Auf dem Donauradweg von Passau nach Linz

Auf der zweitägigen Tour von Passau nach Linz sehen wir den Jochenstein, das Kloster Engelszell, die Burg Neuhaus und die Schlögener Schlinge.

Ich bin von Ameropa, dem Reiseveranstalter der Deutschen Bahn, auf eine Informationsreise für Reiseverkehrskaufleute auf dem Donauradweg eingeladen. Die Anreise erfolgt mit der Bahn nach Passau. Von dort gibt es einen Transfer zum „Golf- und Tagungshotel am Jesuitenschlössl“ in der Innstadt. Hier lerne ich die Mitreisenden und die Organisatoren kennen, bevor es zum Abendessen im Hotel geht.

Passau – Jesuitenkirche St. Michael am Inn
Die geschichtsträchtige Dreiflüssestadt Passau.

2. Tag / 42 km: Nach dem Frühstück begrüßt uns ein Stadtführer. Der Rundgang durch Passau führt über die Innbrücke und dann entlang des Flusses, an der im Jahr 1677 geweihten „Jesuitenkirche St. Michael“ vorbei zum Schaiblingsturm, der im Jahr 1250 auf einem Felsen am westlichen Ufer des Inns errichtet wurde.

Schaiblingsturm Passau

Er war Teil der Stadtbefestigung und bot zudem Schutz vor der Strömung des Alpenflusses am Landeplatz der Salzschiffe unterhalb des Turms.

Eisenbahnbrücke über den Inn bei Passau

Von hier haben wir einen schönen Blick auf die Eisenbahnbrücke über den Inn, das östliche Ufer, wo sich unser Hotel befindet und die Innstadt-Brauerei.

Innstadt Passau

Darüber ragt die barocke „Wallfahrtskirche Mariahilf“ mit dem Paulinerkloster empor. Eine Gebetsstiege mit 321 Stufen führt hinauf zum berühmten „Gnadenbild Maria Hilf“, einer im Jahr 1620 gefertigten großen Kopie eines kleineren Gemäldes von Lucas Cranach d. Ä., das sich seit 1650 im Hochaltar des Innsbrucker Doms befindet. Kaiser Leopold traf am 17. Juli 1683 mit seiner Familie und dem Hofstaat in Passau ein, da er aus Wien flüchten musste, das von den Osmanen belagert wurde.

Wallfahrtskirche Maria Hilf Passau

Der Kaiser betete täglich vor dem Marienbildnis bis zum 12. September 1683, als schließlich in der Schlacht am Kahlenberg bei Wien die türkischen Belagerer durch den König von Polen und Litauen und Oberbefehlshaber der „Katholischen Liga“ Johann III. Sobieski, im letzten Moment vernichtend geschlagen wurden.

Blick auf Mariahilf in Passau

Hinter dem Schaiblingsturm steht das „Kloster Niedernburg“. Im Jahr 739 wurde Passau Bischofsitz, 1010 wurde dem Kloster von Heinrich II. die Reichsunmittelbarkeit verliehen. 1042 trat seine Schwester Gisela, Witwe des König Stephan von Ungarn in das Kloster ein und wurde Äbtissin. Das Grab der „Seligen Gisela“ befindet sich in der romanischen Pfeilerbasilika Heiligkreuz des Klosters.

Passau – Mündung der Ilz

Wir laufen weiter zum Dreiflüsseeck. Hier fließen die Donau mit braunem Wasser gefärbt vom Boden des Ackerlands im Gäuboden aus dem Westen, die Ilz mit dem schwarzen Wasser aus den Moorgebieten nördlich von Passau und der grüne Inn aus den Alpen aus dem Süden kommend zusammen und fließen als Donau in den Osten weiter in Richtung Schwarzes Meer. Unterhalb des Zusammenflusses dominiert an der Oberfläche das grüne Wasser des Inns, obwohl die Wassermengen der zwei Flüsse im Jahresdurchschnitt fast gleich sind. Das liegt daran, dass die Donau 6,80 Meter tief ist und das Wasser des nur 1,90 Meter tiefen aber breiteren Inns zunächst obenauf fließt.

Passau – Veste Oberhaus

Die Stadt war schon von Kelten und Römern besiedelt. Im 6. Jahrhundert kamen die Bajuwaren. Im Jahr 999 wurde Passau Herzogssitz unter Bischof Christian. Auf dem Felsrücken zwischen Donau und Ilz ragt die im Jahr 1219 erbaute „Veste Oberhaus“ empor. Auf der anderen Seite in der Ilzstadt litten die Bewohner besonders unter dem Rekordhochwasser von 12,20 Meter im Juli des Jahres 1954. Das Wasser stieg dort damals bis zum ersten Stock der Häuser.

Flusskreuzfahrtschiffe in Passau

Am Donauufer gegenüber der Festung legen die zahlreichen Flusskreuzfahrtschiffe an. Am Kai steht das Rathaus, bestehend aus drei Gebäudeteilen mit dem ältesten Teil aus dem Jahr 1393.

Rathaus Passau

In ihm befindet sich auch die großen Wandbilder von Ferdinand Wagner aus dem Jahr 1890 „Einzug der Kriemhild in Passau“ mit Motiven aus der Nibelungensage und „Hochzeit Kaiser Leopolds“ mit Eleonore aus der Pfalz, die in Passau im Jahre 1676 stattfand.

Altstadt Passau

Hinter dem Rathaus bringt uns der Führer in die barocke Altstadt im Stil der Inn-Salzach-Architektur. Die blau angestrichenen Häuser waren früher Bäckereien, die roten Metzgereien und die grünen Gasthäuser.

Dom zu Passau

Der Stephansdom mit seinen zwei Zwiebeltürmen wurde nach dem großen Stadtbrand von 1662 in den Jahren 1668 bis 1693 neu aufgebaut. Im Inneren befindet sich die größte Domorgel der Welt mit 17.974 Pfeifen und 233 Register.

Domorgel zu Passau

Am Domplatz steht an der Stelle des ehemaligen Ballhauses aus dem Jahr 1645 das frühklassizistische „Fürstbischöfliche Opernhaus“, 1783 von Fürstbischof Joseph von Auersperg eingeweiht. Im Lambergpalais an der Westseite des Domplatzes wurde im Jahr 1552 der „Passauer Religionsvertrag“ ausgehandelt.

Wittelsbacherbrunnen in Passau

Am Residenzplatz mit dem Wittelsbacherbrunnen steht die „Neue Bischöfliche Residenz“ im Wiener Spätbarockstil mit einem schönen Rokoko-Stiegenhaus mit zartem Stuckdekor und in Blei gegossenen Laternenputten.

Neue Fürstbischöfliche Residenz Passau

Wir verabschieden uns von unserem Stadtführer und kehren in die Innstadt zurück. Hier erhalten wir unsere Fahrräder während unser Gepäck schon zum nächsten Übernachtungsort gebracht wird.

Service Passau:
Bahnanreise mit dem Bayernticket 2 Personen 32 €.
Dormero Hotel (ehemals Golf- und Tagungshotel am Jesuitenschlössl) bei Ameropa DZ ab 44 €.
Fahrradverleih ab/bis Passau für 2 Tage 28 € / für 3 Tage 39 €. Werbung:


Durch die Donauleiten zur Schlögener Schlinge.

Schon nach zwei Kilometer Fahrt erreichen wir bei herrlichem Frühlingswetter am südlichen Donauufer die österreichische Grenze. Der Fluss bildet auf den nächsten 20 Kilometern die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Dieser Abschnitt wird Donauleiten genannt.

Obernzell an der Donau - östlich von Passau

Auf der gegenüberliegenden Seite der Donau taucht der Markt Obernzell auf. Er liegt am Fuß des Bayerischen Waldes. Die Radlgruppe erreicht auf dem durch Blumenwiesen führenden Donauradweg die Schleuse und das Kraftwerk Jochenstein.

Jochenstein in der Donau, östlich von Passau

Der Jochenstein ist eine 42 Meter lange und 15 Meter breite Felseninsel im Strom. Der Bildstock darauf beherbergt die Heiligenfigur des Johannes Nepomuk, dem Patron der Schiffsleute.

Kloster Engelszell

Um 12:30 Uhr erreichen wir Engelszell. Wir werden vom Abt des Klosters Marius Hauseder begrüßt. Er steht dem Kloster seit 1993 vor. Das einzige Trappistenkloster Österreichs und wurde im Jahr 1293 gegründet. Die Stiftskirche mit ihrem 76 Meter hohen Turm ist eine der schönsten Rokoko-Kirchen in Österreich.

Stiftskirche Engelszell

Sie wurde von 1754 bis 1764 erbaut und ist mit wertvollen Kunstwerken ausgestattet. Charakteristisch für die Trappisten ist eine strenge Askese, vor allem in Form von Schweigen und Buße. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurden diese Regeln jedoch etwas gelockert.

Stiftskirche Engelszell

Traditionell bestimmen Gebet, Lesung und körperliche Arbeit den Tagesrhythmus der Mönche. Sechsmal am Tag versammeln sich die Mönche zum Stundengebet in der Klosterkirche oder im Oratorium. Durch ihre körperliche Arbeit solidarisieren sich die Mönche mit den einfachen Menschen, die durch körperliche Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen und die daher oft hart auf ihnen lastet. Die bekanntesten Produkte der Mönchen sind die Kosterliköre und der Trappistenkäse.

Donaufähre bei Engelhartszell

Nach der Führung nehmen wir die Radfähre ans nördliche Ufer. Die Donau bildet jetzt die geografische Grenze zwischen dem Mühlviertel und dem Innviertel in Oberösterreich.

Rast an der Donau

Fleißige Helfer haben für uns direkt am Donauradweg ein Picknick aufgebaut. So gestärkt geht es am nördlichen Ufer weiter bis Au.

Hotel Donauschleife

Die Donaufähre von Au nach Schlögen bringt uns zum „Hotel Donauschleife“, wo wir übernachten werden. Nach dem Zimmerbezug setzen wir uns auf die Terrasse und genießen bei einem Weissbier die wunderbare Aussicht. Nach dem Abendessen geht es noch auf die Kegelbahn im Keller.

Schlögener Schleife

Service Engelhartszell und Schlögener Schleife:
Kloster Engelszell – Kirchenführung mit Likörprobe ab 6 €.
Radfähre Engelhartszell 1 Person mit Fahrrad 2,20 €.
Radfähre Au-Schlögen 1 Person mit Fahrrad 2,50 €.
Hotel Donauschleife DZ für 2 All inclusive ab 130 €. Werbung:

Untermühl
Von der Schlögener Schlinge nach Linz.

3. Tag / 35 km: Das Wetter ist umgeschlagen und es ist heute bewölkt, gelegentlich scheint noch die Sonne, aber die Schauer überwiegen. Es geht heute am Südufer weiter zur nächsten Donauschleife nach Inzell.

Donauschleife von Inzell

Am Radweg steht die Severin-Kapelle, die Ende des 18. Jahrhunderts erbaut wurde, um die Fürbitte des heiligen Severin zu erflehen, da eine drei Jahre andauernde Schneckenplage die gesamte Vegetation vernichtet hatte und die Bevölkerung in bittere Not geraten war.

Schloss Neuhaus

Nach den Flussbiegungen bei Kobling, Exlau und Untermühl sehen wir auf der linken Seite des Donauradwegs Schloss Neuhaus auf der Anhöhe. Es wurde im 13. Jahrhundert für die Passauer Bischöfe als Stützpunkt für die Falkenjagd erbaut.

Wirtsgarten bei Aschach

Bei Aschach machen wir eine Pause in einem schönen Wirtsgarten unter alten Kastanienbäumen, bevor wir bei Brandstatt die Donau links liegen lassen und ins Nibelungenstädtchen Eferding fahren.

Lilo

Dort steigen wir mit unseren Rädern in die „Lilo“, die Linzer Lokalbahn, auch liebevoll „Rübenexpress“ genannt, weil auf den Ackerflächen rund um Eferding Zuckerrüben angebaut werden.

Linz – die Landeshauptstadt von Oberösterreich.

Vom Linzer Hauptbahnhof sind es dann nur 1,5 Kilometer zu unserem Übernachtungshotel „Courtyard by Marriott“.

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Hauptplatz Linz

Linz ist die wichtigste Industriestadt Österreichs, hat aber auch eine schöne Altstadt rund um den im Jahr 1230 angelegten Hauptplatz mit der Dreifaltigkeitssäule. Er ist 219 Meter lang und 60 Meter breit. und damit einer der größten Plätze Österreichs.

Hauptplatz Linz

Unsere Gruppe besteigt um 16:00 Uhr den „Linzer City Express“ und unternimmt eine kleine Stadtrundfahrt. Danach geht es nördlich der Donau im „Ars Electronica Center“ zu einer Führung durch das „Museum der Zukunft“.

Ars Electronica Center Linz

Hier werden verschiedene Kunst-, Wissenschafts- und Technologierichtungen angesprochen und miteinander verwoben, wie Bio- und Gentechnik, Neurowissenschaften, Robotik, Prothetik und Medienkunst. Alle Ausstellungen sind auf die Frage ausgerichtet, wie der Mensch mit seiner Umgebung umgehen kann und bieten dafür unterschiedliche Perspektiven.

Ars Electronica Center Linz

Die Besucher haben die Möglichkeit manches selbst auszuprobieren. Nach der Besichtigung sind wir zu einem Cocktailempfang in der „Sky Media Loft Bar“ eingeladen und erhalten Informationen über Linz als Europäische Kulturhauptstadt 2009.

Autobahnbrücke Linz mit Pöstlingsberg

Um 18:30 Uhr geht es zum Abendessen ins „Restaurant Keintzel“ im Alten Rathaus an der Ostseite des Hauptplatzes. Es ist bekannt für seine österreichische Spezialitäten wie Wiener Schnitzel mit Petersilerdäpfel, ausgelöstes Backhendl mit Erdäpfel-, Gurken- und Vogerlsalat und gekochtes Rindfleisch, ein Hüferscherzl, mit Crèmespinat und Erdäpfelschmarrn.

Anschließend gehen wir ins Landestheater Linz. Dort steht die Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß auf dem Programm.

Aussicht am Pöstlingsberg

Ein lohnender Ausflug, für den wir diesmal keine Zeit haben, geht auf den Pöstlingsberg nördlich der Donau mit einem schönen Blick über Linz und das Donautal. Auf den Pöstlingberg führt die steilste Adhäsionsbahn Europas direkt vom Linzer Hauptplatz aus.

Service Linz:
Hotel Courtyard by Marriott DZ ab 67 €
Trans World Hotel Donauwelle (ehem. Steigenberger Hotel) DZ ab 45 €
Linzer City Express 9 €   G y G
AEC-Museum  9,50 €
Pöstlingsbergbahn Berg- und Talfahrt 6,40 €.
Donauschiff Linz – Passau mit Wurm & Noé einfach 29 €,  H+R ab 31 €, Fahrrad 2 € pro Strecke. Werbung:

Radtouren an der Donau z.B. Passau – Wien in 7 Tagen – ab 319 € bei Ameropa buchen.

MFS Kaiserin Elisabeth in Passau
Auf der „MFS Kaiserin Elisabeth“ zurück nach Passau.

4. Tag: Um 07:45 Uhr startet die Busfahrt vom Hotel zur Schiffsanlegestelle Aschach. Dort steigen auf die „MFS Kaiserin Elisabeth“.

Donau bei Schloss Neuhaus

Die Fahrt am Schloss Neuhaus vorbei, durch die Schlögener Schlinge und durch die Schleuse Jochenstein dauert bis Passau knapp 5 Stunden. Vor dem Rathaus legen wir am Donaukai an.

Passau am Dreiflüsseeck

Am Bahnhof verabschieden wir uns von den Reisenden, die einen anderen Zug nutzen und steigen in den Regionalexpress nach München.

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Diese Reise fand im Mai 2006 statt, ich reiste mit einer Gruppe Reiseverkehrskaufleuten, Tarifstand Januar 2020.

Auf einer anderen Reise von Passau nach Linz im April 2010 hatte ich im Steigenberger Hotel Linz direkt an der Donau übernachtet. Meine Bewertung:

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