Korfu – Sissi, Kaiser Wilhelm und die Venezianer

Dieser Tagesausflug nach Korfu führt mich zu den Sehenswürdigkeiten der Inselhauptstadt, zur Alten und zur Neuen Festung, in die Altstadt, auf die mondäne Esplanade, zum spektakulären Aussichtspunkt Kononi und zum Palast der Kaiserin Elisabeth von Österreich.

Die Überfahrt über die Straße von Korfu.

Ich bin auf einem Roadtrip durch den westlichen Balkan und nutze meinen Aufenthalt im südalbanischen Ferienort Saranda an der Meerenge von Korfu zu einer Überfahrt auf die Insel. Ich kaufe das Ticket im Hafenbüro der „Finikas Lines“ in Saranda, nicht weit von meinem schönen Hotel entfernt, oberhalb des Fährterminals. Nach passieren der Grenzkontrolle stehe ich vor dem „Fliegenden Delfin“, einem Tragflügelboot.

Tragflügelboot Korfu - Albanien

Nur 30 Minuten nach der Abfahrt komme ich schon im Kreuzfahrtterminal von Korfu an. Gleich gegenüber des Ausgangs miete ich mir einen kleinen Roller. Mit ihm fahre ich

Neue Venezianische Festung auf Korfu

die Neue Venezianische Festung

entlang, die den Hafen überragt. Über dem Eingangstor prangt das Symbol der Erbauer, der venezianische Markuslöwe. Mit dem mächtigen Bau wurde 1576 nach der zweiten türkischen Belagerung begonnen. Im Jahr 1645 wurde die Neue Festung mit seinen unterirdischen Munitionsdepots, Zisternen und Verbindungsgängen zur Alten Festung fertiggestellt.

Achilleion auf Korfu

Der Palast der Kaiserin Elisabeth von Österreich.

Zehn Kilometer südlich des Hafens liegt auf einer Anhöhe über dem Meer das Achilleion. 

Achilleion Korfu

Der wunderschöne Palast in der mediterranen Landschaft wurde 1890 von Kaiserin Elisabeth von Österreich in Auftrag gegeben. Ihre Statue befindet sich vor dem Eingang. Auf der Terrasse hinter dem Haus stehen die neun Musen Spalier und ein kleiner Park endet an einem Aussichtspunkt. 

Die Figur des Achill, dem Namensgeber der kaiserlichen Anlage

Die Erben Elisabeths verkauften den Palast 1907 an den deutschen Kaiser Wilhelm II., der von dem Gebäude und seiner Lage ebenfalls sehr beeindruckt war. Im Café trinke ich nach dem Rundgang einen geeisten Frappé, eine gängige griechische Kaffeespezialität mit Nescafé.

Aussichtspunkt Kanoni

Der Aussichtspunkt Kanoni.

Anschließend fahre ich um den Flughafen herum hinauf zum Aussichtspunkt Kanoni. Der Aussichtspunkt trägt seinen Namen nach einer dort aufgestellten Kanone aus den Napoleonischen Kriegen im frühen 19. Jahrhundert. Auf der kleinen Insel Vlacherna vor uns befindet sich ein weißes Klostergebäude mit rotem Ziegeldach. Es wurde um 1700 erbaut und ist über einen Damm erreichbar. Heute ist das Kloster aufgelöst, die Kirche steht zu Besichtigung und zum Gebet offen.

Insel Pontikonisi

Zur anderen Insel in der Bucht, der Mäuseinsel Pontikonisi, muss man mit dem Boot fahren. Auf dem höchsten Punkt der kleinen Insel steht eine byzantinische Kapelle aus dem 12. Jahrhundert zwischen schlank aufragenden Zypressen. Eine Gedenktafel erinnert daran, dass hier die österreichische Kaiserin Elisabeth gern saß. Sie liebte es, zu dieser Insel zu schwimmen. Über der Bucht schweben oft Flugzeuge zur nahen Start- und Landebahn des Flughafens ein. Ich fahre auf dem bewaldeten Höhenrücken der Halbinsel in Richtung Korfu-Stadt zurück. Hinter dem Palast und Schlosspark von Mon Repos stoße ich wieder ans Meer.

Die alte Windmühle Anemomilos mit der alten Festung von Korfu

Die Alte Festung von Korfu.

Von der alten Windmühle Anemomilos habe ich einen wunderbaren Blick auf die Alte Festung auf der anderen Seite der Bucht. Auf dem Felssporn gab es schon im frühen Mittelalter eine befestigte Siedlung. Die erste Festungsanlage stammte von den Byzantinern aus dem 8. Jahrhundert. Um der 120 jährigen Herrschaft der Anjou zu entgehen, die den orthodoxen Glauben auf der Insel bekämpften, schloss sich Korfu im Jahr 1386 freiwillig der Seerepublik Venedig an. Fortan bestimmten hier die Venezianer 400 Jahre lang das Geschehen bis zum Ende der „Serenissima Repubblica di San Marco“ im Jahr 1797.

Alte Festung von Korfu

Um sich gegen Angriffe der Osmanen zu wappnen, wurde von den Venezianern die Alte Festung ausgebaut. Aus dieser Zeit stehen nur noch die Außenmauern. Das Innere der Festung wurde im 19. Jahrhundert von den Engländern neu gestaltet, die ab 1814 für 50 Jahre auf Korfu herrschten. 1864 kam Korfu zu Griechenland. Im Jahr 2007 wurde die Altstadt von Korfu in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Denkmal von Lawrence Durrell auf Korfu

Ich fahre entlang der Bucht nordwärts. Am Eingang zur Alten Festung, in einem kleinen Park, steht das Denkmal für Lawrence Durrell, der einige Jahre auf Korfu gelebt hat. Auf meiner ersten Reise nach Ägypten mit einer Fähre, hatte mir mein Freund Jürgen das „Alexandria-Quartett“ zum Lesen mitgegeben und dadurch habe ich den britischen Schriftsteller schätzen gelernt.    

Liston an der Esplanade - Korfu

Der mondäne Liston und die Esplanade.
Gegenüber der Alten Festung liegt ein weitläufiger Platz, die Esplanade. Von den Franzosen, die vor den Engländern 17 Jahre auf Korfu herrschten, wurde die Esplanade als Exerzierplatz angelegt und bepflanzt. Zur Altstadt hin wurde die Anlage vom Liston abgeschlossen mit Verwaltungs- und Kasernengebäuden und einem breiten, gepflasterten Fußweg. Die elegante Architektur orientierte sich an der Rue Rivoli in Paris. Die Engländer erweiterten dann die Bögen der Gebäude und erhöhten sie um ein Stockwerk. Sie richteten in einem Gebäudeteil ein Hotel ein, eröffneten Terrassen-Cafés und -Restaurants und nutzten den ehemaligen Exerzierplatz als Cricket Field. Der Sport wurde von den Korfioten begeistert übernommen. Heute gibt es 12 Cricket Clubs auf der Insel und zwei weitere Kricketplätze.
Rathaus von Korfu – Stadt
Die Altstadt mit dem Rathaus.
Durch enge Altstadtgassen gelange ich zum Mittelpunkt der Stadt, zum Rathausplatz. Hier steht ein schönes Gebäude mit Reliefschmuck. Es wurde im Jahr 1663 als Versammlungshalle des venezianischen Adels erbaut, war von 1720 bis 1903 ein Theater und wurde danach zum Rathaus umgebaut.
Finikas Lines - Fähre Korfu - Saranda
Die Rückkehr nach Albanien.

Langsam wird es für mich Zeit zum Hafen zurückzufahren. Karte Korfu. Der Rückweg nach Albanien findet abends auf einer Kleinfähre statt. Bei Ankunft in Saranda ist es schon dunkel.

Saranda am Abend

Auf der Terrasse des „Summer Restaurant“ an der Strandpromenade gibt es für mich zum Abendmahl Souvlaki, einen Griechischen Salat und dazu ein Glas albanischen Wein.

Service Korfu:
Finikas Lines Saranda (Albanien) – Korfu einfach ab 19 €
Roller von Greenmotion inkl. Helm und Haftpflichtversicherung ohne SB pro Tag ab 30 €
Achilleion Eintritt 8 € – Werbung:


Meine Autoreise führt vom Ionischen Meer weiter durch das „Land der Skipetaren“ zum Ohridsee in Mazedonien, durch den Kosovo, zu den höchsten Bergen des des westlichen Balkans an der Grenze von Albanien und Montenegro und von dort nach Serbien bis in die Metropole Belgrad an der Donau. Zum Schluss werden von mir noch die Hauptstädte Zagreb (Kroatien) und Laibach (Slowenien) besucht.

Weitere Berichte aus Südost-Europa auf meiner Website:

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