Das Salzkammergut – eine zauberhafte Seenlandschaft
Acht größere Seen, in drei österreichischen Bundesländern gelegen, gehören zum Salzkammergut. Im Süden ragen die Berge bis zu einer Höhe von knapp 3.000 Meter empor. Im Zentrum liegt Bad Ischl, ehemalige kaiserliche Sommerresidenz der Habsburger Monarchie und europäische Kulturhauptstadt im Jahr 2024. Künstler wie Klaus Maria Brandauer, Franz Lehár, Gustav Mahler, Anton Bruckner, Gustav Klimt und Hubert von Goisern sind mit der Region verbunden.
Diesen Beitrag gibt es hier auch zum Hören (Podcast – MP3):
Anreise ins Salzkammergut.
1. Tag: Wir fahren auf der Salzburger Autobahn A8, die ab der Grenze Walserberg nahtlos in die Westautobahn A1 übergeht, mautfrei bis zur Ausfahrt Salzburg Nord. Im Stadtteil Gnigl beginnt die Wolfgangseestraße, die unterhalb des Gaisbergs in sanften Kurven hinauf in den Salzburger Teil des Salzkammerguts und weiter nach Bad Ischl führt.

Nach 20 Kilometern taucht links unten
der Fuschlsee
auf. An seinem östlichen Ende liegt der Ort Fuschl am See. An der Seestraße befindet sich die Anlegestelle der Zillenschifffahrt. Im Sommer kann man bis zu viermal am Tag zum 4 Kilometer westlich auf einer Halbinsel gelegenen Schloss Fuschl übersetzen.

Das ehemalige Jagdschloss wurde 1451 für den Fürsterzbischof Sigmund I. von Gleik-Volkertsdorf erbaut und von Fürsterzbischof Wolf Dietrich 1593 ausgebaut. Aufzeichnungen berichten von einer großen Prunkjagd, veranstaltet im Jahr 1624 von Paris Graf von Lodron. 1939 riss sich das NS-Regime das Schloss unter den Nagel. Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop nutzte es als Sommerresidenz. Von 1955 bis 1957 war das Schloss Drehort der Sissi-Filme mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm. Heute ist es ein First-Class-Hotel.

Weiter führt die B158 über einen Sattel hinunter zum
Wolfgangsee.
Vor uns sehen wir St. Gilgen liegen, das als Urlaubsort von Helmut Kohl bei uns bekannt wurde. Im Hintergrund ragt der Rinnkogel mit 1823 Metern Höhe und links der imposante Schafberg empor. Wir umrunden das Ostende des Sees, um nach St. Wolfgang zu kommen. Am Nordwestlichen Ufer gibt es keine fahrbare Verbindung. Dort soll Ende des 10. Jahrhunderts Wolfgang, Bischof von Regensburg, eigenhändig eine Kapelle in die Falkensteinwand gebaut haben. Nach seiner Heiligsprechung im Jahr 1052 setzte eine große Verehrung der Bevölkerung ein.

Das Kloster Mondsee, das bis 1142 zum Hochstift Regensburg gehörte, förderte die Verehrung mit dem Bau der Wallfahrtskirche St. Wolfgang auf einem Felsvorsprung am See und den Bau mehrerer Wallfahrtskapellen auf dem St. Rupert-Pilgerweg von St. Gilgen entlang der Falkensteinwand nach St. Wolfgang.

Im Inneren der Wallfahrtskirche ist der Pacheraltar von größerer Bedeutung als einzig komplett erhaltenem Werk des Brunecker Meisters Michael Pacher. Der gotische Flügelaltar mit seinen drei Schauseiten wurde in den Jahren 1471 bis 1479 von ihm gefertigt.

Unterhalb der Kirche steht das Hotel Weißes Rössl, Schauplatz der gleichnamigen Operette von Ralph Benatzky aus dem Jahr 1930 und dem Spielfilm mit Peter Alexander von 1960, dem bekanntesten der 8 verschiedenen Verfilmungen.

Am Seeufer befindet sich die Anlegestelle der Wolfgangsee-Schifffahrt mit der größten Binnenseeflotte Österreichs. Die 7 Anlegestellen auf dem viertgrößten See der Region werden mit 4 modernen und einem Nostalgieschiff angefahren, der „RMS Kaiser Franz Josef I“.

Wir setzen uns auf eine der Sonnenbänke an der Uferpromenade und genießen die wunderbare Aussicht auf das Zwölferhorn bei St. Gilgen und die Berge rund um die Postalm. Das Hochplateau auf einer durchschittlichen Höhe von 1300 Metern ist mit 42 km² das größte Almgebiet in Österreichs.

Die Fischerei der Familie Höplinger existiert es seit 1783. Von April bis Oktober gibt es frische oder über Buchenholz geräucherte Renken und Seesaiblinge und ganzjährig Regenbogenforellen, Bachsaiblinge und Lachsforelle aus der Fischzucht in Bergquellwasser.

Am westlichen Ortsrand befindet sich die Talstation der steilsten Zahnradbahn Österreichs auf den Schafberg. Von Ende Juni bis Ende August gibt es zu den normalen Zuggarnituren auch Nostalgiefahrten mit einer über 130 Jahre alten Dampflokomotive. Die Bergstation liegt auf 1732 Meter Höhe.

Vom 50 Meter darüber gelegenen Gipfel hat man einen Rundblick auf 11 Seen. Hier befindet sich auch die Grenze zwischen dem Salzburger Land und dem Bundesland Oberösterreich, zu dem auch schon St. Wolfgang gehört.
Service Fuschlsee und Wolfgangsee:Hotel Försterhof **** St. Wolfgang: DZ bei DERTOUR ab 214 € inkl. Frühstück.Schifffahrt Fuschlsee/Zillenfahrt Mai – Oktober: H+R 11,50 €.
Schifffahrt Wolfgangsee März – Oktober: Gschwendt – St. Wolfgang H+R 11,80 € / Rundfahrt 31 € / Kombiticket Gschwendt – Schafberg H+R 61 €.
Schafbergbahn Ende April – Oktober: H+R 61 €.Werbung:
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Jetzt wollen wir unser Quartier beziehen. Wegen ihrer zentralen Lage ist die Kurstadt Bad Ischl unsere erste Wahl.

Wir haben in der gemütlichen Apartmentanlage „Im Kurpark“ für uns ein De Luxe-Doppelzimmer mit Terrasse und Blick auf das Kongress & Theaterhaus reserviert. Direkt vor der Haustür gibt es einen Gästeparkplätze und auch der Bahnhof ist fußläufig schnell erreichbar.

2. Tag: Der Hallstätter See.
Eigentlich wollten wir unser Auto in Bad Goisern am Bahnhof abstellen und von dort mit der Bahn zu Haltestelle Hallstatt Bahnhof am Ostufer des Sees fahren. Von dort gibt es ein kleines Motorschiff, das die Bahnreisenden nach der Ankunft über den See nach Hallstatt am Westufer bringt. Allerdings macht uns die ÖBB einen Strich durch die Rechnung, da der von uns gewählte Zug heute ausfällt.

So steigen wir wieder ins Auto und fahren über Steeg entlang dem steil abfallenden Westufer durch einige längere Straßentunnels an Hallstatt vorbei zum Parkplatz P4 an einem Seegrundstück mit einigen Picknicktischen und Ruhebänken mit schönem Blick auf Hallstatt.

Der Hype um den Ort erschließt sich mir nicht so ganz, ist es doch ein recht grauer Ort in schattiger Lage zwischen Felshang und See. Allerdings ist Hallstatt kulturhistorisch von einiger Bedeutung, wird doch oben am Salzberg seit vielen tausend Jahren Salz gefördert, ja es ist ein ganzer Geschichtsabschnitt nach dem kleinen Markt benannt, die Hallstattzeit.

Vor vielen Jahren hatte ich Gelegenheit auf einer Inforeise von DERTOUR den Salzberg zu besichtigen. Bei Obertraun befindet sich die Talstation der Bergbahn auf den Dachstein. Dort oben gibt es noch einige kleinere Gletscher und die Rieseneishöhle zu sehen. Die Kulturlandschaft „Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut“ gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Wir verlassen den fünftgrößten der Seen und fahren nun über den Koppenpass ins Ausseer Land und damit in das
steiermärkische Salzkammergut.
Hier lockt uns einer der schönsten Seen der Region,
der Grundlsee.
Er ist mit knapp sechs Kilometer Länge der sechstgrößte See des Salzkammerguts und ist an drei Seiten vom bis zu 2.515 Meter hohen Toten Gebirge umschlossen. An der Seeklause machen wir den ersten Stopp.

Rechts stehen die vier hölzernen Bootshäuser für die zwei kleinen Schiffe, die MS Rudolf aus dem Jahr 1903 für 60 Passagiere und die MS Traun von 1972 für 49 Passagiere und für das Taxiboot, ein offenes Holzboot aus dem Jahr 1931 für zwölf Fahrgäste.

Am gegenüberliegenden Ufer sehen wir die Villa Castiglioni, die zeitweise Camillo Castiglioni gehörte, einem 1879 im damals österreich-ungarische Triest geborenen Luftfahrtpionier und Gründer der heutigen BMW AG. Im Jahr 1923 nahm BMW die nach dem 1. Weltkrieg gemäß des Versailler Vertrags verbotene Produktion von Flugzeugmotoren wieder auf und stieg in die Motorradherstellung ein.

Am Nordufer führt eine Landstraße entlang bis Gößl, dem letzten Ort am See, wo wir im Gasthaus rostiger Anker eine gemütliche Mittagspause machen.

Der schöne Biergarten am Ufer bietet 280 Plätze. Ein Wanderweg führt zum kleinen Toplitzsee, den im Sommer vier Plätten für jeweils 20 Personen überqueren, um Gäste an den winzigen Kammersee und an die Quelle der Traun zu bringen.

Nach der Mittagspause fahren wir über den idyllisch am Hang gelegenen Weiler Mosern und Obetressen
zum Altausseer See,
dem zweiten See im Steirischen Salzkammergut und dem kleinsten der von uns besuchten Seen. Auch er ist vom Toten Gebirge umgeben und nur nach Westen hin offen.

Rechts ragt 600 Meter steil die Trisselwand aus dem See, der Trisselkogel selbst ist 1.754 Meter hoch. Links sehen wir den 1.873 Meter hohen Hausberg des Ausseerlands, den Loser. Auf ihn führt bis in 1.600 Meter Höhe eine Panoramastraße.

Der burgartige Berg war im Jahr 2008 Drehort des Thrillers „Der letzte Tempelritter“ mit Nicolas Cage. Straßen und Wege um den Altausseer See gibt es nicht.

Man kann mit dem Solarboot „EMS Erzherzog Johann“ bis zum nordöstlichen Ende des Sees fahren oder eine traditionelle Plätte mieten.
Service steirisches Salzkammergut:JUFA Hotel*** Grundlsee – DZ bei DERTOUR ab 181 € inkl. Halppension für 2 Personen..Schifffahrt Grundlsee Mai – Oktober: Grundlsee H+R 20,50 € / mit Toplitzsee 35 €.
Schifffahrt Altausseersee Ende März – Oktober: H+R 21 €.
Loser Bergstraße – Maut: 26 € / Panoramabahn: H+R 30 €.
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Hier drehte Oskarpreisträger Sam Mendes mit Daniel Craig als James Bond im Januar 2015 Szenen für „Spectre“ rund um das Jagdhaus Seewiese.
Das oberösterreichische Salzkammergut:
Ein Stadtrundgang in Bad Ischl.
3. Tag: Wir starten an unserer Unterkunft „Im Kurpark“. Gleich links in der Nachbarschaft steht eine der typischen Salzkammergut-Villen mit einem Risalit aus Naturholz.

Wir gehen am Spielplatz vorbei durch den Kurpark mit seiner Blumenpracht und stehen vor dem Kongress & Thaterhaus.

Es wurde zwischen 1873 und 1875 als Kurhaus der kaiserlichen Sommerresidenz Bad Ischl erbaut. Auf der lebhaften Wirerstraße, die nach Dr. Franz de Paula von Wirer Ritter von Rettenbach erinnert, der den Kurbetrieb 1823 in der Stadt etablierte, erreichen wir die Fußgängerzone am Schröpferplatz.

In der Pfarrgasse befindet sich die Konditorei Zauner, die 1832 gegründet wurde und als ehemaliger k+k Hofliferant und Hofzuckerbäcker firmiert. Gleich daneben steht das spätklassizistische Rathaus der Stadt.

Es folgt die Trinkhalle und ehem. Solebadanstalt aus dem Jahr 1829. Heute ist das Gebäude mit dem Umgang aus korinthischen Säulen der Sitz des Tourismusverbandes und beherbergt die Kurdirektion. Gegenüber erhebt sich die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus auf einer Anhöhe.

Das schöne Post- und Telegrafenamt entstand im Jahr 1895. Die vier Figuren auf den Pilastern der Frontseite sollen die Eisenbahn, die Telegrafie, den Handel und die Schifffahrt darstellen.

Enge Gassen führen von der Pfarrgasse hinunter an die Traun, die in diesem Bereich von einem eisernen Fußgängersteg, dem Lehársteg überquert wird. Die Uferbebauung im Stil der Gründerzeit unterstreicht die Bedeutung der Stadt währen der Regierungszeit von Kaiser Franz Joseph I., der Bad Ischl zu seiner Sommerresidenz erkor.

Er hatte sich hier im Jahr 1853 mit Elisabeth von Bayern (Sissi) verlobt. Ab 1863 kam Anton Bruckner in seiner Funktion als Hoforganist oft in die Stadt. Auch andere Komponisten zog es hierher, wie Johann Strauß, Franz Lehár und Johannes Brahms.

Am Südufer der Traun steht die Lehár-Villa, heute ein Museum, sowie durch die Elisabethbrücke getrennt der Gasthof „Goldener Ochse“ in der Griesgasse 1 und die Villa des österreichischen Opernsängers Richard Tauber am Traunkai 4.

Am Nordufer der Traun, gegenüber der Lehár Villa steht das ehemalige Hotel Elisabeth. Es folgt die Elisabethbrücke mit der Statue des Heiligen Nepomuk, Brückenheiliger und Schutzpatron der Schiffer und Flößer und ebenfalls am Nordufer westlich der der Brücke die Esplanade, der bevorzugte Straßenzug von Bad Ischl.

Das ehemalige Salzfertigerhaus der Familie Lidl (Esplanade 4) stammt im Kern aus dem Jahr 1500. Der Beruf des Salzfertigers ist seit dem Jahr 905 urkundlich belegt. Die Salzfertiger waren im Salzkammergut als Salzhändler und -spediteure wichtige Personen. Das Gartenhaus Rosenstöckl im Biedermeierstil an der Esplanade 6a stammt aus dem Jahr 1840.


Das ehem. Salzfertigerhaus an der Esplanade 8 diente im 19. Jahrhundert u.a als Sommerquartier für Elisabeth Ludovika Königin von Preußen und im spätgotischen ehem. Salzfertigerhaus auf der Esplanade 10 war von 1880 bis 1982 das Hotel Austria angesiedelt und hier ist heute das Ischler Stadtmuseum beheimatet. Wir benutzen die Passage durch das Haus in Richtung Kurpark. Dabei kommen wir am Gedenkstein an Wirers Solequelle vorbei, der direkt hinter unserem Quartier steht.
Service Bad Ischl:
EC/Railjet-Supersparpreis München Hbf – Bad Ischl: 2. Klasse ab 19,99 €, 1. Klasse ab 29,99 € (umsteigen in Salzburg und Attnang Puchheim).
Fahrkarte Bad Ischl – Gmunden für 2 Personen einfach 2. Klasse 15 €.
Fahrkarte Ebensee Landungsplatz – Bad Ischl für 2 Personen einfach 2. Klasse 8 €.
Mietwagen (Kia Stonic) ab Salzburg für 5 Tage bei DERTOUR ab 248 €.
Im Kurpark (Kurhausstr. 8a) Apartment 40 m² bei Agoda ab 104 € inkl. Parkplatz.
Hotel Grand Elisabeth**** mit Pool – DZ bei DERTOUR ab 186 € inkl. Frühstück.
Kaiservilla mit Marmorschlössl und Park: Eintritt 30,40 €.
ab 37,99 € – mit dem Super-Sparpreis Europa nach Österreich. Auf kurzen Strecken (z.B. München – Bad Ischl) schon ab 19,99 €! Bei Buchung über diesen Link erhalte ich eine Provision (dabei ist auch der Zugang zu Ihrem persönlichen Account bei der Bahn problemlos möglich) – Vielen Dank!

Die Kaiservilla liegt in der Katastralgemeinde Jainzen nördlich der Kurstadt am Fuß des gleichnamigen Berges. Sie steht zusammenmit dem Marmorschlössl im Kaiserpark. Das Ensemble haben wir nicht besucht, da dafür mindestens 23,50 € zzgl. Parkgebühren fällig werden. Diese Preisgestaltung möchte ich an dieser Stelle nicht unterstützen.

Der Attersee – größter See im Salzkammergut.
4. Tag: Wir verlassen Bad Ischl in Richtung Norden auf der Salzkammergut-Straße B145 und biegen nach wenigen Minuten Fahrt links in die Weißenbachstraße B 153 ab., die uns zwischen zwei Bergmassiven zum Attersee nach Weißenbach an das Südostufer führt. Die Fahrtstrecke ab Bad Ischl beläuft sich lediglich auf 19 Kilometer.

Mit 46,2 km² Fläche ist der Attersee so groß wie unser Ammersee. Im Forsthaus Weißenbach verbrachte Gustav Klimt von 1914 bis 1916 seine Sommerfrische. Er hielt das Quartier auch auf zwei seiner berühmten Atterseegemälde fest.

Es geht weiter in nördlicher Richtung nach Steinbach. Auf dieser Strecke rücken die steilen Hänge des Höllengebirges (1.812 m) ganz nah an den See. Im Süden ragt der Schafberg auf, der ja von St. Wolfgang aus mit der Zahnradbahn erschlossen ist.

1893 urlaubte Gustav Mahler erstmalig in Steinbach am Attersee. Er wohnte mit seiner Schwester und Freunden der Familie im „Gasthaus zum Höllengebirge” (heute Seehotel-Föttinger) im Ortsteil Seefeld inmitten der traumhaften Landschaft mit dem türkisfarbenen See, den schroffen Bergen und sanften Hügeln. Um noch näher an die Natur heranzukommen und in Ruhe arbeiten zu können, ließ der Komponist im Frühjahr 1894 ein kleines „Komponierhäuschen“ direkt am See errichten.
Es gab lediglich einen Raum mit Doppelfenstern nach drei Seiten und einer Glastüre, einfach eingerichtet mit Tisch und Sessel, einem Ofen und natürlich einem Stutzflügel. In weiteren drei Sommern war dies sein „Arbeitsplatz“. Hier konnte er seiner Kreativität freien Lauf lassen. In vier Sommern komponierte er in Steinbach die zweite und dritte Symphonie und ein halbes Dutzend Lieder.

Auf unserer Weiterfahrt halten wir an der Tauchstelle Ofen direkt am Seeufer an. Sie ist für Sporttaucher eine Herausforderung geht es doch zuerst 40 Höhenmeter schräg abfallend in den See und über eine Steilwand weitere 100 Höhenmeter in die Tiefe.

In Weyregg machen wir Mittagspause im Gasthaus Landeroith der Familie Staudinger und genießen den schönen Blick über den See. Am gegenüberliegenden Ufer erkennen wir die Gemeinde Attersee. Oberhalb von Weyregg liegt der Gahberg, ein sanfter Hügel mit einer Sternwarte. Die klare Luft und die lichtarme Umgebung ist dafür ein idealer Standort.

Am Attersee und am westlich gelegenen Mondsee sind erste Siedlungsspuren durch jungsteinzeitliche Pfahlbaureste bei Weyregg, Schörfling und Unterach zu finden. Die ältesten bei Seewalchen stammen aus der Zeit um 3.900 Jahre vor Christus. Die heute unter Wasser liegenden Überreste befanden sich ursprünglich am Ufer, da der Seespiegel damals niedriger war. Im Jahr 2011 wurden einige der Fundorte grenzübergreifend als „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.


Das Wasserschloss Kammer am Nordende des Sees stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde zwischen 1622 und 1649 zu einem massiven, rechteckigen Bau mit drei Stockwerken und zwei niedrigen Seitenflügeln ausgebaut, die einen Hof umschließen. Das Schloss und seine Umgebung wurden Anfang des 20. Jahrhunderts durch Gustav Klimt in zahlreichen Ölgemälden dargestellt, wie „Schloss Kammer am Attersee III“ (1909/1910) und

„Allee im Park von Schloss Kammer“ (1912), die beide im Oberen Belvedere in Wien hängen. Der Jugendstilmaler und Gründungspräsident der Wiener Secesssion verbrachte die Sommermonate zwischen 1900 und 1916 regelmäßig am Attersee und im Attergau, wo der überwiegende Teil seiner über 50 Landschaftsgemälde entstanden.

Das Klimt-Zentrum am Schloss mit Museum und einem gemütlichen Café wurde im Juli 2024 neu eröffnet.

Als Kammergut
bezeichnet man eine Region, die in Privatbesitz eines Landesherrn war. In diesem Fall war das Salzkammergut ab 1311 in Besitz der Habsburger, die von 1438 bis 1806 auch Römisch-deutsche Kaiser waren und danach Kaiser von Österreich bzw. Österreich-Ungarn. Es gelang dem Hause Habsburg im späteren 17. und 18. Jahrhundert zunehmend das Erzstift Salzburg aus dem Salzhandel im Salzkammergut zu verdrängen und dessen Macht zu schwächen. Nach dem 1. Weltkrieg blieben die „Salinen Austria“ ohne Unterbrechung bis zum Jahr 1998 österreichischer Staatsbetrieb.

Der Traunsee
spielte eine wichtige Rolle beim Transport des „weißen Goldes“ durch das Salzkammergut. Der Transport des Salzes erfolgte mit großen Zillen von Ebensee am Südufer nach Gmunden im Norden. Hier war der wichtigste Umschlag- und Handelsort von Salz. An der Lände beim Rathausplatz konnten bis zu zehn Salzschiffe nebeneinander Platz finden.

5. Tag: Wir nehmen heute wieder die Salzkammergut-Straße B 145 in Richtung Norden und folgen ihr über Ebensee entlang des westlichen Seeufers bis zum Bahnhof Gmunden, wo wir unseren Wagen am P&R Parkplatz gebührenfrei abstellen können.


Von hier nehmen wir die Gmundner Straßenbahn, die seit 1894 den Bahnhof mit dem Rathausplatz am See verbindet. Mit einer Streckenlänge von 2.315 Metern gilt sie als die kürzeste und mit zehn Prozent maximaler Steigung als eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt. Im Zentrum des Rathausplatzes steht die moosgrüne Keramikfigur „Moos People & La Communication“ des finnischen Künstlers Kim Simonsson die anlässlich der Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024 entstand.

Bereits 1492 wurde die Gmundner Keramik urkundlich erwähnt. In den darauffolgenden Jahrhunderten fokussierte sich das Unternehmen auf figurale Kunst, bevor ab 1968 hauptsächlich Gebrauchsgeschirr hergestellt wurde.

An der Ostseite des Platzes steht das Seehotel Schwan, das bereits in der sechsten Generation von der Familie Nöstlinger geführt wird.

Das Rathaus an der Westseite ist in einem schönen Renaissancebau im italienischen Stil aus dem 16. Jahrhundert untergebracht. In der Loggia sehen wir ein Keramikglockenspiel aus Meissener Porzellan, darüber das „Auge Gottes“, die Rathausuhr und den Habsburger Doppeladler.

An der Esplanade befindet sich vor dem Café Kandur der Steg der Traunseeschifffahrt. Wir sehen schon unser Motorschiff „Karl Eder“ hinter der Fontäne im See auftauchen. Wenige Minuten später sind wir an Bord und fahren entlang der Seepromenade von Gmunden in Richtung Südwesten.

An Steuerbord taucht bald das Schloss Ort auf. Das Seeschloss wurde schon im Jahr 909 urkundlich erwähnt, musste aber nach einem Brand 1626 neu aufgebaut werden. Der dreieckige Innenhof wird an zwei Seiten von doppelgeschossigen Bogengängen gesäumt, ergänzt durch eine spätgotische Außenstiege.

Die Besitzverhältnisse änderten sich häufig, oft waren die Habsburger die Lehnsherrn. Heute gehört es der Stadt Gmunden. Zwischen 1996 und 2004 war das Schloss Schauplatz der mit 144 Folgen sehr erfolgreichen Fernsehserie „Schlosshotel Orth“.

Hinter dem Wasserschloss ragt das Höllengebirge auf. An Bord der MS Karl Eder genießen wir einen hervorragenden Bordservice. Neben gepflegten Getränken werden auch kleine Speisen direkt an den Platz gebracht.

Fünf Motorschiffe mit Platz für 40 bis 250 Personen verkehren auf dem See. Unser Schiff ist das zweitgrößte. An Sonntagen im Juli und August fährt zusätzlich der historische Raddampfer Gisela aus dem Jahr 1871 auf dem Traunsee.

Das Schiff misst stolze 52 Meter Länge, die beiden Schaufelräder haben einen Durchmesser von 3,75 m, die Maschine leistet 160 PS und verbraucht pro Stunde 140 Liter Heizöl der Sorte „extraleicht“.

Das Motorschiff Karl Eder hält jetzt Kurs aud das Ostufer des Traunsees zum Anlegesteg am „Gasthaus Hois`n“. Der Ursprung des „Hois`n-Gutes“ reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Aus dem Jahre 1885 findet man eine Anzeige in der Gmundner Zeitung, in der sich das romantische Gasthaus an der Dampfschiffhaltestelle als landschaftlich prachtvolles Ausflugsziel mit einer ausgezeichneten umfangreichen Speisen- und Getränkekarte durch seinen damaligen Besitzer Franz Staudinger empfiehlt.

1896 wird das Gasthaus an die Familie Schallmeier verkauft, die es heute in der 5. Generation bewirtschaftet. Lokale Spezialitäten, wie Traunsteiner Schafskäs-Gupferl oder Gmundner Fischsuppe stehen heute auf der Karte. Das Lokal ist auch Ausgangspunkt für schöne Wanderungen auf den hinter dem Hotel gelegenen Grünberg oder entlang der Traunseestraße Richtung Süden, die nach einem Kilometer am Umkehrplatz in eine auch für Radfahrer gesperrte Forststraße übergeht.

Die Berge rücken jetzt enger an den See und von unserem Sitzplatz auf dem Oberdeck ist der markante Traunstein mit einer Höhe von 1.691 Metern gut zu erkennen. Dahinter kommt bald auch der Erlakogel ins Blickfeld, der zusammen mit dem benachbarten Gasselkogel im Volksmund auch „Schlafende Griechin“ genannt wird.

Die Konturen der beiden Gipfel ähneln vom See aus gesehen dem Profil einer liegenden Frau. Der Erlakogel wird dabei als Nase der Griechin gesehen. Nicht nur die Kopfpartie passt in dieses Bild, auch der Hals- und Brustbereich und weiter abwärts, die auf dem Bauch verschränkten Hände.

Das Schiff quert jetzt den See, um in Traunkirchen am Westufer anzulegen. Auf dieser Halbinsel befand sich schon vor 3.500 Jahren eine heidnische Kultstätte. Der Odinstein, der heutige Johannesberg, ist ein uralter Kultplatz mit einem für diese Region einzigartigen, dichten Eibenbestand.

Der Weg um den Johannesberg mit seiner Wallfahrtskapelle wird bis heute von der Bevölkerung als Odinsweg bezeichnet. Nach dem Gründungsbild wurde bereits 632 n. Chr. auf der Halbinsel die Abtei „Trunseo“ errichtet.

Wie man in einer Urkunde aus dem Jahr 909 n. Chr. lesen kann, ging durch König Ludwig die Abtei „Trunseo“ in den Besitz des Salzburger Erzbischofs Pilgrim I. und des Grafen Aribo über. Um 1020 wurde das Kloster Traunkirchen gegründet, das als Nachfolger dieser Abtei gilt.

Der Kleine Sonnstein (922 m) südlich von Traunkirchen ist ein beliebter Aussichtspunkt hoch über dem Westufer des Traunsees. Der Aufstieg dauert gute 90 Minuten.

Am Steilufer führen zwei Tunnels durch die Felswand, die von 1856 bis 1861 im Auftrag von Kaiser Franz Josef I. zur Förderung des Verkehrs in die Kurstadt Bad Ischl und nach Hallstatt angelegt wurden. An den Bau erinnert das Löwendenkmal mit einer Gedenktafel.

Unsere Fahrt über den zweitgrößten See im Salzkammergut endet in Ebensee am Südende. Der Ort hatte nicht nur als Salzumschlagplatz Bedeutung. Da die Holzvorkommen rund um Hallstatt nahezu erschöpft waren befahl Kaiser Rudolf II. 1596 eine neue Saline in Ebensee zu bauen.

Es wurde eine fast 40 km lange Soleleitung vom Hallstätter Salzberg nach Ebensee gebaut, die heute noch in Betrieb ist. Die Salinen Austria mit jährlich 200 Millionen Euro Umsatz haben in Ebensee ihren Firmensitz.

Am Haltepunkt Ebensee-Landungsplatz steigen wir in die Salzkammergut-Bahn um und fahren mit dem Zug entlang des Westufers zum Bahnhof Gmunden zurück, wo unser Auto geparkt ist.
Service oberösterreichisches Salzkammergut:Heritage Hotel Hallstatt**** DZ Superior bei DERTOUR ab 329 € inkl. Frühstück.Bahnfahrt Bad Ischl – Hallstatt Bahnhst. für 2 Personen 2. Klasse einfach 8,40 €.Schifffahrt Hallstatt Bahnhst. – Hallstatt Markt einfach 4 €.
Salzbergwerk inkl. Auffahrt und Führung (z. Zt. im Umbau/erst ab 1. September 2026 wieder zugänglich): 49 €.
Dachstein Seilbahn inkl. Eishöhle H+R ab 44 € (Frühbucherpreis).
Schifffahrt Attersee: Rundkurs Süd 31 € / Rundkurs Nord 21 €.
Komponierhäuschen Gustav Maler Eintritt frei.
Klimt-Zentrum in Kammer Eintritt 7 €.
Schifffahrt Traunsee (Mitte Mai – Mitte Oktober): Gmunden – Ebensee einfach 16,50 € / Rundfahrt 33 €.
Straßenbahn Gmunden Bf. – Rathausplatz einfach 2,80 €.
Fahrkarte Ebensee Landungsplatz – Gmunden Bf. für 2 Personen 2. Klasse 7,20 €.
Schloss Ort Eintritt 5 €.
Grünberg Großkabinenpendelbahn B+T 25 €.
Seilbahn Ebensee – Feuerkogel (1.593 m) (Mitte Mai – Oktober) B+T 31,50 €.
Schifffahrt Mondsee: Rundfahrt 15 €.
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Der Mondsee ist neben dem Attersee, dem Traunsee und dem Hallstätter See der vierte See im Salzkammergut, der gänzlich im Bundesland Oberösterreich liegt.

6. Tag: Auf dem Heimweg nach München schauen wir heute noch kurz am Mondsee vorbei. Das Südufer des Mondsees wird vom Schafberg und das Westufer vom Almkogel und der Drachenwand überragt. Am Nordende des Sees liegt der Ort Mondsee mit seinem Kloster, das 748 von Baiernherzog Odilo aus dem Geschlecht der Agilolfinger gegründet wurde.

Das Kloster war bekannt für seine Schreibschule und Buchmalerei. So entstand kurz nach 800 hier der „Mondseer Matthäus“, die älteste deutsche Bibelübersetzung Die Entwicklung der Region wurde von da an sowohl in geistig-kultureller als auch in wirtschaftlicher Hinsicht lange von diesem Kloster geprägt.

Diese Reise fand im September 2025 statt, ich reiste mit meiner Frau. Tarifstand: Juni 2026.

Unternehmen Sie auch einen Ausflug in die Mozartstadt Salzburg. Dazu gibt es bei mir folgenden Beitrag: https://toeightycountries.com/salzburg-die-schoensten-ausblicke-auf-die-barockstadt.
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