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An der Altmühl – mit dem Tourenrad oder Kanu

Die Altmühl zwischen Pappenheim und Beilngries ist sicher einer der landschaftlich schönsten Flussabschnitte Deutschlands. Zahlreiche Schlösser, Klöster und Burgen liegen auf unserem Weg. Bei Solnhofen wurden Fossilien des Urvogels Archaeopteryx gefunden, bei Pfünz gibt es ein Römerkastell zu sehen, in den Höhlen am Talhang wurden Mammutknochen entdeckt und auf den Wacholderweiden grasen friedlich Schafe zwischen schroffen Felsen.

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Altmühl-Radweg

Lernen auch Sie die Pappenheimer kennen.

Burg Pappenheim - BergfriedWir starten unsere Tour in der alten Stadt Pappenheim in Mittelfranken, idyllisch in einer Schleife der Altmühl gelegen. Auf dem Felssporn über dem Fluss grüßt die Burg, die in der Zeit des Stauferkaisers Friedrich Barbarossa um das Jahr 1175 fertiggestellt wurde.

Sie war der Stammsitz der mächtigen Adelsfamilie von Pappenheim, die über den Zeitraum von mehr als 7 Jahrhunderten das Amt der Reichserbmarschälle ausübte. Bis ins Hochmittelalter waren sie Befehlshaber des gesamten Reichsaufgebots, später umfasste ihr Amt zeremonielle Aufgaben bei allen Kaiserkrönungen und Reichstagen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen.

Blick von Burg Pappenheim auf die Stadt

Im frühen 13. Jahrhundert wurde die Burg Pappenheim massiv ausgebaut mit Ringmauern, Palas, Bergfried und Vorburg. Ende des 13. Jahrhunderts teilten die Brüder Hiltprand und Heinrich von Pappenheim den Familienbesitz auf. Heinrich erweiterte damals die Vorburg und bewohnte sie.

Burg Pappenheim

Um 1500 umgab man die Kernburg mit einem Zwinger und Rundtürmen zur Stadtseite. 1593 verließ der regierende Senior der Familie die Höhenburg und bezog das bequemere Stadtschloss im Tal. Die Festung blieb jedoch weiterhin bewohnt und wurde zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges nochmals verstärkt.

Burg Pappenheim

Die mittelalterliche Burganlage mit Vor- und Hauptburg erstreckt sich über 3 ha. Unterhalb der Vorburgmauer mit den beiden halbrunden Türmen befindet sich im Südwesten der Anlage der Eingang  mit dem Kassenbereich und dem Burgladen.

Burg Pappenheim

Leicht ansteigend geht es durch ein Tor in die Vorburg. Rechts dahinter steht ein Gebäude, das im Erdgeschoss die Burgkapelle und im Obergeschoss den Wappensaal beherbergt. In der Kapelle finden heute Hochzeiten und Taufen statt, der Wappensaal mit 80 Plätzen kann zum Feiern gemietet werden.

Standesamt im Vorhof der Burg Pappenheim

Auf der gegenüberliegenden Seite des baumbestandenen Hofes finden wir die Burgschänke mit einen kleinen Biergarten. Das Fachwerkhaus daneben beherbergt das Standesamt.

Burg Pappenheim - Zeughaus

Das größte Gebäude der Vorburg ist auf der linken Seite das Zeughaus mit dem Historischen Museum der Stadt im Erdgeschoss und dem Ahnensaal mit 160 Plätzen im 1. Stock.

Burg Pappenheim

Im Keller ist eine Kammer mit mittelalterlichen Folterwerkzeugen zu sehen. Eine solche Folterkammer existierte jedoch auf der Burg Pappenheim zu keiner Zeit.

Burg Pappenheim - Zugbrücke

Über die steinerne Brücke erreichen wir die Hauptburg. Im Spätmittelalter gab es an dieser Stelle eine Zugbrücke. Dahinter lag an der Ostseite der Hauptburg der direkte Aufgang von der Stadt, der heute gesperrt ist. Hier befindet sich der Zwinger mit dem Zwingertor, ein weiteres Tor ist vorgelagert. Der Kanonenweg stellte die direkte Verbindung auf die Stadtmauer von Pappenheim her.

Burg Pappenheim

Am mächtigen Bergfried vorbei laufen wir durch zwei weitere Tore in den inneren Bereich mit dem Burghof, dem Palas und der ehemaligen Georgskapelle. Von dem mit einzelner Bäumen bestandenen und vom inneren Mauerring umgebenen Hof mit den zwei Pulvertürmen haben wir einen schönen Blick auf die Altstadt.

Ältestes Gebäude unten in der Stadt ist die einschiffige Saalkirche St. Gallus aus dem 9. Jahrhundert, eine Schenkung der Edlen Frau Reginsind an das Kloster St. Gallen.

Pappenheim an der Altmühl

Das ehemalige Kloster St. Spiritus und St. Augustinus liegt im Nordwesten direkt unterhalb der Burg. Es wurde 1372 durch Graf Heinrich von Pappenheim und seiner Frau Elisabeth von Ellerbach gegründet. Die ehemalige Klosterkirche ist heute im Familienbesitz und dient nach wie vor als Grablege der Grafen von Pappenheim.

Das Obere Tor neben dem Kloster stammt aus dem späten 14. Jahrhundert und ist sehr gut erhalten. Es ist mit der Stadtmauer und mit den Befestigungsanlagen der Burg verbunden. Das Untere Tor wurde 1887 abgebrochen.

Pappenheim an der Altmühl

Die große, spätgotische Stadtkirche St. Marien ist vom Burghof aus gut zu erkennen. Rechts neben der Kirche steht das Alte Schloss, das Wolf Christoph zu Pappenheim im Jahr 1593 als bequemere Alternative zur Burg vom Baumeister Franz Joseph Roth fertigstellen ließ. Die Renaissancefassade wird von zwei Ecktürmen eingerahmt.

Pappenheim an der Altmühl

Nach Gründung des Königreichs Bayern ließen die Pappenheimer von 1819 bis 1822 das Neue Schloss erbauen, das links der Stadtkirche steht.

Zur Altmühl hin zieht sich ein englischer Landschaftsgarten. Baumeister war kein Geringer als der Hofarchitekt Leo von Klenze, der Erbauer der Ruhmeshalle, der Glyptothek und der Alten Pinakothek in München, der Walhalla und der Befreiungshalle an der Donau und der Neuen Eremitage von St. Petersburg.

Die beiden Stadtschlösser werden heute von der Familie des Geschäftsführer der Gräflich Pappenheim’schen Güterverwaltung Graf von und zu Egloffstein bewohnt.

Fossilienfund bei Solnhofen

Solnhofen – Urvögel, Krokodile und Saurier hinterließen hier ihre Spuren.

Jetzt wird es Zeit uns aufs Rad zu schwingen oder ins Kanu zu setzen.

Fossilienfund bei Solnhofen - SchildkröteDie von Bäumen gesäumte Altmühl passiert zwei weitere, malerische Flußschleifen und erreicht 8 Kilometer südlich die Stadt Solnhofen. (Karte = Entfernung 8 km)

Die Gegend um die Stadt ist bekannt für seinen hochwertigen biologischen Plattenkalk, entstanden vor 150 Millionen Jahren aus pflanzlichen Überresten auf dem Meeresboden der Lagunen des hier befindlichen Ur-Mittelmeers.

Schon die Römer bauten die Solnhofener Kalkplatten ab und kleideten ihre Badehäuser damit aus. Heute werden die Kalkplatten als hochwertige Bodenplatten, Wandverkleidungen und Treppenstufen in alle Welt exportiert.

Einzigartige Bedeutung erhielt der feine Solnhofener Plattenkalk mit der Erfindung der Lithographie durch Alois Senefelder im Jahr 1798.

Archaeopteryx

Nur Lithographiesteine aus Plattenkalk aus dem Gebiet um Solnhofen eignen sich für dieses Druckverfahren. Hier ein Zitat von Alois Senefelder: “Erst der Solnhofener Stein macht meine Erfindung komplett”. Sein Denkmal steht in der Ortsmitte.

Beim Abbau der Kalkplatten werden immer wieder Fossilien gefunden. Ein Besuch im Bürgermeister-Müller-Museum gegenüber vom Bahnhof und direkt am Altmühl-Radweg ist lohnenswert. Der fränkische Jura war früher großteils von Wasser bedeckt und Teil der Ur-Mittelmeers. Die Ausstellung ist im Erdgeschoss nach den Lebensräumen der gefundenen Fossilien gegliedert.

 

Fossilienfund bei Solnhofen - Raubfisch

Aus den Tiefen des Ur-Mittelmeers sind Quallen, Tintenfische, Raubfische und Ichthyosaurier als Versteinerungen ausgestellt. In den folgenden Räumen sehen wir weitere Fossilien: Am Rand der Lagunen lebten Schildkröten und kleine Krokodile,

Fossilienfund bei Solnhofen - Farne

auf den Inseln wuchsen Farne und es gab Landschildkröten und verschiedene Echsen. Stars sind die Flugsaurier, allen voran der 1861 bei Langenaltheim, 6 Kilometer westlich von Solnhofen gefundene erste Archaeopteryx.

Bürgermeister-Müller-Museum Solnhofen

Von den insgesamt 12 Urvögel, die um Solnhofen herum gefunden wurden, sind noch zwei weiter Exemplare in diesem Raum ausgestellt.

Im Obergeschoss wird der Weg von der Entdeckung der Fossilien, deren Präparation und Konservierung, sowie der wissenschaftliche Aufarbeitung erklärt.

Steinbruch bei Solnhofen an der Altmühl

Außerdem steht hier der Steinabbau als solches und die Lithographie im Mittelpunkt.

Zwei Steinbrüche können rund um Solnhofen besucht werden, das “Geotop Urvogelfundstelle Langenaltheim” und der Hobbysteinbruch Solnhofen.

Solabasilika - Sonhofen

Die Solabasilika, Grabstätte des Mönches Sola, zählt mit ihren Säulen aus karolingischer Zeit zu den ältesten Baudenkmälern Deutschlands. Bei Ausgrabungen wurden Reste von vier Vorgängerkirchen unter dieser Säulenbasilika gefunden, die älteste Kirche entstand wohl um 650 n. Chr. Außerdem stieß man auf Siedlungsspuren aus der Mittelsteinzeit, der Zeit der Kelten und der Römer.

Felsgruppe Zwölf Apostel an der Altmühl
Felsgruppe Zwölf Apostel an der Altmühl
Vorbei an der Teufelskanzel und den Zwölf Aposteln zum Haus der Steuereintreiber.

Die Altmühl fließt jetzt in östlicher Richtung unterhalb des Aussichtspunkts Teufelskanzel vorbei durch den Naturpark Altmühltal zur Felsgruppe der Zwölf Apostel, einem weiteren Geotop.

Bei Eßlingen verlässt die Altmühl Franken und fließt nach Oberbayern hinein. An der Flußschleife an der Hammermühle gibt es am Zeltplatz ein kleines Schäferwagendorf mit sechs gemütlichen Schäferwagen zum Übernachten an der Altmühl.

Markt Mörnsheim

Von hier empfiehlt sich ein kurzer Abstecher in den alten Markt Mörnsheim, der gut einen Kilometer südwestlich abseits des Flusses liegt. Über dem Ort thront auf einem Felsen eine Burgruine aus dem Mittelalter. Im Zentrum ist heute das Rathaus im gotischen Kastenhof untergebracht.

Markt Mörnsheim - Kastenhof

Das imposante Gebäude diente ab 1612 zur Eintreibung und Lagerung des Zehnten, jener Steuer, die dem Pfleger auf der Burg und dem Bischof von Eichstätt zustand. Durch den Torturm aus dem Jahr 1404 und auf der unmittelbar anschließenden alten Steinbrücke über die Gailach verlassen wir Mörnsheim wieder. (Strecke Solnhofen-Mörnsheim = 7 km).

Markt Mörnsheim - Torturm
Markt Mörnsheim
Eine alte Stadtmauer, eine Burg und ein Silberschatz.

Es geht weiter an der Altmühl entlang über Felder und durch Auwälder.

Jurahaus in Dollnstein

Fachwerk- und Jurahäuser prägen das malerische Ortsbild des 1000-jährigen Marktes Dollnstein. Der aufwändig renovierte mittelalterliche Bau der Vorburg beherbergt das Altmühlzentrum, in dem auch ein Schatzfund von 4.000 Silbermünzen ausgestellt ist. Die Hauptburg ist nicht mehr erhalten.

Pfarrkirche St. Peter und Paul in Dollnstein an der Altmühl

Die romanische Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde 1063 geweiht und in der Gotik um den Chor erweitert. Um 1300 entstand auch der Turm, der nach einem Brand im Jahr 1728 einen neuen Helm erhielt, der vom Barock-Baumeister Gabriel de Gabrieli geplant wurde, ebenso wie der prunkvolle Pfarrhof neben der Kirche.

Markttor in Dollnstein an der Altmühl

Besonders sehenswert sind die Fresken aus den Jahren 1320 bis 1330 im Chorraum des Gotteshauses und ein Abendmahlbild, das 200 Jahre später entstand und dem Nördlinger Maler Hans Schäufelein aus der Werkstatt Albrecht Dürers zugeschrieben wird.

Altmühl-Radweg bei Dollnstein

Sehenswert ist die in weiten Teilen erhaltene Stadtmauer, die Dollnstein umgibt und Ende des 14. Jahrhunderts erbaut wurde. Durch das Markttor verlassen wir den schmucken Ort und kommen auf dem Altmühl-Radweg zu weiteren eindrucksvollen Felsen. (Strecke Mörnsheim-Dollnstein = 8 km)

Altmühlleiten bei Dollnstein

Durch das romantische Tal in die fürstbischöfliche Barockstadt Eichstädt.

Zwischen den Felsenabschnitten im Flusstal liegen sonnige Wacholderhänge und oberhalb schließen sich bewaldete Flächen an. Ruhig fließt die Altmühl nun nach Passieren einer erneuten Schleife an Breitenfurt vorbei.

Rechts am Hang über dem Dorf liegt die Pulverhöhle, in der früher Sprengstoff gelagert wurde. Von der Vorhöhle zweigt ein begehbarer Gang ab, der nach elf Metern in einem mehr als drei Meter hohen Dom endet.

Hier wurden über 10.000 Knochen und Steingeräte aus der Steinzeit um 6.000 vor Chr. geborgen, Funde aus der Zeit der Neandertaler reichen bis zu 60.000 Jahre zurück. Es wurden auch Knochen von 21 Alpensteinböcken entdeckt. Heute lebt diese Tierart bei uns nur noch in den Hochlagen der Bayerischen Alpen, wie z.B. an der Benediktenwand.

Kloster Rebdorf an der Altmühl

Nach der Altmühlschleife am Blumenberg erreichen wir beim ehemaligen Kloster Rebdorf  das Stadtgebiet von Eichstätt. Die ursprünglichen Klostergebäude aus dem Jahr 1156 wurde im Dreißigjährigen Krieg stark zerstört und im 18. Jahrhundert im Barock und Rokoko unter dem fürstbischöflichen Baumeister Gabriel de Gabrieli wieder aufgebaut. Die imposante Klosteranlage beherbergt heute die Mädchenrealschule Maria-Ward und die Knabenrealschule Rebdorf.

Willibaldsburg über einer Schleife der Altmühl

Rechts ragt jetzt die Willibaldsburg auf. Eine alte Befestigung auf einem Felssporn hoch über der nächsten Flußschleife wurde im Jahr 1355 zur wehrhaften fürstbischöflichen Residenz der Bischöfe von Eichstätt ausgebaut.

Eichstätt - Spitalbrücke über die Altmühl

Erst 1725 wurde die Residenz zurück in die Stadt in das neue Stadtschloss am Dom verlegt. Heute ist das Jura-Museum auf der Willibaldburg untergebracht.

Am Bahnhof vorbei überqueren wir die Altmühl auf der Spitalbrücke und erreichen das Zentrum von Eichstätt, den Domplatz. (Foto: Leonrodplatz)

Die erste Eichstätter Bischofskirche entstand im 8. Jahrhundert. Sie wurde wahrscheinlich von Gerhoh, dem Nachfolger des ersten Eichstätter Bischofs Willibald errichtet.

Dom zu Eichstätt

Die Bauarbeiten am heutige Dom begannen im 11. Jahrhundert. Von der frühen Romanik über Gotik bis zum Spätbarock sind an und in diesem Gotteshaus viele Baustile zu finden.

Eichstätt - Marktplatz mit Willibaldsbrunnen

200 Meter nördlich des Domplatzes liegt der Marktplatz der Stadt mit dem Willibaldsbrunnen. Im schönen Haus am Marktpatz 18 ist das Zentrum für Lehrerbildung der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt untergebracht. (Strecke Dollnstein-Eichstätt = 15 km)

Pfünz - alte Brücke über die Altmühl

Pfünz – ein ideales Jagdrevier und ein Römerkastell.

Die Altmühl verlässt die Stadt in Richtung Osten. Bei Pfünz gab es, wie auch an anderen Plätzen im Altmühltal, Funde aus der Altsteinzeit. Neben einem Mammut wurden Knochen von vier Wollnashörnern, drei Wisenten, zwei Höhlenhyänen und zehn Rentieren gefunden.

Fossilienfund an der Altmühl
Fossilienfund an der Altmühl

Dieser Wildreichtum lockte viele Jäger an, die mit dem hier vorhandene Jurahornstein Waffen und Werkzeuge herstellten. Später siedelten sich am Ort Kelten an und bauten eine Viereckschanze. 

Limesweg nördlich der Altmühl

Pfünz hatte zur Römerzeit erhebliche strategische Bedeutung, da sich hier zwei Römerstraßen kreuzten und der Limes, die römische Grenzbefestigung, nur 10 km entfernt war. Ein Römerkastell liegt auf einem Höhenrücken südlich von Pfünz. “Castra Vetonianis” entstand ab 90 nach Chr. und war mit 480 Fußsoldaten und 128 Reitern besetzt.

Castra Vetonianis - Pfünz

Die Anlage erstreckt sich auf eine Länge von 189 Metern und eine Breite von 145 Metern. Das Kastell wurde für uns Besucher rekonstruiert und bietet einen guten Einblick in die Römerzeit an der Altmühl.

Im Tal steht das ehemalige fürstbischöfliche Schloss Pfünz. Eine an dieser Stelle früher vorhandene Burg erwirbt im Jahr 1475 Bischof Wilhelm von Reichenau „zur Erholung und zur Jagd“ und nimmt Erweiterungsbauten vor.

Fürstbischöfliches Schloss Pfünz

Fürstbischof Johann Anton Knebel von Katzenellenbogen errichtet Anfang des 18. Jahrhunderts ein Barockschloss an Stelle der Burg. Nach der Säkularisation ging das Schloss in Privatbesitz über. 1955 kaufte die Diözese das Schloss zurück und baute es zum Diözesanjugendhaus um.

Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfünz

Im Ortskern von Pfünz steht die Pfarrkirche St. Nikolaus aus dem frühen 16. Jahrhundert. Der spätgotische, achteckige Taufstein im Inneren stammt noch aus der Entstehungszeit der Kirche.

Alte Brücke über die Altmühl bei Pfünz

Die Altmühl – ideal für eine Bootstour mit Kanu und Kajak.

Altmühltal - Gungoldinger Wacholderheide

Es wächst hier busch- und säulenartiger Wacholder, dazu wilde Rosen, Schlehen, Weißdorn, Felsennelken, Heideröschen und Enziane. Die andauernde Beweidung durch Schaftsherden verhindert die Rückeroberung der Heide durch Gebüsch und Wald.

Wehrkirche von Gungolding

Die mittelalterliche Wehrkirche von Gungolding steht etwas erhöht oberhalb der Altmühl mitten in der Heide. Sie wurde 1740 nach Plänen des Eichstätter Hofbaudirektors Gabriel de Gabrieli umgebaut und barockisiert.

Arnsberg an der Altmühl

Am rechten Ufer sieht man die Burg Arnsberg auf einem mächtigen Felsen über dem Tal aufragen. Die Vorburg ist gut erhalten und wird als Hotel genutzt.

Burg Arnsberg

Von der Hauptburg sind nur noch bis zu vier Meter hohe Mauerreste und ein Stumpf des Burgturms erhalten geblieben.

Altmühl mit Arnsberger Leite

Nördlich von Arnsberg tauchen weitere markante Felsen aus Dolomitgestein am Jurasteilhang auf, die Arnsberger Leite. Das Naturschutzgebiet und Geotop ist bekannt für die hier wachsenden Silberdiesteln, Königskerzen und Pflanzen die in Europa sonst nur südlich der Alpen und in Südosteuropa wachsen.

Der Altmühl-Radweg

Vor Böhming weist die katholische Kirche St. Johannes, an einer Schleife der Altmühl gelegen, den Weg zum ehemaligen Standort eines Römerkastells. Es befindet sich 800 Meter südlich des Limes, dem militärische Grenzsystem des Römischen Reiches.

Die Grenzanlagen erstreckten sich über rund 6.000 Kilometer von Schottland über Mittel- und Osteuropa und den Nahen Osten bis nach Nordafrika. In Deutschland war der Obergermanisch-Raetische Limes über 500 Kilometer lang, davon verlaufen 160 Kilometer in Bayern.

Im zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus war hier die Grenze zwischen dem Römischen Reich im Süden und Germanien im Norden. Heute sind nur noch wenige Überbleibsel des Limes zu sehen, Teile von ihm wurden rekonstruiert.

Alte Brücke über die Altmühl bei Pfünz

Das Römerkastell Böhming hatte eine Fläche von 8.000 m² und war Standort einer 200 Mann starken Eingreiftruppe zum Schutz der nahen Grenze.

St. Johannes in Böhming an der Altmühl

Heute steht auf dem Areal ein ummauerter Friedhof, die Kirche und ein Messnerhaus. Die Umrandung des Kastells ist als ca. 1,50 Meter hohe Erhebung im Gelände noch recht gut zu erkennen.

Marktplatz in Kipfenberg an der Altmühl

In der nächsten Stadt, in Kipfenberg, querte der Limes die Altmühl und lief durch die heutige Ortsmitte. Am malerischen Marktplatz mit der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt und den schönen Bürgerhäusern, darunter der Postwirt mit seiner guten Altmühltaler- und italienischen Küche, lohnt sich ein Stopp.

Kipfenberg an der Altmühl

Die Burg oberhalb des Ortes ist eindrucksvoll. Erhalten sind neben der Ringmauer, dem Bergfried und dem Hexenturm aus dem Mittelalter, ein Zwingerturm und eine Kapelle im gotischen Stil, sowie die Vorburg, in der heute das Römer- und Bajuwaren Museum untergebracht ist.

Burg Kipfenberg an der Altmühl

Die Hauptburg ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen. Das Bischofswappen über dem Tor verweist auf die Fürstbischöfe von Eichstätt, die auch diese Burg einst in Besitz hatten.

Bahnhof Kinding im Altmühltal

Bei Kinding durchquert die Autobahn A 9 und die Bahn-Schnellfahrstrecke München-Nürnberg das Altmühltal. Der schnellste Regionalexpress Deutschlands mit einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 190 km/h hält in Kinding und bietet Radfahrern einen hervorragenden Anschluss an den Altmühl-Radweg. Auf diesem Regionalexpress gilt von Juni bis August 2022 das 9-Euro-Ticket.

Unteremmendorf an der Altmühl

Unteremmendorf rechts der Altmühl ist ein kleines Bauerndorf mit einer alten romanischen Kirche. Im Inneren stehen einige schöne gotische und barocke Holzfiguren.

Die Altmühl

Der Kratzmühlsee mit seinen zwei Kilometern Uferlinie lädt zum Baden ein. Es gibt Umkleidekabinen, sonnige und schattige Plätze auf der Liegewiese, einen Kinderspielplatz, einen Bolzplatz, Tischtennisplatten und einen Bootsverleih.

An der Altmühl

Das Seerestaurant sorgt für das leibliche Wohl. Hinter Beilngries verlassen wir Oberbayern. (Strecke Rieshofen – Beilngries = 29 km).

Im Unterlauf von Dietfurt nach Kelheim wird die Altmühl zur Bundeswasserstraße.

Die Altmühl fließt jetzt bei Dietfurt ein kurzes Stück durch die Oberpfalz. Hier zweigt der Rhein-Main-Donaukanal ab. Der Bau dieses europäischen Wasserwegs hat den Charakter der Landschaft und die Orte am Unterlauf der Altmühl negativ beeinflusst.

Maibaum in Kipfenberg mit Jurafelsen

Immer noch schön sind die Felshänge am Talrand, auch am Unterlauf teils mit mächtigen Burgen bebaut. Die zum Kanal verbreiterte Altmühl erreicht vor Meihern Niederbayern.

Meihern - Flügelsberg

Auf dem Flügelsberg über dem Ort stand einst eine Spornburg, von der nur wenige Mauerreste erhalten geblieben sind. Der Felsen mit dem weithin sichtbaren Gipfelkreuz ist ein beliebter Aussichtspunkt.

Riedenburg an der Altmühl

Oberhalb von Riedenburg steht die Rosenburg mit ihrem Jagdfalkenhof. Bei den Flugvorführung der Greifvögeln beeindruckt uns die Eleganz der Tiere und ihre Geschicklichkeit bei der Jagd. Neben Falken sind auch Adler und Geier zu sehen. Im Burgmuseum geht es um Geschichte, die der Falknerei und die der Grafen von Riedenburg.

Burg Prunn

Die Burg Prunn, auf einem nahezu senkrecht emporragenden Jurafelsen, scheint einem Märchenbuch entsprungen. Sie zählt sie zu den besterhaltenen Burgen Bayerns

Mächtig und erhaben wirkt der große gotische Saal im Palas, dem Wohnbereich des Burgherren mit seinen kunstvoll gearbeiteten Portalen und Wandmalereien.

Im Jahr 1566 wurde auf der Burg der “Prunner Codex” gefunden, die viertälteste vollständige Handschrift des Nibelungenliedes. Das Original wurde 1575 in die herzogliche Bibliothek nach München gebracht und befindet sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek.

Die letzte Burg am Lauf der Altmühl ist die Ruine Randeck. Von ihr sind einige Außenmauern erhalten, das Burgverlies, der fensterlose Hungerturm und der 36 Meter hohe, mächtige Bergfried.
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Ruine Randeck an der Altmühl
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Kurz vor der Mündung der Altmühl in die Donau befindet sich am linken Ufer die Tropfsteinhöhle Schulerloch, die besichtigt werden kann. Die Tour dauert 30 Minuten und ist besonders bei sommerlicher Hitze empfehlenswert, die Innentemperatur beträgt konstante 9° C.
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Altmühl-Radweg
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Der Altmühl-Radweg endet in Kelheim, wo es die Gelegenheit gibt mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch nach Kloster Weltenburg zu fahren, die klassizistische Befreiungshalle im Wald über der Stadt zu besuchen oder im Weißen Bräuhaus bei einem “Schneider-Weissen” unsere Reise durch das Altmühltal ausklingen zu lassen. (Strecke Beilngries – Kelheim /  Kelheim – Saal Bf. = 48 km)
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Kelheim an der Donau

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Lesen Sie bitte auch: Der Donaudurchbruch bei Weltenburg und Regensburg – wo Steine sprechen können. Diesen Beitrag auf YouTube ansehen: https://youtu.be/oUDnSnRaZU8

Tarifstand: Mai 2022.

Service Altmühltal:
Bahnstationen: Pappenheim, Solnhofen, Eichstätt-Stadt, Kinding, Saal an der Donau.
Bahnfahrt ICE SuperSparpreis 2. Klasse einfach Berlin – Kinding ab 23,90 €, 1.Klasse einfach ab 35,90 €.
Bahnfahrt Bayernticket für 2 Personen 34 €,
Regio-Ticket München-Nürnberg für 2 Personen 31 €.
Fahrradkarte im Nahverkehr 6 € pro Tag, im Fernverkehr 8 € pro Strecke.
Burg Pappenheim Eintritt  5 €.
Solnhofen Bürgermeister-Müller-Museum Eintritt 5 €, Kombiticket mit Hobbysteinbruch 10 €.
Pfünz Römerkastell Eintritt frei
Rosenburg Greifvogelvorführung inkl. Museum 15 €
Burg Prunn Eintritt 6 €
Höhle Schulerloch Eintritt 6,50 €
Bootsverleih “Zur Zimmerer Mühle” Bootsmiete ab 13 € pro Tag, Rückholdienst ab Dollnstein ca. 20 €, ab Eichstätt ca. 30 €.
Fahrradverleih ab 8 €.
IBB-Hotel Altmühltal-Eichstätt bei DERTOUR 1 Nacht DZ inkl. Frühstück (2 Personen) ab 126 €.
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