon während unserer Skiurlaube am Kronplatz gelockt, doch hätten wir uns dann am ersten Tag schon für den Skipass Dolomiti Superski entscheiden müssen. Außerdem beträgt die Anfahrt nach Kurfar/Corvara zum Einstieg von der Nordseite in die Sella Ronda 38 km.

Wir fahren heute nach Wolkenstein zur Talstation des kurzen Sessellifts „Costabella“. Er stellt die Verbindung her zur Kabinenbahn „Dantercepies“, deren Talstation im oberen Ortsteil von Wolkenstein und dessen Bergstation oberhalb des Grödner Jochs in 2.300 Meter Höhe liegt.

Hier breitet sich der Sellastock bis zu einer Höhe von 3.152 Meter Höhe vor unseren Augen aus. Jetzt geht es fünf Kilometer auf den Skiern hinunter ins Hochabteital nach Kolfuschg (1.565 m).

Dort verbindet ein Sessellift den Ort mit dem auf etwa gleicher Höhe liegenden Corvara. Die Kabinenbahn Corvara – Boé bringt uns hinauf auf 2.203 Meter Höhe, ganz nahe an die Felswände der Sella. Von dort wedeln wir hinunter zum Campolongo-Pass auf 1.846 Meter Höhe. Jetzt steht eine Schleppliftfahrt an, in Südtirols moderner Skiwelt eine Seltenheit. Es geht hinauf zur Kaiserhütte/Bec de Roces. Hier machen wir Mittagspause, bevor wir die drei Kilometer nach Arabba hinunterfahren. Am steilen Gegenhang bringen uns die Kabinenbahnen Europa I und II auf die Porta Vescovo (2.478 m).

Welch ein Blick von der Bergstation nach Süden! Vor uns liegt die Königin der Dolomiten, die Marmolada. Von einer Höhe von 3.343 Meter reicht der Gletscher fast bis zum Lago di Fedaia (2.050 m) hinunter.

Jetzt packen wir die herrliche Abfahrt zum Gasthof „Alpenrose/Pont de Vauz“ an der Passstraße zum Pordoijoch. Dort hinauf geht es weiter mit dem Sessellift. Noch ein wenig weiter oben steht auf dem Kamm steht „Rifugio Sas Becè“ in einer Höhe von 2.388 Meter.

Links hinunter führen die Pisten ins Fassatal nach Canazei. Wir müssen uns nun rechts halten. Es folgt eine längere Abfahrt zur Kabinenbahn „Pradel – Rodella“, oben auf dem Col Rodella erneut eine kurze Abfahrt, dann nochmal hinauf mit dem kurzen Sessellift „Grohmann“ und dann geht es wieder bergab auf leichter Piste durch die Findlinge der „Città dei Sassi“, der „Steinernen Stadt“. Der Sessellift „Sole“, der Lift „Gran Paradiso“ und die Sessellifte „Comici I und II“ bringen uns mit jeweils kurzen Zwischenabfahrten hinauf zum Piz Sella, wo wir gestern schon mal waren.

Heute fahren wir nicht auf der „Saslong“ nach Santa Christina sondern nehmen die Piste hinunter Richtung Wolkenstein. Letzter Sessellift des Tages wird der „Fungeia“, wo sich im Herbst dem Namen nach sicher die Pilzsuche lohnt. Heute waren es 16 verschiedene Aufstiegshilfen, jede Menge Pistenkilometer und unbeschreiblich schöne Ausblicke.

Die Seiser Alm – mehr etwas für Skianfänger

4. Tag: Der Brötchenservice der Familie Perathoner funktioniert wieder bestens. Nach dem Frühstück nehmen wir die Kabinenbahn von St. Ulrich hinauf zur Seiser Alm. Die sanft zum Langkofel ansteigenden Hänge sind mehr etwas für Anfänger. Wir nutzen 15 verschiedene Sessel- und Schlepplifte mit so schönen Namen wie „Sonne“, „Panorama“, „Floralpina“ und Goldknopf.

Natürlich darf auch eine zünftige Brotzeit auf der Sonnenterrasse der „Panoramahütte“ mit Blick auf den Schlern nicht fehlen. Pferdeschlitten stehen für eine Fahrt der Urlauber über die Alm bereit. Eine Abfahrt ins Grödnertal ist nicht möglich. So nutzen wir für die Heimfahrt wieder die Kabinenbahn.

Das Grödner Joch

5. Tag: Heute ist das Wetter bedeckt und es hat leichten Schneefall. Nach drei intensiven Skitagen fahren wir heute nur bis zum frühen Nachmittag. Wir entscheiden uns bei dieser Wetterlage für die Hänge am Grödner Joch und starten an der Talstation der Kabinenbahn „Dantercepies“. Oben warten die Schlepplifte „Gardena II und III“ und „Montecarlo“, sowie die Sesselbahn „Cir“ auf uns. Die Felszacken der Sella sind mit Wolken überzogen. Zum Abschluss fahren wir die Abfahrt „Cir“ der Skiweltmeisterschaften von 1970. Sie ist 2.650 Meter lang und bewältigt 685 Höhenmeter.

Sella Ronda entgegen dem Uhrzeigersinn (grüne Route)

6. Tag: Die Sonne strahlt wieder und wir entscheiden uns heute für die grüne Route. Dazu geht es von Wolkenstein zunächst auf den Ciampinoi. Um weiter Richtung Pordoijoch zu kommen, fahren wir ab zum Sessellift „Piz Seteur“. Die Sessellifte „Langkofel/Sasso Lungo“ und „Sasso Levante“ bringen uns unterhalb der Langkofelscharte auf 2.428 Meter Höhe.

Ein Abstecher führt uns oberhalb des Sellajochs, dem ersten Übergang, hinauf zum Col Rodella. Von dort haben wir eine knapp fünf Kilometer lange herrliche Abfahrt zur Hütte „Pian Frantaces“. Mit der Kabinenbahn zur Gherderia und dem Sessellift „Sas Becè“ haben wir den zweiten Übergang am Pordoijoch erreicht. Die längste Abfahrt des Tages mit sechs Kilometern führt hinunter nach Arabba.

Da uns die Porta Vescovo zwei Tage zuvor so gut gefallen hat und es noch früh genug dafür ist, leisten wir uns die Auffahrt zur Porta Vescovo (2.478 m), die eigentlich nicht Bestandteil der Grünen Route ist. Die „schwarze Abfahrt Sourasass“ hinunter nach Arabba ist ein Gedicht.

Auf der anderen Talseite bringt uns der Sessellift zur Kaiserhütte/Bec de Roces. Hier gibt es für uns Pizza frisch aus dem Holzofen. Dann fahren wir die kurze Strecke zum Campolongo-Pass hinunter. Das ist der dritte Übergang der Sella Ronda. Der Lift „Costoratta“ bringt uns zum Startpunkt der Hauptabfahrt nach Corvara. Von dort schweben wir mit dem Verbindungsslift hinüber nach Kolfuschg. Vier Schlepplifte bringen uns nun Richtung Grödner Joch, dem vierten Übergang. Der kurze Sessellift „Cir“ führt hinauf zum Start der „FIS-Super-G-Strecke Dantercepies“ hinunter zum Ausgangspunkt in Wolkenstein.

Col Rodella – Alb Pordoi

7. Tag: Wir steigen in Santa Christina in den Skizirkus ein. Mit der Kabinenbahn „Saslong“ kommen wir ins Skigebiet am Sellajoch und fahren mit den selben Liften wie tags zuvor zum Col Rodella. Die weiten Hänge am Belvedere gehören zum Skigebiet Canazai – Fassatal und werden durch die Sesselbahnen „Col Rossi“, „Kristiania“, „Alb Pordoi“ und „Pecol-Col Rossi“ erschlossen. Auf dem Rückweg beenden wir die Skiwoche nach einer rasanten letzten Abfahrt im Zielraum der World-Cup-Piste „Saslong“.

Die Sella Ronda ist für Normalskifahrer in 4 – 5 Stunden zu bewältigen. Bei einem Aufbruch bis 10 Uhr vormittags sollte niemand in Zeitnot kommen. In dieser Woche haben wir 59 verschiedene Lifte und Bahnen benutzt, manche davon mehrfach, und sind über mindestens ebenso viele Pisten geschwungen. Ein Skiurlaub im Herzen der Dolomiten ist ein einmaliges Erlebnis.

Service Grödnertal:
Residence Granriva St. Ulrich – Ferienwohnung 58 m² in der Karwoche 770 €
Skipass Dolomiti Superski „Saison“ 6 Tage 273 €
Bahnfahrt ab München nach Bozen mit Eurocity ab 29,90 € pro Strecke (ab Bozen stündlich weiter mit dem Bus nach St. Ulrich)
PKW Vignette Österreich 9 € zzgl. Maut Brennerautobahn Nordrampe Einzelfahrt 9,50 €  – Südrampe bis Klausen 4,10 € einfach

Diese Reise fand in der Karwoche im April 2001 statt. Ich reiste mit meiner Familie. Tarifstand April 2019.

Weitere Berichte über Skiurlaub (alpin):

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