Vietnam – von den Neun Drachen zum Wolkenpass

Diese Reise führt vom Mekongdelta entlang der Küste zum Badeort Nha Trang, ins beschauliche Hoi An, über den Wolkenpass nach Hué und in die Hauptstadt Hanoi.

Ein guter Freund lebt in Vietnam

Als ich an einem ruhigen Freitagnachmittag im Büro alte Weggefährten googelte, stieß ich auf Jürgen, meinen alten Kumpel aus gemeinsamer Zivildienstzeit in der Münchner Jugendherberge. Wir hatten uns aus den Augen verloren, aber jetzt berichten „Stern online“ und „Spiegel online“ über ihn. Er ist jetzt Vorsitzender der Deutschen Kaufmannschaft in Vietnam!

Das wäre doch eine tolle Idee, ihn in Saigon zu besuchen und das ganze mit einer Vietnam-Rundreise zu verbinden. Gesagt – getan: Ich habe mit ihm Kontakt aufgenommen und sitze heute Abend im Zug nach Frankfurt.

Anreise

2. Tag: Nach einer Übernachtung im „Mercure Hotel Messe“  in der Mainmetropole nehme ich den Nonstop-Flug von China Airlines mit einem Airbus A340-300 nach Taipeh. Ich unterhalte mich angeregt mit meinem netten Sitznachbarn. Er bleibt für mehrere Monate in Taiwan, ich jedoch eile zu meinem Anschlussflug nach Saigon.

Service Anreise:
Gabelflug mit China Airlines ab/bis Frankfurt nach Saigon und zurück ab Hanoi ab 850 € inkl. Gepäck
Kein Visum bis zu 15 Tage Aufenthalt erforderlich

3. Tag: Auf dem Weg mit dem Taxi in die Stadt fallen mir schon die vielen Zweiräder im Straßenverkehr auf, oft gesteuert von jungen Frauen. Manchmal ist der Gepäckträger und der Sozius voll von Paketen. Wer Freude an skurrilen Transporten auf Mopeds hat, dem sei das Fotobuch „Bikes of Burdon“ von Hans Kemp empfohlen. Turmhohe Lasten, wie übereinander gestapelte Strohkörbe, mehr als hundert Plastikflaschen mit einem Fassungsvermögen von einem Liter, vier Erwachsene und ein Kind auf einem Motorrad, ein 500 Liter Plastiktank (leer), lebende Hühner, Goldfische in mit Wasser gefüllten Plastiktüten, drei tote Schweine oder dutzende Gänse werden so transportiert.

Ich habe für drei Nächte ein Zimmer in einem Boutique-Hotel, dem „Empress“, ganz in der Nähe der „University of Science“ gebucht. Am Nachmittag holt mich Jürgen in meinem Hotel mit seiner Mercedes-Limousine ab. Das Wiedersehen ist herzlich. Er bringt mich zum „Saigon Country Club“, wo er mit einem Geschäftsfreund Tennis spielt, während er für mich fürsorglich eine entspannende Massage nach dem langen Flug gebucht hat. Außerdem ziehe ich ein paar Bahnen im schönen Swimmingpool.

Die Innenstadt von Saigon

4. Tag: Heute besuche ich die wenigen Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt. Zwei Kolonialgebäude stehen am selben Platz: Die Kathedrale Notre Dame und die Hauptpost aus dem späten 19. Jahrhundert.

In der Hauptpost befindet sich an der Stirnseite ein Gemälde mit Ho-Chi-Minh und zwei historische Karten an den Längsseiten. Eine zeigt Saigon im Jahr 1892 und die andere das Telegrafennetz von Indochina im Jahr 1914. Sehenswert ist auch die „Pagode des Jadekaisers“. Im Innenhof befindet sich ein Teich mit hunderten Schildkröten, weswegen der Ort auch Schildkrötentempel genannt wird.

Anschließend besuche ich Jürgen in seinem Büro und am Abend bin ich bei ihm zu Hause eingeladen.

Cholon – Handelsplatz der Chinesen

5. Tag: Heute besuche ich Cholon, damals vor den Toren von Saigon gelegen, lebten in dieser Stadt chinesische Zuwanderer, die hauptsächlich Handel trieben.

Vor dem großen „Binh-Tay-Markt“ warten Cyclo-Fahrer auf Kunden. Hochbeladene Mopeds fahren vor und die Waren werden in die Markthalle geschafft, stinkende Stadtbusse speien ihre Fahrgäste aus.

Im Markt sind die Stände geordnet. Vorne rechts sehe ich Töpferwaren und Haushaltswaren. Im Mittelgang sind die Verkaufsstände für eingelegtes Gemüse und getrockneten Fisch.

Links vorne werden Textilien verkauft und im hinteren Bereich finden sich zahlreiche Essenstände mit einem großen Angebot aus der schmackhaften Landesküche. Ich nehme am Haupteingang ein Cyclo und lasse mich

entlang gelber, dreistöckiger Kolonialbauten zur „Quan-Am-Pagode“ fahren. Vor dem Tempel gibt es zahlreiche Verkaufsstände für Räucherstäbchen und für Singvögel in Bambuskäfigen.

Beeindruckend ist die Säule mit dem Goldene Drachen vor einem kräftigen roten und hellblauen Hintergrund. Gleich in der Nähe befindet sich der „Phuoc-An-Hoi-Quan-Tempel“.

Hier wird der Quang Cong – ein wirklich rotgesichtiger Buddha verehrt. In einer Apotheke für traditionelle Chinesische Medizin faszinieren mich die in einer alkoholischen Flüssigkeit eingelegten Schlangen und Skorpione.

So ein Elixier muss ich mal probieren! Ich erwerbe ein Fläschchen. Der Inhalt schmeckt wie Latschenkieferlikör.

Das Mekongdelta – zu Hausbooten und Pfahlbauten

6. Tag : Heute fahre ich mit dem „Kim-Huong-Busservice“ ins Mekongdelta. Der mächtige 4.500 Kilometer lange Fluss verzweigt sich nach der kambodschanisch-vietnamesischen Grenze in neun Arme, den sogenannten „Neun Drachen“, die ins Südchinesische Meer münden. Wir  verlassen Saigon auf der Nationalstraße 1 in südwestlicher Richtung. Nach zweieinhalb Stunden Fahrt überqueren wir den Mekong bei Vinh Long auf einer der wenigen Brücken. Flussauen wechseln sich mit Reisfeldern ab.

Nach weiteren 90 Minuten fährt der Kleinbus auf die Fähre bei Ben Pha Vam Cong um den Song-Hau-Mündungsarm zu überqueren. Flussauen wechseln sich mit Reisfeldern ab. Nach 60 Kilometern erreichen wir den Busbahnhof von Chau Doc. Hier gibt es keine Taxis. So fahre ich mit einem Mototaxi auf dem Sozius mit und balanciere meinen Koffer auf den Knien. Gott sei Dank ist es nicht weit zum „Thuan-Loi-Hotel“.

Die aus Holz erbaute Anlage liegt direkt am Song-Chau-Doc-Fluss, die Frühstücksterrasse ragt auf Pfählen gebaut ins Wasser. In der Abenddämmerung fahre ich mit einem Mototaxi fünf Kilometer zur „Tay An Pagode“ am Fuß des heiligen Berges San. Vom Berg habe ich einen traumhaften Blick auf das Delta im orangefarbenen Licht der untergehenden Sonne.

7. Tag: Nach dem Frühstück auf der Hotelterrasse direkt am Fluss miete ich ein Boot und lasse mich zu einem der vielen Hausboote fahren. Wir legen an und ich betrete den Wohnraum. In der Mitte befindet sich eine Klappe und direkt darunter ein Netz voll mit Pangasius Flussbarschen. Sie werden durch die Klappe gefüttert und bei Bedarf mit einem Kescher abgefischt.

Mein Bootsführer fährt an einer schwimmenden Tankstelle vorbei in den Bassac-River hinein. Den „Kenh-Vinh-Te-Kanal“ überqueren Zigarettenschmuggler in einem Kahn. Ein weinig landeinwärts befindet sich die kambodschanische Grenze.

An beiden Ufern reihen sich Häuser auf hohen Stelzen. Manche sind mit einen herabsenkbaren Fischernetz ausgestattet. Chau Doc ist ein wirklich einmaliger Platz!

8. Tag: Das Victoria Hotel bietet einen täglichen Schnellbootservice nach Phom Penh. Ich kaufe mir einen Fahrschein und nehme auf einem der komfortablen Ledersitze platz. Nach zwei Stunden erreichen wir die Grenzstation „Vinh Xuong“ auf dem Mekong. Sie liegt oben auf dem lehmigen Steilufer. Hölzerne Treppenstufen führen steil hinauf.

Den Koffer lasse ich von einem jungen Mann gegen Entgelt hinauf- und hinuntertragen. Er muss mit, da das Gepäck in der Grenzstation durchleuchtet wird. Ich bin der einzige Passagier der schon ein Visum vorab besorgt hat und habe daher Zeit, das bunte Treiben zu verfolgen.

Nach weiteren knapp drei Stunden Fahrt erreiche ich Phnom Penh, die Hauptstadt von Kambodscha. > Mein Beitrag über das Mekongdelta ist eine Homage an den Mekong-Liebhaber und Journalisten Robert Hetkämper. Ich schätze seinen zweiteiligen Fernsehfilm über den Mekong sehr. <

10. Tag: Nach meinem kurzen Aufenthalt in Kambodscha fliege ich heute am frühen Abend von Siem Reap, dem Flughafen von Angkor, zurück nach Saigon mit einer Fokker 70 der Vietnam Airlines. Ich übernachte wieder im „Empress Hotel“.

Der Badeort Nha Trang – goldgelber Sand

11. Tag: Heute morgen geht es in einer Turbopropmaschine vom Typ ATR 72 der Vietnam Airlines an der Küste entlang nordwärts in den Badeort Nha Trang. Beim Landeanflug sehe ich schon den Sandstrand und die Lagune.

Ich wohne für zwei Nächte im „Sea View Hotel“. Zum Strand sind es 200 Meter, man überquert die kleine Straße, läuft über eine Grünfläche mit Palmen und gleich hinter der Strandpromenade beginnt der wunderbare, gelbfarbig-feine Sandstrand, der sich südlich bis zum „Sailing Club“ erstreckt. Das Wetter ist sonnig, vom Meer her weht eine schwache Brise.

12. Tag: Ich miete mir heute ein Moped und überquere den Cai Fluss auf einer Brücke. Landeinwärts befindet sich der Fischereihafen. Ein Zollinspektor und ein Bootseigner rudern in einem kreisrunden Korb, der hierzulande als Tenderboot fungiert, als seltsames Paar auf dem Fluss.

An der Straße bieten Fischersfrauen ihren Fang direkt auf dem Bordstein an. Die Landschaft ist sehr schön. Die rundgeschliffenen Granitfelsen erinnern mich an die die Strände von Koh Similan in der Andamanensee vor Thailand.

Der Bucht von Nha Trang vorgelagert sind einige Inseln. Links tauchen die „Po-Nagar-Türme“ auf, die vom Volk der Cham erbaut wurden. Von den vier erhaltenen Türmen aus Ziegelstein ist der Nordturm aus dem Jahr 817 mit 23 Meter Höhe der größte.

Der Zentralturm aus dem 7. Jahrhundert ist der älteste. König Sri Mara gründete einen unabhängigen Staat der sich 1400 Jahre über Süd- und Zentralvietnam erstreckte. Nördlich herrschten die Viet und westlich die Khmer. Im 12. und 13. Jahrhundert wüteten Kriege zwischen den Khmer und den Cham, die in der Zerstörung Angkors gipfelten. Ab dem 15. Jahrhundert gewannen die Viet nach und nach die Oberhand über die Chamgebiete.

Hoi An – UNESCO Weltkulturerbe

13. Tag: Die ATR, die aus Saigon kommt, bringt mich heute weiter nach Da Nang, der mit einer Million Einwohnern drittgrößten Stadt Vietnams. Am Rand der Landebahn stehen noch die Hanger aus dem Vietnamkrieg. Im Luftwaffenstützpunkt war das größte Kontingent von US-Truppen stationiert. Die U.S.A. griffen ab 1965 mit Bombardements und Bodentruppen ein.

Am Thu Bon Fluss, 30 km südlich von Da Nang, liegt Hoi An, ein alter Handelsplatz mit zahlreichen erhaltenen Kolonialbauten, alten chinesischen und japanische Handelshäuser. Die Altstadt des früher als Faifo bekannten Ortes gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Ich wohne für zwei Nächte im „Thành Phát Hotel“.

Am Nachmittag schlendere ich durch die bezaubernde, autofreie Altstadt zur über 400 Jahre alten „Japanische Brücke“ und besichtige das alte Kaufmannshaus der Familie Quan Thang, die hier in der in der 7. Generation wohnt.

Jede Volksgruppe hat ihre eigene Versammlungshalle errichtet. So gibt es die Versammlungshalle der der Hainan-Chinesen und die mehr als 300 Jahre alte Versammlungshalle „Phuoc Kien“ der Fujian Chinesen.

Der ebenfalls mehr als 200 Jahre alte Familienschrein der Tran ist zu besichtigen. Ein Mitglied der Familie war sogar ein Mandarin. Einmal im Jahr versammelt sich die komplette Tran Familie an diesem Ort, das sind mehr als 80 Personen.

Abends esse ich im Restaurant „Hông Phúc“ am Thu Bon Fluss sehr gut. Zudem bringe ich in Erfahrung, dass morgen Vormittag hier ein Kochkurs stattfindet. Das will ich mir nicht entgehen lassen und ich melde mich sogleich an.

14. Tag: Leider hat eine Australische Touristin ihre Teilnahme am Kochkurs kurzfristig abgesagt. Normalerweise ist die Mindestteilnehmerzahl zwei Personen. Doch willigt die Inhaberin des Restaurants ein, mir heute Einzelunterricht zu erteilen.

So lerne ich „Red Snapper gegrillt im Bananenblatt“,  vegetarische Frühlingsrollen, Tintenfisch mit Sesam und Zitronengrass und „Wonton süss-sauer“ zuzubereiten. Danach darf ich mein Essen selbst kosten, dazu gibt es ein BGI Bier.

Im großen Textilmarkt bieten unzählige Schneider und Schneiderinnen, Schumacher, Täschner etc. ihre Dienste an. Man wähle ein Kleid, eine Hose, einen Anzug oder Schuhe aus einem Versandhauskatalog wie Otto-Versand, Quelle, Hawes & Curtis oder Sears aus, bestimme den Stoff oder das Leder und das Teil wird maßgefertigt, abholbereit am nächsten Morgen. Ich bestelle ein paar Lederschuhe.

Dann nehme ich eines der bereitstehenden Fahrräder meines Hotels und fahre am Fluss entlang Richtung Meer. Unterwegs stoppe ich an einem Bootsrestaurant das am Ufer ankert. Auf der Aussichtsterrasse mit Bambusgeländer, -tischen und -stühlen serviert man mir einen vietnamesischen Hochlandkaffee und ich genieße die Aussicht auf dem Fluss und seine tropischen Ufer.

Danach radle ich weiter zum „Cua Dai“, ein breiter Sandstrand, wo sich schon die amerikanischen Soldaten erholten. Es gibt dort zahlreiche Cafés und Restaurants. In einer halben Stunde bin ich wieder zurück im Hotel.

Service Südvietnam:
Linienflug mit Vietnam Airlines ab Siem Reap über Saigon und Nha Trang nach Da Nang und weiter ab Hué bis Hanoi ab 300 € inkl. Gepäck
Empress Hotel Saigon EZ ab 32 €
Thuan Loi Hotel Chau Doc EZ ab 13 €
Blue Cruiser Speed Boat Chau Doc (Victoria Hotel) – Phnom Penh ca. 20 € (bitte Visainformation auf der Website des Anbieters beachten)
Sea View Hotel Nha Trang EZ ab 24 €
Thanh Phat Hotel Hoi An EZ ab 27 €
Fahrt über den Wolkenpass nach Norden

15. Tag: Ich hole meine Schuhe aus weichem Wildleder ab, nehme ein Taxi zum Bahnhof von Da Nang und kaufe mir eine Fahrkarte für den Expresszug Saigon-Hanoi auf der Teilstrecke von Da Nang nach Hué. Man darf nicht, wie bei uns üblich, direkt zum Bahnsteig gehen, nein, man muss in einem Warteraum platz nehmen und erst wenn der Zug eingefahren ist, darf man zum Bahnsteig. Enttäuschend ist, dass die Fenster mit engmaschigen Gittern versehen sind, so dass es unmöglich ist die Landschaft zu fotografieren. Der Zug schlängelt sich zum Wolkenpass in die Truong Song Berge hinauf, die das Land in  Süd- und Nordvietnam und in zwei verschiedene Klimazonen teilen. Die Berge reichen bis ans Meer, der Scheitelpunkt der Bahnstrecke liegt bei knapp 500 Metern.

Hué – die Kaiserstadt am Parfümfluss – UNESCO Weltkulturerbe

Nach zwei Stunden erreicht der Zug den beeindruckenden Bahnhof von Hué. Die Stadt gefällt mir auf Anhieb sehr gut. Das Taxi durchquert die moderne Innenstadt mit Verwaltungsgebäuden, Banken und Hotels und bringt mich auf einer schmalen Stahlbrücke (Titelfoto) über den Parfümfluss. Am anderen Ufer befindet sich im Ostteil das ehemalige Kaufmanns- und Hafenviertel und im Westen die Kaiserstadt in der Zitadelle mit ihrem großen, ummauerten Garten. Direkt an der östlichen Umgrenzungsmauer liegt mein Hotel, das „Thanh Noi“. Mein Zimmer hat einen direkten Zugang zum Swimmingpool. Zur Anlage gehört das „Restaurant Imperial Garden“.

16. Tag: An der Mauer der Zitadelle entlang laufe ich zum „Hien Nhon Tor“. Unterwegs treffe ich auf eine Schulklasse, die in dunkelblauen Trainingsanzügen Morgengymnastik macht. Auf dem  Flaggenturm weht eine riesige vietnamesische Fahne, gelber Stern auf rotem Grund. Hinter dem „Ngo-Mon-Tor“ beginnt die Kaiserstadt.

Sie wurde ab 1805 erbaut. Mittelpunkt ist der „Palast der höchsten Harmonie“ mit schönen roten und goldenen Lackarbeiten. Er diente als Thronsaal, Bankettsaal und  Empfangshalle des Kaisers. Der Bereich der Privatgemächer hat eine separate Mauerumgrenzung. In dieser „Verbotenen Purpurstadt“ befinden sich außerdem noch das „Kaiserliche Theater“, das heute zur Kunsthochschule gehört, der zweistöckige „Lesepavillon Thai Binh“ und zwei achteckige Musikpavillons.

Die Ahnenaltäre liegen im Südwesten der mit einer 10 Kilometer langen Mauer umgebenen Zitadelle. Im „The Mieu Gebäude“ hat jeder Kaiser einen eigenen Ahnenaltar bekommen, gegenüber stehen im Freien die „Neun Dynastischen Urnen“. Die größte ist 2,6 Tonnen schwer. Die Kaiserstadt ist eine wunderschöne Anlage mit farbenprächtigen Gebäuden, oft mit auffälligen Keramikverzierungen.

17. Tag: Heute möchte ich von der „Truong Tien Brücke“ mit einem der zahlreichen Ausflugsschiffen den Parfümfluss zu den Kaisergräbern hinauffahren. Ich entscheide mich für ein kleineres Schiff. Der alte Kapitän hat sein süßes Enkeltöchterchen dabei. Erste Station ist die siebenstöckigen „Thien Mu Pagode der himmlichen Frau“. Vom nächsten Haltepunkt nimmt man am besten ein Mototaxi, hier „Honda Om“ gennannt.

Zwei Kilometer oberhalb des Parfümflusses  liegt die Grabanlage des Kaisers Tu Duc, die 1867 fertiggestellt wurde. Da der Kaiser noch 16 Jahre lebte, nutzte er in dieser Zeit gerne und oft diese bezaubernde Anlage mit dem „Xung Khiem Pavillon“ an einem romantischen See mit Lotusblüten und Wasserlilien . Hier hat Kaiser Tu Duc Wein und Tee getrunken und dabei seine 4.000 Gedichte verfasst.

Vom Bootspavillon startete er seine Bootstouren auf dem See, wobei er meditierte oder fischte. Der oberhalb gelegene „Hoa Khiem-Tempel“ diente in Zeiten seiner Anwesenheit als Büro des Kaisers. Das Grab des Kaisers Tu Duc selbst ist am höchsten Punkt der Anlage errichtet. Im Stelenhaus wiegt die Stele von Tu Duc zwanzig Tonnen. Die Lobschrift auf ihn verfasste er selbst und benötigte dafür 4.000 Zeichen. Zurück auf dem Boot geht es weiter flussaufwärts.

Unterwegs begegenen uns Lastkähne mit Sand für die Baustellen von Hué. Vom nächsten Anleger führt ein ein Kilometer langer Weg durch ein Tal um zum Grab des Kaisers Khai Dinh zu kommen. Khai Dinh war der vorletzte Nguyen-Kaiser.

Die Grabanlage wurde zu seinen Lebzeiten im Jahr 1931 fertiggestellt. Unter dem Einfluss der französischen Kolonialherren ist das Gebäude in barockem Stil mit sino-vietnamesischen Verzierungselementen und Anleihen aus der Cham Architektur errichtet. Es führen 130 Stufen zur Plattform hinauf.

Lebensgroße Steinfiguren der Staatsbeamten stehen am Weg spaliern. Vom Grab hat man einen schönen Blick auf die grüne Flusslandschaft. Nahe am Fluss liegt das Grab des Kaisers Minh Mang, das 1843 fertiggestellt wurde. Hier ist der Umkehrpunkt meines Bootsausflugs erreicht und es geht flott den Parfümfluss hinunter zurück nach Hué.

Hanoi – die Hauptstadt

18. Tag: Heute fliege ich mit Vietnam Airlines von Hué nach Hanoi. Gleich nach dem Start überquert der Airbus A 320 die ehemalige DMZ. Die „Entmilitarisierte Zone“ wurde ab 1954 während des Vietnamkriegs zur Grenze zwischen Nord- und Südvietnam bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1975.

Nach der Landung bringt mich ein Taxi ins Sheraton Hotel am Westsee. Dabei überqueren wir den Roten Fluss. Das Wetter ist hier ganz anders als im Süden. Es ist leicht neblig, es nieselt und es ist deutlich kühler.

Am Nachmittag fahre ich zum „Ho-Chi-Minh-Mausoleum“, dem letzten Ruheort des charismatischen, kommunistischen Führers und Kämpfers für die Unabhängigkeit des Landes von Frankreich und Japan. Seine Leiche wurde einbalsamiert und auf einem schwarzen Tuch aufgebahrt.

Der nahe Präsidentenpalast wurde 1901 als Wohnsitz es Generalgouverneurs der französischen Kolonie Indochina erbaut. Mein Spaziergang führt am Westsee entlang zur hohen, spitz zulaufende „Tran Quoc Pagode“.

Diese älteste religiöse Stätte Hanois datiert aus den 6. Jahrhundert, wurde aber Anfang des 17. Jahrhunderts von seinen ursprünglichen Standort am Roten Fluss zum Westsee versetzt, da der Platz am Fluss durch Hochwasser gefährdet war.

19. Tag: Eine verwunschene Morgenstimmung liegt über dem kleinen „Hoan-Kiem-See“  südlich der Altstadt. Es ist leicht neblig und es nieselt ein wenig. Auf der Insel liegt der Schildkrötenpavillon. Ein großes Exemplar liegt ausgestopft und präpariert auf einem Sockel. Eine weitere Insel kann über die rote „Brücke der aufgehenden Sonne“ erreicht werden.

Auf dem Weg zum „Altstadttor Quan Chuong“ spielen zwei Männer Badminton auf einem gepflasterten Court am Rande der Straße. Die Altstadt von Hanoi war von einer Stadtmauer umgeben, nur noch das „Quan Chuong Tor“ mit seinen Seitenmauern ist noch erhalten. In den Gassen herrscht auch heutzutage noch ein geschäftiges Treiben.

Verkäuferinnen bieten Blumen an, die Sie in Einkaufskörben an ihren Fahrrädern liegen haben, Haushaltswaren werden in kleinen Geschäften verkauft, in der Mitte der breiteren Gassen sind Verkaufsstände für Obst und Gemüse aufgebaut. Garküchen gibt es an jeder Ecke.

Am Abend treffe ich Jürgen in seinem Hotel, dem Hilton. Er wohnt in der Präsidentensuite, ein etwas günstigeres Zimmer war kurzfristig in Hanoi nicht mehr zu bekommen. Er hat es ermöglicht, dass ich heute zu einem Galadinner im Meliahotel eingeladen werde. Die „APL-Line“ feiert die Neueröffnung ihrer Frachtschifflinie vom Hafen Haiphong nach Hongkong. Ich sitze mit Jürgen an Tisch 1 mit dem Vizepräsident von APL Alvin See und dem Vizeverkehrsminister von Vietnam. Da ich heute Geburtstag habe, lädt mich Jürgen anschließend ins „Hotel Sofitel Metropole“ zu Champagner ein. Das Hotel ist ein wundervolles Kolonialgebäude aus dem Jahr 1901, in dem schon Charlie Chaplin, Graham Greene und Somerset Maugham wohnten. Hier treffe ich Ute, eine Freundin von Jürgen, die ebenfalls in München wohnt und mir eine treue Kundin und liebe Freundin werden wird.

Tam Coc – Wunderwelt der Kalksteinfelsen

20. Tag: Für einen Ausflug zur Halong-Bucht fehlt mir leider die Zeit. Eine Alternative ist die „Trockene Halongbucht“. Es handelt sich um die bezaubernde „Landschaft Tam Coc“ nahe der Stadt Ninh Binh 90 km südlich von Hanoi. Der organisierte Tagesausflugmit mit einem Kleinbus stoppt zuerst in der alten Hauptstadt des Königreichs Dai Co Viet aus dem 10. Jahrhundert.

Auf den archäologischen Überbleibseln von Hoa Lu wurden bereits im 17. Jahrhundert Nachbauten errichtet. Auf der Weiterfahrt kommen uns eine Reihe von Ochsenkarren entgegen, die den lokalen Reisbauern gehören.

Bei „Tam Coc“ steigen wir auf Sampans, asiatische Ruderboote, um und werden auf einem Fluss in ein grünes Tal mir Reisefeldern gefahren. Bald ragen rechts und links Felskegel aus Kalkstein aus der grünen Ebene auf. Unser Boot passiert einen Tunnel durch einen der Felskegel hindurch.

Die Szenerie ähnelt der oft auf Papyrusrollen gezeichneten Landschaft von Guilin in China. Der Ausflug ist ein würdiges Finale meines Aufenthalts in Vietnam.

Service Nordvietnam:
Bahnfahrt Da Nang – Hué Soft Seat 15 $
Hotel Thanh Noi Hué EZ ab 22 €
Sheraton Hotel Hanoi EZ ab 99 €

21. Tag: Heute fliege ich mit China Airlines zurück nach Taipeh, wo ich einen dreitägigen Stopp einlege, bevor es zurück nach Deutschland geht.

Diese Reise fand im Februar/März 2006 statt. Ich reiste allein. Die „Landschaft Tràng An/Tam Coc“ bei Ninh Binh und die „Zitadelle Thang Long“ in Hanoi gehören mittlerweile ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe.

Vietnam ist ein gutes Land für Individualtouristen und ideal für alleinreisende Frauen. Mein Freund Franz Josef Krücker ist ein ausgewiesener Experte Südostasiens. Sehr empfehlenswert ist sein kürzlich überarbeiteter Reisefüher https://www.trescher-verlag.de/reisefuehrer/asien/vietnam.html

Wer gerne in einer kleinen Gruppe Vietnam, Kambodscha und Laos kennenlernen möchte, dem empfehle ich diese Tour:

Anlässlich der Neuerscheinens seines dritten Reiseführers über Indochina hat der Veranstalter Ventus-Reisen eine von Franz Josef Krücker persönlich begleitete Reise aufgelegt: https://www.ventus-reisen.de/8461-trescher-leserreise-suedostasien/ Reisetermin ist im Febuar 2019.

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