Belgrad – die Metropole an Donau und Save

Eine mächtige Festung zum Schutz des Abendlandes, schöne Jugendstilhäuser in der Innenstadt und die größte orthodoxe Kathedrale erwarten mich in Belgrad. Der Infrastruktur der Stadt merkt man die 25 verlorenen Jahre in und nach den Jugoslawienkriegen an.

Diesen Beitrag gibt es hier auch zum Hören (MP3):

 

Festung von Belgrad

Mein Roadtrip durch den Balkan führte mich vom Ionischen Meer weiter durch das „Land der Skipetaren“ zum Ohridsee in Mazedonien, durch den Kosovo, zu den höchsten Bergen des des westlichen Balkans an der Grenze von Albanien und Montenegro und von dort am 13. Tag meiner Reise weiter zu den Klöstern in den serbischen Bergen. Am Nachmittag befinde ich mich schon in der Donauebene und erreiche auf der Autobahn A1 gegen 19 Uhr

die serbische Hauptstadt Belgrad.

Radisson Blu Hotel Old Mill - Belgrad

Ich nehme die Ausfahrt kurz vor der Savebrücke und sehe auf der linken Seite schon das „Radisson Blu Hotel Old Mill“. Mein Standard-Zimmer im 9. Stock ist großartig und bietet allen erdenklichen Komfort mit Sitzecke, tiefen Fenstern und einen schönen Ausblick auf die Save.

Save bei Belgrad

Ich gehe zum Abendessen ins Hotelrestaurant. Es gibt eine Hühnersuppe, geräucherten und angebratenen Thunfisch mit Selleriepüree und Bratkartoffel. Nach dem Essen bügle ich meine Kleidung, die mir in den „Schwarzen Bergen“ gewaschen wurde mit dem in meinem Zimmer entdeckten Bügeleisen (inkl. vorhandenem Bügelbrett).

Festung Belgrad

Bollwerk des Abendlandes – Die Festung an der Mündung der Save in die Donau.

14. Tag: Ich kaufe mir am Kiosk eine 3-Tages-Karte für Tram und Bus. Vor dem Hotel führen drei Tramlinien vorbei. In nehme eine Tram Richtung Innenstadt, steige an der „Ekonomski Fakultet“ um und fahre dann den Festungshügel hinauf bis zur „Station Kalemegdan“.

Cevapcici, ein Griechischer Salat und ein Bier.

An der Burgmauer setze ich mich im „Café Antico Sapore“ in die Sonne und bestelle Cevapcici im Fladenbrot mit einem Griechischen Salat und dazu ein Bier. Danach laufe ich ins Innere der Festung, die sich über den gesamten Hügel erstreckt und einen schönen Blick auf Donau und Save bietet.

Am Zusammenfluss von Save und Donau unterhalb der Festung von Belgrad

Schon keltische Stämme befestigten den Burgberg, danach nutzen ihn die Römer, die Byzantiner und die Österreicher. Oberhalb der „Alten Brücke“ über die Save steht die „Kathedrale des Heiligen Erzengels Michael“.

Fußgängerzone Belgrad

Der Jugendstil dominiert die Innenstadt von Belgrad.

Ich schlendere die Fußgängerzone „Knez Michailova“ mit ihren schönen Jugendstilhäusern entlang. Dann setze ich mich an einen Tisch vor dem Jugendstilcafé „Kafeterija Magazin 1907″ in der Querstraße „Kralja Petra“. Hier lebt noch echte Kaffeehauskultur. Zum bestellten Cappuccino wird mir eine große Flasche Wasser mit frischer Minze kredenzt.

Jugendstilcafé "Kafeterija Magazin 1907" in der "Kralja Petra" No. 16.- Belgrad

Danach gehe ich weiter zur Universität in den schattigen Hof des Rektorats, höre einer modernen Zigeunerband in der „Knez Michailova“ zu (Titelfoto) und kaufe mir schließlich bei „Zara“ in dieser Einkaufsstraße eine Winterjacke. 

Hotel Moskva Belgrad

Das „Hotel Moskva“ in reinem Art Noveau-Stil wurde 1908 vom König persönlich eröffnet. Albert Einstein, Ana Pavlova, Leonid Breschnew, Indira Gandhi, Ray Charles, Robert De Niro, Brad Pitt, Bernardo Bertolucci, Maxim Gorki, Kirk und Michael Douglas und viele andere waren in diesem Haus in der Balkanska No. 1 schon zu Gast.

Hotel Moskva – Foyer

Später kaufe ich für mein Abendessen in einem Straßenverkauf gefüllte Teigrollen, einmal mit Hackfleisch und einmal mit Pilzen und laufe am Parlament vorbei zur nächsten Trambahnhaltestelle. Das Verkehrschaos zur „rush hour“ ist groß, die Trambahn fährt auf der gleichen Spur wie die Autos und es gibt keine Vorrangschaltung. So geht es im Zuckeltempo Richtung Bahnhof. Ab da hat die Tram dann eine eigene Trasse und es geht nun wieder zügiger in Richtung Hotel.

Jugendstilcafé „Kafeterija Magazin 1907“ in der „Kralja Petra“ No. 16.

15. Tag: Ich fahre mit der Trambahn zum Bahnhof. Im Wirtsgarten des „1884“ ergattere ich einen Sonnenplatz und bestelle mir ein reichhaltiges Frühstück mit drei Spiegeleiern, frischem Brot, Schafskäse, Tomaten, Wasser und Cappuccino.

Save Kathedrale in Belgrad

Das größte orthodoxe Gotteshaus der Welt – die Save Kathedrale.

Dann warte ich vergebens auf eine direkte Trambahn zur Save-Kathedrale. Schließlich entscheide ich mich für eine andere Linie. Hier ist ein Umsteigen in einen Oberleitungsbus erforderlich. Auf dieser Fahrt stelle ich fest, warum keine Tram kam: An einem der Plätze, über den sie fahren soll, ist alles aufgegraben und es gibt dort momentan keine Schienen. 

Save-Kathedrale in Belgrad

Die Save-Kathedrale ist seit dem Jahr 1935 in Bau, ähnlich wie die „Sagrada Familia“ in Barcelona. Sie soll einmal das größte orthodoxe Gotteshaus der Welt werden, ebenso groß wie die „Hagia Sophia“. Die Krypta ist schon fertig gestellt, sie ist riesig groß und beeindruckt zudem mit viel Goldglanz.

Krypta der Save-Kathedrale in Belgrad

Die zwei Ausgehviertel westlich der Innenstadt.

Da es mit dem O-Bus so gut ging, nutze ich Ihn gleich für die Fahrt zur Universität. Unterhalb der Uni beginnt das Ausgehviertel „Skardalija“. An einer abschüssigen Gasse stehen urgemütliche Wirtshäusern und Cafés mit Plätzen im Freien unter Bäumen. Etwas unterhalb gibt es auch einige Diskotheken.

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Skardalija Belgrad

Nach einem Bier auf der Terrasse der „Bar Red“ fahre ich mit dem Bus weiter zur Strahinjica Straße, einem eher schicken Ausgehviertel, im Volksmund „Silicon Valley“ genannt, in Anspielung auf die Brustimplantate so mancher Passantin.

Im Restaurant „Dorian Gray“ bekomme ich eine gute Norwegische Fischsuppe und ein schrecklich trockenes Ayam Goreng serviert. Die Fahrt zurück ins Hotel verläuft heute problemlos. 

Service Belgrad:
Hotel Radisson Blu Hotel Old Mill Standard DZ ab 111 €.
Hotel Moskva Standard DZ ab 111 €.
Tram und Bus 3-Tages-Ticket 6 €.
Festung und Save Kathedrale Eintritt  frei.

In der Save Kathedrale

Auf dem Autoput über Zagreb und Ljubljana nach Hause.

16. Tag / 548 km: Ich fahre an der Savebrücke auf den Autoput. Zum Schluss werden von mir noch die Hauptstädte Zagreb (Kroatien) und Laibach (Slowenien) besucht.

Ljubljana - Prešernov-Platz mit den 3 Brücken
Ljubljana – Prešernov-Platz mit den 3 Brücken

Dieser Roadtrip durch den westlichen Balkan fand im September/Oktober 2017 statt. Überarbeitet im Juli 2022 und Tarifstand: September/Oktober 2022.

Diesen Beitrag auf YouTube ansehen: https://youtu.be/YqQi1fPk9zg

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