Würzburg – Main, Wein und Kultur
Die Bischöfe von Würzburg prägten diese Stadt mehr als 1.000 Jahre. Ihre Machtentfaltung bescherte der Stadt zahlreiche Bauten und Kunstwerke von der Romanik bis zum Rokoko. Tilman Riemenschneider, Giovanni Battista Tiepolo, Balthasar Neumann, Dominikus und Johann Baptist Zimmermann sind nur einige der Namen, die in Würzburg tätig waren. Seit 1.250 Jahren ist hier der Weinbau an den Hängen des Mains nachgewiesen. Die Landschaft ist grün, das Wetter mild und die Kultur vielfältig: Das Africa Festival, das Mozartfest, der Hafensommer und zahlreiche Weinfeste folgen im Jahreslauf. Begleiten Sie mich auf einen dreitägigen Streifzug durch die Metropole Unterfrankens.
Ein kurzer Blick in die Geschichte von Würzburg:
Wie zuvor schon an der Donau war auch am Main schon in der späten Bronzezeit ein Höhenzug über dem Fluss besiedelt. Ab 685 missionierten die aus Irland stammenden „Frankenapostel“ Kilian, Kolonat und Totnan in dieser Gegend. Im Jahr 689 starben die drei hier den Märtyrertod.

Namentlich erwähnt wird im Jahr 704 auf dem heutigen Marienberg eine Befestigung „Virtebuch“. Bonifatius erklärte Würzburg im Jahr 741 zum Bischofsitz und Papst Zacharias erteilte 751 die Genehmigung zur Verehrung der drei Frankenapostel, 752 wurden sie heilig gesprochen.


Der Sohn Karls des Großen, Ludwig der Fromme, verlieh den Würzburger Bischöfen um 820 das Zollprivileg. Ein Marktplatz entstand östlich der Festung Marienberg auf der rechten Mainseite und wurde 1130 durch eine steinerne Brücke mit der Festungsseite verbunden. Drei Jahre zuvor fand in der Stadt das erste Ritterturnier auf deutschem Boden statt.

Am 17. Juni 1156 heiratete Friedrich I. Barbarossa in Würzburg in zweiter Ehe die junge Beatrix von Burgund. Auf dem Reichstag zu Würzburg belehnte er 1168 den damaligen Bischof Herold mit der Herzogswürde. Die Bischöfe der Stadt konnten sich fortan Fürstbischöfe nennen und zudem den Titel „Herzog in Franken“ führen.

Im Mittelalter war die Stadt also ein bedeutendes wirtschaftliches, geistliches und hoheitliches Zentrum. Bis zur Industriellen Revolution blieb die überregionale Bedeutung hoch. Es entstand ein eindrucksvolles Stadtbild, vergleichbar mit den mitteleuropäischen Altstädten von Danzig, Lübeck und Prag.

Unsere Anreise.
Wir nutzen das günstige „Last Minute“ Angebot der Bahn und buchen an einem Samstag für die folgende Woche eine Fahrt mit dem ICE von München nach Würzburg und zurück. Wir reservieren für 2 Nächte das moderne Hotel „AC by Marriott“ in der Nähe des Hauptbahnhofs.

Unser Zimmer im oberen Stockwerk bietet eine außergewöhnlich reichhaltige Ausstattung mit bodentiefen Fenstern, A/C, Safe, Kühlschrank, Nespresso-Maschine, Wasserkocher, Spülbecken, Kühlschrank,

allergikerfreundlichem Bodenbelag, getrennte Räumlichkeiten für WC und Dusche, offener Kleiderschrank und einen großen TV-Flachbildschirm. Ein gutes Frühstück ist in unserem Übernachtungspaket inbegriffen, rund um das Buffet ist es aber räumlich leider sehr beengt.

Die ebenfalls im Erdgeschoss befindliche Bar ist sehr stylisch. Mehrere Stadtbuslinien halten direkt vor dem Eingang zum Hotel.
Wir beginnen unsere Besichtigungen
in der nördlichen Altstadt.
Vom Hotel hierher ist es nur ein Katzensprung. Am südlichen Ende der Bahnhofstraße ragen die 75 Meter hohen Doppeltürme der ehemaligen Stiftskirche Haug empor.

Sie gilt als das erste barocke Gotteshaus in Franken und ist das Hauptwerk des Architekten Antonio Petrini. Er verbindet die in Mitteleuropa übliche Doppelturmfassade mit einer vom Petersdom inspirierte, 60 Meter hohe Kuppel.

Im Inneren der Kuppel ist an der höchsten Stelle die Taube in einem Strahlenkranz als Symbol des Heiligen Geistes erkennbar. Die Bauzeit betrug 21 Jahre, im Jahr 1691 war die Kirche fertiggestellt. Seit der Säkularisation 1803 dient das Gotteshaus als Pfarrkirche.

Würzburg wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Beim Wiederaufbau wurden bedeutende Einzeldenkmäler wie die meisten Kirchen der Altstadt und einige Bürgerhäuser wiederaufgebaut.

Als Ersatz für den im Bombenhagel 1945 vernichteten Hochaltar wurde im Jahr 1964 das monumentale Ölgemälde „Kreuzigung Jesu“ des venezianischen Meisters Jacopo Tintoretto hier aufgestellt. Es war 1585 ursprünglich für die Münchner Augustinerkirche geschaffen worden, die im Krieg zerstört und nach dem Wiederaufbau als Deutsches Jagd- und Fischereimuseum profaniert wurde.

300 Meter südlich befindet sich das Bürgerspital zum Heiligen Geist. Es wurde 1316 vom Würzburger Patrizier Johann von Steren und seiner Frau Mergardis gestiftet. Auf dem der Stadt überlassenen Grundstück wurde das „Neue Spital“, eine Stiftung zur Aufnahme pflegebedürftiger, armer und kranker Menschen gegründet. 1320/1321 erfolgte die Bestätigung der Stiftungsgründung durch Papst Johannes XXII. Als Geistlicher des Bürgerspitals fungiert der Pfarrer von Stift Haug.
Von Steren verfügte, dass die Stiftung nach seinem Tod nicht von der in Würzburg sehr einflussreichen Kirche, sondern vom jeweiligen Bürgermeister weitergeführt werden soll. Die Stiftung erhielt weiterhin Güter von den Nachkommen des Stifters und anderen vermögenden Bürgern der Stadt. Als Würzburger konnte man sich Pfründe kaufen, eine Art Alterssicherung und -versorgung gegen Geld. Arme und Mittellose zahlten nur ein geringes Einstandsentgelt.

Der ursprüngliche Bau besteht aus dem Spitalbau, dem Wirtschaftshof und der Spitalkirche. Für den Roten Bau mit seinen Arkaden, einem Erweiterungsbau des Stadt- und Landbaumeisters Joseph Greissing von 1716, sind wechselnden Mauerschichten aus rotem und gelbem Sandstein charakteristisch. All diese Gebäude umschließen einen großen Innenhof.

Wirtschaftliche Grundlage der Stiftung sind umfangreiche Liegenschaften und ein Weingut, das heute zu den ältesten und größten deutschen Weingütern zählt. Heute betreibt die Stiftung eine geriatrische Rehaklinik, Seniorenheime und -wohnstifte, sowie eine Tagespflege und einen ambulanten Dienst für rund 800 Menschen. Jeder Pfründner erhält nach altem Brauch auch heute täglich einen Viertelliter Wein.

Die Weinstube mit Restaurant, in dem Weine des Bürgerspitals zusammen mit Gerichten der Bürgerlichen Küche, sowie fränkischen Brotzeiten angeboten werden, gehört auch zu der Einrichtung. Jedes Jahr findet im Hof des Bürgerspitals ein großes Weinfest statt.

200 Meter westlich steht die Augustinerkirche. Sie wurde als Dominikanerkirche in den Jahren 1741 bis 1744 an Stelle eines Vorgängerbaus von Balthasar Neumann im Stil der Zeit, dem Barock, neu errichtet. Nach der Säkularisation stand das Gotteshaus leer und so zogen dort 1813 die Augustiner ein. 200 Meter nördlich befindet sich

das Juliusspital.
Dieses ist eine Stiftung des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn aus dem Jahr 1579. Der ursprüngliche Bau war der erste moderne Hospitalbau in dieser Größe in Deutschland mit Vorbildern in Italien, im Burgund mit dem Hôtel-Dieu in Beaune und in Salzburg mit dem Admonter Hof.

Ein Kupferstich von Johann Leypold aus dem Jahre 1603 gibt das damalige Aussehen der Vierflügelanlage wieder. Ein Brand zerstörte 1699 den Nordflügel, der ab 1700 durch einen großzügigen barocken Neubau ersetzt wurde. Für die Planung dieses „Fürstenbau“ waren Antonio Petrini und Joseph Greissing verantwortlich.

Der Neubau wurde vom Bauherrn, Fürstbischof Johann Philipp II. von Greiffenclau zu Vollraths, auch als Stadtresidenz genutzt.

Der Park des Juliusspitals war ursprünglich ein Kräutergarten. Der 1708 fertiggestellte, „Vierströmebrunnen“ des Hofbildhauers Jacob van der Auwera hat die vier unterfränkischen Flüsse Main, Tauber, Sinn und Fränkische Saale zum Thema. Vier Delfine speien Wasser, der fünfte trägt auf seiner Schwanzflosse einen Greif mit dem Wappen des Fürstbischofs Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths.

Am Ostrand des Parks entstand von 1705 bis 1714 ein großer Gartenpavillon, geplant von Joseph Greissing. So wurde aus dem Park ein idyllischer Ort der Ruhe und Entspannung.

Die Stiftung Juliusspital besteht heute aus dem Krankenhaus mit Schwerpunktversorgung, einem Seniorenstift, dem Kloster Vogelsburg mit Hotel, Restaurant und Tagungszentrum an der Volkacher Mainschleife, einem Forstbetrieb, dem Landwirtschaftsbetrieb Gut Seligenstadt, einer Berufsfachschule für Altenpflege und aus Immobilien, wie Mietwohnungen, Gewerbeobjekten, dem Parkhaus der Stiftung und dem zweitgrößten Weingut Deutschlands.

Das Weingut Juliusspital verfügt über 180 Hektar Rebland in Spitzenlagen Frankens, wie dem Würzburger Stein, dem Escherndorfer Lump und der Vogelsburger Pforte. Es produziert 60 verschiedene Weine. Die vorherrschende Rebsorte ist mit 43 % der Silvaner, gefolgt vom Riesling mit 20 % und Müller-Thurgau mit 17 % Anteil.

Die Erträge des Weingutes fließen in die Stiftung Juliusspital ein. Unter dem Fürstenbau des Juliusspitals befindet sich der 250 Meter lange Holzfasskeller mit 220 Fässern und dem Flaschenlager. Bei der Krönung von Königin Elisabeth II. wurde eine 1950er Riesling Auslese aus der Lage „Iphöfer Julius-Echter-Berg“ aus den typischen Bocksbeutel-Flaschen ausgeschenkt. Wir folgen der Juliuspromenade 500 Meter westwärts und stehen

am Main.
Der tiefst gelegenste Punkt von Würzburg befindet sich am Alten Kranen mit 166 Meter über N.N. Der barocke Hafenkran mit Doppelausleger stammt aus dem Jahr 1773. Der Bauherr Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim wollte mit ihm den Handel auf dem Main fördern.

Die Promenade am Alten Kranen mit ihrem schönen Blick auf die stromaufwärts gelegene Alte Mainbrücke und den Marienberg ist mit ihren zahlreichen Ruhebänken ein beliebter Treffpunkt der Würzburger. Zudem locken der Brauerei-Gasthof und der Biergarten „Alter Kranen“ viele Besucher an.

An der Haltestelle „Ulmer Hof“ steigen wir in eine Trambahn der Linie 4 Richtung „Sanderau“ und fahren bis zur Haltestelle „Neubaustraße“ um die

südliche Altstadt
zu erkunden.

Der „Hof zum Rebstock“ hat einen mittelalterlichen Kern aus dem Jahr 1380 und wurde seit 1408 als Gasthaus geführt. Die Südfassade an der Neubaustraße wurde 1737 im Rokokostil erneuert. Heute finden wir hier das „Best Western Premier Hotel Rebstock“ mit einem Gourmet-Restaurant.

Gegenüber beeindruckt das Stadtarchiv Würzburg mit seiner barocken Fassade. ursprünglich standen dahinter drei eigenständige, nebeneinanderstehende Häuser, der „Hof zum roten Hahn“ (erbaut 1734-1736), das Bürgerhaus des Landgerichtsdieners Eckart (erbaut um 1725 durch Balthasar Neumann) und der „Hof zum Heuwagen“ (1715-1716).

Beim Luftangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurden die drei Gebäude schwer beschädigt – erhalten blieb lediglich die barocke Fassade. Beim Wiederaufbau wurde das Innere zu einem zusammenhängenden Gebäude umgestaltet.

Gleich hinter dem Hotel Rebstock befindet sich in der Franziskanergasse 7 das Kloster der Franziskaner-Minoriten mit einem gotischen Kreuzgang aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Das Kloster wurde 1221 durch Cäsar von Speyer mit Unterstützung des Fürstbischof von Würzburg gegründet und war eines der ersten Klöster des 1209 gegründeten Franziskanerordens nördlich der Alpen.

Seit der Zeit sind die Franziskaner ununterbrochen in Würzburg, und damit länger als an jedem anderen Ort in Deutschland. Neben dem Kloster wurde 1280 der Bau einer Kirche vollendet. Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn ließ dann die Klosterkirche von 1611 bis 1616 im Stil der Renaissance umbauen.

Jahrhundertelang diente die Kirche den vornehmen Würzburgern als letzte Ruhestätte und enthält daher viele bedeutende Grabdenkmäler. Einige sind aus der Werkstatt von Tilman Riemenschneider oder, wie das Gesicht des Michael Truchsess von Wetzhausen, vom Meister selbst. Das Grabmal für Hans von Grumbach-Estenfeld wird Riemenschneiders Sohn Jörg zugeschrieben.

Östlich des Franziskanerklosters liegt das Gelände der Alten Universität. Die Julius-Maximilian-Universität Würzburg war die erste Uni in Bayern. Sie wurde 1402 nach einem erteilten Privileg von Papst Bonifaz IX. gegründet, konnte den Lehrbetrieb aber damals nur ca. 25 Jahre aufrechterhalten.

Nach einer längeren Unterbrechung erfolgte im Jahr 1582 die Neugründung durch Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn.

Von ihm wurde neben dem heute noch vorhandenen Komplex auch die Universitätskirche in Auftrag gegeben, die 1591 fertiggestellte Neubaukirche. Sie ist eine der schönsten Kirchen im Renaissancestil nördlich der Alpen. Nach dem Tod des Fürstbischofs im Jahr 1617 wurde sein Herz in der Neubaukirche beigesetzt.

Nach der Säkularisation wurde die Inneneinrichtung verkauft und das Gotteshaus profaniert. Heute finden in der ehemaligen Universitätskirche Kongresse, Tagungen und Konzerte statt.

Gleich neben der Alten Universität steht der Gebäudekomplex des ehemaligen Jesuitenkollegs, seit 1773 ein Priesterseminar. Der Architekt des von 1715 bis 1719 erbauten Hauses war Joseph Greissing.

Die Kirche St. Michael wurde noch von den Jesuiten in Auftrag gegeben und in den Jahren 1765 bis 1798 erbaut. Die Schauseite im Osten (am Josef-Stangl-Platz) wurde von den Baumeistern nach dem Vorbild des römischen Barocks gestaltet. 1773 wurde der Jesuitenorden aufgehoben und St. Michael nach ihrer Weihe als Seminarkirche des Priesterseminars genutzt.

Einige Teile der alten Stadtbefestigung sind trotz der großen Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg noch erhalten geblieben, wie der Hexenturm mit 7,5 Meter Durchmesser, erbaut um 1200 (Adresse: Zwinger 32).

Der Ringpark (auch Glacis genannt) bildet einen zum Main hin offenen Halbkreis um die Altstadt von Würzburg. Er entstand nach der Schleifung der früheren Schanzanlage im 19. Jahrhundert und bildet einen 3.500 Meter langen und bis zu 250 Meter breiten erholsamen Grüngürtel für die Bewohner der Innenstadt mit 35 Baumarten. Die Anlage im englischen Stil ist eine der wenigen gut erhaltenen Ringparkanlagen Deutschlands des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
2. Tag: Nach dem Frühstück steht heute die Hauptsehenswürdigkeit von Würzburg auf unserem Programm,
die Residenz – ein UNESCO Weltkulturerbe.
Die Würzburger Fürstbischöfe hatten seit Mitte des 13. Jahrhunderts ihre Bischofsresidenz in der Festung auf dem Marienberg. Im Zeitalter des Absolutismus, in dem der Herrscher seine Macht und seinen Reichtum durch die Größe und Pracht seines Wohnsitzes zeigen wollte, war ein Renaissanceschloss wie das in den Festungsanlagen auf dem Marienberg nicht mehr den Ansprüchen genügend.

Bereits Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths (Amtszeit 1699 bis- 1719) hatte eine rege Bautätigkeit in der Stadt entwickelt und schon eine doppelte Hofhaltung unten in der Stadt und auf dem Marienberg geplant.

Johann Philipp Franz von Schönborn (Amtszeit 1719 – 1724) war nun der absolutistische Herrscher, der diesen Anspruch auch in die Tat umsetzen wollte. Mit dem Bau der Residenz wurde 1720 begonnen. Zum Baumeister der barocken Dreiflügelanlage wurde Balthasar Neumann bestimmt. Sein Nachfolger, Fürstbischof Christoph Franz von Hutten ließ in den folgenden fünf Jahren (Amtszeit von 1724 bis 1729) das erste Vierflügelkarreé um Hof des Nordflügels fertigstellen und bezog die erste Bischofswohnung in den heute „Ingelheim-Zimmer“ genannten Räumlichkeiten.

Unter dem jüngeren Bruder von Johann Philipp Franz, Friedrich Karl von Schönborn (Amtszeit von 1729 bis 1746), kamen die Bauarbeiten weiter in Fahrt. Er beschloss 1930 im Südflügel zu residieren und so wurde dort bis 1733 die zweite Bischofswohnung und bis 1744 der Rohbau der gesamten Residenz fertiggestellt. Er ließ dort auch die Hofkirche einrichten und sorgte in seiner Regierungszeit dafür, dass das Audienzzimmer südlich des Kaisersaals, das Spiegelkabinett

und der Weiße Saal fertiggestellt wurden. In die Zeit von 1749 bis 1754 fielen unter Karl Philipp von Greiffenclau zu Vollrads’ Herrschaft weitere Höhepunkte der Innenausstattung, wie das Treppenhaus, der Kaisersaal, der Gartensaal und die Hofkirche. Die Epoche des Würzburger Rokoko war somit vollendet. Balthasar Neumann erlebte die Ausgestaltung und Fertigstellung des Treppenhauses noch mit, starb aber kurz darauf. Unter dem nächsten Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim (Amtszeit 1755–1779) wurde die Residenz fertig ausgestattet und der Garten in seiner heutigen Form angelegt.

Der prunkvolle Residenzplatz liegt im Osten der Altstadt. Der Platz wird zur Altstadt hin durch die Hochschule für Musik begrenzt.

Im Norden des Platzes befindet sich das Palais Rosenbach, das um 1700 im Auftrag von Conrad Philibert von Rosenbach durch Antonio Petrini erbaut wurde. Ab 1720 mietete Johann Philipp Franz von Schönborn das Palais als vorübergehende Bleibe bis zur Fertigstellung seiner Wohnräume in der Residenz.

Heute wird das Palais Rosenbach durch das Bayerischen Landesamt für Finanzen und die Verwaltung des Staatlichen Hofkellers genutzt. 2008 wurde hier zudem eine Vinothek eröffnet.

Der Gesandtenbau schließt den Residenzplatz nach Süden ab und bildet das Gegenstück zum Palais Rosenbach im Norden. Das äußere Erscheinungsbild der beiden Gebäude ähnelt sich, mit der Bauzeit von 1765 bis 1768 ist der Gesandtenbau aber rund 65 Jahre jünger als sein nördliches Gegenstück. Der Architekt ist natürlich auch ein anderer, nämlich Johann Philipp Geigel. Das Palais war zur Unterbringung von Staatsgästen des Fürstbischofs bestimmt.

Um diese beiden Seiten des Residenzplatzes zu vereinheitlichen, wurden von Geigel um 1770 im Norden und im Süden des Platzes zwei Kolonnaden angefügt.

Beide Kolonnaden enden mit einer monumentalen Freisäule.

Der Frankonia-Brunnen von Ferdinand von Miller wurde von der Stadt Würzburg zu Ehren des am 12. März 1821 in der Residenz geborenen Prinzregenten Luitpold zu seinem 70. Geburtstag auf dem Residenzplatz errichtet. Zentrale Gestalt des Brunnens ist die gekrönte Franconia mit dem Würzburger Rennfähnlein in ihrer linken Hand, auf einem neobarocken Sockel stehend. Zu ihren Füßen sitzen bekannte Künstler, wie Walther von der Vogelweide, Matthias Grünewald und Tilman Riemenschneider.

1981 wurde die Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz als „außergewöhnliches barockes Gesamtkunstwerk“ in die UNESCO-Welterbeliste (nach dem Aachener Dom und zusammen mit dem Speyerer Dom) als drittes deutsches Bauwerk eingeschrieben. Wir schreiten durch den 55 Meter tiefen Ehrenhof auf der Stadtseite und gelangen von dort in
das Innere der Residenz.

Besondere Beachtung finden während unserer 45-minütigen Führung das Vestibül, der Gartensaal, das Treppenhaus, der Weiße Saal und der Kaisersaal.

Das Vestibül war vom Ehrenhof aus für die vierspännigen Kutschen der Gäste befahrbar. Sie konnten in die Residenz hineinfahren, im Vestibül wenden und direkt an der Treppe halten. Der Wendekreis einer solchen Kutsche betrug immerhin knapp 20 Meter. Die Breite des Raumes steht im Gegensatz zu seiner baulich bedingt relativ geringen Höhe, da sich direkt über dem Vestibül der hohe Weiße Saal befindet. Bei dem flach über den Raum gespannten Gewölbe des Vestibüls handelt es sich um eine für die damalige Zeit besondere technische Leistung.

Vis-à-vis des Eingangs schließt sich der Gartensaal östlich an das Vestibül an. Er ist einer der schönsten Räume der Residenz Würzburg. Sein Gewölbe wirkt wie ein luftiger Baldachin, der von zwölf schmalen Säulen aus hellem Marmor getragen wird.


Die Deckengemälde wurden 1749/50 von dem schwäbisch-bayerischen Maler Johann Zick geschaffen. Im großen, zentralen Bildfeld sind ein „Göttermahl mit der Vertreibung des Saturn aus dem Olymp“ sowie die „Rast der Diana“ dargestellt. Zick hatte sich nach der Fertigstellung seines Werkes vermutlich Hoffnung auf weitere Aufträge gemacht. Doch die „freudige Buntheit seiner Szenen“ und die Derbheit einzelner Figuren gefielen den Auftraggebern wohl nicht so gut. Zwei Figurengruppen aus poliertem Stuck von Antonio Bossi stehen in den Wandnischen gegenüber der Gartenseite.

Durch die Fenster des Gartensaals blickt man auf die prächtigen Blumenrabatte des Ostgartens, die nach historischem Vorbild bepflanzt sind.

Das Treppenhaus von Balthasar Neumann wurde wegen seiner Größe von 31 x 19 Metern und des dazugehörigen Deckengewölbes von zeitgenössischen Architekten sehr kritisch gesehen; ein Kollege wettete darauf, dass das Gewölbe nach Abnahme des Baugerüsts einstürzen würde, verlor aber die Wette. Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 zeigte sich die außerordentliche Stabilität des Gewölbes, bei der es sogar dem Gewicht des darüber einstürzenden Dachstuhls standhielt.

Das Gewölbe ziert das größte zusammenhängenden Deckenfresko der Welt auf 677 m² Fläche. Es stammt vom berühmtesten Freskenmaler seiner Zeit, dem venezianischen Meister Giovanni Battista Tiepolo und von seinen Söhnen. Das Thema des Werkes ist die Verherrlichung des Hausherrn, Fürstbischof Karl Philipp von Greiffenclau zu Vollrads. Er schwebt in einem Medaillon über Europa als Bewahrer und Förderer der Künste.

Er wird von der ganzen Welt gefeiert, symbolisiert durch vier Frauengestalten, die jeweils auf einem für ihren Kontinent typischen Tier reiten. Als Stellvertreter der Künste sind Balthasar Neumann für die Architektur, Antonio Giuseppe Bossi für die Bildhauerei und Giovanni Battista Tiepolo selbst für die Malerei im Bild verewigt.

Der Weiße Saal gilt als das Hauptwerk von Antonio Giuseppe Bossi. Er hat in nur neun Monaten (von 1744 bis 1745) den großen Festsaal mit Freihand-Stuckfiguren ausgeschmückt. Drachen und Pfauen, Trophäen in den Ecken und die Stuckverzierungen an der Decke sind meisterlich.

Diese weisen mit Waffen, Rüstungen und Hoheitszeichen, sowie mit den Reliefs der Kriegsgottheiten Mars und Bellona auf die ursprüngliche Zweckbestimmung als Saal der fürstbischöflichen Garde hin. Die Zier des Ofens, der Adler und die vier Jahreszeiten-Putti aus Terrakotta schuf sein Neffe Materno Bossi, der auch die Nische stuckierte. Der in weißer und lichtgrauer Farbe gehaltene Raum im Rokokostil steht dabei im Kontrast mit dem Treppenhaus und dem jetzt im Rundgang folgenden Kaisersaal, beide im Barockstil gestaltet.

Mit dem Kaisersaal schuf Balthasar Neumann den repräsentativen Höhepunkt der Residenz zu Würzburg. Zwanzig fast 9 Meter hohe Halbsäulen aus rötlichem Stuckmarmor tragen eine große ovale Kuppel.

Die Ausstattung wurde bis zum Jahr 1753 von Antonio Bossi und Giovanni Battista Tiepolo gemeinsam angefertigt. Die drei Deckenfresken von Tiepolo zeigen die Geschichte des Bistums Würzburg zu Zeiten von Kaiser Friedrich I. Barbarossas in glanzvoller Weise.

Auf dem südlichen Fresko ist die Trauung des Kaisers mit Beatrix von Burgund durch den Würzburger Fürstbischof im Jahr 1156 zu sehen. Auffällig ist, dass der Bischof auf dem Bild das Antlitz des Bauherrn Karl Philipp von Greiffenclau-Vollraths trägt und nicht das des damaligen Bischofs Gebhard von Henneberg, zudem lässt der Fürstbischof den Kaiser bei der Trauung vor sich Knien. Die Botschaft lautet: Der Würzburger Bischof macht das Fortbestehen des Kaiserhauses und des Reiches möglich.

Gegenüber ist die Belehnung des Würzburger Bischofs Herold von Höchheim mit dem Herzogtum Franken durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa auf dem Reichstag zu Würzburg im Jahr 1168 zu sehen. Jetzt ist es der Kaiser, der den Bischof vor sich knien hat. Auch Bischof Herold, der nun zu den Fürsten des Reiches gehört, wurde mit dem Antlitz des Karl Philipp von Greiffenclau dargestellt.

Die Kaiserzimmer schließen nördlich und südlich an den Kaisersaal an. Als erstes kommt jeweils ein Vorzimmer, gefolgt von einem Audienzzimmer und einem Schlafzimmer. Sie waren für die Unterbringung hoher Gäste konzipiert. Gänge für die Dienerschaft ermöglichten einen diskreten Service für die Gäste und auch die Öfen konnten von dort aus beheizt werden.

Die nördlichen Kaiserzimmer schließen mit dem Spiegelkabinett ab. Das Zimmer ist komplett mit Spiegeln ausgestattet, die durch vergoldete Stuckierungen von Antonio Bossi verbunden sind. Die Spiegel sind mit Hinterglasmalereien verziert.
.
Von 1806-1814 war das ehemals fürstbischöfliche Würzburg ein weltliches Großherzogtum, regiert von dem aus Florenz vertriebenen Großherzog Ferdinand III. von Toskana. Die während dieser sogenannten „Toskana-Zeit“ neu angeschafften Möbel für die Residenz gehören zu den wertvollsten Stücken des Empire.

Eine große Rarität ist das über 200 Jahre alte Karussell mit Spielzubehör, das Großherzog Ferdinand für seine Kinder anfertigen ließ. 1814 wurde Würzburg bayerisch und Kronprinz Ludwig residierte in der Folge in Würzburg. So kam es, dass der spätere Prinzregent Luitpold 1821 in der Würzburger Residenz geboren wurde. Unser Führung ist hier beendet und wir gehen durch den Ehrenhof in die Hofkirche.

Bei der Planung der Hofkirche zur „Allerheiligsten Dreifaltigkeit“ stand Balthasar Neumann vor der Aufgabe die Fassade der Residenz in ihrer Einheitlichkeit zu bewahren. So hat die Hofkirche nur auf der rechten Seite Fenster, während diese links durch Spiegel ersetzt wurden, die das Licht reflektierten. Die bei Neumann üblichen Säulen lenken von diesem Fenster-Trick geschickt ab.

Die beiden Seitenaltäre malte Giovanni Battista Tiepolo. Auf dem rechten Altarbild ist die Himmelfahrt Mariens dargestellt, links der Sturz des Engels Luzifer. Flankiert werden diese Ölgemälde von Marmorskulpturen von Johann Wolfgang van der Auweras. Bei Maria stehen Kaiserin Kunigunde und Kaiser Heinrich II., bei Luzifer der Erzengel Gabriel sowie der Schutzengel Raphael. Auch der vordere Hauptaltar wird begleitet von zwei Marmorskulpturen Auweras, den Heiligen Kilian und Burkard.
Danach nehmen wir das Tor neben dem Gesandtenbau und betreten den
Hofgarten.
Er liegt am Rande der barocken Stadtbefestigung, die mit ihren massiven Stützmauern das Areal noch heute im Osten begrenzt. Das zu den Bastionen hin stark ansteigende Gelände des Ostgartens wurde in einzelne, in sich geschlossene Gartenpartien aufgeteilt und im Stil des Rokoko mit einer Fülle von in Form gestutzten Obstbäumen, Kübelpflanzen, Blumenbeeten, Hecken, Spalieren und Laubengängen ausgestattet.

Der rechteckige Südgarten mit den großen Figurengruppen „Raub der Europa“ und „Raub der Proserpina“ und dem Felsenbrunnen in der Mitte ist im Gegensatz zum Ostgarten völlig eben.

Schon vor 250 Jahren öffnete Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim den damals neu angelegten Hofgarten für die Allgemeinheit.

Rund ums Rathaus.
Wir laufen jetzt durch die Hofstraße zum Rathaus, das aus mehreren, unterschiedlich alten Gebäuden besteht. Der älteste Teil ist der Grafeneckart, ein mittelalterlicher Geschlechterturm aus dem Jahr 1100 und der älteste erhaltene romanische Profanbau der Stadt Würzburg.

1316 erwarb ihn die Würzburger Bürgerschaft und nutzte ihn als Rathaus. Im Jahr 1456 wurde der Grafeneckart-Turm mit einer Feuer- und Stundenglocke, sowie einer Turmuhr ausgestattet. Seit 1918 gibt es im Grafeneckart den Ratskeller. An der Karmelitenstraße steht der Erweiterungsbau im Stil der Neorenaissance, erbaut von 1898 bis 1899.

Der südliche Zugang zum Rathaus befindet sich zwischen dem Grafeneckart und dem Erweiterungsbau in dem leicht zurückversetzten „Roten Bau“ mit seinen drei Portalen im Erdgeschoss. Die Fassade aus rotem Sandstein mit dem schönen Volutengiebel im Stil der Renaissance wurde 1659 fertiggestellt.

Wir durchqueren das Erdgeschoß des „Roten Hauses“ in Richtung Norden und kommen auf der anderen Seite in einem Hof raus, der vom „ehemaligen Klostergebäude der unbeschuhten Karmeliten“ an drei Seiten umschlossen und zur Rückermainstraße hin offen ist.

Heute gehört diese barocke Dreiflügelanlage aus dem Jahr 1720 ebenfalls zum Rathaus. Im Hauptgebäude mit der Adresse Rückermainstraße 2 befindet sich im 1. Obergeschoss der Ratssaal.

Wir gehen jetzt links hinunter in die Karmelitenstraße. Dort steht der hübsche Fischerbrunnen aus Kalkstein mit zwei Figuren, von denen eine eine Angel und die andere einen Kescher hält. Der Brunnen von 1770 ist dem Rokoko zuzuordnen und wurde gefertigt von Daniel Köhler.

Schräg gegenüber sehen wir den barocken Amtshof des Ritterstifts St. Burkard aus den Jahren 1716 bis 1721. Der erste Besitzer war wohl ein „Rüger am Main“, daher auch die in Würzburg gängige Bezeichnung Rückermainhof für dieses prächtige Gebäude. Wir folgen nun der Marktgasse und kommen zum

Gasthof zum Stachel in der Gressengasse 1. Das heutige Weinlokal war zur Zeit der Bauernkriege 1525 ein Treffpunkt der Aufständischen, wobei ein gewisser Götz von Berlichingen einer der militärischen Heerführer bei den Aufständigen war.

Der Vordere Gressenhof ist ein markantes Adelspalais der Spätrenaissance am Marktplatz 1. Das 1591 errichtete Gebäude beherbergt die „Fürstlich Castell’sche Bank“ und ist für seinen prunkvollen Eckerker bekannt.

Auf dem Marktplatz mit der Marienkapelle

steht gerade das Würzburger Weindorf (29. Mai – 7. Juni 2026). Hier werden an Buden, umstellt von Tischen im Freien, über 100 fränkische Weine von regionalen Winzern und traditionelle fränkische Speisen angeboten, ein guter Grund hier eine Mittagspause zu machen.

Die Marienkapelle ist ein gotischer Kirchenbau aus dem späten 14. Jahrhundert an der Nordseite des Marktplatzes. Der Chor wurde am Feiertag Maria Himmelfahrt (am 15. August) 1392 geweiht.

Als das Langhaus der Kirche 1441 größtenteils fertiggestellt war, begann man an der Nordwestecke mit dem Bau des 70 Meter hohen Turms.

Im Jahr 1713 bekam der Turm eine vom Goldschmied Martin Nötzel nach einer Vorlage von Jakob van der Auwera gefertigte bekrönenden Marienfigur. Die 3,45 Meter hohe goldene Doppelmadonna kann sich wie eine Wetterfahne drehen.
Die drei im 15. Jahrhundert entstandenen Portale mit Tympanon sind zwischen die Strebepfeiler gespannt und der Wand vorgeblendet. Das Südportal weist dabei die reichste figürliche Ausstattung auf. Dessen Tympanon zeigt die Krönung Mariens, seitlich stehen die Jungfrauen Barbara und Katharina.

Die Sandsteinfiguren Adam und Eva (1491-1493) seitlich des Südportals sind Kopien eines Werkes. 
Die Originale befinden sich im Mainfränkischen Museum auf der Festung Marienberg. Der Stadtrat forderte damals von Riemenschneider eine „meysterliche“, gemeint ist damit eine eigenhändige Fertigung. „Adam und Eva“ gelten als Meilenstein der spätgotischen Plastik, da sie den Menschen erstmals jung, nackt und naturalistisch zeigen.
Das Grabmal des Ritters Konrad von Schaumberg im Innenraum ist ein Original Riemenschneiders aus dem Jahr 1499. Zu den Gräbern wichtiger Würzburger Bürger in der Marienkapelle zählt das von Balthasar Neumann.

An die Kirchenmauer angebaut sind bereits seit 1437 die sog. „Schwalbenlädle“ (Kramläden), die der Kirche erhebliche Mieteinnahmen einbrachten und noch heute eine Vorstellung vom Geschäftsleben des Mittelalters vermitteln. Einer dieser Läden ist das kleinste Café in Würzburg. Marktplatz 7.

Das Haus zum Falken trug ursprünglich die Bezeichnung „Hof zur Burgpfarre“ und diente ab 1338 als Wohnung für den Dompfarrer. Das Haus wurde 1735 vom Gastwirt Franz Thomas Meißner aufgekauft und zum „Gasthaus zum Falken“ umgestaltet.

Meißners Witwe ließ 1751 die dreigiebelige, mit schönem Stuck verzierte Rokoko-Fassade gestalten. Bis ins 19. Jahrhundert beherbergte das dreigeschossige Falkenhaus Würzburgs einzigen Konzert- und Tanzsaal. Das Haus wurde 1939 von der Stadt Würzburg gekauft.

Seit 1952 beherbergt das Haus neben der Touristen-Information die zentrale Stadtbücherei der Stadt Würzburg. Marktplatz 9.

Am Südrand des Marktplatzes steht das alte Kaufhaus am Markt (Marktplatz 14), aus dem Jahr 1740. erbaut von Balthasar Neumann. Jetzt zieht es uns wieder an den Main.

Die Alte Mainbrücke
ist das Wahrzeichen von Würzburg. Die erste, romanische Steinbrücke an dieser Stelle wurde schon um 1120 unter dem Dom- und Stadtbaumeister Enzelin errichtet, zuvor gab es dort eine Fähre. Diese Brücke wurde bei den Hochwassern 1342 und 1442 teilweise zerstört und durch die regelmäßige Holztrift auf dem Main zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen. Daher wurde das Bauwerk nach mehr als 350 Jahren Standzeit ab 1476 ersetzt.

1488 waren die Steinpfeiler aus Muschelkalk fertiggestellt. Der Brückenüberbaut zwischen den Pfeilern war anfangs eine Holzkonstruktion. Ab 1512 wurden die acht Öffnungen nach und nach mit Steingewölben überbrückt. Im Jahr 1720 wurden auf der Südseite der 185 Meter langen Brücke sechs barocke Heiligen-Statuen aufgestellt. Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn ließ um 1730 auf der Nordseite der Brücke weitere sechs knapp fünf Meter hohe Sandsteinfiguren aufstellen. Bis 1886 war die Alte Mainbrücke zu Würzburg der einzige Flussübergang der Stadt. Heute darf sie nur noch von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden.

Auf der Westseite angekommen, kann man zur Festung Marienberg aufsteigen oder 400 Meter Mainaufwärts am Fluss entlang zur ehemaligen

Klosterkirche St. Burkard laufen. Sie ist nach der Marienkirche auf der Festung die zweitälteste Kirche Würzburgs. Das Benediktinerkloster St. Burkard bestand von 983 bis 1464 und war danach ein Ritterstift bis zur Säkularisation.

Hinter St. Burkard schmiegt sich das „Käppele“ an den bewaldeten Hang des Nikolausberges. Die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung wurde nach Plänen von Balthasar Neumann zwischen 1748 und 1750 erbaut. Eine damals knapp 100 Jahre alte Gnadenkapelle wurde dabei in die neue Kirche integriert. Ein Kreuzweg mit seinen 14 Stationen führt über Treppen und Terrassen der Mainleite hinauf zur Kirche und ist einer der größten und längsten seiner Art in Deutschland.

Wir drehen jedoch auf Höhe der 300 Meter langen Schleusenkammer um, die gerade ein elegantes Flusskreuzfahrtschiff auf seinem Weg zum Rhein nutzt, und kaufen uns einen Brückenschoppen.

Der Brückenschoppen in Würzburg ist seit mittlerweile mehr als 15 Jahren eine liebenswerte, neue Tradition geworden. Insbesondere nach Feierabend und vor dem Sonnenuntergang treffen sich Einheimische und Gäste auf ein Glas fränkischen Weins auf der Alten Mainbrücke und genießen den schönen Blick auf die Festung Marienberg, die Weinlage Schlossberg, den Main mit der Staustufe Würzburg und die Altstadt.

Der Wein wird von einigen gastronomischen Anbietern in einem 1/4 Liter-Glas und nicht in Plastik-, Bambus- oder gar Pappbecher stilvoll ausgeschenkt und direkt am östlichen Brückenaufgang durchs Fenster oder eine Durchreiche verkauft.

Bevor wir heute in unser Hotel zurückkehren, stehen noch der Dom und das Neumünster zur Besichtigung an. Die Domstraße führt geradewegs von der Alten Mainbrücke zum
Würzburger Dom,
der dem Heiligen Kilian geweiht ist. Mit seiner Doppelturmfassade und einer Gesamtlänge von 105 Metern ist er das viertgrößte romanische Kirchengebäude Deutschlands und ein Hauptwerk deutscher Baukunst zur Zeit der salischen Kaiser.


Hierbei handelt es sich bereits um den dritten Dombau in Würzburg, nachdem die ersten beiden, erbaut um 787 und 855, durch Feuer ganz oder teilweise zerstört worden waren. Die heutige romanische Kirche wurde ab 1040 von Bischof Bruno erbaut. Die Seitenschiffe wurden um das Jahr 1500 im Stil der Spätgotik umgestaltet.
Die reich verzierte Kanzel im Würzburg Dom wurde von Michael Kern in den Jahren 1608/09 geschaffen und besteht aus den Materialien Sandstein, Holz und Alabaster.

Die barocke Neugestaltung des Dominneren begann schon vor 1627 und wurde nach einer Unterbrechung im Dreißigjährigen Krieg in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts weiter vorangetrieben. Aus dieser Zeit sind drei Altarbilder erhalten geblieben: „Christus am Ölberg von 1660, „Die Enthauptung Johannes des Täufers“ und „das Martyrium des Heiligen Kilian“, beide von 1659.

Seit dem 13. Jahrhundert bis Ende des 16. Jahrhunderts wurden die Herzen der Würzburger Bischöfe im Kloster Ebrach, die Eingeweide in der Kapelle der Würzburger Marienburg und die Körper hier im Dom von Würzburg bestattet.

Nach Entwürfen von Johann Wolfgang van der Auwera wurden aus Carrara-Marmor sechs weiße Statuen für die Seitenaltäre und den Hauptaltar geschaffen. Die Altarblätter aus dem Jahr 1752 stammen von Giovanni Battista Tiepolo.

Antonio Giuseppe Bossi fertigte 1734 die Marmor-Stuckaturen im Würzburger Dom. Von ihm stammt zudem auch eine Marienstatue aus Stuck gefertigt.

Die Schönbornkapelle im Dom wurde ab 1721 unter Balthasar Neumann als Grablege für die Familie Schönborn gebaut. Sie gilt als eine der schönsten barocken Raumschöpfungen in Deutschland. Hier wurden die Bischöfe Johann Philipp von Schönborn († 1673), Johann Philipp Franz von Schönborn († 1724), Lothar Franz von Schönborn († 1729) und Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim († 1746) bestattet.

Im spätgotischen Kreuzgang, der zwischen 1423 und 1463 entstand, befinden sich Grabsteine der ehemaligen Domkapitulare und Domvikare vom 15. bis 18. Jahrhundert.

Das Neumünster entstand im 11. Jahrhundert an der Stelle eines Gedenkortes für die drei Frankenapostel, den vermutlich schon der zweite Bischof von Würzburg Megingaud hier während seiner Amtszeit von 754 bis 769 einrichten ließ. An diesem Gedenkort ließ er zuerst den ersten Bischof Burkard beisetzen und wurde nach seinem Ableben selbst dort beigesetzt.

Der Deckel seines Sarkophags befindet sich heute in der Krypta des Neumünsters. Die Inschrift auf dem Deckel ist die älteste Monumentalinschrift Frankens nach der Römerzeit.

Das Neumünster wurde als doppelchörige romanische Basilika mit zwei Querhäusern erbaut und später barock umgestaltet. Die barocke Ausstattung dazu stammt u. a. von den Brüdern Dominikus und Johann Baptist Zimmermann. Erhalten geblieben ist auch der Hauptaltar mit dem Gemälde „Johannes auf Patmos“, 1724 geschaffen von Johann Baptist.

Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurde die Kirche schwer beschädigt und dabei die Frankenapostelbüsten vernichtet, die um 1508 von Tilman Riemenschneider geschaffen wurden. Glücklicherweise hatte Heinz Schiestl im Jahr 1910 schon die Kopien der Büsten angefertigt, die heute am Altartisch zu sehen sind.


An der Nordseite des Neumünsters befindet sich das „Lusamgärtchen“ mit dem Nordflügel des romanischen Kreuzganges von 1170, von dem noch 16 Arkaden erhalten geblieben sind. Der Ort diente auch als Friedhof.

Seit 1930 erinnert hier ein vom Bildhauer Fried Heuler geschaffener Gedenkstein in Form eines Hochgrabs an den 1230 verstorbenen Minnesänger Walther von der Vogelweide, der mit hoher Wahrscheinlichkeit auch hier begraben liegt.
3. Tag: Nach dem Frühstück fahren wir mit einem Bus zum nahen Hauptbahnhof, deponieren unser Gepäck dort und steigen in die „Kulturlinie“ 9 ein. Der Bus bringt uns hinauf zum Höchberger Tor, dem Westeingang der

Festung Marienberg.
Die erste Befestigung Virtebuch auf dem Marienberg bestand wohl nur aus Palisaden und einem Erdwall. Eine hohe Ringmauer aus Stein mit gedecktem Wehrgang wurde erst unter Bischof Konrad von Querfurt errichtet. Der Eingang der Festung im Westen wurde mit einem Halsgraben und einer Zugbrücke gesichert.
Konrad von Querfurt hatte viele Ämter inne: Er war von 1194 bis 1199 Bischof von Hildesheim und gleichzeitig von 1194 bis 1201 Reichskanzler zweier staufischer Herrscher des Heiligen Römischen Reiches, erst unter Kaiser Heinrich VI., der ihn zudem 1196 zum Generallegaten für Apulien, Italien und Sizilien ernannte. Er war Kommandeur der Flotte des Deutschen Kreuzzugs ins Heilige Land und erreichte im September 1197 mit seinem Heer die Kreuzfahrerfestung Akko. Die Kreuzfahrer eroberten von Tyros aus noch Sidon, Beirut und Gibelet, bevor sie die Nachricht vom Tod des Kaisers erhielten und nach Mitteleuropa zurückkehrten. Der Bruder Heinrich VI., Philipp von Schwaben, bestätigte als König des Heiligen Römischen Reiches den Bischof als Reichskanzler und ernannte ihn zusätzlich zum Bischof von Würzburg. Philipp von Schwaben lebte jedoch in Streit mit den Welfen um die Nachfolge von Kaiser Heinrich VI. und so musste der Reichskanzler und Bischof Konrad von Querfurt seine Festung in Würzburg gegen die Welfen schützen.
Durch seine Teilnahme am Deutsche Kreuzzug hatte Konrad von Querfurt viele Festungen gesehen und kannte sich mit dem Festungsbau aus. Unter Konrad von Querfurt begann auch der Bau des Bergfriedes, sowie des nördlichen Fürstenbaus.

Man nimmt an, dass die Außenwände der heutigen Gebäude auf den alten Mauern der Festung Querfurts aufsitzen – Teile dieses Nordbaues sind noch von außen zu sehen.

Der Aufstieg zur Festung durch Tore und Bastionen.
Wir gehen von der Bushaltestelle durch das von Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg im Jahr 1684 in Auftrag gegebene Innere Höchberger Tor in Richtung Schönborntor. Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn sah sich nach der Eroberung durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg gezwungen die Festung zu verstärken.

Die Tordurchfahrt des Schönborntores von 1649 ist deutlich gekrümmt. Dies sollte ein Durchschießen der geschlossenen Tore unmöglich machen, da die Kugeln an der Wand abgeprallt wären. Früher war das Tor außen mit einer Klappbrücke ausgestattet, die über einen Graben führte. Die eisernen Rollen für die Ketten sind noch erhalten, daneben besaß das Tor auch ein Fallgitter, dessen Führung noch zu sehen ist.

Hinter dem Torausgang sehen wir rechts das Gebäude der Alten Wache. Es folgt der Greiffenclauhof, der nach Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau benannt ist, der in der letzten Ausbaustufe hier 1708 den Kommandantenbau und das Neue Zeughaus errichten ließ.

Im Neuen Zeughaus befindet sich heute das Mainfränkische Museum. Außerdem erweiterte von Greiffenclau nochmals die Befestigung mit dem Äußeren Höchberger Tor im Nordwesten in der Nähe der Bushaltestelle.

Durch das Echtertor erreichen wir den Hof der Echtersche Vorburg. Hier befindet sich der Sitz der Verwaltung, wo wir die Karten für die Führung erwerben können.

Im Burghof wird zurzeit gebaut und die Hofstuben, die Bibliothek und das Alte Zeughaus werden grundlegend (bis hinauf in den Dachstuhl) renoviert. Aus Sicherheitsgründen ist der Zugang durch das Scherenbergtor für den individuellen Publikumsverkehr gesperrt.
Die Burgführungen finden auf dem gesamten Burggelände weiterhin statt. Die Führungslinie wird dem Stand der aktuellen Baumaßnahmen jeweils angepasst. Die Marienkirche ist nur im Rahmen der Führung zu besichtigen.
1572 kam es zu einem Großbrand, wobei Teile der Burg zerstört wurden. Fürstbischof Julius Echter ließ danach die Burg im Stil der Renaissance um- und ausbauen, das Erscheinungsbild aus dieser Zeit blieb bis heute erhalten.
Die Anlage wurde dabei auch um einen zweiten Hof bis zur Echterbastei erweitert, die Echtersche Vorburg. Ziel war es, die flache Westseite besser abzusichern und neuen Raum zu gewinnen. Im Westen entstand die Echterbastei, im Süden Stallungen und in der Mitte des zweiten Hofes die Pferdetränke.

Wegen der Renovierungsmassnahmen können wir heute nicht durch das Scherenbergtor in den Hof der Hauptburg gelangen. Das doppeltürmige Tor entstand 1482 unter Fürstbischof Rudolf II. von Scherenberg.

Wir müssen zurück durch das Echtertor und unterhalb des Kiliansturms entlang des Scherenbergzwingers um die Vor- und Hauptburg laufen. Hier an der Nordseite gibt es einen versteckten Zugang über eine steile Treppe zum Kammerbau der Hauptburg, von wo aus wir in den Burghof kommen.

Die Hauptburg verfügt über vier Türme.

Im Nordwesten befindet sich der Kiliansturm, der in der Zeit von Rudolf II. von Scherenberg entstand und unter Julius Echter seine Kuppelhaube und die goldene Figur des Heiligen Kilian erhielt.
Im Nordosten steht der Marienturm, der von Julius Echter beim Umbau im Stil der Renaissance aus optischen Gründen hinzugefügt wurde. Er hatte keine Bedeutung für die Verteidigung der Festung. Auf seiner Spitze steht eine goldene Madonna.
Der Randersackerer Turm aus dem Jahr 1308 befindet sich an der südöstlichen Ecke der Hauptburg.

Er ist er älteste Eckturm der Hauptburg und musste von den Würzburger Bürgern als Strafe für einen fehlgeschlagenen Aufstand gegen Fürstbischof Andreas von Gundelfingen errichtet werden. Die Turmspitze ist bekrönt mit einer vergoldeten Sonne mit Mond und Stern. Südlich angebaut ist der kleinere runde Küchenturm.

Schon um 1200 begann unter Konrad von Querfurt der Bau des Bergfriedes in der Mitte des Burghofes. Mit der Marienkirche gehört der Bergfried zu den ältesten erhaltenen Teilen der mittelalterlichen Burg. Der runde, freistehende Turm aus Bruchsteinmauerwerk mit einer Wandstärke von 2,5 Meter ist 40 Meter hoch.

Der Burgbrunnen war zum Schutz gegen Kanonenbeschuss grob eingemauert. Die Tiefe von der Einfassung bis zur Sohle beträgt 102 Meter. Er wird durch zwei Quellen in der Tiefe und durch Sickerwasser gespeist. Der Brunnenbau war nötig um im Fall einer Belagerung Wasser zu haben. Der Schacht wurde um das Jahr 1200 in Handarbeit errichtet. Bis zu 75 Metern Tiefe ist der Schacht gemauert, dann aus dem Felsen gehauen.

Ab dem 13. Jahrhundert wurde die Hofhaltung der Fürstbischöfe auf dem Marienberg eingerichtet. Hermann I. von Lobdeburg war der erste Fürstbischof, dem die Festung ab 1253 als Quartier diente. Nach und nach wurden alte Zeughaus an der Westseite, der Hofstubenbau und die Bibliothek an der Südseite, der Fürstenbau an der Ostseite und der Kammerbau an der Nordseite errichtet. Fürstbischof Julius Echter ließ später den Südflügel zur Winterwohnung ausbauen und die Bibliothek einrichten.

Der merowingische Rundbau der Marienkirche aus dem Jahr 706 steht im inneren Burghof und ist eine der ältesten Kirchen Deutschlands. Um 700 hat Herzog Heden für seine Tochter Immina ein Kloster auf dem Würzburger Marienberg gestiftet. Immina soll bis zur Gründung des Bistums Würzburg im Jahre 742 über 40 Jahre lang dieses Nonnenkloster mit der Marienkirche geleitet haben.

Weiter ist bekannt, dass die Kirche 983 als Pfarrkirche dem Burkarder Kloster übergeben wurde. Unter Bischof Heinrich I. wurde die Marienkirche unter Einbeziehung des alten Kerns zu Beginn des 11. Jahrhunderts im Stil der Romanik erweitert.

Die Kirche entwickelte sich bald zu einer Marienwallfahrtsstätte und wurde fürstliche Hofkirche als die Hofhaltung auf die Burg verlegt wurde.

Nach einem Brand im Jahr 1600 ließ Fürstbischof Julius Echter den Hochchor erweitern und eine Balustrade anfügen und auf einem neuen halbkugelförmigen Dach eine Dachlaterne als Glockenstuhl aufsetzen.


In der Echterzeit wurde ebenso der Innenraum im Renaissancestil ausgestaltet und mit Stuckaturen verziert.
Im Zentralbau der Kirche befindet sich eine Grabstätte mit Grabplatten mit den Reliefs von 20 Würzburger Bischöfen. Wie bereits im Kapitel über den Würzburger Dom erklärt, wurden vom 13. Jahrhundert bis Ende des 16. Jahrhunderts die Herzen der Würzburger Bischöfe im Kloster Ebrach, die Eingeweide in dieser Kirche und die Körper im Dom von Würzburg bestattet.
Die getrennte Eingeweidebestattung wurde schon während der Kreuzzüge praktiziert, als viele Kreuzfahrer fern von der Heimat verstarben. Damit der Leichnam den langen Rücktransport besser überstehen konnte war es üblich ihre Organe vor Ort zu entnehmen und separat zu bestatten, damit der Leichnam den langen Rücktransport besser überstehen konnte. Ab dem 17. Jahrhundert wurde diese Art der Bestattung als „Habsburgisches Begräbnisritual“ weltweit bekannt.

Wir verlassen den Burghof auf der Nordostseite über eine steile Treppe und befinden uns bald in einem Verteidigungsgang wieder, der mit Schießscharten ausgestattet ist.

Als 1720 die Residenz der Fürstbischöfe von der Burg in die Stadt hinunter verlegt wurde, behielt die Festung zunächst ihren militärischen Charakter. Eine weitere Treppe bringt uns hinunter zum Eingang in den

Fürstengarten.
Als Wohnsitz der Fürstbischöfe verfügte die Festung bereits im Spätmittelalter über einen Lustgarten am nordöstlichen Hang des Festungsberges, der aber im 17. Jahrhundert den neuen Bastionen weichen musste. Dafür wurde ab 1650 am heutigen Standort der Fürstengarten im Stil der Villengärten Italiens angelegt.

Auftraggeber war Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn, dessen Wappen an der Balustrade der Aussichtskanzel angebracht ist. Sein Nachfolger Johann Philipp von Greiffenclau ließ die Anlage um 1700 im Stil der Spätrenaissance weiter ausschmücken.

Da der Platz im Osten der Festung früher als Geschützplattform diente, bietet er eine besonders schöne Aussicht auf den Main mit der alten Mainbrücke,

die Kirche St. Burkard mit der Weinlage Schlossberg,

die Altstadt und die Weinlage Würzburger Stein. Unterhalb liegt
der Hauptbahnhof.
Dorthin fahren wir zurück mit der Kulturlinie 9.

Der Kiliansbrunnen vor dem Bahnhof ist ein Geschenk von Prinzregent Luitpold an seine Geburtsstadt, die zuvor ihm mit dem Frankoniabrunnen auf dem Residenzplatz ein Denkmal gesetzt hatte. Der Kiliansbrunnen besteht aus weißem Carrara-Marmor. Die 400 Kilogramm schwere bronzene Statue des Heiligen Kilian wurde vom Aschacher Bildhauer Balthasar Schmitt entworfen und in der Erzgießerei Ferdinand von Miller in München gegossen. Zur Enthüllung am Kilianstag 1895 war der Prinzregent persönlich anwesend.

Wir holen unser Gepäck und steigen in unseren ICE nach München. Würzburg war für uns auf alle Fälle eine Reise wert. Diese Reise fand im Juni 2026 statt, ich reiste mit meiner Frau. Diesen Beitrag auf YouTube anschauen: Beitrag folgt.
Alle Beiträge – Inhaltsverzeichnis
Weitere Berichte aus Franken, aus der Oberpfalz und aus Niederbayern:
- Bamberg – Weltkulturerbe in Oberfranken
- Coburg – zu Besuch in einer besonderen Residenzstadt
- Schwabach – Gold und Fachwerk in Mittelfranken
- Nürnberg – ein Rundgang durch die Altstadt
- Die Romantische Straße – Dinkelsbühl und Rothenburg
- Auf dem Donauradweg von Passau nach Linz
- Straubing – die schöne Herzogstadt an der Donau
- Regensburg – wo Steine sprechen können
- Der Donaudurchbruch bei Weltenburg
- An der Altmühl – mit dem Tourenrad oder Kanu
- Die Landshuter Hochzeit und die alte Herzogstadt an der Isar
to80countries