Eine Radtour über den Irschenberg ins Mangfalltal

Diese Tour führt von Kleinhöhenkirchen durch das Leitzachtal über Nebenstraßen zum Irschenberg mit dem Postkartenmotiv des Kirchleins von Wilparting mit dem Gipfel des Wendelsteins im Hintergrund. Die aufgelassene Bahntrasse von Bad Feilnbach nach Bad Aibling ist heute ein schöner, baumbestandener Radweg.  Entlang der Mangfall geht es zurück zum Ausgangspunkt. Länge: 46 Kilometer.

Anfahrt:

Mit dem PKW auf der Salzburger Autobahn bis zur Ausfahrt Weyarn, dort links halten und über Sonderdilching nach Kleinhöhenkirchen fahren. An der Kirche rechts halten. Tipp: Schon am Waldrand das Rad ausladen und mit dem Auto in mehreren Kurven bis in den Talgrund der Mangfall fahren. Dort am Waldrand parken und zu Fuß bergauf zum Fahrrad zurückgehen, dann muss man das Rad nicht den Hang hinaufschieben. Alternativ kann man mit der Münchner S-Bahn bis zur Kreuzstraße fahren (zusätzliche Strecke: 2 x 5 Kilometer).

Mariä Heimsuchung - Kleinhöhenkirchen

Im Leitzachtal.

Die Tour startet an der schönen Kirche „Mariä Heimsuchung“ von Kleinhöhenkirchen (657 m N.N.). Es geht zurück nach Sonderdilching. Hinter dem Ort biegt man links ab hinunter zum Waldrand. Die kleine, geteerte Straße mündet in die Kreissstraße MB 20. Man radelt durch den Wald hinunter ins Leitzachtal. Ab hier ist die Radroute durch die Talaue über Naring, Holzolling (591 m N.N.) und Esterndorf mit den Wegweisern „Tour No. 11“ ausgeschildert. Nach einigen Minuten kreuzt die Strecke die Rohrleitungen des Leitzachwerks, eines der modernsten Pumpspeicherkraftwerke Europas. Es nutzt den Höhenunterschied von 128 Metern zwischen dem Mangfalltal und dem Seehamer See. Der idyllische Weg führt weiter an der Leitzach entlang durch den Wald zur „Haslinger Mühle“.

Am Irschenberg.

Jetzt geht es unter der Autobahn durch, danach gleich links im Wald nach oben, parallel zur berüchtigten Autobahnsteigung hinauf zum Irschenberg (735 m N.N.). Über die Weiler Wendling und Neuhäusel kommt man zu dem Fotomotiv der Tour, der kleinen Wallfahrtskirche von Wilparting mit dem 1.838 Meter hohen Wendelstein im Hintergrund.

Wallfahrtskirche Wilparting am Irschenberg

Die beiden irischen Missionare Marinus und Anian kamen im Jahr 657 n. Chr. hierher. Sie wurden von Papst Eugen I. von Rom ausgesandt, um den christlichen Glauben zu verbreiten. Marinus ließ sich in Wilparting nieder, Anian in Alb. Vierzig Jahre lebten und wirkten die beiden am Irschenberg. Im Jahre 697 n. Chr. wurde Marinus von einer Bande umherziehender Wenden überfallen, gemartert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Schon bald danach begann die Verehrung der beiden Heiligen, der Wallfahrtsort existiert seit mehr als 1.000 Jahren. Die Kirche erfuhr Ende des 17. Jahrhunderts eine barocke Erneuerung und auch heute noch genießen Marinus und Anian hohe Wertschätzung.

Das „Café Moarhof“ daneben, viele Jahre mein Rastplatz mit einer guten Mittagspause auf der schönen, sonnigen Aussichtsterrasse, ist seit diesem Jahr im Umbau und leider vorübergehend geschlossen. Jetzt geht es rasant 200 Höhenmeter hinunter nach Dettendorf (516 m N.N.). Dort kreuzt die alte Trasse der ehemaligen Bahnstrecke von Bad Aibling nach Bad Feilnbach die Straße. Heute ist sie ein schöner, geteerter und baumbestandener Radweg.

über den Irschenberg ins Mangfalltal

Im Mangfalltal.

Auf diesem radle ich weiter in Richtung Norden. Nach Überqueren der Mangfall geht es auf deren Damm auf der in diesem Abschnitt unbefestigten Mangfallradweg (Radroute 11) flussaufwärts. Hinter Bruckmühl wird das Tal enger und der jetzt geteerte Radweg folgt dem Triftbach durch den Wald. Ab Feldolling geht die Radtour an Wiesen und Feldern vorbei entlang der Bahnstrecke Rosenheim – Holzkirchen bis Westerham*, bekannt durch die IHK Akademie mit einem großen Tagungszentrum. Ich fahre am Hang oberhalb der Mangfall weiter in den Hochwald, der Fluss unten im Tal wird wilder und auf diesem Abschnitt sehr gerne von Kanuten befahren. In Niederaltenburg weideten bis vor kurzem Gänse und Enten auf den Wiesen. Hier stand die Federbettenfabrik von Constantin Freiherr von Luttitz. In der 3. Generation hat er das Federvieh gezüchtet. Im Hofladen konnte man neben Federbetten und Kopfkissen auch die gerupften Tiere für das heimische Backrohr erwerben. Die Zucht und die Fabrik wurden leider kürzlich aufgegeben. Jetzt finden hier Seminare statt. Hinter dem Gut taucht dann bald mein am Morgen dort geparktes Fahrzeug auf. Karte dieser Tour. Dieser Beitrag wurde im März 2020 überarbeitet.

* Werbung: ab / bis Westerham

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