Ohrid und sein See – die Perle des Balkans

Ein Geheimtipp für entspannte Urlaubstage ist das bezaubernde alte Städtchen Ohrid in Nord-Mazedonien am Ufer seines großen und klaren Sees. Ohrid wurde schon durch Alexander den Großen vor 2.350 Jahren zur Stadt erklärt und der See ist einer der ältesten Seen der Welt. Er grenzt im Süden beim Kloster Naum an einen ausgedehnten Nationalpark.

7. Tag: Ich bin auf einem Roadtrip durch den westlichen Balkan. Nach einer peniblen Kontrolle der albanischen Grenzer, die meinen Wagen bei der Ausreise sogar auf der Hebebühne von unten begutachten wollten, erfolgt am Nachmittag die Einreise nach Mazedonien am Grenzübergang Kjafasan problemlos. Jetzt sind es nur noch 30 Kilometer auf guten Straßen um das Nordende des Sees herum bis nach Ohrid.

Villa Mesokastro, Ohrid

Ich miete mich für drei Nächte in der „Villa Mesokastro“ ein, die auf dem Festungshügel der Stadt liegt. Vom Balkon aus kann ich den Hauptplatz, den Hafen und Teile des Ohrid-Sees überblicken. Am Abend laufe ich die Treppen hinunter in die untere Stadt und gehe ins „Restaurant Antico“, wo man mir eine Fischsuppe und Wiener Schnitzel mit gegrilltem Gemüse serviert.

Ohrid, Seepromenade

8. Tag / 122 km: Da ich im Gästehaus kein Frühstück bekomme, fahre ich hinunter zum Hauptplatz, um in einem Terrassencafé mein Frühstück in der Sonne mit Blick auf den Hafen einzunehmen.

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Ohrid-See mit Blick auf Albanien

Am Ostufer des Sees entlang.

Danach fahre ich am Seeufer entlang südwärts. Den Ohrid-See teilen sich Albanien und Mazedonien, er liegt in 695 Meter Höhe, hat eine Tiefe von 287 Meter und eine Fläche von 362 km² und ist damit mehr als viermal so groß wie der Chiemsee. Zugleich ist der Ohrid-See einer der ältesten Seen der Erde, vor mehr als 2 Millionen Jahren entstanden und damit so alt wie der Baikalsee und der Tanganjikasee.

Ohrid-See bei Kloster Naum

Als besondere Delikatesse wird die Ohrid-Forelle in den Restaurants angepriesen. Da die endemische Fischart wegen Überfischung bedroht ist, habe ich sie nicht probiert.

Die wichtigste Wasserzulauf des Sees liegt beim Kloster Sveti Naum. Dort tritt Wasser hervor, das unterirdisch aus den 150 Meter höher gelegenen Prespa-Seen zufließt. Die beiden Prespa-Seen sind zusammen fast genauso groß wie der Ohrid-See. 

Kloster Naum am Ohrid-See

Das Kloster Naum – mehr als 1.100 Jahre alt.

Das Kloster wurde um das Jahr 895 vom Heiligen Naum mit der Unterstützung der bulgarischen Zaren gegründet. Nach dem Tod des Heiligen wurde er hier begraben und das Kloster ihm gewidmet. Der Heilige Naum war ein Schüler der Heiligen Kyrill und Method und mit ihnen zusammen an der Entwicklung der slawischen Schriftsprache beteiligt. 

Kloster Naum am Ohrid-See

Durch den Nationalpark über einen Pass zum Großen Prespasee.

Weiter fahre ich durch den dicht bewaldeten „Nationalpark Galičica“ einen Pass hinauf. Auf der engen und kurvenreichen Straße ist eine 17-köpfige Radlergruppe aus Polen unterwegs.

Ohrid-See vom Nationalpark Galičica aus gesehen

Jetzt befinde ich mich im Dreiländereck Albanien, Griechenland und Mazedonien. Von der Passhöhe habe ich einen schönen Blick zurück auf den Ohrid-See und wenige Kilometer weiter, auf der östlichen Abfahrt liegt der Große Prespa-See vor mir.

Der Große Prespa-See

Nördlich des Großen Prespa-Sees in der Nähe der Stadt Resen gibt es ausgedehnte Apfelplantagen. Ich probiere einen der roten Äpfel und stelle fest: Er schmeckte vorzüglich.

Apfelplantagen bei Resen

Am Abend speise ich am Stadtplatz von Ohrid im „Restaurant Chun“. Es gibt eine Creme aus Paprika, Schafskäse und Oliven als Vorspeise und zum Hauptgang geröstete Rinderleber mit Pommes Frites.

Festung von Ohrid

Die mächtige Festung von Ohrid und die Oberstadt.

9. Tag: Heute bleibt der Wagen auf dem Parkplatz. In Ohrid gibt es viel zu entdecken. Oberhalb der „Villa Mesokastro“ ragt die Festung empor. Tsar Samuil errichtete die Burg als Ohrid von 958 bis 1014 bulgarische Hauptstadt war.

Das Obere Stadttor von Ohrid

Die drei Kilometer lange und 18 Meter hohe Mauer der Festung hat vier Tore. Durch das Obere Tor gelangt man von außerhalb in die Oberstadt.  

Unterhalb der Festung liegt das antike Theater. Die Stadt war um das Jahr 330 vor Chr. unter „Alexander dem Großen“ Polis geworden und hieß „Lychnidos“ – Stadt des Lichts. Über Treppen erreiche ich die Unterstadt.

Sveti Sophia in der Unterstadt von Ohrid

Sveti Sophia in der Unterstadt und ein schöner Spaziergang am Seeufer.

Hier steht die bedeutendste Kirche der Stadt, Sveti Sophia. Sie wurde von Künstlern aus Byzanz im 11. Jahrhundert ausgemalt. Die Bemalung wurde in der osmanischen Zeit übertüncht und erst 1950 wieder entdeckt. Die Kirche, die Altstadt von Ohrid, das Kloster Naum und der See gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. 

Strandbad in Ohrid mit Blick auf Albanien

Ein schöner Spaziergang führt teils über Holzbohlen am Ufer entlang. Es geht am Schwimmbad, an Cafés und Restaurants vorbei zur Kirche „Sveti Jovan Kaneo“, auf einer Klippe gelegen. Man blickt von hier zum gegenüber liegende Ufer, das zu Albanien gehört.

Service Ohrid:
Villa Mesokastro Doppelzimmer mit Balkon und seitlichem Seeblick ab 28 €.
Sveti Sophia Eintritt 1,70 €.
Sveti Naum Eintritt 1,70 €, Parkplatz 1 €.
Nationalpark Galichica Eintritt und Durchfahrt 3,50 €.

Am Abend fängt es nach einer Woche herrlichen Sonnenscheins auf dem Balkan zu regnen an. Karte Ohrid-See.

Kirche „Sveti Jovan Kaneo“ in Ohrid
Durch den jüngsten Staat Europas  – den Kosovo.

10. Tag / 270 km: Heute begebe mich wieder auf die Spur von Kara Ben Nemsi, der nach den Erzählungen von Karl May vor 125 Jahren mit seinem Gefährten Hadschi Halef Omar im heutigen Grenzgebirge zwischen Mazedonien und dem Kosovo den Schut und andere Schurken gejagt hat. Auf der gut ausgebauten Hauptstraße erreiche ich die Grenze zum Kosovo nördlich von Skopje. Lesen Sie doch gerne weiter:

Kosovo und Montenegro – in den Schluchten des Balkan.

Die gesamte Autoreise führt vom Ionischen Meer weiter durch das „Land der Skipetaren“ zum Ohridsee in Mazedonien, durch den Kosovo, zu den höchsten Bergen des des westlichen Balkans an der Grenze von Albanien und Montenegro und von dort nach Serbien bis in die Metropole Belgrad an der Donau. Zum Schluss werden von mir noch die Hauptstädte Zagreb (Kroatien) und Laibach (Slowenien) besucht.

Diese Reise fand im September/Oktober 2017 statt. Überarbeitung und Tarifstand: November 2019.

Weitere Berichte aus Südost-Europa auf meiner Website:

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