Regensburg – wo Steine sprechen können

Folgen Sie mir auf einem Spaziergang durch die alte Reichstadt Regensburg auf den Spuren der Kelten und Römer, von Karl dem Großen, Friedrich Barbarossa und Kaiser Karl V., in dessen Reich bekanntlich die Sonne niemals unterging.

Diesen Beitrag gibt es hier auch zum Hören (MP3):

Blick vom Grieser Steg auf die Donau mit der Steinernen Brücke
Die Donauinsel Untere Wöhrd.

Wir starten unseren Stadtrundgang auf der Donauinsel Untere Wöhrd. Hier siedelten sich schon im Mittelalter Fischer und Schiffsleute außerhalb der Stadtmauern an. Später kamen Betriebe dazu, die in der Altstadt keinen Platz hatten, wie Wäschereien, Lagerhallen, Ziegel- und Kalkbrennereien und ein Lazarett für Pestkranke am östlichen Ende der Insel.

Regensburg - Unter Wöhrd - Werftstraße

Schließlich wurde auf der Südseite der Insel in Sichtweite des Doms eine Werft erbaut. Heute befindet sich dort an der Werftstraße die Anlegestelle für Flusskreuzfahrten und Linienschiffe.

Blick von der Eisernen Brücke auf den Dom und das Donauschifffahrtsmuseum
Die Eiserne Brücke und zwei Museen.

Wir überqueren die Donau auf der Eisernen Brücke und haben von hier einen schönen Blick auf die Altstadt mit dem Dom und der Steinernen Brücke. Am Südufer der Donau befindet sich das

Regensburg - Haus der Bayerischen Geschichte - Museum

Museum – Haus der Bayerischen Geschichte. Das moderne, erst 2019 eröffnete Museum zeigt die jüngere Geschichte Bayerns auf 2.500 Quadratmetern. Die Dauerausstellung hat den Titel „Von 1800 bis heute“.

Regensburg - Radzugdampfer Ruthof/Érsekcsanád

Gleich westlich der Eisernen Brücke liegen zwei historische Donauschiffe, der Radzugdampfer Ruthof/Érsekcsanád aus dem Jahr 1923 und dem Motorzugschlepper Freudenau, Baujahr 1942.

Regensburg - Steinerne Brücke

Das Donau Schifffahrts-Museum hat an Bord der Ruthof eine Ausstellung eingerichtet, die Einrichtung der Schiffe ist im Original erhalten und ebenso wie die Dampfmaschine der Ruthof und der Dieselmotor der Freudenau zu sehen. Die Freudenau wird von Zeit zu Zeit für Sonderfahrten in Betrieb genommen.

Regensburg - Niedermünster

Das Niedermünster und die römischen Ausgrabungen.

Wir verlassen jetzt das Donauufer und gehen durch die Lindnergasse zum Niedermünster. Die erste Kirche wurde hier um das Jahr 700 n. Chr. erbaut. Das Stift Niedermünster wurde vom bairischen Herzog Tassilo III. 788 gegründet und im Jahr 1002 von König Heinrich II. zum Reichsstift erhoben.

Regensburg - Orgel im Niedermünster

Die Kirche wurde nach einem Brand im Jahr 1152 im romanischen Stil neu erbaut. In einem goldenen Schrein werden die Reliquien des Heiligen Erhard aufbewahrt.

Regensburg - der goldene Schrein des Heiligen Erhard

Unter dem Niedermünster kann man in einer Führung eine der größten deutschen Ausgrabungsstätten besichtigen. Über den Spuren des römischen Lagers „Castra Regina“ sind Mauerreste aus der karolingischen und ottonischen Zeit zu sehen.

Regensburg Niedermünster innen
Niedermünster – der Innenraum
Der Alte Kornmarkt mit der Herzogspfalz.

Nördlich vom Niedermünster befindet sich der Alte Kornmarkt der von vier weiteren interessanten Gebäuden umgeben ist. An der Ostseite sehen wir die Karmelitenkirche St. Josef im Stil des Italienischen Barocks.

Regensburg - Karmelitenkirche St. Josef

Seit 1721 wird im Kloster Karmelitengeist hergestellt. Im Süden schließt der Stift Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle den Platz ab. Die Alte Kapelle soll an der Stelle eines römischen Juno-Tempels stehen und ein frühes Zentrum der Christianisierung Bayerns gewesen sein.

Regensburg - Stift Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle

Bis zum Jahr 887 war sie die Pfalzkapelle der karolingischen, ottonischen und bairischen Herzöge. Auf der Westseite steht der Herzogssaal, ein letzter Überrest des Herzogspalastes aus dem Jahr 1196, den der erste Wittelsbacher Herzog Ludwig der Kelheimer an der Stelle der Herzogspfalz aus dem 6. Jahrhundert errichtete.

Regensburg - Römerturm

Der Römerturm nördlich der Domstraße gehörte wohl auch zum Herzogspalast der Wittelsbacher. Er diente als Wohn- und Wehrturm, hat im unteren Bereich vier Meter dicke Mauern und ist 28 Meter hoch.

Regensburg - Dom St. Peter
Die Domtürme – 105 Meter hoch
Der Dom St. Peter – ein gotisches Meisterwerk.

Über die Domstraße erreichen wir den Domplatz. Im Jahr 975 endete die Doppelfunktion des Abts von St. Emmeram als Bischof von Regensburg. Daher musste für den neuen Bischof ein Dom erbaut werden. Nach Bränden wurde 1275 mit dem heutigen Gebäude im Baustil der französischen Gotik begonnen.

Regensburg - Innenraum des Doms St. Peter

Dies wurde eine gewaltige, Jahrhunderte dauernde Aufgabe. 1443 war der Dom erstmals komplett überdacht, um 1500 war der Nordturm bis zum 2. Stockwerk fertiggestellt. Geldmangel und die Reformation stoppten für über 100 Jahre den weiteren Ausbau, der erst wieder im  17. Jahrhundert fortgesetzt wurde.

Regensburg - Dom
Hochaltar aus Silber und vergoldetem Kupfer 1695 – 1785

Nach der Barockzeit wurde ab 1827 auf Initiative von König Ludwig I. die Innenausstattung regotisiert und die Türme mit ihren Hauben fertiggestellt, so dass der Dom knapp 600 Jahre nach Baubeginn im Jahr 1872 vollendet werden konnte.

Regensburg - Domwerkstatt

Durch die Luftverschmutzung durch Kohleöfen wurden bald nach der Fertigstellung Schäden festgestellt. Nach dem deren Beseitigung für die Handwerker der Stadt schwierig war, wurde im Jahr 1923 die staatliche Dombauhütte für die Instandhaltung und Restaurierung des Doms gegründet. Sie ist dem Staatlichen Bauamt unterstellt und besteht aus einem Dutzend Mitarbeiter, die permanent beschäftigt sind.

Regensburg - Dombauhütte

Einen guten Überblick über die notwendigen Arbeiten kann man im Domgarten östlich der Kirche bekommen. Hier lagern  im Freien sogar komplette Fassadenteile und warten auf ihre Restaurierung.

Regensburg - Haus Heuport

Westlich des Domplatzes.

Gegenüber der Domfassade beeindruckt eine Zeile gotischer Patrizierhäusern bzw. Stadtburgen aus dem 14. Jahrhundert, das heutige Haus Heuport und das Hotel Kaiserhof.

Regensburg - Adlerbrunnen mit Hotel Kaiserhof

Davor steht der Adlerbrunnen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert mit Ziergitter und Renaissancedekor. Nach Westen gehen zwei mittelalterlich enge Gassen ab, die Kramgasse und der Watmarkt.

Regensburg - Kramgasse

Hier befinden sich traditionelle Einzelhandelsgeschäfte mit einem Stahlwaren-Sortiment, Goldschmiede, Buchläden und Antiquitätenhändler.

Regensburg - Kramgasse mit Domturm

Am anderen Ende der Kramgasse stoßen wir links auf den Goldenen Turm. Er ist ein Geschlechterturm aus dem 13. Jahrhundert, der mit 50 Meter Höhe der höchste seiner Art nördlich der Alpen ist. Heute sind 43 Studentenwohnungen im Goldenen Turm untergebracht.

Goldener Turm in der Wahlenstraße

Wir wenden uns nach rechts und gelangen auf den Kohlenmarkt, wo das Denkmal von Don Juan d`Austria steht, einem berühmten Sohn der Stadt.

Regensburg - Kohlenmarkt

Don Juan d`Austria ist aus einer Liaison des römisch-deutschen Kaisers Karl V. mit der Regensburger Gürtlerstochter Barbara Blomberg hervorgegangen und wurde berühmt als siegreicher Heerführer der Seeschlacht bei Lepanto gegen die osmanische Flotte im Jahr 1571.

Regensburg - Barockanbau des Alten Rathaus

Das Alte Rathaus mit dem Reichssaalgebäude.

An der Nordseite des Kohlenmarkts steht der Barockanbau des Alten Rathaus. Der Ostflügel entstand 1660-1662, der Südflügel erst in den Jahren 1721 bis 1723 nach den Einsturz des dort vorher stehenden Marktturms.

Regensburg - Altes Rathaus

Östlich schließt sich der älteste Teil mit dem 55 Meter hohen Rathausturm und seinem vierstöckigen Anbau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts an. Um 1320 kam das querstehende zweigeschossige Reichssaalgebäude dazu, in dem wohl in der Tradition der Reichstage des 9., 10. und 12. Jahrhundert in Regenburg im Jahr 1322 der königliche Hoftag stattfand.

Regensburg
Altes Rathaus – Reichssaalgebäude mit Erker

Es folgten die Türkenreichstage 1454/1455 und die kaiserlichen Reichstage 1469 und 1471, an dem Kaiser Friedrich III. teilnahm. Nach dem Reichstag des Heiligen Römischen Reiches im Jahr 1532 wurde Regensburg als Austragungsort immer beliebter. Wenn während der Reichstage der Kaiser anwesend war, wie Karl V. im Jahr 1532, 1541 und 1546, nutzte er den hochgotischen Erker an der Fensterfront des Reichssaales, um sich den Bürgern zu zeigen und Huldigungen entgegenzunehmen.

Kette am Alten Rathaus zu Regensburg

Ab 1567 fanden dann alle Reichstage mit zwei Ausnahmen in Regensburg statt. Ab 1663 entstand der Immerwährende Reichstag. Als die in Europa im Jahr 1713 ausgebrochene Pest auch Regensburg erfasste, wurde der Immerwährende Reichstag in den Jahren 1713 und 1714 vorübergehend in Augsburg abgehalten. Eine zweite Sondersituation ergab sich von 1742 bis 1745, als der Österreichische Erbfolgekrieg die Verlegung der Sitzungen nach Frankfurt am Main auslöste. Die Reichstage gab es noch bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reichs im Jahr 1806.

Regensburg - Silberne-Kranz-Gasse

An die Donau und zur Steinernen Brücke.

Wir gehen durch einen schönen Hinterhof und die enge Silberne-Kranz-Gasse hinunter zum Fischmarkt. Richtung Donau stehen einige denkmalgeschützte Häuser am Wiedfang.

Regensburg - an der Donau

Das kleine Haus (Nr. 5 a) ist mit einer Winde zum Schleppen der Donauschiffe durch den Regensburger Strudel unter der Steinernen Brücke hindurch ausgerüstet. Östlich davon an der Weinlände befand sich ein Hafen. Einige Teile der Stadtmauer um das Jahr 1300 sind an dieser Stelle noch erhalten. Karte Rundgang – Teil 1.

Regensburg
Weinlände – Am Wiedfang

Die Steinerne Brücke ist ein Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst. Der Bau wurde 1135 begonnen und im Jahr 1146 fertiggestellt. Sie war zu dieser Zeit die einzige Donaubrücke zwischen Ulm und Wien und ist die älteste erhaltene Brücke Deutschlands. Sie führt mit 309 Meter Länge und 16 Gewölbebögen über die zwei Donauarme nach Stadtamhof, das erst 1924 eingemeindet wurde. Stadtamhof ist seit 1978 in Insellage, da nördlich in eine Flutsenke hinein der Europakanal als Zufahrt zum Rhein-Main-Donau-Kanal gebaut wurde. 

Regensburg - Steinerne Brücke

Der neue Übergang über die Donau veranlasste wohl Konrad III. die Teilnehmer am zweiten Kreuzzug ein Jahr nach der Fertigstellung der Steinernen Brücke in Regensburg zu sammeln und von hier ins Heilige Land aufzubrechen. Auch der dritte Kreuzzug unter Friedrich Barabarossa startete 1189 in Regensburg.

Regensburg - Steinerne Brücke mit Dom St. Peter

Der 1246 am nördlichen Ende der Steinernen Brücke erbaute Schwarze Turm wurde 1809 zerstört. Der heutige Brückturm im Süden entstand mit der Regensburger Stadtmauer Ende des 13. Jahrhunderts.

Brückturm mit Amberger Salzstadel (rechts) und neuem Salzstadel (links)

Westlich schließt sich der Amberger Salzstadel an, der nach der Verleihung des Salzstapelrechts zwischen 1485 und 1492 errichtet wurde. 1616 bis 1620 entstand der größere, neue Salzstadel als Ergänzung östlich des Brückturms.

Regensburg - Historische Wurstkuchl

Daneben steht die Historische Wurstkuchl. Schon zur Bauzeit der Brücke soll sich hier ein Gebäude mit der Bauaufsicht und eine Küche für die Arbeiter befunden haben. Für das Jahr 1378 ist ein Koch „Konrad vor der Brücke“ urkundlich verbürgt. Beim heutigen Gebäude von 1656 wurde wie beim Vorgängerbau erneut die Stadtmauer als Rückwand integriert.

Regensburg - Historische Wurstkuchl

Wurden bei Ausgrabungen in einer Grube noch Knochen vom Rind, Schwein, Ziege, Schaf, Hase und Geflügel gefunden, hat sich die Küche seit dem 19. Jahrhundert auf Bratwürste mit Kraut und süßem Senf spezialisiert.

Regensburg - Steinerne Brücke

Rund um den mittelalterlichen Haidplatz.

Zurück am Fischmarkt folgen wir gleich östlich der Keplerstraße mit schönen Patrizierhäusern, darunter ein sechsgeschossiger Wohnturm aus dem letzten Viertel des 13. Jahrhunderts mit einem gotischen Anbau (Nr. 7).

Regensburg - ehemaliges Gasthaus zum Blauen Hecht

Hier war früher das Gasthaus zum Blauen Hecht untergebracht. Im Haus Nr. 5 starb 1630 der Astronom und Physiker Johannes Kepler. Heute ist hier ein kleines Museum untergebracht.

Regensburg - Haidplatz

Auf der Weingasse gelangen wir zu einem weiten Platz mit weiteren historischen Gebäuden, dem Haidplatz. In der Mitte des Platzes steht ein barocker Prachtbrunnen der im Jahr 1656 anlässlich einer verbesserten Wasserversorgung der Stadt aufgestellt wurde. Die Figur der Justitia hält Schwert und Waage in ihren Händen.

Regensburg - Haidplatz - Kaiserherberge Goldenes Kreuz

Das auffälligste Gebäude am Haidplatz ist das Haus Nr. 7, die ehemalige Kaiserherberge Goldenes Kreuz. Der älteste Teil der Patrizierburg mit Turm und Hauskapelle stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Im 16. Jahrhundert stiegen in dem Haus Kaiser, Könige, Fürsten und Diplomaten ab, darunter Kaiser Ferdinand I. und drei Mal Kaiser Karl V. Später übernachtete hier auch Kaiser Franz Joseph von Österreich, König Ludwig I. und Kaiser Wilhelm I.

Regensburg - das Thon-Dittmer-Palais am Haidplatz Nr. 8

Das Thon-Dittmer-Palais am Haidplatz Nr. 8 erscheint in einem ganz anderen Baustil. Es ist von 1781 bis 1809 durch die Zusammenfassung zweier mittelalterlichen Patrizierhäusern hinter einer klassizistischen Fassade entstanden. Im Innenhof befindet sich noch eine Kapelle und ein Erker aus der Gotik und Arkaden und Lauben aus der Renaissance. 1856 wurde das Palais von der Kaufmannsfamilie Thon-Dittmer an die Stadt verkauft und seitdem für verschiedene kulturelle Zwecke genutzt.

Regensburg - Haidplatz - Neue Waag

Das rote Haus Nr. 8 an der Ostseite des Haidmarkts war ursprünglich ebenfalls eine Patrizierburg, die um das Jahr 1300 erbaut wurde. 1441 wurde das Gebäude von der Stadt erworben, um die Stadtwaage hier unterzubringen. Daher wird das Haus als „Neue Waag“ bezeichnet. Auch wurde hier für Empfänge die Ratsherrentrinkstube eingerichtet, die auch für Festlichkeiten und Hochzeiten der Regensburger Bürger zur Verfügung stand.

Regensburg - Haidplatz - Neue Waag

Im Jahr 1541 fand hier auch auf Wunsch von Kaiser Karl V. das Religionsgespräch zwischen Johannes Eck und Philipp Melanchthon statt, bei dem vergeblich versucht wurde, die Differenzen zwischen Katholiken und Protestanten auszuräumen. 1575 wurde der Innenhof mit den eleganten Renaissance-Arkadengängen versehen. Während des Reichstags von 1653 hatten hier die Protokollführer ihre Schreibstuben, wie auch nach Beginn des Immerwährenden Reichstages.

1782 wurde im Nordtrakt der zweistöckige, klassizistische Napoleonsaal eingebaut, der fast 100 Jahre lang die Reichsstädtische Bibliothek beherbergte. Heute ist das Gebäude Sitz des Verwaltungsgerichts Regensburg.

Fassade in der Oberen Bachgasse

Die Untere und Obere Bachgasse und der Neupfarrplatz.

Wir verlassen den Haidplatz über die Straße Vor der Grieb und laufen dann auf der Unteren und Oberen Bachgasse südlich in Richtung St. Emmeram. Dabei kommen wir am Neupfarrplatz vorbei. Hier war im Hoch- und Spätmittelalter das Judenviertel mit ungefähr 40 Häusern und einer Synagoge, die nach der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung im Jahr 1519 zerstört wurde.

Regensburg - Neupfarrkirche

1542 wurde Regensburg evangelisch-lutherisch und eine bereits begonnene Wallfahrtskirche zur ersten evangelischen Stadtpfarrkirche erklärt. Fertig ausgebaut war die Neupfarrkirche erst im Jahr 1860.

Regensburg - Emmeransplatz - Bronzestandbild Johann Michael Sailer, Bischof von Regensburg.

Der Emmeramsplatz mit der Basilika.

Am Ende der Oberen Bachgasse erreichen wir den Emmeransplatz. Auf ihm steht das Bronzestandbild von Johann Michael Sailer, Bischof von Regensburg. König Ludwig I. hat das in der Werkstatt von Ferdinand von Miller gegossene Bronzestandbild für seinen Lehrer und Freund aufstellen lassen. Hinter dem Bischof erhebt sich im Norden des Platzes das „Rote Haus“ mit neo-klassizistischer Fassade, das heute von der Regierung der Oberpfalz genutzt wird.

Regensburg - Regierung der Oberpfalz

Im Westen schließt sich, durch eine Brücke verbunden, das klassizistische ehemaligen „Äußere Palais“ des Klosters St. Emmeram an, das seit 1812 Sitz der Regierung der Oberpfalz ist.

Regensburg - Äußere Torwand des Klosters St. Emmeram

Im Süden des Platzes steht die Äußere Torwand des Klosters St. Emmeram. Ein frühgotisches Bauwerk aus der Mitte des 13. Jahrhunderts mit einer zweigeschossigen Wand mit zwei Spitzbogenportalen, Arkaden, Wandmalereien und Reliefs.

Regensburg - Basilika St. Emmeram.

Rechts daneben befindet sich der Zugang zu der dahinter stehenden Basilika. Vorgängerbau war die 690 erbaute Georgskirche mit dem Grab des Heiligen Emmeram. Die ältesten Teile der heutigen Kirche stammen aus dem Jahr 780. Erweitert um 1060 wurde das Gotteshaus in den Jahren 1731 bis 1733 durch die Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam barockisiert.

In der Basilika befinden sich auch die Gräber der Heiligen Dionysius und Wolfgang, von Kaiser Arnulf von Kärnten und seinem Sohn König Ludwig das Kind, das Grabmal der seligen Königin Hemma, des bayerischen Herzogs Arnulf der Böse sowie des bayerischen Geschichtsschreibers Johannes Aventinus. Das 739 gegründete Reichskloster war bis zur Säkularisation 1803 unter Führung der Benediktiner.

Wie das Fürstenhaus Thurn und Taxis nach Regensburg kam.

1290 organisierte Omodeo de Tasso ein Kuriersystem von Mailand nach Rom und Venedig. Daraus wurde ein europaweites Unternehmen, das den Habsburger Kaisern in ihrem umfangreichen Herrschaftsgebiet gute Dienste leistete. Zu dieser Zeit war die Firmenzentrale noch in Brüssel (damals Spanische Niederlande). Die Familie Thurn und Taxis wurde durch das Postwesen sehr wohlhabend. Ihre Firma übernahm auch den Posttransport zu den verschiedenen Reichstagen. 1729 zog die Firma nach Frankfurt um. Das Fürstenhaus baute dort das Palais Thurn und Taxis. Als der Immerwährende Reichstag für drei Jahre nach Frankfurt verlegt werden musste (siehe oben / Altes Rathaus) wurde Fürst Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis Prinzipalkommissar beim Reichstag. Als dann der Reichstag wieder nach Regensburg zurückkam, wurde von der Familie Thurn und Taxis verlangt, ihre Residenz nach Regensburg zu verlegen.

Schloss Emmeram – Innerer Südflügel
Das Schloss der Fürsten von Thurn und Taxis.

Das Fürstenhaus hatte dazu einzelne Gebäudeteile des Klosters St. Emmeram bereits im Jahr 1747 erworben und übernahm Anfang des 19. Jahrhunderts die restlichen Klostergebäude inklusive Brauerei als Entschädigung für die Abgabe der Postrechte an das Königreich Bayern. Sie ließen St. Emmeram in der Folge zu einem großen Schloss auszubauen.

Regensburg - Hundeplastik im Schloss Emmeram

Der  Ostflügel des Klosters war bereits vor dem Besitzwechsel von 1732 bis 1737 durch Johann Michael Prunner im Stil des Spätbarocks umgebaut worden. Hier befindet sich der Bibliothekssaal. Am Zugang zur Basilika vorbei geht es auf der Schloßstraße zwischen dem Marstall und dem Westflügel zur Schlosspforte. Ab hier beginnt der Privatbereich derer zu Thurn und Taxis.

Am Ende der Schloßstraße – Eingang zum Inneren Südflügel

Wir können rechts vor dem Inneren Südflügel durch eine Durchfahrt auf die Waffnergasse und durch das Helenentor aus dem Schlossareal hinaus gelangen. Auf der Fürst-Anselm-Allee, einem breiten Fuß- und Radweg, laufen wir jetzt in einem Bogen südlich um den Schlosspark in Richtung Hauptbahnhof.

Dabei passieren wir den neuen Südflügel mit Mansardendächern, Terrassen, Türmen und Durchfahrten. Er wurde 1883 bis 1888 vom Max Schultze mit Kalk- und Sandstein im Stil der Neorenaissance gestaltet.

Neuer Südflügel

Wir haben jetzt einen guten Blick auf den ab 1872 durch Carl Joseph von Effner angelegten Schlossgarten im englischen Stil. Die Stadtmauer und die alte Emmeramer Bastei wurden von ihm in den Landschaftspark einbezogen. Der Pavillon, ein Säulenring mit Haubendach und eine Puttengruppe aus Sandstein aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammen ursprünglich aus dem Frankfurter Palais.

Regensburg - Steinerne Brücke
Regensburg – Steinerne Brücke

Am Hauptbahnhof angekommen, können wir mit den Buslinien 8,9,12,13 und 17 auf die Untere Wöhrd bis zu Haltestelle „Eiserne Brücke“ (ggf. auch bis zur Haltestelle Wöhrdstraße zum P+R Parkplatz) zurückfahren. Wer mit der Bahn anreist nimmt gleich zu Beginn seines Besuchs im schönen Regensburg einen Bus vom Hauptbahnhof zur Unteren Wöhrd. Die Fahrt ist im Bayernticket inbegriffen. Karte Rundgang – Teil 2.

Die Altstadt von Regensburg steht unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes.

 

Tarifstand: Juni 2021.

Service Regensburg:
Bahnfahrt ICE SuperSparpreis 2. Klasse einfach ab 17,90 €, 1.Klasse einfach ab 33,90 €.
Bahnfahrt Bayernticket inkl. Stadtbus für 2 Personen 33 €.
Altstadthotel Arch direkt am Haidplatz bei DERTOUR 2 Nächte DZ inkl. Frühstück ab 262 €.
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