Eine Normandie-Rundreise zu Küche und Kultur

Diese Fahrt durch die Normandie führt an die Alabasterküste, ins Küstenstädtchen Honfleur, an den Omaha Beach, zu den Abteien Mont-Saint-Michel und Jumièges, nach Bayonne, Lisieux und Rouen und in den Garten von Claude Monet. Eine Likörfabrik, eine Ziegenfarm, eine Calvados-Brennerei, ein bunter Markt und ein Austern-Restaurant liegen auf dem Weg.

Diesen Beitrag gibt es hier auch zum Hören (MP3):

Ich war mit einer Gruppe Reiseverkehrskaufleuten auf einer kombinierte Flug- und Busreise unterwegs.

Alter Hafen von Honfleur - Normandie

Anreise in die Normandie.

1. Tag / Paris – Rouen 138 km: Die Anreise von München nach Frankreich erfolgt am Nachmittag mit dem Flugzeug. Anschließend bringt ein Bus unsere Reisegruppe vom Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle (CDG) nach Rouen zu einem Hotel am rechten Ufer der Seine. Beim späten Abendessen lerne ich die Teilnehmer, Reiseverkehrskaufleute aus Südbayern, näher kennen. Es ist eine zünftige Gesellschaft. Route 1. Tag.

Die Abteiruine von Jumièges - Normandie

Die Abteiruine von Jumièges an der Seine.

2. Tag / 263 km: Nach dem Frühstück geht es mit dem komfortablen Reisebus entlang dreier Flußschleifen im unteren Tal der Seine zur mächtigen Ruine der Abtei von Jumièges. Das Kloster wurde schon Mitte des 7. Jahrhunderts vom Heiligen Philibert gegründet, nachdem der Frankenkönig Chlodwig II. dafür Grund zur Verfügung gestellt hatte.

Die Abteiruine von Jumièges - Normandie

Im Jahre 788 wurde der von Karl dem Großen abgesetzte Tassilo III., Herzog von Bayern, und einer seiner Söhne für mehrere Jahre in diese Abtei verbannt. 841 wurde das Kloster von der Wikingern niedergebrannt, danach wieder aufgebaut,

Die Abteiruine von Jumièges - Normandie

und 945 erneut zerstört, als dringend Baumaterial für die Befestigung von Rouen benötigt wurde. Die heute als Ruine erhaltene große Abteikirche stammt aus dem 11. Jahrhundert und war im Jahr 1067 vom Erzbischof von Rouen in Anwesenheit von Wilhelm dem Eroberer geweiht worden.

Die Abteiruine von Jumièges - Normandie

Wir setzen unsere Fahrt über das flache Kreideplateau des Pays de Caux fort, begleitet von Feldern, niedrigen Wäldern und Gehölzen. Nach einer Stunde Fahrt erreichen wir Fécamp an der Steilküste des Ärmelkanals. Die Ortschaft entstand rund um ein Frauenkloster aus dem 7. Jahrhundert.

Palais Bénédictine - Fécamp

Eine pappig süße Kostprobe.

Das Rezept des Kräuter- und Gewürzlikörs Bénédictine stammt aus der Klosterbibliothek. Der Unternehmer Alexandre Legrand ließ die heutige Produktionsstätte, das Palais Bénédictine, um das Jahr 1898 bauen. Das Gebäude beherbergt zudem den Firmensitz und ein Kunstmuseum. Wir sind zu einer Kostprobe in diesem eklektizistischen Palast eingeladen. Der Likör hat einen hohen Alkoholgehalt von über 36 % und einen hohen Zuckeranteil. Er ist eine der Zutaten für den Cocktail Singapore Sling. Beide Getränke sind für mich viel zu süß.

Falaise d'Aval - Étretat - Normandie

An der Alabasterküste.

In einem Taleinschnitt dieser Steilküste liegt Étretat, das  sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom traditionellen Fischerdorf zum Badeort wandelte. Wir unternehmen einen Strandspaziergang zu den beiden beliebtesten Sehenswürdigkeiten dieser Kreideküste, den Felstoren „Falaise d’Aval“ und

Manneport - Étretat - Normandie

„Manneport“. Die „Falaise d’Aval“ ist 75 Meter hoch und gleicht einem Elefantenrüssel, vorgelagert ist die Felsnadel „L’Aiguille“ aus härterem Kalkstein. Größer ist das Felstor „Manneport“. Es wurde auf mehreren Ölgemälden von Claude Monet dargestellt.

Fromagerie Le Valaine - Normandie

Der schmackhafte Ziegenkäse der Normandie.

Oberhalb der Steilküste liegt die „Fromagerie Le Valaine“, unser nächstes Ziel. Im Gutshaus lebt Bernard, der Herr der Ziegen.

Fromagerie Le Valaine - Taubenturm

Auf dem Gelände stehen ein alter Taubenturm aus roten Ziegelsteinen, Stallungen für die Ziegen, eine Produktionshalle und eine Verkaufsstätte mit einer Probierstube unter dem Dach.

Neben frischem und gelagertem Ziegenkäse gibt es das Ziegeneis „Les CaprIce“, Schokolade aus Ziegenmilch und Ziegenkitz-Terrine mit Calvados.

Fromagerie Le Valaine

Wir besichtigen die ganze Farm und sind danach zu einer Verkostung der Produkte eingeladen. Dazu gibt es „Cidre Fermier Traditionnel“, den guten normannischen Apfelwein und Baguette und Pain Boulet. 

Le Havre – größter Atlantikhafen Frankreichs.

Wir passieren Le Havre, das nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde. Die farbige Betonarchitektur des Architekten Auguste Perret steht unter dem Schutz des UNESCO Weltkulturerbes.

Brücke der Normandie

Die an der Mündung in den Ärmelkanal fünf Kilometer breite Seine überqueren wir auf der längsten Schrägseilbrücke Europas, der Brücke der Normandie. Sie ist 203 Meter hoch und hat eine Spannweite von 856 Metern.

Alter Hafen - Honfleur - Normandie

Honfleur – beliebtes Motiv der Impressionisten.

Südlich liegt Honfleur an der Côte Fleurie mit seinem ehemals befestigten „Alten Hafen“. Reste der Wehranlage aus dem 17. Jahrhundert stehen am Hafenausgang zum Fluss La Morelle, der einen Kilometer weiter nördlich in den Ärmelkanal mündet. Die Hafenbecken sind von historischen, bis zu sechs Stockwerken hohen Handelshäusern umgeben.

Alter Hafen - Honfleur - Normandie

Zwei Kirchen sind noch zu erwähnen, das ehemalige Gotteshaus St. Etienne, das heute das Schifffahrtsmuseum beherbergt und St. Catherine mit ihrem freistehenden, spitzen Turm. Die Kirche besteht aus zwei parallelen Kirchenschiffen, die beide mit einer aus dem Schiffsbau entlehnten Dachkonstruktion versehen sind.  

Kunstmaler in der Normandie

Das malerische Honfleur war ein früher Anziehungspunkt für Impressionisten wie Cézanne, Monet, Courbet, Sisley, Pissarro und Renoir. Auch heute noch stehen Maler am „Vieux Bassin“ und es werden im Ort Ausstellungen zeitgenössischer Künstler organisiert. Wir lassen den mondänen Badeort Deauville rechts liegen und erreichen nach einer guten Stunde Fahrt Bayeux, wo wir im Novotel übernachten. Route 2. Tag.

in Bayeux - Normandie

Bayeux – der berühmte Wandteppich mit Wilhelm dem Eroberer.
3. Tag / 282 km: Nach dem Frühstück bummeln wir zunächst durch die mittelalterlichen Gassen der Stadt und besichtigen die Kathedrale.
.
Kathedrale von Bayeux
.
Die Krypta stammt noch aus vorromanischer Zeit, die normannische Bischofskirche wurde am 14. Juli 1077 durch Odo von Bayeux geweiht, einem Halbbruder Wilhelms des Eroberers.
.
Kathedrale von Bayeux - Innenansicht
.
Gleichzeitig war auch der berühmte Wandteppich von Bayeux fertiggestellt worden, der bis 1793 in der später gotisierten Kathedrale verwahrt und zur Erinnerung an die normannische Unterwerfung Englands jährlich öffentlich ausgestellt wurde.

Heute ist der knapp 70 Meter lange und nur 50 cm breite Teppich in einem eigenen Museum zu sehen. Er zeigt die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer im Jahr 1066 in 58 handgestickten Szenen die in der Darstellung der Überfahrt und der Schlacht von Hastings gipfeln.

Der Teppich gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Bayeux ist heute noch bekannt für seine Stickereien und für die Handwerkskunst der Spitzen- und Porzellanmanufaktur.

Omaha Beach - Normandie

D-Day am Omaha und Utah Beach in der Normandie.

Wir fahren mit unserem Reisebus weiter ans nahe Meer. Am Omaha Beach landeten am 6. Juni 1944, dem sog. D-Day, während des Zweiten Weltkriegs US-amerikanische Truppen an der Küste der Normandie. Am Strand und im Wasser sind noch Reste der Pontons, die als Landehilfen dienten, zu sehen. Westlich schließt sich Utah Beach an.

Die Bucht von Mont-Saint-Michel

Die Bucht von Mont-Saint-Michel.

Die Fahrt geht weiter durch eine grüne Landschaft, die von Weiden, Hecken und Buschwerk geprägt ist, über Saint-Lô und Avranches zur Bucht von Mont-Saint-Michel. In der Bucht, die zum Atlantik gehört, gibt es den größten Gezeitenunterschied Europas.

Mont-Saint-Michel - Normandie

Zwischen höchstem und niedrigstem Wasserstand liegen bis zu 14 Meter. Die Flut setzt vehement ein, Victor Hugo sprach gar von Fluten „mit der Schnelligkeit eines galoppierenden Pferdes“.

Feine Austern aus Cancale.

Am westlichen Ende der Bucht, gibt es ausgedehnte Austernbänke vor dem Fischerort Cancale, der schon zur Bretagne gehört.

Mont-Saint-Michel - Normandie

Unsere Mittagspause machen wir im Restaurant „Le Relais du Roy“ an der Zufahrtsstraße zum Mont-Saint-Michel. Es werden reichlich frische Austern aufgetischt, dazu gibt es einen Muscadet von der Loire.

Mont-Saint-Michel - Normandie

Der Mont-Saint-Michel – Wunder des Abendlandes und UNESCO Weltkulturerbe.

Die Ursprünge des Mont-Saint-Michel gehen auf das Jahr 708 zurück. Der Erzengel Michael war dem Bischof Aubert von Avranches drei Mal erschienen und hatte ihn aufgefordert, eine Kapelle auf diesem Felsen zu bauen.

Mont-Saint-Michel - Normandie

Die Legende besagt weiter: Als nach dem dritten Mal immer noch nichts geschah, wurde der Engel ungnädig und brannte dem Bischof mit seinem Finger ein Loch in den Schädel*. Daraufhin begann der Geistliche unverzüglich mit dem Bau eines ersten Gotteshauses auf der kleinen, 95 Meter hohen Insel. 

* Ein durchbohrter Schädel befindet sich heute als Reliquie in der Kirche St. Gervais in Avranches. 

Mont-Saint-Michel - Kreuzgang

Die Kapelle auf dem Mont-Saint-Michel wurde nach 933 durch eine Kirche im vorromanischen Stil ersetzt, 966 erfolgte dann die Klostergründung durch die Benediktiner. Ab 1017 begann der Bau der zentralen Klosteranlage und einer Abteikirche im romanisch-normannischen Stil.  

Mont-Saint-Michel - Normandie

Nachdem der französische König Philippe II. August die Normandie erobert hatte, finanzierte er den weiteren Ausbau mit dem Gebäudeensemble „La Merveille“ im gotischen Stil. Dies war eines der schwierigsten und kostspieligsten Bauvorhaben des gesamten europäischen Mittelalters.

Mont-Saint-Michel - Normandie

Nach der Französischen Revolution wurde die Abtei in ein Gefängnis umgewandelt, das ursprünglich für Regimegegner aus den Reihen des Klerus gedacht war und später auch andere politische Häftlinge aufnahm, insgesamt mehr als 15.000 Menschen. Heute wird der Mont-Saint-Michel jährlich von mehr als 3 Millionen Touristen besucht.

Nach der Besichtigung der Abtei geht es für uns weiter nach Caen, wo wir im Novotel übernachten. Route Tag 3.

3. Tag / 166 km. Nach dem Frühstück statten wir dem Weltfriedensmuseum „Mémorial de Caen“, das sich neben der Befreiung von der deutschen Besatzung auch den Geschehnissen des Ersten Weltkriegs und dem Mauerfall widmet einen Besuch ab.

Calvados Brennerei Boulard

In der Calvados Brennerei Boulard in der Normandie.

60 Kilometer östlich von Caen besichtigen wir im Ort Pont l’Evêque das seit 1825 bestehende Familienunternehmen Boulard, das sich mit der Destillation des Apfelschnaps „Calvados“ beschäftigt. Das Destillat lagert in den Kellern der Boulards bis zu 40 Jahren in französischen Eichenfässern. Nach einem normannischen Mittagessen im Ort geht es weiter ins nahe

Calvados Brennerei Boulard

Lisieux – zweitgrößte Wallfahrtsstätte Frankreichs.

Nach der Heiligsprechung der Therese von Lisieux im Jahr 1925 wurde beschlossen, eine ihr geweihte Kirche in ihrer Heimatstadt zu errichten. Die mit Mosaiken geschmückte Krypta war 1932, die 95 Meter hohe Basilika im neobyzantinischen Stil erst 1954 fertiggestellte.

Basilika der Heiligen Therese von Lisieux

Sie fasst bis zu 4.000 Personen und ist eine der größten Kirchen, die im 20. Jahrhundert gebaut wurden. Sie wird jährlich von über zwei Millionen Menschen besucht. Jetzt sind es nur noch knapp 100 Kilometer zurück nach Rouen. Route Tag 4.

Marché Saint-Marc - Rouen

Wir checken diesmal im Hotel Mercure am Champs de Mars ein. Wir haben heute Nachmittag noch Zeit für einen Bummel durch die Altstadtgassen und zum „Marché Saint-Marc“.

Tulpenpracht in Rouen

Rouen – altes Siedlungsgebiet und Herz der Normandie.

Ab der Jungsteinzeit war das Gebiet von Rouen bereits besiedelt.

Es gibt Funde von Megalithgräbern und in der Römerzeit gab es in „Rotomagus“ ein Amphitheater.

Der dritte Bischof von Rouen war Avitianus, der im Jahr 314 nachweislich am Konzil von Arles teilnahm. Zu ihrem heutigen Namen kam die Normandie im Mittelalter als Siedlungsgebiet der Normannen, die sich als Volksstamm aus einheimischen Bewohnern und hinzugekommenen Wikingern gebildet hatte.

Der Winkingerfürst Rollo bekam das Gebiet um Rouen vom König der Westfranken als Lehen. Das neu entstandene Herzogtum gewann neue Gebiete hinzu bis zur heutigen Ausdehnung der Normandie.

Mit der Eroberung Englands im Jahr 1066 wurden die normannischen Herzöge gleichzeitig Könige von England. 1204 eroberte der französische König Philippe II. August Rouen. Während des Hundertjährigen Kriegs war die Stadt von 1346 bis 1360 und nochmals von 1415 bis 1449 von englischen Truppen besetzt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war Rouen zu einem wichtigen Hafen im Handel mit Brasilien geworden und die Stadt wurde sehr wohlhabend. Im Zweiten Weltkrieg stand Rouen vom 9. Juni 1940 bis zum 15. August 1944 unter deutscher Besatzung und war dem Bombardement der Alliierten Luftstreitkräfte ausgesetzt, das vor allem die Seine-Brücken, den Bahnhof und das Viertel südlich der Kathedrale traf. Dennoch sind heute noch an die zweitausend Fachwerkhäuser aus der Zeit des Spätmittelalters erhalten.

Ein Bummel durch die östliche Altstadt (Wegstrecke 1.500 m).

Wir verlassen Hotel durch den Hinterausgang, queren die Esplanade du Champ de Mars und blicken auf das Gebäude der Région Normandie und auf die Finanzbehörde des Départements. Dahinter läuft die hübsche Rue Martainville an deren Ende der einzigartige „Aître Saint-Maclou“ liegt.

Aître Saint-Maclou in Rouen

Der vor der Kirche Saint-Maclou liegende Pestfriedhof aus dem 14. Jahrhundert wurde nach einer weiteren Pestepedemie in den Jahren 1526 bis 1533 mit einem dreiflügeligen Kreuzgang umgeben, auf dessen Dachböden die Gebeine der vielen Toten gelagert wurden. Ein vierter Flügel, ebenfalls in Fachwerkbauweise, wurde 1651 hinzugefügt. Für ihn war eine andere Verwendung vorgesehen, hier wurde eine Schule für arme Kinder untergebracht.

Marché Saint-Marc - Rouen

Auf dem Rückweg kommen wir am „Marché Saint-Marc“ vorbei, der heute bis 18:00 Uhr geöffnet ist. Neben den Gemüse- und Obstständen interessieren wir uns für die Käsetheke mit dem berühmtesten Produkt der Normandie, dem Camembert und der köstlichen, gesalzenen Butter.

Marché Saint-Marc - Rouen

Natürlich gibt es auch Käse aus anderen Regionen Frankreichs, wie aus Savoyen und der Auvergne. Ebenso interessant ist der Fischstand mit Meeresfischen von der nahen Küste, wie Rot- und Seezunge, Drachenkopf, Makrelen und Crevetten, sowie Forellen aus den klaren Bächen der Normandie. 

Marché Saint-Marc - Rouen

Die gotische Kathedrale von Rouen.

5. Tag / 172 km: Schon von weitem zieht die Kathedrale mit ihren drei Türmen aus drei Jahrhunderten die Blicke auf sich. Hier wurden die Herzöge der Normandie gekrönt, hier liegen sie begraben und auch das Herz von Richard Löwenherz ruht hier in einem prächtigen Sarkophag.

Kathedrale von Rouen

Der Sankt-Romanus-Turm ist Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden, seine obere Hälfte wurde erst später aufgesetzt. Um 1180 gab der Erzbischof dann den Auftrag, die alte romanische Kathedrale durch einen Neubau im frühgotischen Stil zu ersetzen. Gut 50 Jahre später war die neue Kathedrale vollendet. 

Kathedrale von Rouen - Westfassade

Ab dem Jahr 1370 begann man den Ausbau der Westfassade, geschmückt mit zahllosen Statuen. Später entstand gleich daneben der 75 Meter hohe, sechsgeschossige „Butterturm“ im Flamboyant-Stil.

Durch die vorübergehende Aufhebung des Vekaufsverbots von Butter und Milchprodukten in der Fastenzeit konnte der Bau finanziert werden, daher der Name.

Kathedrale von Rouen

Der dritte Turm der Kathedrale wurde erst im 19. Jahrhundert als Ersatz für einen alten Vierungsturm, der durch einen Blitzschlag zerstört wurde, bis 1877 erbaut. Er erhielt eine filigrane Turmspitze aus Gusseisen und hat eine Höhe von 151 Metern.

Die lichte Weite des Innenraums mit seinen unterschiedlichen Lichtstimmungen animierte Claude Monet zu zahlreichen Gemälden.

Wir laufen westwärts auf der Rue du Gros Horloge, durch den Uhrturm mit seiner großen astronomische Uhr aus dem 14. Jahrhundert zum Place du Vieux-Marché mit seinen vielen, prächtigen Fachwerkhäusern.

Alter Markt von Rouen

An der Nordseite des Alten Marktes wurde 1979 nach den Plänen des Architekten Louis Arretche die Kirche Sainte-Jeanne-d’Arc an der Stelle erbaut, an der die Jungfrau von Orleans am 30. Mai 1431 während der englischen Besatzung im Hundertjährigen Krieg auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Die Kirche soll eine Kombination aus Wikingerschiff und Fisch darstellen und passt als typische Betonbausünde der 70er Jahre so gar nicht hierher.

Der Garten von Claude Monet in Giverny - Normandie

Der weltbekannte Garten von Claude Monet in Giverny.

Unser Reisebus wartet auf uns in der Rue Cauchoice und bringt uns dann durch das liebliche Tal der Seine nach Giverny. Jetzt wird es Zeit, das Landhaus von Claude Monet zu besuchen, nachdem wir schon viele Motive seiner Gemälde auf unserer Normandie-Rundreise gesehen haben.

Das Landhaus von Claude Monet in Giverny - Normandie

Er lebte hier ab 1883 bis zu seinem Tod im Jahre 1926 zuerst in Miete bis er das Haus 1890 erwarb und das Grundstück nach und nach durch Zukäufe von Land vergrößerte. 1897 ließ er dort ein zweites und 1915 ein drittes Atelier errichten.

Der japanische Garten von Claude Monet in Giverny - Normandie

Viel Geld steckte er in die Anlage des wunderschönen Gartens. Das schimmernde Lichtspiel und die Vielfalt darin, der Teich, die japanische Brücke, die Seerosen und die von Blüten gesäumten Wege inspirierten den Meister des Impressionismus zu großen Kunstwerken.

Der Garten Clos Normand von Claude Monet in Giverny

Der Garten von Claude Monet besteht aus zwei Teilen, einem prächtigen Blumengarten namens „Clos Normand“ vor dem Haus und dem Japanischen Garten auf der anderen Straßenseite.

Der japanische Garten von Claude Monet in Giverny - Normandie

Monet war ein leidenschaftlicher Sammler von japanischen Holzschnitten, die ihn bei der Anlage dieses Gartenteils inspirierten. In diesem Garten legte er einen großen Teich mit Seerosen an, pflanzte am Rand Trauerweiden und Bambus und ließ die japanische Brücke bauen.

Das Haus von Claude Monet wurde nach seinem Tod in ein Museum umgewandelt und zeigt einen Ausschnitt seiner Werke. Bis zu 600.000 Besucher entdecken jährlich das Haus und den Garten in den sieben Monaten, in denen sie geöffnet sind. Schon zu Lebzeiten von Monet kam die feine Pariser Gesellschaft gern in das 65 Kilometer westlich von Paris gelegene Giverny.

Neben Monet haben einige andere Künstler zur gleichen Zeit in Giverny gelebt, darunter die Amerikaner Theodore Robinson und Lilla Cabot Perry. Wir besichtigen auch das „Musée d’Art Américain“ in Giverny und bleiben dort zu einem späten Mittagessen.

Anschließend geht es für uns zurück nach Paris Charles-de-Gaulle und von dort per Flugzeug in die Heimat. Route 5. Tag. Diese Reise fand im April 2005 statt. Ich reiste mit einer Gruppe von Kolleginnen und Kollegen.

Der Garten von Claude Monet in Giverny - Normandie

Giverny aktuell: Mit der Eröffnung des „Musée des Impressionismes“ festigt Giverny seine Stellung als internationaler Pilgerort für Kulturinteressierte. Es ersetzt das bis dahin in Giverny ansässige „Musée d’Art Américain“. Eine neue Dauerausstellung befindet sich im Saal „Atour de Claude Monet“ und zeigt den Einfluss des Impressionisten auf seine Zeitgenossen und nachfolgende Künstler von Sisley, Theodore Robinson, Lilla Cabot Perry und Maurice Denis bis hin zum japanischen Maler Hiramatsu Reiji.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.