Laos – Glanzpunkte am Mekong

Diese Flugreise nach Laos führt zu goldenen Tempeln und quirligen Märkten am Fluss, zu seinen vielen Inseln, geheimnisvollen Flusshöhlen und zu den mächtigen Wasserfällen.

Luang Prabang – die alte Königsstadt mit ihrem kolonialen Flair

1. Tag: Die Turboprop-Maschine aus Bangkok schwebt langsam über die Mündung des Nam Khan in den Mekong. Auf der Landzunge zwischen den Flüssen breitet sich malerisch die Altstadt mit den vielen Tempeln, den Kolonialbauten und dem Hügel Phou Si aus.

Ich werde am Flughafen zuverlässig abgeholt und zu meinem Gästehaus „Sala Prabang“ gebracht. Es ist eine der schönen, restaurierten Villen aus der französischen Kolonialzeit, die sich hier am Mekong aneinanderreihen. Die Einrichtung ist schlicht, aber sehr geschmackvoll mit viel Tropenholz.

Eine kleine Straße trennt das Haus von der Frühstücks-Terrasse direkt am Hochufer. Es gibt kaum einen besseren Blick auf das morgendliche Treiben auf dem Fluss und keinen schöneren Platz zum Verweilen am Nachmittag bei einem kühlen Lao-Bier (Titelfoto).

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400 Meter flussabwärts befindet sich ebenfalls am Ufer der ehemalige, zweistöckige Königspalast von 1904, der heute Nationalmuseum ist. Dahinter steht der königliche Tempel Wat Mai.

Im Inneren der Altstadt bildet die „Thanon Sakkarine“ die zentrale Achse. An ihr befinden sich Restaurants, Cafés und Läden in den alten Handelshäusern der Süd-Chinesen.

Weiter zur Spitze der Landzunge hin stehen die bedeutendsten Tempel der Königsstadt, wie der Goldene Stadttempel (Wat Xieng Thong) aus dem Jahr 1560 mit dem Bildnis des liegenden Buddhas bei seinem Eingang ins Nirvana.

Am roten „Sene Tempel“ bewachen zwei goldene Löwen eine Pagode. Die Relief-Schnitzereien an den Giebeln, Säulen und Türen sind genauso beeindruckend wie das üppige Golddekor, das aus der Spende eines Adligen stammt: Er übergab dem Kloster im Jahr 1718 einen Goldklumpen von 100.000 Karat. In beiden Tempeln sind bis zu 27 Meter lange Rennboote und prächtige Pirogen für die alljährlichen Wettrennen auf dem Nam-Khan-Fluss ausgestellt.

An der südwestlichen Verlängerung der „Sakkarine“, der „Thanon Sisavang Vong“, findet unterhalb des Hügels Phou Si jeden Abend ein kleiner Nachtmarkt statt mit Essenständen und Verkauf von Kunsthandwerk und Souvenirs. Die Atmosphäre ist hier genauso friedlich und gelassen wie tagsüber am Ufer des Mekong.

328 Treppenstufen führen durch dichtes Grün hinauf zum 150 Meter über der Altstadt thronenden Hügel „Phou Si“ mit einem kleinen Bergtempel. Besonders schön ist von hier der Blick über die Stadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.

Ein Dorf am Fluss und die Flusshöhlen von Pak Ou

2. Tag: Am Vormittag begebe ich mich zur Anlegestelle am Mekong und kaufe mir ein Ticket für die Bootsfahrt zu den Höhlen von „Pak Ou“, knapp 30 Kilometer flussaufwärts gelegen. Das schlanke, überdachte Holzboot bietet 20 Personen Platz.

In zügiger Fahrt geht es an einer am Fluss gelegenen Tankstelle für Boote vorbei. Entgegen kommt uns das eine oder andere Schiff,

ist doch der Fluss auf diesem Abschnitt in Laos bis ins „Goldene Dreieck“ ein wichtiger Transportweg. Die Landschaft rechts und links ist gebirgig und oft noch mit dichten Wäldern bewachsen.

An der nächsten Flussbiegung tauchen oberhalb des Lehmufers kleine Dörfer auf. Hier wird der starke Lao Lao hergestellt, ein lokaler Reisschnaps. Wir stoppen an einer der Anlegestellen und haben Zeit uns ein wenig umzusehen.

Am Dorftempel weißelt ein junger Mönch gerade die Mauer, ein älterer Mann spielt vor dem Haus auf der Stabzither und eine junge Frau verkauft bunt gefärbte Stoffe und schön gewebte Tücher.

Es geht weiter flussaufwärts. In einer hohen Felswand direkt am Fluss befinden sich die Höhlen von „Pak Ou“,

die mit hunderten Buddhastatuen gefüllt sind, die Reisende seit langer Zeit auf Ihrer Reise durch Laos als Votivgabe mitbringen zur Erlangung eines  günstigen Karmas und zur Besänftigung der Flussgeister.

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Ein Kochkurs mit Marktbesuch

3. Tag: Für heute habe ich mich im Restaurant „Tum Tum Cheng“ zu einem Kochkurs angemeldet. Zunächst geht es mit den sieben Teilnehmern zum Markt um die nötigen Zutaten einzukaufen.

Wir erstehen einige heimische Gemüse- und Obstsorten, etwas Klebreis und fermentierte Fischsauce, portionsweise in kleinen Tüten abgepackt.

Zurück im Restaurant, nehmen wir an den gedeckten Tischen im mit Strohmatten überdachten Innenhof Platz und erhalten zunächst eine kleine Warenkunde zu unseren Marktkäufen.

Danach werden wir im Schnitzen von Obst- und Gemüse instruiert. Erstaunlicherweise gelingt es uns unfallfrei einige ganz ansehentliche Stücke auf die Teller zu zaubern. Danach heißt es Gemüse klein zuschnippeln.

Das Garen im Wok an den vier gewaltigen Feuerstellen, die eine große Hitze ausstrahlen, wird dann größtenteils den Küchenhelferinnen überlassen. Es sind heute insgesamt 23 Vorspeisen, Hauptgerichte, Salate, Beilagen und Desserts  entstanden.

„Grüner Papaya Lao Salat“ mit Fischsauce und Limettensaft verfeinert, „Saure Fischsuppe“ mit Tamarindenpaste und Zitronengras, „Keng Phet Kai“ (Kokosmilchsuppe) mit Hühnerfleisch und Pilzen, „Lap Kai“ (Scharfer Hühnersalat) mit Bananenblüten, frischem rotem Chili und Koriander, „Kai Pad Phet“ (Gebratenes Hühnchen mit roter Chilipaste und Kokosmilch), „Ingwerfisch“ mit karamellisierten Zwiebeln und Schalotten und „Süßer Klebreis mit Mango“ sind einige der schönen Rezepte, die wir jetzt verkosten dürfen.

Zum Abschied bekommt jeder von uns das Rezeptbuch ausgehändigt.

Service Luang Prabang (Laos):
Linienflug mit Lufthansa von München oder Frankfurt nach Bangkok und zurück ab 547 € inkl. 1 Stück Gepäck bis 23 kg
Linienflug mit Bangkok Airways Bangkok – Luang Prabang ab 79 € inkl. Gepäck
Visum für Laos bei Ankunft am Flughafen für Deutsche 30 $ in bar und 1 Lichtbild, Reisepass muss noch 6 Monate gelten
Guest House Sala Prabang Riverside EZ ab 30 €
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Mit dem Flugzeug in den Süden

4. Tag: Knapp 1.000 Kilometer flussabwärts liegt Paksé am Mittellauf des Stroms im Süden von Laos. Lao Airlines bringt mich in knapp zwei Stunden dorthin.

Ich wohne im ehrwürdigen „Hotel Paksé“ im Zentrum der Stadt und habe von meiner Suite im obersten Stockwerk einen wunderbaren Blick auf den Mekong und die Stadt.

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Der freundliche Manager Jérôme Letemplier kommt aus dem Elsaß, spricht daher gut deutsch und versorgt mich mit nützlichen Tipps über den Süden von Laos. Sandra, eine sympathische, junge Frau aus Österreich, die ich bei ihrer Zimmersuche kennenlerne, möchte auch gerne die Umgebung erkunden und so schließen wir uns zusammen.

Die Details für die nächsten Tage besprechen wir bei einem Abendessen auf der Dachterrasse meines Hotels.

Der alte Khmer-Tempel Wat Phou – ein UNESCO Weltkulturerbe

5. Tag: Gut 40 Kilometer flussabwärts liegt am westlichen Rand des Tals der Tempel „Wat Phou“. Unser Fahrer holt uns am Hotel ab und fährt auf der Nationalstraße 13 bis zu einer Abzweigung zum Flussufer. Um zum Tempel am rechten Hang des Flusstals zu gelangen,

müssen wir auf einer abenteuerlich aus Schrottteilen zusammengebauten Flussfähre den Mekong überqueren. Drüben liegt das Städtchen Champasak, 1863 als neue Hauptstadt des Königreichs Champasak gegründet.

Bereits im 6. Jahrhundert befand sich nahe der heutigen Stadt bei der Tempelgruppe „Wat Phou“ eine Stadt der Khmer, bereits mit Kanalanlagen und Wasserbecken versehen. Das geschah somit bereits mehr als 200 Jahre vor dem Bau von Angkor, mit dem in der Folgezeit eine enge Beziehung bestand.

Die Tempelanlage erstreckt sich über drei Ebenen. Von zwei Wasserbecken führt die Prozessionsstraße gesäumt von mystischen Tierfiguren aus Stein auf eine Terrasse mit duftenden Frangipani-Bäumen. Weiter geht es auf einer steilen Treppe zur obersten Ebene 90 Meter über den Wasserbecken.

Der Haupttempel mit hinduistischen Verzierungen und Reliefs beherbergt heute einen großen sitzenden Buddha, da das Heiligtum im 14. Jahrhundert buddhistisch umgewidmet wurde. Noch älter ist ein behauener Fels im Wald, der einen Elefanten darstellt und ein Opferstein mit der ausgehöhlten Form eines Krokodils. Der Ort gilt als Kultplatz der Ureinwohner.

Von der oberen Terrasse haben wir einen wunderbaren Blick über das grüne Tal.

Chiliverkäuferin auf dem Markt von Pakse - Laos

Ein unglaublicher Marktbesuch

6. Tag: Nach dem Frühstück bummeln wir über den Markt von Paksé. Hier verschlägt es uns die Sprache. Nirgends auf der Welt habe ich ein größeres Angebot an exotischem Obst, Gemüse, Tabak, Kräutern, Gewürzen und Fisch gesehen

Mekong-Welse auf dem Markt von Pakse - Laos

und auch Dinge, die ich lieber nicht auf dem Teller haben möchte, wie Schildkröten, große Käfer und geröstete Spinnen. Die folgende Bildstrecke bietet einen guten Eindruck von dem Markt:

Fleischverkäuferinnen auf dem Markt von Pakse - Laos

Frösche auf dem Markt von Pakse - Laos
Mekong-Flusskrebse auf dem Markt von Pakse - Laos
Käfer auf dem Markt von Pakse - Laos
Tabakverkäuferin auf dem Markt von Pakse - Laos
Zu den Viertausend Inseln im Mekong

Unser Fahrer bringt uns danach auf der Nationalstraße 13 in den äußersten Süden von Laos nach Nakasong. Wir mieten uns ein schlankes Holzboot mit Außenbordmotor.

Don Det - Laos

Unser Bootsführer fährt an vielen kleineren Inseln vorbei, manche nur mit Sträuchern bewachsen, manche mit Kokospalmen. Dann geht es auf einem Mekongarm zwischen Don En und Don Det vorbei zur Insel Khon.

Pa Soi - Laos

Hier gibt es schöne Wanderwege durch die üppige Natur bis zu einer Holzbrücke am „Pa Soi Wasserfall“, der mit anderen zusammen die Mekongfälle bildet.

Mekong Fische Laos

Auf dem Weg zurück ins Dorf fallen uns die Reusen zum Fischfang auf. Der Mekong ist einer der fischreichsten Ströme der Erde mit bis zu 1.200 Fischarten.

Wasserbüffel auf Khon - Laos

Vor dem Dorf Khon weiden Wasserbüffel unter Palmen, Schweine und Hühner werden hinter dem Haus gehalten.

Khon Tai Laos

Ein mit Wimpeln geschmückter Weg bringt uns zum  buddhistischen Tempel „Khon Tai“. Schüler sitzen auf der schattigen Veranda vor einer Schule, die in einem großen Holzgebäude untergebracht ist.

Schule auf der Insel Khon in Laos

Dann erleben wir noch eine Überraschung, als wir auf der autofreien Insel plötzlich der alten Tenderlokomotive „Eloise“ gegenüberstehen.

Die Bahnstrecke wurde 1893 von der Französischen Kolonialverwaltung zwischen dem Südende und dem Nordende der Insel Khon gebaut, um die Mekongfälle zu umgehen und sechs Kanonenboote hinauf zum Mittellauf des Mekongs zu bringen. 1920 wurde die Strecke auf sieben Kilometer verlängert und über eine 13-bogige Brücke weiter auf die Insel Det geführt, wo es in der Trockenzeit einen besseren Anlegeplatz zum Umschlag der Fracht auf die Schiffe nach Norden gab. Die Brücke, die Trasse der Schmalspurbahn und die Lokomotive, die bis zu zwölf Wagen ziehen konnte, sind die letzten Überbleibsel aus der Kolonialzeit auf den Inseln.

Khong Phapheng Laos

Die gewaltigen Mekong-Wasserfälle

Zurück in Nakasong fahren wir weiter auf der Nationalstraße 13, die die Eisenbahn ersetzt hat, zum Aussichtspunkt unterhalb des mächtigen „Khong Phapheng“. Donnernd rauscht hier das Wasser in vielen Armen den Mekong hinunter. Mit mehr als zehn Kilometer Breite und bis zu 50.000 m³ Abflussmenge ist es der breiteste Wasserfall der Erde.

Noch tief beeindruckt von dem Erlebten vergeht die 150 Kilometer lange Rückfahrt nach Paksé wie im Flug.

Mekong Wasserfälle in Laos

Ein Flugzeug kommt von der Landebahn ab

7. Tag: Ich sitze in der Wartehalle auf dem kleinen Flughafen von Paksé und warte auf die ATR 72 der Lao Airlines, die aus Luang Prabang kommend nach einer Zwischenlandung nach Siem Reap in Kambodscha weiterfliegen soll. Die Maschine setzt auf, kehrt jedoch vom Ende der Landebahn nicht zum Terminal zurück. Es entsteht eine hektische Betriebsamkeit auf der einzigen Start und Landebahn, Fahrzeuge rasen auf ihr zum Ende. Wie sich herausstellt ist das Flugzeug am Ende der Bahn ausgebrochen, in die Wiese gefahren und steckt jetzt mit dem Vorderrad fest. Einen großen Bus gibt es nicht auf dem Flughafen und so werden die Passagiere nach und nach mit einem Van vom Flugzeug zum Terminal gebracht. Schließlich findet sich eine kleine Zugmaschine von einem Gepäckwagen, die die ATR aufs Vorfeld zieht. Meine Erkundigungen ergeben, dass eine Ersatzmaschine aus Vientiane angefordert wird –  das kann natürlich dauern!

ATR 72 von Lao Airlines in Pakse - Laos

Neue Nachrichten: Nachdem das Fahrwerk mit einem Gartenschlauch abgespritzt wurde, entschließt man sich zu einer Proberunde mit der verunglückten Maschine, danach sollen die Passagiere einsteigen. Der ältere Reiseleiter einer kleinen Gruppe aus Frankreich nimmt das nicht so gelassen hin, wie die anderen Reisenden und fordert, dass der Kapitän seine Maschine verlässt und zuerst in der Wartehalle Rede und Antwort steht. Kurzum: Es geht aus wie das Hornberger Schießen: Man steigt nach längerer Diskussion doch ein, da man die einzige Alternative, eine lange Busfahrt zum Ziel, scheut.

Für mich bringt die dadurch zusätzlich verlorene Zeit mit sich, dass ich meinem Anschlussflug am Zielort leider nur noch nachwinken kann.

Service Paksé (Laos):
Linienflug mit Lao Airlines Luang Prabang – Paksé ab 122 € inkl. Gepäck
Linienflug mit Lao Airlines Paksé – Siem Reap (Kambodscha) ab 94 € inkl. Gepäck
Visum für Laos bei Ankunft am Flughafen für Deutsche 30 $ in bar und 1 Lichtbild, Reisepass muss noch 6 Monate gelten
Hotel Paksé DZ ab 26 €
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Folgen Sie mir weiter auf meiner Reise von Laos ins Königreich Kambodscha: Von Angkor Wat ans Meer.

Diese Reise fand im Oktober 2008 statt. Ich reiste allein. Tarifstand: Oktober 2019.

Dorf am Mekong in Laos

Meine Bewertung:

Linienboote auf dem Mekong bei Luang Prabang - Laos

Der Mekong bei Champasak in Laos

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