Die Wachau auf dem Donauradweg entdecken

Gemütliche Heurigen, wunderbare Kulturschätze und liebliche Landschaften warten auf den Radtouristen in der Wachau, im Struden- und im Nibelungengau. Dieser Beitrag über die Wachau nimmt an der Blogparade „Meine 3 Reise Highlights aus 2019“ von Jessica auf yummytravel.de teil.

Anreise / 369 km:

1.Tag: Ich packe mein Tourenrad in den Kofferraum unseres Familienkombi und fahre in knapp 4 Stunden über Salzburg auf der Westautobahn A1 bis zur Ausfahrt Melk. Über die Bundesstraße 3 a gelange ich auf die Bundesstraße 33, die mich am Südufer der Donau direkt in die Wachau führt. Vor Aggsbach Dorf steht auf der rechten Straßenseite das „Gästehaus Reisinger“. Hier bekomme ich für die nächsten Tage ein schönes Zimmer mit Blick auf den Fluss.

Heuriger in der Wachau

Ein Nachmittag beim Heurigen in der Wachau.

Gute Gastwirtschaften gibt es im nahen Dorf, wie z.B. den „Aggsteiner Hof“. Zwei schöne Heurigen liegen etwa acht Kilometer stromabwärts. In einem Heurigen schenkt ein Winzer zu festgelegten Zeiten, etwa drei Monate im Jahr, seinen eigenen Wein aus und bietet dazu kleine Speisen zu Verzehr an. Ein Buschen, am Haus, zeigt an, dass „ausgsteckt“ ist und der Weinhauer Gäste empfängt. Senior und Junior Lahrnsteig  und die Eheleute Karin und Franz Hick sind Weinbauern in Oberarnsdorf und betreiben auf ihren Weingütern einen gemütlichen Heurigen. Das Wetter ist herrlich und so setze ich mich an einen der Tisch im Garten der Lahrnsteigs. Der Wein und die Jause munden hervorragend.

In der Wachau wird auf knapp 1.350 Hektar Fläche Wein angebaut. Es gibt 232 Weinbaubetriebe. Hauptsorten sind Grüner Veltliner und Riesling. Duftige Leichtweine bis 11,5 % vol. heißen „Steinfeder“ , die klassische Kategorie (11,5 bis 12,5 % vol.) firmiert unter „Federspiel“ und kraftvolle Reserveweine tragen den Namen „Smaragd“ (ab 12,5 % vol.). Die namensgebenden Smaragd-Eidechsen tummeln sich besonders gern an sonnigen Tagen in den Weinbergen der Wachau.

Donauradweg in der Wachau

Marillen – das besondere Obst der Wachau

In Oberarnsdorf gibt es den Obstbauern Wintner, der die berühmten Marillen der Wachau anbaut. Auch von St. Lorenz bis Rossatz gibt es mehrere Marillenbauern, die Marmeladen, Likör und Edelbrand mit dem besonderen Aroma herstellen. Ein beliebtes Gericht in der Wachau sind auch die Marillenknödel.

Der Raubritter von Burg Aggstein.

Die Hauptsehenswürdigkeit am Südufer der Donau ist die Burg Aggstein. Die etwa 150 Meter lange Burg wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichtet und befindet sich auf einem Felssporn 300 Höhenmeter über dem Südufer der Donau.

Burg Aggstein in der Wachau

Im Jahr 1429 wird Jörg Scheck vom Wald von Herzog Albrecht V. mit der damals zerstörten Burg Aggstein belehnt und baut diese wieder auf. Die meisten noch erhaltenen Teile, wie die Reste des dreistöckigen Frauenturms, des Palas und der gotischen Burgkapelle gehen auf diesen Wiederaufbau zurück. Nach dem Abschluß der Arbeiten verlegte er sich auf den Überfall auf Handelsschiffe auf der Donau und raubte diese aus. Seine Grausamkeit brachte ihm den Spitzname „Schreckenwald“ ein.

Im Jahr 1529 wurde die Burg von einer Gruppe Osmanen niedergebrannt. Sie wurde danach erneut aufgebaut und mit Schießscharten zur besseren Verteidigung versehen.

Rollfähre Arnsdorf - Spitz in der Wachau

Überquerungsmöglichkeiten der Donau.

Zwischen den Straßenbrücken bei Emmersdorf  und der Brücke bei Stein gibt es in der Wachau keine Straßenverbindung über die Donau. Es gibt aber drei Fähren:

Eine Rollfähre verbindet die Orte Spitz und Arnsdorf.  Sie hat eine Tragkraft von 20 Tonnen und befördert sowohl Personen als auch Kraftfahrzeuge. Gehalten wird die Fähre von einem 485 Meter langen Tragseil, das quer über die Donau gespannt und an den Ufern in kräftigen Türmen verankert ist. Fähre und Tragseil sind mit einem sogenannten Gierseil verbunden. Für den Antrieb ist keine kostspielige Energie erforderlich, es wird lediglich die Flussströmung der Donau ausgenutzt. Eine weitere Rollfähre verbindet St. Lorenz mit Weißenkirchen.

Donaufähre in der Wachau

Eine kleinere Motorfähre nur für Personen und Fahrräder fährt zusätzlich zwischen Rossatz und Dürnstein heute mit Strom und Solarenergie angetrieben. Eine Fährverbindung an dieser Stelle gibt es bereits seit dem Jahr 1358.

Service Donaufähren:
Rollfähren Oberansdorf – Spitz und St. Lorenz – Weißenkirchen – Personen 1,80 €, Fahrräder 1,20 €.
Motorfähre Rossatz – Dürnstein – Personen 2,70 €, Fahrräder 1,20 €.
Die westliche Wachau von Spitz nach Melk.

2.Tag / 38 km: Heute radle ich zur Fähre in Oberarnsdorf und setze nach Spitz über. Der Winzerort liegt rund um den „Tausendeimerberg“, einem der vielen Weinberge am Nordufer dieses Donauabschnitts. Im Jahr 1347 erwirbt Spitz das Marktrecht. Durch den Wein-, Holz- und Salzhandel erreicht Spitz eine bedeutende Stellung im ausklingenden Mittelalter und der beginnenden Neuzeit. Die gotische Kirche, einige Weingüter und prachtvolle Bürgerhäuser im Barock- und Renaissancestil zeugen von der einstigen Stellung.

Kirche von Spitz in der Wachau

Gräberfunde aus der Jungsteinzeit belegen eine über 4.000 Jahre alte Siedlungsgeschichte im Gemeindegebiet von Spitz. Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 830 aus der Schenkungsurkunde Ludwigs des Deutschen. Darin wird ein Gebiet „Wachove“ genannt dem Kloster Niederaltaich übergeben.

In Willendorf wurde im Jahr 1908 beim Bau der Donauuferbahn eine Kalksteinfigur, 11 cm groß und ca. 25.000 Jahre alt, ausgegraben. Die „Venus von Willendorf“ ist der bedeutendste Fund des Jungpaläolithikums auf österreichischem Boden und ist heute im „Naturhistorischen Museum Wien“ zu sehen.

Aggsbach Markt wurde ebenfalls im Jahr 830 in einer Urkunde Ludwigs des Frommen als „Accussabah“ erwähnt. Im Jahr 1148 wird über eine Pfarrkirche berichtet, Ende des 13. Jahrhunderts wurde dann die spätromanische, dreischiffige Pfeilerbasilika erbaut. Eine im 15. Jahrhundert einsetzende Marienwallfahrt, die Fischerei und der Handel brachten den Bewohnern über die Jahrhunderte einen bescheidenen Wohlstand.

Schwallenbach in der Wachau

Auf der Brücke bei Emmersdorf überquere ich die Donau erneut und fahre mit dem Rad in Melk ein. Das Kastell Melk existierte schon in der Römerzeit. Ab Anfang des 11. Jahrhunderts war Melk ein Machtzentrum der Babenberger in der Mark Ostarrichi und das Stift beherbergte die Grablege der Babenberger und das Grab des Heiligen Koloman. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts zerstörten die Türkenkriege durch hohe Abgaben und Verwüstungen der Ländereien die wirtschaftliche Grundlage des Klosters.

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Der heutige Barockbau wurde in den Jahren 1702 bis 1746 von Jakob Prandtauer errichtet. Die Stiftskirche ist das Wahrzeichen der Stadt Melk, der Kaisertrakt und der sich anschließende Marmorsaal war für weltliche Gäste gedacht, besonders für den kaiserlichen Hof. Durch das eiserne Gitter im Boden der Saalmitte war der Saal sogar beheizbar.

Die Bibliothek bietet durch ihr dunkles Holz mit Intarsienarbeiten und die darauf abgestimmte einheitlich goldbraune Farbgebung der Buchrücken ein eindrucksvolles, harmonisches Raumerlebnis. Um genügend Tageslicht einzulassen, können in den Regalen verborgene Türen geöffnet werden. Die Bibliothek beherbergt 1.800 Handschriften ab dem 9. Jahrhundert und rund 100.000 Bücher. Erst 1997 wurde ein Fragment einer Abschrift des Nibelungenliedes aus dem 13. Jahrhundert entdeckt.

Kapelle in der Wachau

Auf dem Rückweg in mein Quartier komme ich am Schloss Schönbühel vorbei, das auf einem 40 Meter hohen Felsen erbaut wurde. Der heutige Bau im Stil des Spätbarock entstand in den Jahren 1819 bis 1821 an der Stelle einer früheren römischen und einer mittelalterlichen Festung.

Im Strudengau von Ybbs nach Grein.

3. Tag / 49 km: Der Strudengau war einst eines der gefährlichsten Donauabschnitte, da es Untiefen gab und Felsenriffe im Strom Strudel erzeugten. Erst durch die Sprengung von mehreren Felsen und dem Bau des Donaukraftwerkes Ybbs-Persenbeug in den Jahren von 1954 bis 1959 wurde die Gefahr beseitigt.

Ich fahre mit dem Auto zum Besucherparkplatz des Kraftwerks, das besichtigt werden kann. Die 460 Meter lange Staumauer staut die Donau auf eine Länge von rund 34 Kilometer bis zu einer Höhe von 10,90 Meter auf. Am linken, nördlichen Ende der Staumauer liegen die beiden Schleusen mit einer Länge von jeweils 230 Meter und einer Breite von 24 Meter.

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Ich bleibe mit dem Rad auf dem schönen Donauradweg am bewaldeten Südufer. Einst war die Zunft der Schiffer in den Orten entlang der Donau stark vertreten. Um die Durchfahrt durch die Wirbel und Strudel zu bewältigen, standen beim Mautamt Struden an die 20 Lotsen bereit. Auch in Grein und Ardagger waren Schiffer, die jeden Felsen und Wirbel in der Donau kannten, ansässig. Es bedurfte besonderer Kenntnisse der Schiffsleute, um diese gefährliche Stelle zu bewältigen. Ab dem Jahr 1510 wurde zudem für die Donauschiffer in der Kapelle zu Struden eine tägliche Frühmesse gehalten.
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Nach knapp zwei Stunden Fahrt quere ich die Donau auf der Brücke bei Tiefenbach und mache Mittagspause im „Dornacher Landgasthof“. Der trutzige, 100 Jahre alte  dreistöckige Steinbau ist nicht zu übersehen. Im Wirtsgarten findet man je nach Wetter und Jahreszeit ein sonniges oder schattiges Plätzchen.

Entlang der Donau-Bundesstraße, hier auch „Österreichischen Romantikstraße“, fahre ich nach der Jause auf der Nordseite wieder heimwärts durch Grein und St. Nikola. Flussabwärts fahrende Schiffsreisende hatten bei der Kirche St. Nikola die Wirbel und Strudel der Strecke passiert und sind auch an den Burgen Werfenstein und Pain heil vorbeigekommen, die die Donau mit Ketten sperren konnte. Jetzt wurden die glücklichen Schiffer von Nachen auf dem Wasser aufgesucht und um eine Spende für den „Heiligen Nikolaus“ gebeten. Mit dem Geld wurde ein Spital unterhalten und die Bestattung von Verunglückten bezahlt.

Die östliche Wachau von Spitz nach Stein.

4. Tag / 56 km:

Heute fahre ich mit dem Rad wieder an direkt an meiner Pension los. Ich nehme erneut die Rollfähre von Oberarnsdorf nach Spitz. Danach halte ich mich rechts und gelange nach wenigen Kilometern zur Wehrkirche St. Michael.

Wehrkirche St. Michael in der Wachau

Schon um das Jahr 800 errichtete Karl der Große hier ein Michaelsheiligtum an Stelle einer keltischen Opferstätte. 1395 erfolgte auf Grund einer Stiftung der Bau eines Karners (Beinhaus mit Totenkapelle) mit einem gotischen Kreuzrippengewölbe. 1500 bis 1530 wurde die Kirche durch einen spätgotischen Bau ersetzt  und mit einer Wehranlage mit fünf Türmen und einer Zugbrücke ergänzt, die im 17. Jahrhundert nochmal verstärkt wurde.

Donauradweg in Weißenkirchen in der Wachau

Durch die kleinen Weinorte Wösendorf und Joching radle ich weiter nach Weißenkirchen. Im Jahr 1070 wird dieser Ort in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Weihenstephan erwähnt. Auch hier steht eine interessante Wehrkirche.

Über den Weinbergen grüßt bereits die Burgruine Dürnstein, die durch eine Mauer mit der Stadt Dürnstein verbunden ist. Die Burg wurde in den Jahren 1140 bis 1145 erbaut und durch die Gefangenschaft von König Richard Löwenherz von England berühmt. Der König hatte eine maßgebliche Rolle beim 3. Kreuzzug ins Heilige Land.

Nach der Eroberung von Akko im Heiligen Land am 12. Juli 1191 wehten über der Zitadelle der Stadt nun drei Banner, das des englischen Königs Richard Löwenherz, das Banner seines Mitstreiters König Philipp II. von Frankreich und dann noch das Banner von Leopold V. von Österreich, einem Herzog, der nach dem Tod von Friedrich von Schwaben, dem Sohn Kaiser Barbarossas, kurzfristig den Oberbefehl über das deutsche Kontingent übernommen hatte. Da sich Leopold als Vertreter des römisch-deutschen Kaisers ansah, beanspruchte er nicht nur den gleichen Rang wie die beiden Könige, sondern auch den gleichen Anteil an der Beute. Für Richard Löwenherz war Leopold aber nur ein Herzog und empörte er sich über die Anmaßung Leopolds. Da auch der militärische Anteil des ziemlich zusammengeschrumpften deutschen Kontingents an der Eroberung Akkons eher unbedeutend gewesen war, verwundert es wohl nicht, dass Richard zur Tat schritt und das Banner Leopold von einem Knappen in den Burggraben werfen ließ. Nach dieser Demütigung zog Leopold V. wenig später mit seinen Truppen nach Europa ab.

Dürnstein in der Wachau

Der 3. Kreuzzug endete am 9. Oktober 1192 als Richard Löwenherz Palästina verließ. Auf der Rückreise nach England wurde Richard dann sein Verhalten gegenüber Herzog Leopold zum Verhängnis. Der König reiste ausgerechnet an der Donau entlang durch Österreich in Richtung Heimat. Er wurde von Leopold V. gefangen genommen und in die Burg Dürnstein gebracht. Zu seiner Unterhaltung durfte er fahrende Sänger empfangen, woraus später vermutlich die Sage vom Sänger Blondel entstand. Sein getreuer Minnesänger zog von Burg zu Burg, bis er seinen König in Dürnstein entdeckte, weil Richard Löwenherz eine Liedstrophe des Barden ergänzte. Richard Löwenherz wurde nach Zahlung eines Lösegeldes von 150.000 Mark Silber und nach Leistung eines Lehnseids im Jahr 1194 wieder freigelassen.

Der Anteil aus dem Lösegeld Richards, der den Burgherren von Dürnstein, den Kuenringern zufiel, ermöglichte im 13. und 14. Jahrhundert Ausbau und Aufschwung von Burg und Ort Dürnstein.

Ein Karner und die Reste der Kunigundenkirche, Turm und Sakristei, erbaut um das Jahr 1200, sind im Ort die einzig erhaltenen Gebäude aus dieser Zeit.

Dürnstein in der Wachau

Um eine Marienkapelle entstand 1410 das Kloster Dürnstein. 300 Jahre nach der Klostergründung wird Hieronymus Übelbacher zum Propst gewählt, der den Anstoß zur Barockisierung der Anlage gibt. Der blau-weiße Turm der Stiftskirche ist zum Wahrzeichen der Wachau geworden. In den ehemaligen Klostergebäuden befindet sich heute das „Hotel Richard Löwenherz“.

Ein weiteres Hotel, das zur Relais & Châteaux Vereinigung gehört, befindet sich im 1622 erbauten, blockartig gestalteten Schloss auf einem Felsen am Donauufer.

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Der Radweg führt durch das westliche Stadttor am ehemaligen Gefängnis und Haus des Henkers vorbei in die Stadt. Das malerische Rathaus mit seinem hübschen Renaissance-Innenhof ist ein beliebtes Fotomotiv. Durch das Kremser Tor verlässt der Donauradweg die kleine Stadt wieder. 

Zwei Kilometer flussabwärts führt der Donauradweg durch den Ortsteil Loiben. Dieses Gebiet schenkte Kaiser Heinrich II. im Jahr 1002 dem Kloster Tegernsee. Tegernsee ist heute noch Partnergemeinde von Dürnstein.

Ich fahre weiter nach Stein, gegründet im Jahr 1072. Der Donauhandel prägte die Schwesternstadt von Krems über Jahrhunderte entscheidend. Kein Schiff legte bloß an, um Wein mitzunehmen, Gegenfuhren wurden ausgeladen und machten Stein zum Handelszentrum. Viele Faktoren trafen hier zusammen, die zum rasanten Aufstieg der Stadt beitrugen. Stein hatte unter anderem ein Monopol als Salzniederlage, dazu kam der Weinexport nach Bayern und Oberdeutschland, so wurde im Jahr 1401 hier ein Viertel des Gesamtexportes an Wein aus Niederösterreich verladen.

Das Stadtbild zeugt von den erfolgreichen Handelsbeziehungen und dem daraus entstandenen Wohlstand: Häuser mit reich verzierten Portalen, figuraler Schmuck, Flach- und Runderker und großzügige Räume mit farbigen Holzdecken im Inneren. Im Jahr 1938 wurde die Stadt Stein mit dem benachbarten Krems zusammengeschlossen.

Ich überquere die Donau auf der Mauterner Brücke. Dabei habe ich einen schönen Blick auf das Stift Göttweig im Süden. Ich fahre am südlichen Ufer entlang nach Oberarnsdorf zurück und kehre nochmal im Garten der Lahrnsteigs zum Heurigen ein.

Im Nibelungengau von Ybbs nach Pöchlarn.

5. Tag / 38 km: Der 25 Kilometer lange Abschnitt des Donautals zwischen Ybbs und Melk nennt sich Nibelungengau, da er in der Nibelungensage eine Rolle spielt. Ich parke mit dem Auto wieder auf dem Besucherparkplatz des Kraftwerks Ybbs – Persenbeug und überquere die Donau. Persenbeug und Gottsdorf liegen in einer Flussschleife mit fruchtbaren Äckern und Wiesen. Auf Schloss Persenbeug wurde der letze österreichisch-ungarische Kaiser Karl I. geboren. Flussabwärts erreicht der Donauradweg den alten Holzhandelsplatz Marbach. Auf der Anhöhe über der Donau thront die Wallfahrtsbasilika Maria Taferl 200 Meter über dem Tal. Von oben bietet sich eine großartige Aussicht auf das Donautal über das Mostviertel im Süden bis hin zur Alpenkette.

An der Kirche, in die ein Eichenbaum mit dem Gnadenbild „Maria Taferl“ einbezogen wurde, ist von 1660 bis 1707 gebaut worden. Es ist der zweitwichtigste Wallfahrtsort des Landes nach Mariazell.

Über die Donaubrücke bei Pöchlarn kehre ich ans Südufer zurück. Östlich steht das Donaukraftwerks Melk, das ab dem Jahr 1981 die Bedrohung durch Hochwasser beendete. Die Anlage verfügt über sechs Wehre und zwei Schleusen (je 230  × 24 Meter), die Staulänge des Flusses beträgt 22,5 Kilometer.

Pöchlarn am Südufer der Donau ist eine historisch bedeutsame Stadt und identisch mit dem Ort „Bechelaren“ aus dem Nibelungenlied. Das Nibelungendenkmal zeigt sechzehn Mosaikwappen von Handlungsorten aus dem Nibelungenlied. Das Heldenepos erzählt auch von der Gastfreundschaft eines Markgrafen Rüdiger von Bechelaren.

Pöchlarn ist der Geburtsort von Oskar Kokoschka, einem wichtigen Maler des Expressionismus und der Wiener Moderne. Im Oskar-Kokoschka-Haus gibt es eine jährlich wechselnde Ausstellung im Sommerhalbjahr. Im Stadtmuseum sind Funde aus der römischen Vergangenheit von Pöchlarn, römisch „Arelape“ zu sehen.

Service Wachau, Strudengau und Nibelungengau:
Burg Aggstein – Eintritt 6,90 €.
Kraftwerk und Schleuse Ybbs-Persenbeug – Führung 10 €.
Stift Melk – Eintritt 12,50 € – mit Führung 14,50 €.
Bahnanreise – München – Melk oder Krems 2. Klasse ab 29,90 € – 1. Klasse ab 39,90 € – internationale Fahrradkarte 10 €.
Radverleih – ab 12 € pro Tag. Werbung:


ab 19,90 € – mit dem Super-Sparpreis Europa nach Österreich.

Die Wachau steht unter dem Schutz des UNESCO Weltkulturerbes. Einen Beitrag über die Kreuzfahrerfestung Akko finden Sie in meinem Bericht über das Heilige Land.

Landkarte der Wachau.

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Weitere Berichte aus Österreich auf meiner Website:

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